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wir zwei je ungefähr 3 Meter lange Roste ge⸗
baut, die leiterartig an das feindliche Hin⸗ dernis angelegt werden sollten, um so das
Ueberschreiten zu ermöglichen. Auch mit ihnen
wurden eifrige Versuche angestellt. In der Nacht vor dem Einbruch gab es eine Ueberraschung: der Feind selbst ver⸗ suchte mit starken Kräften einen Vorstoß in unsere Stellung, genau da, wo wir den Aus⸗ fall beabsichtigten. Der Angriff wurde abge⸗ schlagen. Er hat dem Feind, wie wir später erfuhren, allein an Toten 12 Mann gekoster. Leider wurde dabei einer unserer tüchtigsten Stoßtruppler schwer verwundet. Aber er hatte vorher seine Schuldigkeit getan. Auf die Stelle des französischen Hindernisses, wo wir durchbrechen wollten, warf er, was bei dem allgemeinen Feuerkampf nicht auffällig war, mit hartnäckiger Ausdauer eine Un⸗ menge Handgranaten, wodurch die Drähte arg gelockert und zerrissen wurden. Dies sollte uns später sehr zustatten kommen. (Schluß folgt.)
An unsere Gemeindeglieder.
Kommenden Sonntag, den 5. Januar 1919, soll nachmittags um 5 Uhr in der Jo hanneskirche eine evangeli sche Volks⸗ versammlung stattfinden; der Verhand⸗ lungsgegenstand ist„Trennung von Staat und Kirche“. Um einer Ueberfüllung vorzu⸗ beugen, wird gebeten, daß die Gemeindeglie⸗ der, die noch nicht 20 Jahre alt sind, der Veranstaltung fern bleiben. Redner: Pro sessor D. Dr. Schian, Hauptlehrer Knauß, Frau Martha Sievers, Landgerichtsrat Schmuhl, Pfarrer Bechtolsheimer. Die Ver⸗ sammlung soll mit Choralgesang eröffnet und beschlossen werden, daher wird gebeten, die Gesangbücher mitzubringen. Unsere Ge⸗ meindeglieder werden zu reger Teilnahme an dieser wichtigen Veranstaltung eingeladen.
Gießen„den 31. Dezember 1918. Für den evangelischen Ges amtlirchenvorstand:
Der Vorsitzende. J. V.: Bechtols heimer.
Uleine Mitteilungen.
Die Erregung über die bekannten Reli⸗ gionserlasse verschiedener vorläufiger Regie⸗ rungen wächst in dem Maße, als die Er⸗ lenntnis von den tiefeinschneidenden Wir⸗ fungen der ergangenen oder noch bevorstehen⸗ den Eingriffe in die breiten Schichten des Volkes dringt. Namentlich haben die preußi⸗ schen Erlasse über den Religionsunterricht dazu beigetragen, vielen die Augen zu öffnen. Auch Kreise, die dem kirchlichen Leben ferner stehen, zeigen sich keineswegs gewillt, sich Maßnahmen zu beugen, die zur Entfernung der christlichen Jugendunterweisung aus der Schule führen würden. Aus zahllosen Orten des Reichs liegen Nachrichten über z. T. stür⸗ misch bewegte Einspruchsversammlungen vor, so allein aus den letzten Tagen von Erfurt,
Frankfurt a. M. war die große Paulskirche
Breslau, Chemnitz, Erlangen, Heidelberg ge⸗
den entschiedenen Willen, für die Wahrung
fallen wegen der in der Johanneskirche statt⸗
die Abendgottesdienste in beiden Kirchen aus,
unseres Gemeindeblattes angegeben war, sondern auch in der Stadtkirche.
führen können, die für uns das Herz und
aus uns herausfliegen; aber dann werden
Spandau, Hannover, Barmen, Oldenburg, Gotha, Rostock, Nürnberg, Stettin, Dessau, Elberfeld, Hornberg, Hamburg, Goslar, Zwickau, Königsberg, Breslau, Genthin. In
so überfüllt, daß eine Nebenversammlung veranstaltet werden mußte, in Löwenberg er⸗ wiesen sich die vorhandenen Säle als zu klein, gon 9000 Gliedern der Gemeinde waren 2000 erschienen, in Liegnitz war der Quartettsaal überfüllt; gleiches wird von Brgunschweig,
meldet; die Görlitzer Volksversammlungen waren von über 3000 Personen besucht. Von zahlreichen Stellen wird die Bildung von Schutzverbänden für die Erhaltung des christ⸗ lichen Schulwesens, Elternräten uff. gemel⸗ det. Auch von gemeinsamem Vorgehen mit den katholischen Volksgenossen wird mehrfach berichtet. Masseneinzeichnungen in Treu⸗ gelöbnis⸗ und Unterschriftslisten bekunden
der religiösen Grundlagen des Volkslebens mit allen gebotenen Mitteln einzustehen.
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Kommenden Sonntag, den 5. Januar, findenden evangelischen Volksversammlung
Dagegen findet in beiden Kirchen Vormit⸗ tagsgottesdienst statt, also nicht nur in det Johanneskirche, wie in der letzten Nummet
„Die Not wird uns weiter führen, al die Tugend und Weisheit derer uns hat
der Kopf hätten sein müssen. Wir müssen wie Feuerstein von Eisen und Stahl ja so lange geschlagen werden, bis alle Funken
wir auch eine Flamme anzünden, daß alle Welt erstaunen und sich freuen wird. E. M. Arndt. Sind die Zeiten schrecklich, so bleibt Gott Meister der Zeiten. Lavater.
Uirchliche Anzeigen. Sonntag den 5. Jan.(Sonntag n. Neujahr) Gottesdienst.
In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrassistent Schäfer.— Der Abendgottes⸗ dienst fällt aus.
In der Johanneskirche. Vormittags 9 Uhr: Pfarrer Ausfeld.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde, Pfarrer Ausfeld.— Der Abendgottesdienst fällt aus.— Abends 8 Uhr: Bibelbespre⸗ chung im Johannessaal. Freitag den 10. Januar, abends ½6 Uhr: Vereinigung konfirmierten weiblichen Jugend der J- hannesgemeinde.
Verantwortlich: Pfarrer Bechtols heimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Unsversstäts-Buch⸗ und Steindrückere R. Lange, Gießen.
Geme r. 2
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gehalten
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