Nr. 306
JJeuc Tageszeitung. Tonnersrag, otn an. Dezember iai«
»ule noch munter und die nächste Sekunde schon gctrossen und tot sein. Wir alle hassen, daß dieser Krieg einmal ein Ende nehmen und doch sind die Aussichten dazu schlechte und es kann noch recht lange dauern. Nie hätte ich gedacht, daß ich in meinem Alter das alles noch einmal sehen und mitmachen mutz. Den Trost aber habe ich jetzt schon, dotz Ihr alle und auch meine Frau all' das Elend, das der Krieg in einem Lande verursacht, nicht selbst sehen und was noch schlimmer wäre, suhlen mutztet. Haus und Hof werden dem Erdboden gleichgemacht und Hab und Gut gehen verloren. Es ist einsach schrecklich, mitanzn- schcn. wie die Frauen mit den kleinen Kindern bei der Kälte o»f der Straße stehen. Wenn man hier so drautzcn ist. da kann man nick« verstehen, datz in den Zeitungen Konzert. Theater und Belustigungen angczcigt werden, man sollte sich doch tchämen. Solche Leute, die so was aussuchcn. mutzten einmal lnrrbergcbracht werden, dann vergingen ihnen diese Gedanke». Jetzt haben wir noch einige Tage, dann ist Weihnachten, die wir leider hier seieru müsien. Ich wünsche Euch deshalb recht iröhliche Weihnachten und Hesse, datz wir zu Ostern nicht mehr hier find.
llntcr herzl. Ersitzen verbleibe ich
Euer Sohn Wilhelm.
' v lale ’lrfistrfitifrrifn an
Die vorwiegend industriellen Kreisen nahestehende ,.D. 'ollewirtschastliche Correnspondcnz" schreibt:
..Bon sachkundiger Seite »st berechnet worden, datz die entsche Landwirtschaft mit 2b bis 33 v. f>. ihres Geiamtbe- daries an Krastsuttermittcln für den Vichstapcl aus ausländische Zusuhren angewiesen ist. Ihr Wert ist aus 800—1000 Will. Mark zu bewerten, je nach dem Ausfall der heimischen Futterernte. Hauptlieferant für unsere Krastsuttcrmittel war Rußland. das im Jahre 1813 allein für 326,3 Will. M. Gerste, für 60 Mill Mk. Kleie, für 33 Mill. Mk. Saser sowie für 36 Mill. Mk. Erbsen, Mais und Leinsaat lieferte. Reben Nutzland kamen als Futtcrmittellieseranten noch die Vereinigten Staaten von Amerika mit annähernd 100 Mill. Mk., Arg.-n- tinien mit mehr als 200 Mill. Mk.. Britisch-Indien mit 7b Mill. Mk. und Rumänien mit 26 Mill. Mk. wesentlich in Betracht. Die Zusuhr an Futternritteln ist also nach Lage der Verhältnisse so gut wie gesperrt. Zn welcher schamlosen Weise die Spekulation die Notlage unserer viehzüchtenden Bauern ausgebcutet hat. möge folgende kurze Zusammenstellung erweisen; an der Hamburger Produktenbörse betrug der Preis für 1 Tonne in Mark:
Kurz vor Aus
Ende Rovemb.
Mitte De,.
bruch d. Kttegs
1914
1814
Weizenkleie
83
175
186
Roggentleie
103
180
180
Rapskuchen
117
183
196
Leinkuchen
143
237
251
Erdnußtuchen
163
235
261
Soyaluchen
147
226
235
Dazu lommc» die Preissteigerungen für Hafer und Gerste, denen durch die Hüchstpreisvorschristen der Reichsrcgierung bis zu einem gewitzen Erade Einhalt geboten worden ist, und zwar mit dem Erfolge, datz Futtcrgcrste fast völlig von den vssenen Märkte» verschwunden ist. Soweit die selbftgeerntete Gerste nicht für den eigenen Futierbedars beansprucht wird, kommt sie vermischt oder unverniischt als Braugerste zum Verkauf. Es liegt auf der Hand, datz unsere oiehzüchtenüen Bauern angesichts der horrenden Preistreibereien den Zukauf von Kraftfutter auf das geringste Matz beschränken und es vorziehen, die Viehbestände soweit einzuschränken, bis sie vom Futtermittelmarkt völlig unabhängig sind. Man kann ihnen unmöglich zumuten, datz sic mit dem Risiko der Züchtung auch noch schwere materielle Opfer übernehmen. Denn es ist ganz ausgeschlossen, datz ihnen durch oic Bichpreise ein völliger Ersatz der Produktionskosten in Aussicht gestellt wird. Die eingangs angeführten Ziffern lassen erkennen, welchen trüben Zeiten unser- Fleischversorgung entgegensteuert. Und mit dem beträchtlichen Rückgänge der Viehzucht ist letzten Endes auch eine empsindliche Einbuße uns-rer Getreideernten verknüpft. Darin liegt eine große Gefahr für unser Wirtschaftsleben, die zum erheblichen Teile durch die wüsten Preistreibereien am Futtermittelmarkt- hcrausbeschworcu wird."
