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Nach dem Kirchenbuche, das von 1808 an nur trockene Angaben enthält und die interessanten Zusötze der alten Zeit— alles auf Anordnung der Behörde— vermissen läßt, war Grüneberg 68 Jahr alt. Er starb den 6. Oktober 1816, vormittags 8 Uhr, und wurde bereits am 7. Oktober, nachmittags 4 Uhr zu Grabe getragen.
„In dem Novem ist das Amt Achsbach von Weilburg an den König von Preußen abgetretten worden.“ Es handelt sich hier um das Nassau⸗Weilburgsche Amt Atzbach.
„Den Monath Decem ist das Quartier Geld auf Jedermann doppel erhoben wor⸗ den, das der gemein Soltad der vorher 30 kr. den Monath bekommen nun 1 fl. be⸗ kommen der Unteroffezier 1 fl. 20 kr.“
„Das 1816 Jahr wahr ein Jahr for fielle Länder durch den viellen Regen überschwem⸗ mungen gehabt haben. Das vielles Heu nicht gemacht werden können auch die übrigen Früchten nicht gergthen und Reif sind wor⸗ den, sind also alle Lebensmittel außerordent⸗ lich in die Höh gestichen, daß bey Ausmachen der Kartoffel das Achtel sist zahlt worden zu 2 fl. 20 kr. sie sind oder(aber) bestän⸗ dig in die Höhe im Preis kommen. Im Ja⸗ nuwary(1817) sind die Kartoffel das Ach⸗ tel auf 6 fl. kommen das Achtel Weitzen 25 fl., das Korn 16, die Gerste 14, die Maas Oehl 1 fl. 36 kr., im Ganzen alle Lebens⸗ mittel. Da haben die wohlhabenden Ein⸗ wohner allhier zusammengelägt um die Armen mit Brot bis zur Ernte zu unter⸗ stüzen sie haben übern andern Tag(alle zwei Tage) auch warmeß Essen erhalten.
Ausgangs April ist das Achtel Weitzen kom
men 29 fl., Korn 19 fl., Gerste 17 fl., Ha⸗ fer 10 fl., das Ochsenfleisch 14 kr. Im Juny ist der Weitzen 30 fl., Korn 20 fl., Gerste 16 fl., das Ochsenfleisch 16 kr. bezahlt wor⸗ den. Am Rein hat das Korn 45 fl. Kost.“
Im Anschluß an diese Schilderung der Fol und Teuerung des„Hungerjahres“ 1816/17 sei hier eine Aufzeichnung wieder⸗
gegeben, die sich auf denselben Gegenf
(17811866) herrührt. Sie lautet:„Die Witterung vom Frühling bis den 1. May war so ziemlich, aber doch immer kalt dabey,
vom 1. May an hat es Tag vor(für) Tag geregnet, daß das Kleeheu im Feld verfault ist und auf den Johannistag noch keins ein⸗ geerndt war. Das Wissenheu ist 14 Tage nach Johannis gemacht worden und ziem⸗ lich gut eingeerndt worden. Um Jakobitag hat es am Rand gestanden, daß es bei vielen Haushaltungen Brodmangel gegeben hat; wegen dem Regenwetter war kein
tand bezieht und von dem Urgroßvater des Her⸗ ausgebers des„Sonntagsgrußes“, dem rheinhessischen Landwirte Jakob Stellwagen
noch sehr viel, wo dann auch der Hafer, Erbsen, Wicken, Kleeheu, mehrenteils ist nicht eingethan worden. Das Ohmet ist zum Theil stehen geblieben, und was abgemacht worden, ist verfault. Die Herbstsaat ist beschwerlich und mit vieller Mühe ausgesäet wor⸗ den wegen dem vielen Regenwetter. Die Kartoffeln, Gelbrüben und sonstiges Ge⸗ pflänz sind mit vieler Müh und doch sehr langsam eingethan worden, es sind aber sehr viele Gelbrüben bis nach dem Neujahr 1817 im Feld geblieben.“ Diese Teuerung war nicht so verhängnisvoll wie die gegen⸗ wärtige; denn sie ging nach etwa 9 Mo⸗ naten wieder zu Ende.— (Fortsetzung folgt.)
Anmerkung. Der Sachkunde des Herrn Josef Ampt⸗Gießen verdanke ich eine Reihe von Berichtigungen und Erläuterungen zu der in den vorausgegangenen Nummern ab⸗ gedruckten Chronik J. H. Schaffstädts, die im nachstehenden wiedergegeben werden.
S. 44. Lord Hort— Lord Howe.
S. 59. Jeneral Schampinet General Jean Etienne Championnet, der Eroberer von Neapel(25. Januar 1799).
S. 62. Seuting(2)= Säuding, kleines halbwüchsiges Schwein(Läuferschwein).
S. 63. Graf Capeszen= Graf Cobenzl, be⸗ kannter österreichischer Staatsmann.
S. 67, letzte Zeile: Bezüglich des Todes des Kaisers Paul von Rußland ist der Ver⸗ fasser falsch unterrichtet gewesen. Derselbe starb nicht am Schlagfluß, sondern wurde durch Verschworene in seinem Schlafgemach ermordet.
S. 88, am Schlusse: Auch hier scheint ein Irrtum des Verfassers obzuwalten. Napo⸗ leon hat nicht seinem Bruder Joseph Holland abgenommen, sondern Ludwig, dem Vater Napoleons III.; Joseph war ja König von Spanien.
S. 62, unten: Im Kirchenbuche steht wohl Graf von Sayn⸗ Wittgenstein⸗Berleburg und nicht Sachsen⸗Wittgenstein⸗Berleburg.
Kirchliche Anzeigen.
Sonntag den 6. Juli(3. nach Trinitatis). Kollekte für die evang. Gemeinde Bürstadt. Gottesdienst.
In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Markusgemeinde. Pfarrassiste Schaefer.— Vormittags 9 Uhr: Pfarrer Mahr.— Vormittags 11 Uhr: Kinder⸗ kirche für die Matthäusgemeinde. Pfarren Mahr.
In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr,
zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗
Korn heimzubringen. Nachgehends ist die ten aus der Johannesgemeinde. Pfarrer
Erndt mit vieller Müh und doch sehr lang⸗ Ausfeld.
Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer
sam eingethan worden und ist in unser Ge⸗ Bechtolsheimer.— Vormittags 11. Uhr mark noch im Oktober Weitz draus gewesen, Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer aber in den Waltgemarkungen(gemeint sind Bechtolsheimer.— Abends 8 Uhr: Bibelbe⸗
die benachbarten pfalz⸗bayerischen Dörfer) sprechung im Johannessaal.
—.... ̃ͤ ͤ— Verantwortlich: Pfarrer Bechtols heimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buch⸗ und Steindruckerel R. Lange, Gießen.
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