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wald, das schon zu herzoglich⸗nassauischen Zeitendas Sibirien für unbequeme Be⸗ amte gewesen war, war die ihm zuge⸗ wiesene neue Gemeinde. Seine Hartenroder Abschieds⸗ und seine dortige Antrittspredigt veröffentlichte er im Druck unter dem Titel: Ein feste Burg ist unser Gott. Abschiedspredigt über Hebr. 13,8 und Antrittspredigt über Psal m 73, 23, 24,(Göttingen, Vandenhoeck und Rupprecht 1898). (Fortsetzung folgt.)

meine Erlebnisse

in französischer Kriegsgefangenschaft. Von Ober⸗Telegraphenleitungsaufseher Heinrich Wagner⸗-⸗Gießen.

(Fortsetzung.)

Am 15. Febr. kam ich mit 30 Mann auf ein Arbeitskommando nach Puizot, und zwar

war ich hier Kommandoführer. Hier hatten wir einige Morgen Waldung abzuholzen. An

dem genannten Tage fuhren zwei Transporte

in derselben Richtung von Blaye ab, und zwar ging der unsrige morgens um ½4 Uhr, der andere um 8 Uhr ab. In St. Marie stie⸗ gen wir aus und mußten hier Stunden

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warten, dann bestiegen wir denselben Zug,

in dem sich das zweite Arbeitskommando befand. In Taybour stiegen wir aus und mußten noch sechs Kilometer zu Fuß zurück⸗ legen. Ein kleines Fuhrwerk stand am Bahn⸗ hof, um die Hälfte unseres Gepäckes aufzu⸗ nehmen; mehr Platz war auf dem zwei⸗ räderigen Karren nicht vorhanden. Von französischer Seite waren ein Korporal und vier Wachtposten zugewie⸗

sen. Als Wohnung wurde uns ein altes Bauernhaus zugewiesen, die eigentliche

Wohnstube benutzten die Franzosen, wir mußten im Kuhstalle schlafen, wohin weder Sonne noch Mond scheinen konnten. Hier, wo früher die Kühe gestanden hatten, war für sechs Mann Platz, die übrigen 24 kamen unter dem Dache in einen Raum zu liegen, der in der Mitte einen Zwischenraum von 1,20 Meter hatte, den wir als Gang benutzen mußten. Der ganze Raum eignete sich für Hühner oder Tauben, nicht jedoch für Men⸗ schen. Als Begünstigung wurde uns noch ein Speisesaal angewiesen, der früher ein Schaf⸗

stall gewesen war und in dem von Anfang

an Sonnenfinsternis geherrscht hatte. Der ganze Raum nahm höchstens 20 Mann auf. Wir richteten uns die ganze Herberge etwas wohnlicher ein, brachen Löcher durch die Steinmauern und machten uns Fenster aus alter Leinwand von unseren zugesandten

Paketen. Auch stellten wir einige Tische und

Bänke her, bauten eine Anstalt, die der

Franzose in der Regel zu bauen vergißt, die

dem Deutschen aber unentbehrlich ist. Außer⸗ dem beseitigten wir in dem kleinen Hofe den Morast und machten uns, indem wir einen gepflasterten Gang herstellten, einen trocke⸗

uns ein Sergeant,

nen Weg zu einem Ziehbrunnen. Der Be⸗

sitzer fand nach einigen Tagen sein ganzes Gehöft in einer anderen Verfassung vor. Ringsum wurde das Gehöft mit Stachel⸗ draht eingefaßt, die Eingangstür mit einer dicken Kette und einem Vorhängeschlosse ab⸗ geriegelt.

Die tägliche Ration für einen Mann bestand aus 8 Gramm Kaffee, 20 Gramm Zucker, 50 Gramm Fett, 80 Gramm Fleisch, einem Kilo Kartoffeln und 500 Gramm Brot, als Gemüse gab es Bohnen. Ein Herd stand uns zum Kochen nicht zur Ver⸗ fügung, dagegen hatten wir einen Dreifuß, auf den der Kochkessel gesetzt wurde. Das Holz mußten wir uns aus dem Walde mit⸗ bringen. Unsere Arbeitsstelle lag eine halbe Stunde von der Wohnung entfernt. Unge⸗ fähr 300 Morgen Wald waren abzuholzen, das stärkste Holz hatte die Dicke eines Ofenrohrs, es waren dies Kastanienbäume, Eichen und Dornen. Ein alter französischer Kapitän der Handelsmarine leitete die Ar⸗ beit. Die Arbeitszeit war von 6 bis 11 Uhr vormittags und von halb 2 bis halb 7 Uhr, nachmittags, Pausen gab es nicht. Jeder Mann mußte täglich 25 bis 30 Holzbündel (kagots) machen, dafür bekam er einen Lohn von 20 Centimes und 10 bis 15 Centimes extra. Es war ja für uns eine Wohltat, in der frischen Landluft zu arbeiten, nachdem wir so lange hinter den Festungsmauern gesessen hatten. Allerdings brachten die Mannschaften einen guten Appetit von der Arbeit mit nach Hause, und das gelieferte Essen reichte zum Sattwerden nicht aus. Durchschnittlich wurden täglich noch für 30 bis 40 Centimes Brot verzehrt. Ein Vier⸗ pfundbrot kostete 1 Fr. 10 Cts. Milch erhielten wir den Liter zu 25 Cts,, ein halbes Pfund Butter kostete 1 Fr. 50 Cts. Im Anfang mußten wir auch Sonntags arbeiten, das wurde aber bald wieder auf⸗ gegeben, als ich dem Patron(Besitzer des Waldes) erklärte, daß meine Kameraden an diesem Tage ihre Wäsche und Kleider in Ordnung bringen wollten und daß dann auch mehr Arbeitslust an den Wochentagen vorhanden sein werde. Die Zivilisten be⸗ wunderten Sonntags unsere schön ge⸗ waschene Wäsche und die Ordnung, die unter den Deutschen herrschte.

Am 25. März 1916 reisten wir zur ärztlichen Untersuchung durch die schweize⸗ rische Austauschkommission nach Douay Charente. Hierselbst traf ich auch Bruno Schneider aus Gießen, der leider bis auf diesen Tag noch in Gefangenschaft ist. Das Resultat der Untersuchung konnten wir erst später erfahren. Nach 8 Tagen wurden. Unteroffizier Schröder und ich telegraphisch nach La Pallice beordert unter der An⸗ gabe, daß wir nach der Schweiz kommen sollten. Wir beide und der französische Korporal, der uns führte, ließen uns mit

unserem Gepäck von einem Fuhrmann nach