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5. Gustav Landmann, geb. 14. Juli 1818 zu Gedern, gest. zu Gießen 7. August 1874, in Gießen tätig 1853 bis 1874, zuletzt als erster Pfarrer und Dekan.
6. Dr. Wilhelm Seel, geb. 18. Februar 1814 zu Frankfurt a. M., gest. 1893 zu Wiesbaden, in Gießen tätig 1865 bis 1879, zuletzt als erster Pfarrer.
7. D. Georg Schlosser, geb. 25. April 1846 zu Darmstadt, in Gießen tätig von 1873 bis 1915, zuletzt erster Pfarrer, Pfar⸗ rer der Matthäusgemeinde und Geh. Kirchen⸗ rat, jetzt im Ruhestande zu Frankfurt a. M.
8. Dr. Karl Naumann, geb. 5. Januar 1839 zu Eudorf, gest. 14. Dezember 1916 zu Dieburg, in Gießen tätig von 1880 bis 1906, zuletzt erster Pfarrer, seit 1893 als Pfarrer der Johannesgemeinde an der Jo⸗ hanneskirche tätig.
9. PD. August Dingeldey, geb. 14. August 1854 zu König, gest. 1920 zu Darmstadt, in Gießen tätig 1882 bis 1898, seit 1893 als Pfarrer der Lukasgemeinde an der Johanneskirche.
10. Dr. Friedrich Grein, geb. 4. Januar 1868 zu Darmstadt, gest. 30. November 1902 zu Darmstadt, in Gießen tätig 1895 bis 1902 als Pfarrer der Markusgemeinde.
11. Karl Scheunemann, Pfarrer der Max⸗ kusgemeinde 1902 bis 1903, jetzt Pfarrer in Groß-Gerau.
12. Berthold Schwabe, geb. 14. Oktober 1864 zu Gießen, gest. 17. Februar 1919 zu Gießen, Pfarrer der Markusgemeinde 1903 bis 1919.
13. Gustav Mahr, Pfarrer der Matthäus⸗ gemeinde seit 1915.
14. Ernst Becker, Pfarrer der Markusge⸗ meinde seit 1
Außer diesen definitiv angestellten Geist⸗ lichen wirkten an der Stadtkirche noch viele nicht definitiv Angestellte, die in früherer Zeit Mitprediger oder Freiprediger, in neuer Zeit Pfarrassistenten genannt wurden. IJ Wirken hier war zumeist von sehr kurzer Dauer. Eine sehr lange Amtszeit war dem Geh. Kirchenrat Dr. Engel beschieden, der volle 54 Jahre, zuerst als Lehrer am Päda⸗ gogium, dann von 1823 an als Pfarrer in Gießen wirkte.
Geschichten und Bilder aus Alt⸗Gießen.
30. Der Gießener Bub aus dem vorigen Jahrhundert und was mit ihm zusammenhängt. Von Louis Frech.
(Fortsetzung.)
Wenn ich mich recht erinnere, sind die beiden nicht angezeigt worden. Schütz Noll nahm ihnen die Pistole, die man damals „Sackpuffer“ nannte, ab und übergab sie dem Vater des einen, dieser brachte dann wohl die Sache auf gütlichem Wege in Ordnung. 5
Schütz Völker hätte die beiden Erwisch⸗ ten erst tüchtig verhauen, die Pistole konfis⸗ ziert und auch noch Anzeige erstattet. Wer weiß, was das bessere gewesen wäre? Die beiden Buben gingen noch vor ihrem 20. Jahre nach Amerika und sind dort schon lange gestorben.
Eine Hauptrolle bei den Herbstvergnü⸗ gungen der Gießener Buben spielte der Pa⸗ pierdrache. Wenn die Wiesen abgemäht wor⸗ den waren und betreten werden durften, machte sich unter den Buben der ganzen Stadt eine gewisse Geschäftigkeit bemerk⸗ bar. Es lag etwas in der Luft, und der Beobachter fand heraus, daß der Papier⸗ drache augenblicklich das Sinnen und Trach⸗ ten der Buben bildete. Man sah sie mit den Holzleistenkreuzen, die der Haus⸗ oder auch sonst ein befreundeter Schreiner, meist unentgeltlich, hergestellt hatte, auf der Straße nach der Wohnung pilgern, woselbst das Bespannen mit dem Bindfaden und das Bekleben mit Zeitungspapier vor sich ging. Bei den kleinen Jungen besorgte das ein älterer Freund öder der Vater. Die grö⸗ ßeren ließen sich nicht helfen, sondern fer⸗ tigten ihren Drachen selbst an. Allerdings haperte es bei manchem an der Kenntnis, wie das richtige„Gleichgewicht“ herzustellen sei, denn der Drache ist bekanntlich mit vier Bindfäden versehen, die in bestimmten Abständen an den vier Holzleistenschenkeln befestigt sind und außerdem eine gewisse Länge haben müssen. Diese Anordnung der vier Bindfäden nennt der Gießener Junge „das Gleichgewicht“, und an dessen zu einer Schlinge zusammengeknoteten Ende wird die lange Leine festgemacht. Drachen mit fehler⸗ haftem Gleichgewicht nehmen beim Steigen nicht die richtige schräge Stellung zum Wind ein und versagen. Es war amüsant, zu beob⸗ achten, wie die, welche es wußten, mit der Berechnung des Gleichgewichts dicktaten und das Wort führten. Auch die Länge des
hr Schweifes war an ein gewisses Maß gebun⸗
den. Dieses mußte aber ausprobiert werden, während der Drache stieg. Fiel der Schweif zu kurz aus, dann band man aushilfsweise ein Taschentuch daran, welches dann zu Hause durch eine Verlängerung ersetzt wurde, war er zu lang, dann schnitt man einfach ein Stück davon ab. Wer einen großen Drachen hatte, war fein heraus, denn den konnte sich nicht jeder leisten, weil der große Drache eine stärkere und daher teurere Kordel bedingte. Auch gehörte ein kräftiger Junge dazu, um einen solchen Drachen zu halten. Es war daher ein Ereignis, wenn einer einen so ausnahmsweise großen Drachen steigen ließ. Damals hatte ein schon zu den älteren zählender Junge na⸗ mens Karl Spruck einen solchen Drachen. An die zwei Meter war er hoch, mit festem Papier überspannt und mit roten, blauen und goldenen Papiersternen beklebt. Auch in den Schweif waren nur farbige Papier⸗


