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Gaugasse,
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an der Stephanskirche vorüber nach dem mir wohl bekannten Hause auf der Höhe schritt. Oft saßen wir einen ganzen Nachmittag im ruhigen Gespräche beisam⸗ men, oft aber auch machte ich mit Johanna
einen Spaziergang. Im Sommer gingen wir besonders gern am Rheinufer auf u ab und sahen, wie die großen Dampfer, die von Bingen kamen, an den Landungsbrücken anlegten. An Herbst- und Wintertagen gingen wir durch die Hauptstraßen der Stadt und sahen uns die Schaufenster an. Ich hatte Mitgesellen, die jeden Sonntag mit ihren Bräuten dahin gingen, wo Tanzmusik war, nach Zahlbach, nach Kastel, nach Kostheim. Nach diesen Vergnügungen trugen wir kein Verlangen, wir waren auch ohne Tanzmusik und ohne Karneval froh und zufrieden, und ein Jahr verging uns im Fluge.
Glücklich war für uns diese Zeit auch des⸗ halb, weil sie mit lockenden Zukunftsplänen plänen ausgefüllt war. Ich hatte mittler⸗ weile den Entschluß gefaßt, in Mainz selbst, wenn auch natürlich in kleinem Maßstabe, mein Geschäft anzufangen. Kundschaft hoffte ich zu bekommen; denn mein Meister bekam in der Regel so viele Bestellungen, daß er nicht alle ausführen konnte. Er versprach, mir Kunden zuzuweisen. Ich hatte im Lauf der Zeit Geld gespart, auch Johanna hatte bei der Sparkasse eine hofften wir, daß es gehen werde. Sehr be⸗ schöfstigten uns die Gedanken an den späte⸗ ren Hausrat. Es verstand sich von daß wir unser Mobiliar nicht in irgendeinem Magazin kaufen würden, sondern ich selbst wollte alles anfertigen. Der Spezereihändler, in dessen Haus Johanna mit ihrer Mutter wohnte, hatte hinter seinem Hause einen kleinen Hof, der von einem Schuppen be⸗ grenzt wurde. Da dieser Schuppen leer stand, so mietete ich ihn für billiges Geld und vichtete ihn zu einer Werkstatt ein. An der Rückseite hatte der Schuppen ein Fenster, von dem man nach den Wällen und nach dem Martinsturm sehen konnte. Nun ging dort in den Abendstunden ein Sägen, Häm⸗ mern und Klopfen los. Wenn ich auch von der Tagesarbeit noch so müde war, so ging ich doch immer mit neuem Eifer an die Ar⸗ beit in der eigenen Werkstatt. Ich sang und pfiff, wenn ich die Bretter zusammenfügte und mit Leim hantierte, und nahm alle meine Kunst zusammen, um uns eine schöne Wohnungseinrichtung herzurichten. Johanna
war fast immer zugegen. Einmal wollte sie
mithelfen, schlug sich aber mit dem Hammer auf die Finger, da ließ sie lachend von der Arbeit ab. War der Abend schön, so standen vir oft Hand in Hand am Fenster des Schuppens, schauten nach dem Martinsturm und sahen, wie der Posten einsam auf und ab wanderte. Johanna war in diesen Abend⸗ stunden auch nicht müßig, sie nähte fleißig an ihrer Ausstattung.
(Fortsetzung folgt.)
kleine Einlage, so
selbst,
Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 13. Februar. Invokavit. In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr:
Pfarrer Becker.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde:
nd Pfarrer Becker.— Abends 6 Uhr: Pfarrer
Mahr.— Montag den 14. Februar, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde. — Dienstag den 15. Februar, nachmittags 4 Uhr: Frauenmissionsverein.— Donners⸗ tag den 17. Februar, abends 8 Uhr: Ver⸗ einigung der konfirmierten weiblichen Ju⸗ gend der Matthäusgemeinde.
In der Johanneskirche. Vorm. 9¼ Uhr: Pfarrer Ausfeld.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld.— Abends 6 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.— Abends 8 Uhr: Ver⸗ einigung der konfirmierten männlichen Ju⸗ gend der Johannesgemeinde.— Montag den 14. Februar, abends ¼8 Uhr: Ver⸗ einigung der konfirmierten männlichen Ju⸗ gend der Lukasgemeinde.— Mittwoch den 16. Februar, abends 6 Uhr: Passions⸗ gottesdienst: Pfarrer Ausfeld.— Donners⸗ tag den 17. Februar, abends 8 Uhr im Johannessaal: Vortrag von Med.-Rat Dr. Walger über: Evangelium und Kommunis⸗
mus(Männervereinigung der Johannes⸗ gemeinde).
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Evang. Arbeiter verein.
Samstag den 12. Februar, abends 8/ Uhr, im Gewerbehaus, Kirchstraße: Jahres⸗ versammlung. Tagesordnung: 1. Jahres⸗ bericht; 2. Rechnungsablage; 3. Wahlen; 4. Satzungsänderung(Beitragserhöhung usw.); 5. Arbeitsgemeinschaft Hess. Vereine; 6. Verschiedenes.— Sonntag den 20. Febr. Vortragsabend; Karten zum„Meineid⸗ bauer“ bei Challier und den bekannten Mit⸗ gliedern.
Wartburg⸗Verein. Sonntag den 13. Februar, abends 8 Uhr, im Markussaal, Kirchstraße 9: Familien⸗ abend. Mufsikalische Darbietungen, Solis und Vortrag: Eine Wanderung durch das Bergische Land mit Lichtbildern. Eintritt für Mitglieder und deren Angehörige sowie eingeladene Gäste pro Person 50 Pfennig. Nichtmitglieder 2 Mk. Ausgabe der Ein⸗ trittskarten für Mitglieder und deren An⸗ gehörige an jedem Vereinsabend; für Nicht⸗ mitglieder im Musikhaus Busch, Kirchen⸗ platz.— Donnerstag den 17. Februar, S9 Uhr: Vortrag: Kolbe sen. 9—9½: Bibelbesprechung: Pfarrer Becker.— Sonn⸗ tag den 20. Februar, abends 8 Uhr, im Heim, Diezstraße 15: Mitgliederversamm⸗ lung. Tagesordnung: 1. Mitteilungen; 2. Vorstandswahl; 3. Programm für den Monat März. Vollzähliges Erscheinen, be⸗ sonders der älteren Abteilung, unbedingt erforderlich.
Berantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buch⸗ und Steindruckerei N Lange, Gießen.
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