Don Seiten des Bundes der Landwirte ist oft und dringend auf diese große unserem Wirtschaftsleben drohende Gefahr hingewiesen, leider noch nicht mit durchschlagendem Erfolg. Wenn auch die neuerdings für den Kleieoerkauf cingc- fiihrtcn Verkaussbcstimmungen eine kleine Betzerung mit sich bringe» werden, so bleibt doch immer noch sehr viel zu wünschen übrig. Die unleidlichen Verhältnitze aus dem Futtcr- mittelmarkt haben z. B. auch den Vorstand der Landwirt- schastskammer in Wiesbaden zu dem folgenden Antrag verrn- latzt:
1. Festsetzung von wirtschaftlich richtigen Berbrauchshöchst- prciscn für alle käuslichcn Futtermittel und eines Licfcrungs- zwanges für die Wüblen und Händler.
2. Ucbcrgabe aller aus den besetzten Gebieten des feindlichen Auslandes hcreiiigebrachtcn Futtermittel an die Land- wtrtfchaslskammcrn zur Weitergabe an die Landwirte ihrer Bezirke.
Bis zur Regelung der Frage der Beschaffung von Futtermitteln cmpsiehlt der Vorstand sorgfältigste Feststellung tes verfügbaren Bestandes an Kartoffeln vor der zwangsweisen Beitreibung, da den Landwirten, wenn sie keine anderen Futtermittel bekommen könnte», nichts anderes übrig bleibe, als Kartofscl» in noch größeren Mengen als bisher zu verfüttern.
jDrr Krieg un) die GrMiihIkn.
Der Wochenschrift zur Förderung des deutschen Mühlenge- werbcs: „Die Mühle" wird von einem Klcinmüllcr geschrieben:
Allgemein hört man von den Grotzmühlen die Klage, datz nicht genügend Getreide eingehe und die Mühlen schon jetzt oder in kurzer Zeit wegen Gctreidemangels stillgelegt weiden Mützen. Ob dies tatsächlich der Fall ist, wäre zu untersuchen.
Es mag hier und da vorlommen. allgemein aber woh! nicht. Bcrgetzen wir nicht, datz erst der Dezember begonnen hat. Zu dieser Zeit kommt auch in anderen Jahren noch nicht viel Getreide auf den Marlt, denn die Feldarbeit ist noch lange nicht beendet, besonders in diesem Jahre, wo die Arbeiten ch durch die mangelhaften und verminderten Pferdcbeftande doch etwas verzögert haben dürften. Zwar hatten wir jetzt ein paar Frost- toge, diese wurden aber zum Dungsahren und andere» Fuhren verwendet. Sollte wieder Tavwetter erntreten. dann wird die Feldarbeit sicher sosor! wieder ausgenommen. Gedroschen kann immer nur das Notwendigste werden. Hier am Orte ist auch dieses Jahr kaum weniger Getreide angrboten als sonst, obgleich die Ernte nicht so gut ausgesallen ist, wie in den letzten Jahren. Die Grotzmühlen. die sonst inländische Ware kaum beachten, da sie sich genügend mit Auslandrware versehe» können, verlangen nun aus einmal die ganze Inlandsware kür sich. Der Kleinmüller, der bisher stets Abnehmer der Landwirtwar, wird auch dieses Zahr laum über Mangel zu klagen ha- de». Des weiteren haben die Grotzmühlen sonst auch einen großen Teil ihrer Erzeugung nach dem Vu-Iande gesandt. Dieser —eil fällt in diesem Jahre sort. Da ist cs doch folgerichtig, daß