in dichten Dampf gehüllt. Mein erfster Gedanke war, was ist geschehen? Ist der Weltuntergang da und der jüngste Tag hereingebrochen? Der Himmel sei mir gnädig! 1
Doch plötzlich durchzuckte mich eine dunkle Ahnung. Mit allen Kräften suchte ich mich aus Schutt und Trümmern zu befreien, was mir nur mit vieler Mühe gelang. Ich raffte mich auf, lief um die Ecke zur Ein⸗ gangstür des Magazins und fand dieselbe trotz ihrer massiven Eisenkonstruktion ein⸗ gedrückt, vor dem Eingange lag ein Haufen Balken, von dem zertrümmerten Dache her⸗ rührend, aus denen Feuer fast mannshoch emporschlug. Ich riß dieselben schnell aus⸗ einander, suchte die Tür freizumachen, lief zum Bassin, das im Innern des Magazins war, ergriff die Löschkörbe und trug Wasser herbei, um die brennenden Balken zu löschen, was mir auch gelang. St. Bonifazius war gerettet.
Nun schnell zur nächsten Bastion St. Nikolaus. Auch hier fand ich die Eisentür eingedrückt, um im Vorraume des eigent⸗ lichen Pulverkellers, in dem tausende Zent⸗ ner Schießpulver und Sprengstoffe und ge⸗ füllte Bomben aufbewahrt waren, die dort lagernden Feuerballen in vollem Brande.
Nun schnell Rettung, sonst ist alles ver⸗ loren! Die zunächststehenden Eisengeräte und Haken wurden ergriffen und die brennenden Balken damit ins Freie geschleppt, es war das Werk einiger Minuten. Nun wieder zu St. Bonifazius zurück, dann zu St. Martin. Doch welch ein Anblick! St,. Martin war wie abgestorben, an seiner Stelle eine tiefe schwarze Grube, von den Mauern war keine Spur zu finden; ringsumher, soweit das Auge in der Dunkelheit sehen konnte, war Baum und Strauch vernichtet, der Park wie wegrasiert, die Häuser der Vorstadt in Trümmern. Nun erst wurde mir die Situa⸗ tion klar, St. Martin war in die Luft ge⸗ gangen! 5
Es war 4 Uhr morgens, ein dichter Schneefall deckte die ganze Unglücksstätte mit einem weißen Leichentuche zu, als ich von einer Patrouille aufgefunden und ab⸗ gelöst wurde. Jetzt erfuhr ich erst, wie entsetzlich das Unglück gewirtschaftet. 36 Mann Wache waren vernichtet, viele Men⸗ schen lagen unter den Trümmern ihrer Häuser begraben. Ich allein war von den Wachkameraden übriggeblieben, da ich mich auf der von der Unglücksstätte abgewendeten Seite von St. Bonifazius befand und dessen Riesenmauern mich vor dem Tode bewahrt
hatten. *
In dem Artikel„Beim deutschen Beskiden⸗ tops“(Nr. 11 unseres Blattes) findet sich ein Truckfehler, der zu Mißverständnissen Anlaß geben kann. Es heißt da gleich im Ansang:„Fürst Bismarcks 100. Geburts⸗ tag. Sein Lebenswerk ist es, daß das
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deutsche Volk heute verteidigt.“ Es muß heißen:„Sein Lebenswerk ist es, das das deutsche Volk heute verteidigt.“
Uirchliche Anzeigen. Sonntag den 20. März. Palmarum. Landes⸗Buß⸗ und Bettag. Kollekte für evangelische Gemeinden in der Diaspora.
In der Stadtkirche. Vormittags 9/ Uhr: Pfarrer Mahr.— Vormittags uhr Kinderkirche für die Matthäusgemeinde: Pfarrer Mahr.— Abends 6 Uhr: Pfarrer Becker.
In der Johanneskirche. Vorm. 9½ Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde: Pfarrer Bechtolsheimer.— Abends 6 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für Lukas⸗ und Jo⸗ hannesgemeinde.
Gründonnerstag, den 24. März.
In der Stadtkirche. Vormittags 9⅛ Uhr: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden aus der Markusgemeinde: Pfarrer Becker.— Abends 6 Uhr: Pfarrer Mahr. Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für Mat⸗ thäus- und Markusgemeinde.
In der Johannes irche. Abends 7¾ Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für Lukas⸗ und Johannesgemeinde.
Karfreitag, den 25. März.
In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Becker. Beichte und Feier des hei⸗ ligen Abendmahls für Matthäus- und Mar⸗ kusgemeinde. Vormittags 11¼ Uhr: Kinderkirche für Matthäus⸗ und Markus⸗ gemeinde gemeinsam: Pfarrer Becker.— Abends 6 Uhr: Liturgischer Gottesdienst: Pfarrer Mahr.
In der Johanneskirche. Vorm. 9⅛ Uhr: Pfarrer Nusfeld. Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für Lukas⸗ und Jo⸗ hannesgemeinde.— Vormittags 11¼ Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld.— Abends 6 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.
Evangelischer Arbeiterverein.
Sonntag den 20. März(Palmsonntag), morgens 9¼ Uhr: Gemeinschastlicher Kirch⸗ gang, Johanneskirche.
Wartburg⸗ Verein.
Sonntag den 20. März(Palmsonntag), morgens 9½ Uhr: Gemeinschastlicher Kirch⸗ gang, Stadtkirche. Abends 8 Uhr im Mar⸗ kussaal, Kirchstr. 9: Familienabend(Licht⸗ bildervortrag von Pfarrer Ausfeld); musika⸗ lische Darbietungen. Mitglieder erhalten Freikarten. Eintritt für 0 der Mitglieder 50 Pf. Nichtmitglieder 2 Mk.
Verantwortlich: Pfarrer Bechtols heimer. Pruck und Derlag der Brühl'schen Untversstãts- Buch⸗ und Steilndruckerel R. Lange, Gießen


