Ausgabe 
10.8.1919
 
Einzelbild herunterladen

8

12

eine Tiefe gesunken, die uns fühlen läßt, daß wir am Versinken sind? Sind unsere Seelen nicht auch in Gefahr; von den Wellen des ng ewidhlken Meeres, das uns umgibt, verschlungen zu werden, hoffnungslos zu versinken, ohne jemals wieder zur lichten Höh e eee zu können?

Ich meine, dieser in Todesnot ausge⸗ stoßene Schrei müßte uns nach den Erfah⸗

rungen der letzten Monate so erschüttern,

daß er uns nicht mehr loslassen kann: er muß uns willig machen, unsere Seelen so

fest auf das eine zu richten, was uns not tut, daß wir zu jeder Zeit und 5 bereit

sein können, wenn der Ruf erschallt, zu

sagen: Hier sind wir, Herr! Wir warten dein, daß du uns aus der Finsternis zur

Höhe, zum Lichte führst!

Der Ruf ertönt von drüben an mein Ohr, Wenn sich der Abend neigt,

Und aus der Dunkelheit

Bin ich zur Fahrt bereit.

Trägt mich die Flut auch noch so weit hinaus Von diesem Erdenstrand, Mir winkt doch meines Lotsen Angesicht An jenem Uferrand.

Baronin R.

Uleine Mitteilungen.

Ich werde vom 11. bis 31. August ver⸗ reist sein; in dieser Zeit versieht Herr Pfar⸗ rer Ausfeld die Amtsgeschäfte der Lukas⸗ gemeinde. 5 Bechtolsheimer.

Aus deer Nationalversamm⸗ lung schreibt man uns: Soeben wird das

7, Verzeichnis der hier eingegangenen Bitt⸗

schriften aus sgegeben. Es zeigt sich darnach. daß zur Zeit eine Bittschriftbewegung durch unser deutsches, insbesondere durch unser evangelisches Volk geht, die alle früheren Be⸗ wegungen weit hinter sich läßt. Bisher haben 5266 evangelische Parochien und Gemeinden Eingaben zur Wahrung des christlichen Grundcharakters des deutschen Schulwesens eingesandt. Die amtliche Feststellung be⸗

stätigt die vor kurzem vom Ev. Preßver⸗ band f. Deutschl. ge ebrachte Mitteilung, daß

diese Eingabe rund 6 886 000, also fast sie⸗ ben Millionen Unterschriften 101 hat. Neuerdings geht auch eine starke Bittschrift⸗ bewegung aus den katholischen Kreisen gegen

die Entchristlichung des Schulwesens der evangelisch en Bewegung zur Seite. Diese

großzügige Bittschrißtbewegung hat auf die Entschließungen zur Verfassung stark und gut eingewirkt.

*

Herr Kliniksverwalter Hch. Freund⸗

lieb, der seit dem Jahre 1911 Kirchen⸗

rechner der bangelischen Kirche zu Gießen war und sein Amt mit großer Gewissen⸗ haftigkeit und Sachkenntnis führte, mußte wegen Ueberlastung mit Arbeit diesen Posten

88

aufgeben. An seine Stelle ist Herr Finanz⸗ aspirant Heinrich Müller, Beamter des Universitätssekretariats, getreten.

*

Abonnenten, die denSonntagsgruß nicht. regelmäßig e lten, werden gebe 1 das Blatt bei den Trägern desGießene Aedie auch denSung austragen, zu reklamieren.

**.

Wie Professor D. Dr. Wilhelm Diehl in seiner interessanten ZeitschriftHessische Chronik schreibt, so brannte Wieseck in sei⸗ ner Vergangenheit zweimal fast vollständig ab: 1646 und 1718. Ueber den Brand von 1646, bei dem nur drei Wohnhäuser stehen blieben, 9 5 wir in einem vom 15. Septem⸗ ber 1646 datierten Kollektenpatent für die Gemeinde Wieseck, daßnechstverwichenen Sommer durch Verursach- und Verwahr⸗ losung frembder in solchen Flecken übernach⸗ teter Krigsvölcker nicht nur weit über andert⸗ halbhundert Bäwe(Bauten) an Wohn⸗ häusern und Schewern ohne Viehställ und dergleichen, deren mehr als der Wohnhäuser gewesen, sondern auch die Schulbchd gar, Kirchen und Pfarrbäw aber zum guten Teil in Feuer aufgangen und abgebrandt, also, daß in solchem großen Flecken in allem mehr nicht als drey verwüstete Wohnhäuser stehen blieben. Ueber den Brand von 1718, dem 266 Bäue zum Opfer fielen, heißt es in einem vom 31. Januar datierten Bericht der Gießener Regierung:Euer Hochfürstl. Durchlaucht geruhen gnädigst, Ihre hierdurch in Unterthänigkeit vortragen zu lassen, was⸗ maßen diesen Morgen ohngefehr gegen 5 Uhr in dem ohnfern von hier gelegenen Dorf Wieseck eine starke Feuers sbrunst entstanden und, aller beschehenen möglichsten Veranstal⸗ tung und Gegenwehr ohngeachtet, dergestal⸗ ten umb sich gegriefen, daß in etlichen Stun⸗ den zwey Drittel an Wohnhäusern, Scheuren und Stallungen nebst dem Pfarr⸗ und Schuhlhaus in die Asche gelegt, sodann die Kirche an dem Dach beschädiget, anbey viele Menschen und Vieh in dem Feuer und bey der harten Kälte jämmerlich umbkommen, die übrige aber, so sich in hiesige Stadt theils bloß, theils mit ihren wenigen Effecten sal⸗ viret, in die eusserste Armuth und einen recht erbarmungs szwürdigen Zustand gesetzt worden.

1 Uirchliche Anzeigen. Sonntag den 10. August(8. nach Trinitatis). Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr fällt aus, siehe Johanneskirch che. Vormittags 9˙½¼ Uhr: Pfarrassistent Schaefer. 8 In der e Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Lukasgemeinde: Pfarrer Bech⸗ tolsheimer. Vormittags 9½¼ Uhr(zugl. Mil.⸗Gottesdienst): Pfarrer Ausfeld.

Verantwortlich: pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühb'schen Universitäts⸗Buch⸗ und Steindruckerel R. Lange, Gießen.

Die Lübeck einen u da laut necesse ist nich treibt, Leben! ihm Ge dann m del trei Grunde städte v Gegner samten Handel die ein erwähn zu Lau Wenns ernreg letzten rung 6 darf si und ü freuen hat, w nun u armsel mann kann e

So Gottes geteilt ist Ge jahr hi das ed der IJ der A nun i ches g zieht.

sagen mit G gemei

schen

Wal ahr unser und n hader