sie ihren Betrieb cinschränken Mützen, oder verlangen sie jetzt, wo ihnen der Auslandsmarkt verloren gegangen ist, den ganzen Inlandsmarkt jür siib, so datz di- Kleinmühlen ihre Betriebe stillzulegen hätten? Wenn sämtliche Mühlen im Reiche nur für den Inlandsmarkt arbeiten und auch noch voll beschäftigt sein wollen, dann würde die Erzeugung den Bedarf bald übersteigen. Das ist aber in der jetzigen Zeit nicht einmal wünschenswert, denn es könnte dann mancher Posten Mehl verderben. Es schadet durchaus nichts, wen» die Grotzmühlen einmal eine Zeit ausjetzen, sie haben im letzten Sommer ohnehin so gute Gcjchäste gemacht, »atz das bißchen Feiern ihnen noch keine Verluste bringen wird Datz cs dadurch an Mehl fehlen sollte, halte ich für ausgeschlotzen. Da es zum Winter geht, wo Wind und Watzer reichlicher sind als im Sommer, find die Klein- und viele Mittelmühlen, die ebenfalls über eine gute Wasserkraft verfügen, sehr wohl in der Lage, den Bedarf reichlich zu decken. Wozu in einer Zeit, in der ständig Wagcnmangel auf den Bahnen herrscht, erst dos Getreide nach den Grotzmühlen und die fertigen Erzeugnitzen wieder zurückschicken, wenn das Getreide an Ort und Stelle verarbeitet werden kann? Rick-tiger ist es doch .soweit e» irgend möglich ist, es gleich am Orte zu vermahlen und den ilcberschutz weiter zu senden. Dies wäre eine gesunde Wirtschaft, doppelt gesund, da die Kleinmühlen hauptsächlich Ra- turkräste benutzen, also Kohlen und andere Brennstoffe sparen. Die Preise dürsten sich auch niedriger stellen, als wenn große Matzen in einer Hand zusammenströmen. Zudem bekommen die Grotzmühlen den Getreideüberschutz ebensogut wie in anderen Jahren. Was die Kleinmühlen , die in diesem Jahre ihrer Lage wegen wohl etwas mehr ausnehmen, nicht verarbeiten, verbleibt den Grotzmühlen auf jeden Fall. Sie haben ja in anderen Jahren auch keine» Anspruch auf mehr erhoben, soir- dern waren im Gegenteile recht wählerisch. Uebrigens sind die meisten Grotzmühlen, wie sie oft genug behauptet haben, nur zur Vermahlung von Auslandsgetreide eingerichtet, während die Kleinmühlen sich der Gegend angepatzt haben, also das einheimische Getreide vorteilhafter verarbeiten können. Anlagen, di- hauptsächlich für das Ausland berechnet sind, mutzen es sich daher schon gefallen latzen, wenn das Ausland, wie jetzt >m Kriege, versagt. Außer den Mühlen gibt es noch viele Betriebe, die jetzt nur schwach beschäftigt sind; es sind eben Kricgszeiten, die ertragen werden mützen. Wünschenswert wäre es selbstverständlich, wenn alle Betriebe voll beschäftigt wäre», doch das wäre wohl zu viel des Guten, denn es würde dann auch ein ganz bedenklicher Arbcitermangel cintreten. Deshalb sollten sich die Grotzmühlen einmal begnügen, um so mehr, als sie viel leichter als die Kleinmühlen eine schlechte Zeit zu ertragen vermögen. Wandelt.
Wölfe auf dem Schlachtfelde.
