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Mustert man des Tisches Bürde; Jeder nimmt, was ihm gehört,
Und das nennt man dann„beschert“. Seht die Mutter, wie voll Freud Sie befühlt das neue Kleid,
Während Vater mit Behagen Hosenträger, Schlips und Kragen Als was Extraschönes preist
Und dabei in seinem Geist Ueberlegt, daß diese Sachen
Heut besondre Freude machen,
Weil man diese ihm(hört hört!)
40 Jahr lang schon beschert.
Und der Kinder muntre Meute Schwimmt in einem Meer voll Freude. Alles krabbelt, alles zappelt,
Alles schreit und lacht und babbelt, Und wie schön berührt es jeden, Wenn der Klang der Blechtrompeten, Die gesetzlich sonst verpönt,
Alles andere übertönt.
Säge, Sägbock, Kaufmannsladen, Puppenküche, Herd zum Braten, Schockelgaul, Helm und Gewehr, Hessenländer, Teddibär,
Eisenbahnen und Soldaten, Kurzum, was das Herz begehrt,
Hat das Christkind heut beschert.
Und nun fängt das Spielen an, Jeder spielt, so viel er kann;
Dieser schießt mit dem Gewehr, Jener ißt den Laden leer,
Und der Dritte mit Gefühle
Säget ab das Bein der Stühle.
Und die Eisenbahner rasseln,
In dem Herd fängts an zu prasseln, Und es fällt die Weihnachtsluft Allgemein in Weihnachtsduft,
Der die Nerven über Nacht
Schlapp und ganz gefühllos macht. Endlich fängt das Marzipan
Bei dem Hans zu wirken an,
Und die Mutter mit Empörung Ruft:„Da ham mer die Bescherung!“ Vater trinkt schnell seinen Rest
Und dann heißt's:„Sofort ins Nest!“ Um auf den Patentmatratzen Auszuruh'n von den Strapazen; Seufzend denkt man dabei bloß, Morgen geht's von neuem los!
Doch auch dieser letzte Kummer
Ward verscheuchet durch den Schlummer.
Erwähnt sei noch, daß es bei einer ganzen Reihe von Familien üblich war, als Paten⸗ geschenk zu Weihnachten einen silbernen Löffel zu geben. Da aber die Kinder hieran begreiflicherweise nur wenig Freude hatten, wurde noch eine Botanisierbüchse, ein Lotto, Dambrett, Gänse⸗ oder Glocke⸗ und Hammerspiel beigefügt, manchmal auch eine Uhrkette, zu welcher sich aber der Empfänger
die Uhr denken mußte. Das tat aber dem
Stolz, die Kette zu besitzen, keinen Abtrag. Sie wurde angehängt und am leeren Ende in der Westentasche irgendwie verankert.
Die Weihnachtsspielzeit nahm mit de Neujahrsnacht ihr Ende. (Fortsetzung folgt.)
Beim deutschen Beskidenkorps. 2. Die Kämpfe um Przemysl.
Aus dem Kriegstagebuch des Hauptmanns der Res. a. D. Landgerichtsrat Trümpert in Gießen.
(Fortsetzung und Schluß.)
Um 10 Uhr abends Abmarsch der Abtei⸗ lung. Vorher hatte ich mich noch ein Stünd⸗ chen in unserer Hütte hingelegt, ohne aber schlasßen zu können. Dann zu Pferd und Marsch bei sternenklarem Himmel. Da aber kein Mond scheint, ist es doch düster. An der Spitze der drei Batterien— die 7. marschiert für sich— reiten mit Haupt⸗ mann von Hirschberg die drei Batterie⸗ führer. Wie Diebe bei der Nacht bewegen die Truppen sich lautlos vorwärts. Es ist etwas Imponierendes. Nachmittags wird der Be⸗ fehl gegeben, morgen bei Tagesanbruch steht die Division da und da. Die Regiments⸗, Bataillons- und Abteilungsführer erkunden Stellungen und Wege. Bei Dunkelheit setzen sich alle Truppen in Bewegung und sind trotz der großen Schwierigkeit, in der Nacht in fremdem Gelände einen vor dem Er⸗ kunden nur einmal zurückgelegten Weg wieder zu finden, zur befohlenen Zeit an der befohlenen Stelle. Die Führer und die höheren Stäbe können beruhigt schlafen; sie wissen, was befohlen wird, wird richtig ausgeführt. Am Morgen bringt sie das Aut
in die neue Stellung.
Unser Weg führt uns etwa eine Stunde lang durch einen dichten dunklen Weg. Die Zweige des Unterholzes schlagen einem in das Gesicht. Immer wieder flammen für Augenblicke elektrische Taschenlampen auf. In Balice kommen wir an einem Schloß mit großem Teich vorüber, wo unzählige Frösche einen ohrenbetäubenden Lärm vor⸗ führen. Oft gilt es, Schützengräben zu umgehen. Im Dunkeln bekomme ich, wäh⸗ rend die Batterie weiter hinten halten ge⸗ blieben ist, meine Stellung angewiesen. Es ist inzwischen 2 Uhr geworden, der Him⸗ mel hat sich bewölkt. Ich lege mich, in eine Zeltbahn eingeschlagen, als Kopfkissen die vollgefüllte Satteltasche benutzend, auf einen Acker und ruhe, bis gegen 3 Uhr die Batterie ankommt. Am Waldesrand stehen die Wagen geflüchteter Einwohner, die auch auf der Erde schlafen. Die Batterie rückt zwischen zwei Wäldern in die angewiesene Stellung, bei den Geschützen werden Deckungsgräben ausgehoben und Bäume eingepflanzt, damit die feindlichen Flieger die Stellung nicht erkennen. Ein Geschütz wird weiter rück⸗ wärts als Fliegerabwehrgeschütz aufgebaut. Am Waldrand vorgeschoben lasse ich meine Beobachtungsstelle einbauen. Der Versuch, noch ein wenig zu schlafen, wird durch un⸗
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