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etwas ganz Neues und Eiger nartiges. Aus
einem evangelisch alutherischen
Pfarrhause
Sach sens ist dieser Mann hervorgegangen,
die Eigenart seiner Herkunft hat er nie ver⸗ leuanet. Sein Großvater mütter licherseits war der bekannte Leipziger Volksschriftsteller D. Friedrich Ahlseld. Un⸗ 5 hat der Enke elsohn vom Großvater die lutherische Bestimmtheit des Glaubens und die volkstümliche anschauliche Art der Darstellung geerbt. Eine politische Zeitung meinte in diesen Tagen, Naumann sei schließlich Pantheist geworden, d. h. für ihm sei Gott zuletzt nicht mehr der lebendige, persönliche Gott gewesen, sondern er habe seinen Gott im Weltall gesucht. Diese Be⸗ hauptung ist nicht richt ig. Wohl hat Nau⸗ mann in hinreißend den Bildern die Natur geschildert und in ihr 5 Auswirkung eit göttlichen Schöpfers gesehen, aber Panthei
ist er doch nicht gewesen, in ihm lebte 927
Pfarrer und
und überrascht, so oft man es fle hier aber kommt es als langer, doppelter Bach mit einer Art natürlicher Anersck zöpflichkeit 0 eronnen, ein Bach wie aus einem geträumten Jenseits voll unsagbar glän⸗ zender Glut. Man weiß, daß jeder Schritt in diesen Bach den Tod bedeutet, und fühlt die beständige Lebensgefahr der Blaugellei⸗ deten, bei denen jede kleine Unvorsichtigkeit
sich so unvergleichbar härter rächt als bei
t macht und seine
Glaube und das Gottvertrauen eines Martin
Luther und Paul Gerhardt.
Der Zweck dieser Zeilen ist hauptsächlich der, unsere Leser auf Naumanns Andachten aufmerksam zu machen, die in einem starken Bande„Gotteshilfe“ gesammelt sind. Diese
Andachten sind in den Jahren 1895 bis
1902 in der„Hilfe“, erschienen.
auf d das hier hingewiesen wird, ist im Ver⸗
Das Buch,
lage von Vandenhoeck und Ruprecht in
Göttingen e und hat schon mehrere Auflagen erlebt. Diejenigen unter
unseren Lesern, die religiöse Förderung suchen, werden diese in dem genannten
Werke in reichem Maße finden. Was Naumanns Andachten auszeichnet, das ist, daß sie mitten hinein in das Leb en
dieser Tage geste lt sind Die alten Kirchen⸗ väter haben in der Sprache ihrer Zeit ge schrieben, Luthers Schriften gehen im Ge⸗
wande des 16. Jahrhunderts einher, Nau⸗
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mann zeigt, was Christus für die Gegenwart ist. In kurzen, knappen Sätzen, ohne Fremd⸗ wörter zu gebrauchen, aber auch ohne die sogenannte„Sprache Kanaans“ zu sprechen, sucht er die modernen Menschen wieder für den Glauben ihrer Väter zu erwärmen.
Wie Naumann ein Redner war, an dessen
Lippen die Zuhörer hingen, so war er auch ein Schriftsteller, der durch seine Gedanken und seinen Stil jeden Leser fesselte. Er war ein ungemein geistvoller Schriftsteller, er war ein großer Dichter, ohne jemals einen Vers geschrieben zu haben.
An zwei Beispielen wollen wir 5 lebens⸗ volle Art des zu früh dahingeschiedenen Mannes nachwe eisen. In einer Be chung, überschrieben„Im Eisenwerk“ macht Nau⸗ mann im Anschluß an das Wort(1. 1797 28, 16)„Gewißlich ist der Herr an diesen Ort, und ich wußte es nicht“ folgende Aus- führungen:„Einige Männer in schweiß⸗ gebleichten blauen Kutten arbeiten unten am
Hochofen und entfesseln das fließende Eisen.
Fließendes Eisen ist an sich etwas Eigenes
den Menschen harmloserer Berufe. esen Leuten sagt der Prediger am Sonn⸗ tag in der Kirche: Alle Berufsarbeit ist Gottesdienst!... Wie ist es möglich, daß der 2 Vlaugekleidete gelegentlich seiner Arbei die Empfindung hat, die der Hirte auf sonniger Halde so leicht bekommt: Gott sei gegen wärtig; 7 Ein altes merkwürdiges Wort sagt, daß Gott seine Engel zu Winden Diener zu Feuerflas 5 n. Das heißt für uns: Dort, wo die Hirten igel sahen, sehen wir gewaltige Natur, kräfte. Diese Naturkräfte werden dem Reiche Gottes unter den Menschen dienstbar, wenn i feste Bahnen gezwungen werden. Gluten und Gebläse müssen mithelfen, daß es besser wird unter den Menschen, sie sind Urkräfte einer neuen Zeit. Als solche müssen sie geglaubt werden, denn noch liegt die neue Zeit, die aus der Technik geboren wird, im Schoße der Zukunft. Noch hat sie ihren Segen nicht enthüllt. Aber nur in die⸗ sem Glauben kann überhaupt die Arbeit in der Technik einen religiösen Wert bekommen. Wir müssen glauben, daß Gott nicht nur in den Wolken des Sinai vor Zeiten gewohnt hat, sondern daß er in dem Hochofen nicht weniger all lgegem värtig ist als im Hain Mamre. Gott ist im modernen Getriebe. Wenn er es nicht ist, dann hat es keinen Zweck, ihn vor Menschen zu verkündigen, deren ganzes Leben an Bäche fließenden Eisens gepflanzt ist.“
Wie wunderbar Naumann das Leben in Gott darzustellen versteht, zeigt eine Betrach⸗ tung des Psalmwortes„Wo dein Gesetz nicht mein Trost gewesen wäre, so wäre ich ver⸗ gangen in meinem Elend“(Psalm 119, 92) Diese Betrachtung trägt die eberschrist
„Ein tsame Menschen“ und hat 1101 0 Wortlaut:
„Am Webstuhl saß ein alter Meister, et saß und webte mit seinen langen, hageren
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Händen Tag und Nacht. Daß er Meister
nicht gedacht,
hieß, war nur eine Erinnerung an alte Zei⸗ ten. Vor vierzig oder fünfzig Jahren h hatte dies Wort für ihn noch einen Sinn, als noch die alte Meisterlade bestand, und der alte Hausierhandel mit Leinwand. Nun aber war alles anders geworden. Die alten Mei⸗ ster waren Bettler geworden, nicht Bettler um Geld, aber Bettler um Arbeit. Sie muß⸗ ten froh sein, wenn K für mageres Brot fleißig sein durften. Das hatte sein Vater der ihn einst in seinen Beruf
getan und zu ihm gesprochen hatte: Wer
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