Eine packende Szene von einem Schlachtfeld in Rußland schildert der Brief eines russischen Offiziers, den englische Blätter aus einer Rigaer Zeitung übersetzen. „Es fing an dunkel zu werden, als ich erwachte", so erzählt der Offizier. „Ich hatte kein Hungergefühl, obwohl ich hier bereits seit dem frühen Morgen lag, aber der Durst quälte mich unerträglich. Ich erinnerte mich genau an jede Einzelheit der Schlacht bis zu dem Augenblick, da ich von dem Splitter einer Granate getroffen wurde, die »eben mir explodierte. Wir waren vorgcstllrmt über das weite öde Land. Wieder hörte ich das Stöhnen der Sterbenden, sah die unter dem Feuer des Feindes zusammen- brechcnden Gestalten. Ich hörte meine Leute brüllen, bis ihre Stimmen versanken in dem Pseisen der Schrapnells. Ich erinnerte mich, wie ich selbst vorwärts stürzte. Was dann geschah, davon weiß ich nichts mehr. Und als ich erwachte, da lag ich da, die einzige lebende Seele auf dem verlatzenen unendlichen Feld, dicht mit Toten bedeckt. Ich war verwundet, das merkte ich, aber nicht schwer, wie sich nachher herausstelltc, und indem ich mich auf meinen unverletzten Arm stützte, blickte ich hin über das Schlachtfeld und nach dem dunkelnden Horizont, an dem ein letztes Abendglühen verblaßte. Was noch übrig blieb vom Tag war ein dünnes Etrcischen Licht, das langsam verschwand. Ucbcr mir hingen dichte, dunkle Wolken, ganz niedrig, wie wenn sie mich verschlingen wollten. Ein nieder- drückendes Eesühl kam über mich, mir war's, als hätten sie mich versetzen oder hätten mich absichtlich hier allein zurllckgeiatzen. Ich schäme mich jetzt, datz ich so verzweifelt war, aber es gab einen Augenblick, da brach ich zusammen, und meine Augen füllten sich mit Tränen. Ich dachte daran, datz ich niemals meine Lieben Wiedersehen würde, nie mehr mein Heim, nie mehr mein- Kameraden. Aus meinen rechten Arm gelehnt hob ich mich immer mehr empor, bis ich saß. Mir war etwas schwindelig, aber nicht sehr. Trotz der starken Schmerzen in meiner Schulter und des großen Blutverlustes durch meine Wunde stellte ich mich auf die Fützc, und auf meinen Säbel ge- stützt, schleppte ich mich vorwärts, hin und her schwankend wie ein Betrunkener. Ich suchte die dunklen Büsche zu erreichen,
Teile 3.
IN denen sich unsere Truppen verborgen hatten, bevor die Schlacht begann. Rur ganz langsam kam ich vorwärts wußte oft stehen bleiben. Endlich hatte ich die erste Gr: von Büschen erreicht, aber da zwang mich plötzlich löst: Schrecken, stehen zu bleiben. «US grober Entsernung schien cs mir wenigstens — kam das Heulen eines ein-.-'u.o Wolfes. Es klang unaussprechlich melancholisch und für?, ,r in dieser stillen Wintcrnacht. Ein anderer Wols antwork demselben langgezogenen, widerlichen Ion, aber viel nöber oei mir, und dann hörte ich rin Heulen rings um mich der, o 1 ”;,- «oujcn, lauter und lauter anwachsrnd u. jeden Moment g, licher. Ich bin kein Feigling. Ich bin ein guter Jäger und habe viele Wolf« aus der Jagd getötet; aber was ich in dioi-r Rächt auf dem Schlachtjelde hörte, das kann ich niemals v.r gegen. Dieses wüste schrille Geheul, das mich wie eine Kette umschloß, kam näher und näher, direkt aus den Mittel»!,nki des Krieges los. in dem ich stand. Ich atmete kaum noch, tv ich dies „Konzert der Hölle" börte. Ich sah ganz klar, dost es keine Möglichkeit der Rettung für mich gab, wenn sic mich kan- den. Und auf einmal rannte ich — wie ich es fertig bruchte, weiß ich heut nock, nicht — auf drei, vier Büsche am Rontn des Waldes zu und warf mich unter ihnen flach hin Ich war cntschlotzcn, zu känrpsen, so lange ich konnte. Ich hatte meinen geladenen Revolver und meinen Säbel. Immer näher lamm die Wölfe f ihr Geheul ersülltc die Rächt Run waren sie am Rande des Waldes. In der Dunkelheit sah ich die schrecklichen Schatten zn'ischcn den Bäunien. Von den verschiedensten Seiten her kamen sie aus dem Walde heraus, schlossen sich j„ cs. ner großen dunklen Herde zusammen und standen so einige Minuten. Dann heulte ein anderer Wols ganz in der Ferne; von dem Schlachtfeld her antworteten andere, und NU» »rottete di« Herde sort, dicht an den Büschen vorbei. Ich glaubte von jedem, er würde mir an den Hals springe». Aber keiner kiini- inertc sich um mich. Ruhig liefen sie, unendlich viele, aus das Feld, wo die Leichen lagen. . . . Am anderen Morgen nach Sonnenaufgang hob man mich bewußtlos aus. Eine Kosakc»- xatrouMe hatte mich gesunden. Wenn ich wieder ins Fell lommc, wird mich die heitzeste Schlacht nicht schrecken, abcl sollte ich noch einmal eine solche Nacht durchlebe», dann würde ich, das gestehe ich fiel, wahnsinnig."
