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schluß von Süddeutschland an den preußi⸗ schen Bund, wenn auch Preußen jetzt nicht darauf eingehen zu wollen scheint, natur⸗ gemäß in den ersten Jahren erfolgen muß, so wollen wir diesen Ausgang des jammer⸗ vollen Krieges, wodurch nach dem Abgang von Oesterreich Deutschland so viel wie möglich stark dem Ausland gegenüber or⸗ ganisiert wird, mit Freuden begrüßen und von Herzen wünschen, daß die Veränderung unserem großen Vaterlande zum Heil ge⸗ reiche.— Ueber das, was in Gießen ge⸗ schieht, möchte ich gar gerne Nachricht haben, da die Zeitungen hierüber wenig enthalten, und es hätte auch gar keinen Anstand, mir hierüber zu schreiben, da mir alle Briefe verschlossen eingehändigt werden; indessen bitte ich Dich doch, mir hierüber nichts zu schreiben, damit das Vertrauen, welches der Herr Oberst in mich setzt, nicht im ge⸗ ringsten getäuscht wird. Hoffentlich kann ich bald alles mündlich hören.
Das Vorgehen des Zivilkommissärs be⸗ züglich des Stempels“), eine entschiedene Verletzung der Gesetze, und bezüglich der Wahlen zum Parlament, ist so auffallend, daß ich zuweilen die Nachricht von dem Verbleiben Oberhessens beim Großherzog— tum nicht glauben kann; welchen Zweck haben diese Gewaltstreiche, wenn in we⸗ nigen Tagen das Regiment des Zivil⸗ kommissärs zu Ende ist? Nun, die nächsten Tage müssen ja die Entscheidung bringen und mit ihr meine Freiheit.
Der Vater schickt mir von Darmstadt regelmäßig die„Darmstädter Zeitung“ und die„Hessischen Volksblätter“, und hier sehe ich ziemlich regelmäßig die„Kölner Zei⸗ tung“, so daß ich mit den politischen Er⸗ eignissen bekannt bleibe. Die letzte Nummer der„Hessischen Volksblätter“ enthält von Gießen aus bezüglich meiner Person eine falsche Nachricht, die mir deshalb unange⸗ nehm ist, weil die Preußen annehmen müssen, ich hätte diese falsche Nachricht ver⸗ anlaßt. Am 11. August kam ich her und war nie in mein Zimmer interniert, son⸗ dern hatte alsbald die Befugnis, mich inner⸗ halb der Zitadelle frei zu bewegen; auf meinen Protest bei dem Kommandanten, daß ich die einem Kriegsgefangenen zu⸗ kommenden Freiheiten beanspruche, erhielt ich schon vom 15. August an die Erlaubnis, mich innerhalb der Stadt und der Festungs⸗ werke ungehindert zu bewegen, selbst mir, wenn ich wolle, eine Privatwohnung in der Stadt zu mieten, welch letzteres ich nicht getan habe. Ich muß überhaupt anerkennen, daß, wenn auch die Maßregel meiner Ge⸗ fangennehmung und Gefangenhaltung als ein reiner Gewaltakt, der gegen Recht und
) Verordnung vom 11. August 1866, Re⸗
gierungsblatt für das Landgraftum Hessen usw. Nr. 2.
Gesetz verstößt, erscheint, doch die Aus⸗ führung der Maßregel so mild und human wie möglich erfolgt...
(Fortsetzung folgt.)
Kirchliche Anzeigen.
Sonntag, 16. Oktober, 21. nach Trinitatis. Erntedankfest.
Kollekte zur Beschaffung neuer Orgelpfeifen.
In der Stadtkirche. Vormittags 9½% Uhr: Pfarrer Becker.— Vorm. 11 Uhr: Kinder⸗ kirche für die Markusgemeinde: Pfarrer Becker.— Abends 6 Uhr: Pfarrer Mahr. Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für Matthäus⸗ und Markusgemeinde.— Dienstag den 18. Oktober nachm. 4 Uhr: Frauenmissionsverein.
In der Johanneskirche. Vorm. 9½ Uhr. zugleich Militärgottesdienst: Pfarrer Aus⸗ feld.— Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld.— Abends 6 Uhr: Pfr. Bechtolsheimer. Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für Lukas⸗ und Johannesgemeinde.— Abends 7¼ Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Johannesgemeinde im Johannessaal.— Montag den 17. Ok.⸗ tober, abends 7 Uhr: Jugendvereinigung der Lukasgemeinde(männliche Abteilung).
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Evang. Arbeiterverein.
Sonntag, den 16. Oktober(Erntedankfest), morgens 9½ Uhr, gemeinsamer Kirchgang (Stadtkirche). Sonntag, den 23. Oktober, s. Wartburg⸗Verein. Eintrittskarten zur Ausstellung über Bekämpfung von Ge⸗ schlechtskrankheiten(Aula, 16.— 23. Okt.) zu 1.50 Mk. bei Herrn Weller. Besuch der Volkshochschule wird empfohlen. Angemeldet: Oberwärter Heinrich Rühl.
Wartburgverein.
Sonntag, den 16. Oktober, morgens 9½ Uhr: Kirchgang(Stadtkirche).— Für die Faustballabteilung, nachmittags: Faustball⸗ wettspiel in Marburg. Abends 8 Uhr im Heim: Kartenausgabe und Bekannt⸗ machung betr. Stiftungsfest und Vortrag (Pfarrer Becker).
Sonntag, den 23. Oktober. 34. Stif⸗ tungsfest. Morgens 9¼ Uhr: Gemein⸗ schaftlicher Kirchgang(Stadtkirche). Abends: Familienabend in der Turnhalle (Steinstraße), zum Besten unseres Heims. Eintrittspreis für Mitglieder und deren An⸗ gehörigen 3 Mk. Kartenausgabe im Heim und Musikhaus Busch, Kirchenplatz, gegen Vorzeigen der letzten Quittungskarte.
Herantwortlsch: Pfarrer Bechtolshesmer. Druck und Verlag der Brühl'schen Unwersstãts-Buch⸗ und Steindrucke ren R. Lange, Gießen


