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Gras verborgen hält und daher nicht, wie sein größerer Vetter, einfach von den Bäumen geschüttelt werden konnte. Wer also auf den Fang ausgehen wollte, und das waren so ziemlich alle größeren Buben, mußte dies abends tun, denn da schwärmten die Tierchen über den Grasflächen im Zwie⸗ licht und waren dabei leicht zu haschen. Also zog man, nachdem die Dämmerung eingesetzt hatte, in Rudeln nach den nächsten Wiesen, und diese lagen jenseits der Wieseckbrücke, links der Grünberger Straße, jetzt Kaiser⸗ Allee. In den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts war weder von dem Ludwigs⸗ platz als solchen, noch von den jetzt dastehen⸗ den Häusern etwas zu sehen. Auch die untere Grünberger Straße war häuserlos.
Sie wurde rechts von Gärten begleitet, wäh⸗ rend sich auf ihrer anderen Seite, soweit das Auge reichte, Wiesen ausbreiteten. Auch bei der Garten- und Bergstraße, dem Stein⸗
und Schiffenberger Weg, der Licher, Moltke⸗ und Roonstraße lagen zu beiden Seiten teils Gärten, durch Hecken oder Spaliere vonein⸗ ander getrennt, teils offene Aecker und Wie⸗ sen. Einige dieser Straßen waren damals nur Feldwege. Die jüngere Generation kann sich hiernach einen Begriff machen, welch ein Wandel sich im Osten und Südosten un⸗ serer Vaterstadt in den verflossenen 50 bis 60 Jahren vollzogen hat. (Fortsetzung folgt.)
Etappe Langen. Erinnerungen aus den Jahren 1813 bis 1815 von Karl Friedrich Maurer, mitgeteilt von Dr. Karl Esselborn. (Fortsetzung.
Er fragte nun nach gar mancherlei, stets bestrebt, unsere Unterhaltung in der spani⸗ schen Sprache festzuhalten. Auch hierin folgte ich recht gerne, soweit ich es vermochte, und fand hierbei Ursache, mich darüber zu wun⸗ dern, daß mir noch so gar viele Worte und Redensarten der spanischen Sprache in dem Gedächtnis wieder auftauten. Wo ich fehlte, half mir der junge Mann freundlich nach. So dauerte unsere Unterhaltung ziemlich lebhaft bis spät in die Nacht und wurde folgenden Morgens bis zum Augenblick fort⸗ gesetzt, da mein lieber Gast mich höflich dankend verließ mit dem Ausspruch:„Viva Usted mui bien, muchos mil anos!“(Leben Sie sehr wohl viel tausend Jahre!), was ich in gleicher Weise erwiderte mit dem Zusatz: „Vaja Usted von Dios!“(Reisen Sie mit
Gott!) „Ein nicht so freundliches Abkommen fand ich etwas später mit einem andern öster⸗ reichischen Offizier. Es wurde mir zur Ein⸗ quartierung angesagt ein Kapitän und ein Leutnant von den Bianchigrenadieren. Der Kapitän erschien ohne den Leutnant, weil dieser, wie jener erklärte, unterwegs eine Bestimmung anderswohin erhalten hatte. Der Kapitän wurde von mir nach meiner
Art höflich und freundlich empfangen und völlig anständig bewirtet, wobei ich ihm Gesellschaft leistete. Er verhielt sich mürrisch und verdrossen gegen mich Den Grund hier⸗ von erkannte ich aus seinen Aeußerungen über die Leere des Hauses und den Mangel an Hausgeräten. Ich erklärte ihm höllich, daß dies ohne mein Verschulden und nichts weniger als absichtlich so sei Als das keine Aenderung in seinem Verhalten gegen mich bewirkte es vielmehr den Anschein gewann, daß er geneigt sei, in weitere Ungebührlich⸗ keiten überzugehen so erklärte ich sogleich ernst und fest, daß ich recht gut wisse, wie sich das Militär, besonders der Offizier, gegen seine Quartierträger zu benehmen habe, an dessen Seite keine Spur von bösem Willen zu finden; das habe mich lang- jährige Erfahrung gelehrt; denn auch ich hätte nahehin zwei Jahrzehnte beim Militär gedient und wäre seinerzeit auch das ge— wesen, was er sei! Hierauf erwies er sich allerdings sehr höflich und geschmeidig. Ich erachtete es aber für überflüssig, mich weiter mit ihm zu befassen und verschmähte es, nach seinem Namen mich zu erkundigen. Am fol⸗ Senden Morgen zog er ab.
Veoöllig entgegengesetzt benahm sich kurze Zeit nachher in meinem Hause der Haupt⸗ mann von Bülow von der preußischen Garde als ein sehr feingebildeter und überaus artiger Mann. Besonders belobte er meine Frau mehrmals wegen der schmackhaften Speisen, die sie ihm hatte vorsetzen lassen. Mit der Sorge für Bequartierung und Verpflegung der fortdauernd durchziehenden Truppen hatte ich nach meiner Stellung un⸗ mittelbar nichts zu tun, weder an meinem Wohnort, noch in dem Bezirk. Dieses war Obliegenheit des Beamten, der zu Mörfelden wohnte. Indessen hatte ich mich auf den Wunsch meines Amtskollegen gerne bereit erklärt, nach Möglichkeit in der Zeit seiner Abwesenheit seine Stelle zu vertreten.
Die Truppen erschienen meistens in be⸗ sonderen Abteilungen unter eigenem Kom— mando, also unabhängig voneinander, nicht selten mehrere zu gleicher Zeit. Jede Abtei— lung verlangte, mit ihren Anforderungen auf der Stelle befriedigt zu werden. Da dieses von seiten der Ortsbehörde unmöglich war, so hatte es die Folge, daß sich die Truppen ihre Bedürfnisse, besonders an Fou⸗ rage eigenmächtig, teilweise gewaltsam, an— eigneten, wo sie solche finden konnten.
Solchen Unordnungen suchte ich, soviel als möglich, entgegenzuwirken, indem ich mich an die höheren Offiziere, die sich mit ihren Abteilungen jezeitig im Orte befanden, mit der Bitte wandte, es möchte sich der eine oder der andere nach gegenseitigem Einver— nehmen dafür entscheiden, das Kommando in dem Orte insoweit zu übernehmen, daß ohne sein Vorwissen und seine Genehmigung unmittelbar an die Ortsbehörden keine An— forderung, welcher Art sie auch sein möge,
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