ßrofiatHniral v. ssirpid über den
Die „Votzische Zeitung" meldet: Der Vertreter der United Preß Wiegand hatte Ende November eine Unterredung mit Staatssekretär v. Tirpitz im Hauptquartier. Tirpitz sprach seine Verwunderung darüber aus, datz Ainerika gegen die Echlietzung der Nordsee für die neutrale Schiffahrt nichts getan habe. Seiner Ansicht »ach könnte Deutschland wohl daraus kommen, den Unterseebootkrieg allen feindlichen Handelsschiffen zu erklären. Wenn England Deutschland aushungern wollte, könne Deutschland dasselbe Spiel treiben. England umzingeln, jedes englische Schiss und jedes seiner Verbündeten, das sich den englischen Häsen nähert, torpedieren und dadurch die englische Zusuhr abschneidcn. Durchführbar wäre der Plan, denn Deutschland sei England an größere» Unterseebooten überlegen.
Im weiteren Gespräche machte Tirpitz England allein für den Krieg verantwortlich. Englands Seeherrschast gründe sich in ihrem Ursprung auf Seeräuberci und diese wolle e» scsthal- ten. Englands deutschfeindliche Politik gehe bis zum Jahre 1670 zurück. England wolle jedem die Kehle durchlchnciden, der ihm in den Weg komme, und Frankreich habe in den letzten 200 Jahren Deutschland wohl dreitzigmal den Krieg erklärt. In Deutschland hat jede Familie Angehörige im Felde und weiß, was der Krieg bedeutet. Deutsche Mütter und Frauen weinen, während England mit seinem Söldnerheer jetzt Fußballwettkämpfe und Rennen veranstaltet.
Das japanische Problem werde die Amerikaner noch beschäftigen. Japans Einmischung bedeute Hochverrat an der weißen Ratze. Ausfällig sei die Ruhe Amerikas gegen die Tä- ttgkeit Japans im Stillen Ozean. Deutschland selbst habe mit Amerika keinen Streit. Deshalb seien die dortigen deulsch- scindlichen Gesühlsausbrüch« unverständlich.
Tirpitz lobte die amerikanische Flotte, die der japanische überlegen sei. Die Dauer des Krieges hänge von England ab. Wenn dieses den Krieg bis aufs Metzer wolle, so könne ihm Deutschland damit dienen. Wegen Kitcheners zukünftiger Millionen sei Deutschland nicht besorgt, da cs selbst noch aus Millionen zuriickgreisen könnte, die minedcstens so gut wie die Kat- cheners seien.
Der Admiral sprach zuletzt über die Erfolge der Unterseeboote gegen die Erotzkamptzchifse. Ob aber letztere sich überlebt haben, sei fraglich. In flachen Ecwätzern und an den Küsten wie im englischen Kanal operieren die Boote ausgezeichnet, ob aber auch in anderen Ecwätzern, sei noch fraglich. Früher glaubte man, datz di- Unterseeboote kaum drei Tage von ihrer Basis fernbleibcn können, weil dann die Bemannung erschöpft sei. Aber -in größerer Typ kann um England hccum- fahrcn und sogar 1t Tage lang draußen bleiben. Die Besitz- ung muß nur Gelegenheit zur Ruhe und Erholung haben. Die Boot- gehen zu diesem Zwecke in flaches ruhige- Watzer, liegen dort aus dem Grunde und latzen die Mannschaft ausschlasen. Deutschland Hab- jetzt tll neu- Unterseeboote mit 000 Tonnen. Die deutsche Flotte werde die englische, dt- anscheinend in de: irischen See liegt, nicht herausfordern, aber sich stellen, wenn die englische Gclegenhett zu einer Schlacht gibt. Als Angrifts- wasfe gegen England hält Tirpitz hi- Unterseeboote für wi-H- tiger als die Zeppeline.
Alicrktnn'-ing der denWn Kriegskunst.
Die dänische Zeitung „Extrabladet" in Kopenhagen fchtE über den Krieg in Polen:
Der letzte Erfolg der Deutschen und Oesterreicher erfüllt uns mit Bewunderung für die deutsche Kriegsmaschine. Wider fürchterliche Krieg auch aursallcn mag, die Tatsache » unerschütterlich fest, daß seit dem Bestehen der Welt «in rer Kriegsapparat als der deutsche nicht existiert hat.
Sicherheit, welche ungemeine Tüchtigkeit und Kraft liegt in uz Art. wie die Deutschen ihre Truppen verschieben und schnell


