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von irgendeiner zur alliierten Armee gehöri⸗ gen Truppenabteilung gemacht werden dürfe.
Ich erinnere mich, daß ich eine solche Bitte an einen bayerischen Major, der sich mit einem Bataillon, und einen österreichi⸗ schen Hauptmann, der mit einer bedeuten Abteilung von Pontonsequipage mit ent⸗ sprechender Mannschaft sich gleichzeitig im
rte befand, unter Darstellung der Dring⸗ lichkeit der Sache zu richten erlaubte. Beide Herren zeigten sich gerne bereit, mir alle mögliche Unterstützung zu gewähren, um weitern Unordnungen zu steuern. Beide nah⸗ men aber Anstand, ein Kommando dieser Art sich anzueignen. Es kam mir dieses keines⸗ wegs unerwartet, da ich wohl wußte, in⸗ wieweit Einigkeit bestehe in der zu einem und demselben Zweck zur Zeit vereinigten deutschen Armee, die sich aus allerlei deut⸗ schen Stämmen zusammensetzte, deren jeder unter besonderer Regierung stand.
Seit Anfang November 1813 war die Gemeinde Langen ohne Unterbrechung mit sehr starker Einquartierung belegt. Täglich rückten neue Truppen zur Einquartierung ein, die teils nach genommenem Nachtlager und erhaltener Verpflegung wieder abzogen, teils aber auch und das war die Regel, bis auf weitere Order liegen blieben. Zeitweise befanden sich in Langen nach einem un⸗ gefähren Ueberschlag an 2000 Pferde und 3000 Mann, Truppen von verschiedenen alliierten Mächten und fast von allen Waffen, vorzüglich aber Artillerie, Train, Pontonsequipage und Kavallerie. Jede Truppengattung hatte ihren eigenen, von jedem andern unabhängigen Kommandanten. Keine Militärbehörde war da, die das ganze leitete und allgemeine Ordnung aufrecht er⸗ hielt. Alle machten ihre Forderungen auf ziemlich tumultuarische Weise und willkür⸗ lich, und da sie meistens von allen Seiten auf einen Zeitpunkt zusammentrafen, so war es bei den der Gemeinde zu Gebote stehenden Hilfsmitteln nicht möglich, jede Forderung alsbald zu befriedigen. Dieses verursachte tausende von Unordnungen und Ausschrei⸗ tungen, die soweit gediehen, daß ohne Um⸗ stände in die Scheunen und Wohnungen ein⸗ gedrungen wurde, um die dort vorhandene Fourage und Lebensmittel wegzunehmen. Am 6. November wurden die unter meiner Obhut stehenden Zehntscheuern zu Langen und Egelsbach von den Truppen gewaltsam erbrochen und ihrer Vorräte an Fourage beraubt.
Ich habe, wie ich es für meine Pflicht hielt, so viel als an mir war, getan, um Ordnung zu erhalten. Ich machte bei mehreren Kom⸗ mandanten die bescheidensten Vorstellungen und bat sie, auf die bedrängte Lage des Orts Rücksicht zu nehmen, und ersuchte sie um Hilfe und Unterstützung. Im Falle aber die Truppenmärsche fortdauern sollten und Langen, wie zu vermuten war, zum
Orte d
schnelle Hilfe erforderlich. Ich gab daher der mir vorgesetzten Behörde, der Hof⸗ kammer in Darmstadt, Nachricht von dem Zustande der Gemeinde und schlug als vor⸗ züglich ine Mittel zur Handhabung der Ordnung und zur Begegnung der Will⸗ kürlichkeiten der einrückenden Truppen vor, einen geeigneten Offizier von dem hessischen Militär als Kommandat von Langen zu bestellen und ihm ein, wenn auch nur gerin⸗ ges Detachement beizugeben und zu be⸗ stimmen, daß ohne sein Vorwissen und vor⸗ herige Legitimierung bei ihm kein Trupp aufgenommen und verpflegt würde.
Am Abend des 8. November kam ein De⸗ tachement von zwölf Mann und einem Offi⸗ zier in Langen an. Es war nicht das, was ich erbeten und erhofft. Indessen machte ich davon den bestmöglichen Gebrauch. Die zum Bezirk gehörigen Orte außer Langen konnte ich damit nicht schützen. Gewalt⸗ same Einbrüche in die fiskalischen Scheunen und Magazine der Orte Egelsbach, Kelster⸗ bach und Ginsheim konnten daher nicht ver⸗ hütet werden.
Im Laufe des meist sehr regnerischen No⸗ vembers wurde am späten Nachmittag eines Tages, da es fast andauernd geregnet hatte, das Einrücken eines sehr zahlreichen Regi⸗ ments ungarischer Husaren durch einen vor⸗ ausgekommenen Rittmeister angekündigt. Einige dabei anwesende Mitglieder des Orts⸗ vorstandes waren, in der Meinung, dem die Einquartierung abwenden zu kön⸗ nen, so unklug, zu äußern, daß an dem Platze gar viele Einwohner an ansteckender Krankheit darnieder lägen. In der Tat waren damals, wie fast in ganz Deutschland, . bei uns ansteckende Krankheiten durch
die Ende 1812 aus Rußland heimkehrenden Truppen ziemlich verbreitet worden, und man suchte sich durch sogenannten Pestessig und sonstige Mittel zu schülben Darum ent⸗ schied sich der Rittmeister sogleich dafür, daß das Regiment biwakieren müsse.
(Fortsetzung folgt.)
Kirchliche Anzeigen. Sonntag, 29. Mai, 1. nach Trinitatis.
In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich e für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Matthäusgemeinde: Pfarrer Mahr.— Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Becker.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde: Pfarrer Becker.
In der Johanneskirche. Vorm. 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Lukasgemeinde: Pfarrer Bechtolsheimer.— Vormittags 9 Uhr, zugleich Militärgottesdienst: Pfarrer Aus⸗ feld.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld.
Verantwortlich: Pfarrer Bechtolshesmer. Druck und Verlag der Brühl'schen Unsversitäts⸗Buch⸗ und Steindruckere R. Lange, Gießen.


