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Arbeiten geboten und die Ueberzeugung ge⸗ Classicus(Lehrer gnädigst vociert wurde. stärlt zu haben, daß nichts versäumt wurde, Da er dann seine Inaugural Disputation, um das Los der Gefangenen in Deutsch- specimen eloquentiae sacrae in sermone land so erträglich zu machen, wie es in Paulli materna pietate concitati, genandt unseren Kräften stand. unter jeiner Hochwürden Herrn Dr. und
5 Superintendent Be iner gehal en, darauf ihn Geschichten und Bilder aus Alt⸗Gießen. 173) von hiesiger Löbl. Philosophischen Fa-
2 Kein i cultaet nebst zwölf anderen Candi a en die 28. Der Lebenslauf eines Gie de Magister⸗Würde ertheilet wurde. Beh öffent⸗
ner Pfarrers aus dem 18. Jahr⸗ lichen actibus disputatoriis hat er sich öfters hundert. 1 so wohl opponendo alß respondendo zum Früher war es allgemein üblich, daß bei Vergnügen des auditorii hören lassen; wie Beerdigungen der vom Pfarrer versaßte er dann auch alz Ihro Hochwürden Herr Lebenslauf des Verstorbenen verlesen wurde. Superint.: Benner Doctor Theologiae Das ist eine Sitte die in Landgemeinden wurde die Ehre hatte, unter Selbigem die wohl jetzt noch besteht. Wir veröffentlichen Inaugural-disutation zu defendieren. Anno hier den Lebenslauf des im Jahre 1753 1744 wurde er gnädigst vociert zum zwey— verstorbenen Gießener Pfarrers Eberwein. ten Prediger an hiefiger Burgkirche, bei Das interes ante Schriftstü wurde uns zur welcher Stelle er sowohl als am Paeda- Einverleibung ir das Archiv der e angeli⸗ gogzio Gott und dem Nächsten treulich zu schen Kirche Gießen von Herrn Professor dienen gesucht, worüber auch seine Herrn Dr. Ebel, dem wir auch an diefer Stelle Vorgesetzte ein vollkommenes Wohlgefallen Dank sagen, übergeben. bezeuget, und jetzt erwehn ter Dr. und Su⸗ . perint. Benner 3 biß an sein Ende be⸗
8 a sonders wehrt gehalten hat. Personalia. a 5 Daß hernach sein nunmehr in Gott Zum Lebenslauf des seelig verstorbenen ruhender Herr Amtszantecessor von dem Herrn Definitoris(Mitglied der Prüfungs- Höchsten mit Krankheik beleget wurde, so kommission) und ersten Stadt⸗ und Burg- daß selbiger die mehrste Zeit sein Amt nicht pfarrers allhier, Johann Conra) Eber verrichten konnte, so wurde ihm gnädigst weins, anla igend: so ist Derselbe auf befohlen, denselben auf alle Art und Weiße diese mühsee tige Welt gebohren Anno 1707 zu assistieren. welches er auch ohnentgelt⸗ den 22ten January. Sein seeliger Vatter lich mit willigster Auffetzung seiner Zeit und war Herr Johann Christoph Ebe wein, ge⸗ Kräfte ziemlich lang praestiert hat. Wie er wesener Professor Philos. ordin,: Paedago- übrigens so wohl diese als seine nachherige giarcha(Director des Gymna i ims), wie Fundtiones(Aemter' geführet, davon ist auch Burgprediger allhier in Giezen. Die auch die es ein Zeugnis daz, als die Pre⸗ Mutter. Frau Helena Christina, eine ge- diger Stelle an der S adtlirche erledigt bohrene Heltebrandten. wurde ein hiesig wohlweiser Rath ihn da⸗ So bald dieße Gottseelige Elbsern ein so mals aus besonderen Vertrauen bemerkte. theures Geschenk von Gott empfangen, ele⸗ Weil aber der oberste Hirte seiner Ge— ten sie dasserbe Seinem Erlöser Jesu Christo meinde auf Erden⸗ gantz was anderes be— durch das Bad der Wiedergeburt, die heilige schlossen, so geschah es, daß 1750 derselbe Taufe einzuverleiben, welches dann ge⸗ zum Nachfolger seines seelig verstorbenen schehen am Tag seiner Geburt. Die Tauf⸗ H. Antecessoris des Herrn Assessor Schel⸗ zeugen waren 1. Herr Johann Conrad lings, so wohl im definitorio als Predigt Scipio. Raths Schöff und Apotheker all⸗ Amt an beyden Kirchen gnädigst berufen hier, 2. Frau Anna Margaretha, Herrn wurde. Welche letztere Aem der er dann mit Dr. Eberts, Chur Mayntzisch gewesenen aller Wachsamkeit Treue un unermüd ichen Leib⸗Medici hinterlassene Wit ib, welche ihm Fleiß bey Tag und Nacht wie Staltkundig, den Namen Jo! ann Conrad beygeleget. An und wie die allgemeine Wehmuth über sein einer sorgfä'tigen und Got kes ürch ien Er⸗ frühes Ableben genugsam bezeuget, vor⸗
ziehung haben es seine besagte liebe Eltern gestanden.
nicht ermangeln lassen, wie sie ihn dann In den Ehestaud hat er sich begeben Anno frühzeitig zur Schule angehalten so daß er 1734. mit der Tugend belob'en damaligen schon im zehnten Jahre seines Alter in das Jungfer, jetzo aber sehr betrübten und ge— hiesige Fürstl. Paedagoglum illustre Gym- beugten Wittib Susanna Maadalena, des nasium) konnte gebracht werden. Im 15. weyl. Hochwürdigen H. Mag. Jol ann Phi- Jahr wurde er stu liozus. Er adplicirte lipp Listen, gewesenen Metropolitani( Dekan) (widmete) sich mit großem Fleiß auf die zu Kirtorf. hinterlassene ejeliche Tochter, Philologie, Philosophie und Theologie auf in welcher neunze njährig vergnüsten(— zu⸗ hie iger weltbekannter und berühm er Uni- friedenen), obwohl mit beständigem Hauß— versität und brachte es durch seine Ge- Creutz heimgesuchten Ehe erzielet worden. lehrsamke't und aute Aufsühreng dahin, daß 9 Kinder, davon noch 4 Söhne und 2 Töch⸗ er in seinem 27ten Jahr an das hiesige ter, so lang es dem großen Gott gefällig, Hochfürstl. Paedagogium als Praeceptor im Leben, 3 Söhne aber dem seeligen


