Ausgabe 
11.5.1919
 
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Truppenteilen wurde auf Anordnung des und seine Korporalschaft voll haben wolle. Kompanieführers von den in Offizierstellen Doch erschien es mir, als wenn es über den befindlichen Unteroffizieren der nicht mit für die Verpflegung durch das Land vor⸗ Rangabzeichen versehene Regenmantel an- geschriebenen 1 Schoppen Wein etwas hin⸗ behalten. ausginge. Ein anderer erlebte eine schwere Eine Feldzugsgeschichte will ich, nicht Euttäuschung, als er, um dem Wunsch nach bringen. Auch persönliche Erlebnisse könnten Eiern Ausdruck zu geben, sich auf den Boden ruhmredig klingen. Ich verweise auf die hockte und gackerte. Die Hauswirtin führte Regimentsgeschichte.) Betont sei nur, daß ihn, verständnisvoll lächelnd, an einen klei⸗ das Verhältnis zwischen Vorgesetzten und nen Ort neben dem Hühnerstall. Mannschaften das allerbeste war. Kein Offi⸗ Die Quartiere bei den französischen ka⸗ zierdiensttuer ging in sein Quartier, bevor er tholischen Pfarrern waren wenig beliebt, nicht alle Leute untergebracht wußte. War dies dagegen ging man zu den evangelischen gern. geschehen, dann wurde von Haus zu Haus Letztere waren durchgängig den Deutschen gegangen und gefragt, ob die Leute richtig w 1 1 verpflegt würden. War es nicht der Fall, die Abneigung gegen das protestantische so wurden die Quartiergeber auf ihre Ver⸗ Deutschland durchblickte. Die Einnahmen pflichtungen hingewiesen. Behaupteten sie, der katholischen Pfarrer waren sehr gering, selbst nichts zu haben, so drohte man ihnen, obgleich die Trennung von Kirche und Staal daß man nachsuchen würde und dann das in Frankreich erst nach dem Kriege 1870/1 Verleugnete wegnehme, um mit dem Ueber- durchgeführt wurde: Auffällig war die schuß Quartiere zu versorgen, in denen wirk- schlechte gesellschaftliche Stellung der ka⸗ lich nichts war. Das erscheint hart, aber die tholischen Geistlichen. Auf den Gütern und eigenen Soldaten, die jeden Augenblick be⸗ bei den zahlreichen Schloßherren erschienen reit sein mußten, das Höchste zu leisten und sie nur nach dem Essen zu einer Tasse für das Vaterland zu sterben, durften nicht Kaffee und dem üblichen Gläschen Schnaps. hungern; auch war man überzeugt, daß die Es mag dieses wohl daran liegen, daß sie Einwohner sich helfen konnten. Im Finden fast ohne Ausnahme aus ganz kleinen Ver⸗ bekam man bald Uebung. Vermauerungen, hältnissen stammten und sich nicht recht Verblendungen, Eingraben täuschte nicht, die zu benehmen wußten. Wie anders ist das merkwürdigsten Verstecke wurden entdeckt, so in Deutschland, wo der Pfarrer zu den ersten Würste in Bienenstöcken, Töpfe mit ge⸗ Kreisen zählt! Etwas freundlicher wurden falzenem Fleisch in Strohschobern auf dem die Gesichter der Quartiergeber, wenn sie Feld usw. Schwer kam freilich das Wegneh⸗ zufällig hörten, daß wir Hessen seien. Dann men oft an, aber es war Pflicht. So er⸗ flammte sofort im Hinblick auf die Rhein⸗ innere ich mich, wie ich in einem noch deutsch⸗ bundzeiten die Hoffnung auf, wir könnten sprechenden Vogesendorf einer Frau eine ihre Abneigung gegen die Preußen teilen verleugnete Speckseite wegnehmen mußte. Das war freilich ein Irrtum. Wir wußten, Abends, am Kamin sitzend, fragte mich die was das preußische Heer infolge der seit Frau, wie ich heiße. Ich fragte meinerseits, 1813 durchgeführten allgemeinen Wehr⸗ warum sie das wissen wolle. Sie sagte, dann pflicht, seiner Disziplin und seinem vor⸗ könne sie wenigstens im Winter den Kindern trefflichen Offizierkorps leistete; 1866 war sagen, warum sie keinen Speck bekämen. Ich eine gute Lehre. nannte ihr meinen von meinem ältesten Bru⸗ Der religiöse Geist wurde durch einen der Moritz ererbten KlassenunnamenMotz, evangelischen und einen katholischen Div Ganz traurig und leise sagte sie nun wohl sionspfarrer gepflegt. Ihr Einfluß fand um es sich einzuprägen mehrmals vor sich einen fruchtbaren Boden. Steht der Tod hin:Der Motz hat den Speck genommen. vor Augen, so wenden sich die Blicke nach Ich gab ihr zwar damals so viel von dem oben, In der Toleranz gaben die beiden wenigen Geld, das ich besaß, wie ich ent⸗ geistlichen Herren ein gutes Beispiel, inso⸗ behren konnte, der Gedanke an die betrübte fern sie stets zusammenritten. Sie waren Frau lastet aber immer noch auf mir. freilich auch sehr aufeinander angewiesen. Bald lernten die Leute so viel französisch, Dasselbe fand ich später in einem Fall in daß ein Eingreifen der Offiziere kaum noch Metz, wo es jedoch dem katholischen Geist⸗ nötig wurde. Aushilfe waren die Zeichen⸗ lichen von dem Metzer Bischof sehr übel sprache und Kreidebilder des Verlangten. So genommen wurde. kam ich dazu, wie ein Sergeant auf einen Im ganzen genommen war der Krieg Tisch mit Kreide einen Eimer gezeichnet hatte im Gegensatz zum Weltkrieg, wo du und unter Betonen des bereits gelernten Grausamkeit der am Krieg sich beteiligenden Wortesvin mit einem Strich dem Quar⸗ belgischen Einwohner sofort große Erbih⸗ tierwirt anzeigte, wie weit er ihn für sich rung schuf ein gesitteter Krieg. Dit . 4 5 Franktireurs überfielen wohl Meldereitet Klingelhöffer, Generalleutnant z. D., und kleinere Trupps, ließen sich aber Roh⸗ Heschichte Jes Infanterie Regiments Kaiser heiten nicht zuschulden kommen. Gefangene Wilhelm 2. Großh, Hess.) Nr. 116. 3. Aufl. Offiziere wurden, wie in der Zeit der Berlin 1913. Von Seite 71 und 151 ab. Kabinettskriege, von uns als Kameraden

wohlgesinnt, während bei den katholischen

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