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Neue Tageszeitung. Donnerstag, den »1. Dezember 1911
Nr. 300
Deutsche Krieflsdriefe.
von Paul Schwede!
Weil,»ad,tut an der Westfront.
tiliiber. Nachdr. verboten.)
S. u. H. Straßburg i. E-, 25. Dez. 1914. Tie Weihnachtsfeiern unserer Truppen an der West- siont sind ohne Störung durch den Feind und in der vor- geiel/cnen Weise verlaufen. Unsere Gegner hatten trotz der Bemühungen verschiedener neutraler Staaten und des 'Papstes nicht in einen Waffenstillstand während der Feiertage eingcwilligt, deshalb wurde unsererseits beschlossen, den Truppen nicht einheitlich am 24. zu bescheren, um dem Feinde jede Möglichkeit zu unliebsamen Ucberraschungcn zu nehmen. So wurde das Fest gewissermassen etappenweise begangen! hinter der Front leuchteten die Weihnachtskerzen und vorn im Schützengraben hielten die Feldgrauen treue Wacht, bis die Ablösung sie ebensalls unter den Weihnachts- benm führte.
Ucbcr die einzelnen Feiern liegen bisher folgende Berichte vor: Unser Kriegsberichterstatter Paul Schwedcr ver- l"-achtc die Christnacht bei der Dogesen-Armee und sendet uns über deren Verlauf folgenden poetischen Bericht: Christfest im Wasgenwald.
Die Nacht war kalt und finster und Wetterwolken droh'n da n"ht von Strnßburg's Münster Maria mit dem Sohn.
Sie trägt heut' keine Krone feldgrau ist ihr Gewand am Arm ein rotes Kreuze aus einem weißen Band.
Die Hirten aus dem Felde sie liegen auch heute da.
Die Glocken jubeln und melden:
Wacht auf, der Herr ist nah!
Nun steh'n sie unterm Baume und seh'n sich staunend an es ist ihnen wie im Traume, daß man noch beten kann.
Der Herr hebt segnend die Hand::
Ich bin Euch immer nah, ich kenne das Gelände B"tblehem — Golgatha.
Hinweg mit Sorgen und Bangen, cs ist ja Weihnachtszeit.
Hei, wie die Feldgrauen sangen und wie sie ihm taten Bescheid.
Draus, als der Glanz erloschen, sie nehmen die Waffen zur Hand.
„Nun wird wieder feste gedroschen für König und Vaterland."
Paul Schweder, Kriegsberichterstatter. S. u. H. Berlin, 26. Dez. 1914.
Wie die Truppen in Lille das Christfest begingen, schildert der Berichterstatter d. „Tägl. Rundschau" in folgender Weise: Das durch die oberste Heeresleitung genehmigte Weihnachtsfest wurde bei den Truppen in der vordersten Linie in überaus würdevoller Weise gefeiert. Ich war zugegen bei der Brigade Eckermann, dicht hinter der Schützenlinie, wo mit seicrlichem Gottesdienst in der alten, von brennenden Tannenbäumen aus dem Schwarzwald und von Fackeln erleuchteten Kirche das Fest begann. Dem Heiligen Abend angemessen waren die ernsten, stimmungsvollen Worte des freiwilligen Feldgeistlichen. Regimentsmusik begleitete die feierlichen Gesänge. Unter dem Weihnachtsbaum im Kreise der Kompagnien, umgeben von Bergen von Liebesgaben aller Art, kennzeichnete der Brigadesllhrer die Bedeutung des Tages und sprach einzelne seiner Leute an, denen er das Eiserne Kreuz und die großherzoglich badische Tapferkeitsmedaille überreichte. Dem gegenseitigen Versprechen, auch weiterhin treu auszuharren und das begonnene Werk zum würdigen Ende zu führen, folgte die Verteilung der Geschenke und Liebesgaben. Besondere Freude riefen die aus Dillingen, Tribcrg und Lahr gesandten Gaben hervor, und dankbaren Gemütes gedachten die Leute ihrer Lieben daheim. Es war ein herzerfrcuender Anblick, die Augen dieser Braven im Glanz der Weihnachts- kcrzen aukleuchten zu sehen. — Den Schluß dieses mir un- t'ergcßlichen Abends bildete eine Feier im Brigade-Stabs- auartier, wo nach stattgefundcner Feier und Bcschenkung ein würziges Mahl uns vereinte. Kanonendonner war während des Heiligen Abends nicht zu vernehmen, still und würdevoll ist er überall verlaufen. —
Einen AuNchnitt ans den Feiern um Verdun gibt ein B' dt der „Morgenpost", der besagt: Ich verlebte die
-- - ’ Hwbijchcruug bei einem Infanterie-Regiment in V: 'ü-,stelluug vor dem Feind. Gegen 4 Uhr waren
!i:: Kompagnien vor dem Ouartier des Lber-
" versau«: 'lt. Der Kommandeur wies in kurzer mar- l il-rp-ache die Mannschaften auf die eigenartige T'-sh- r üst-atio» bin. wobei er ausführte, daß der alte Kin- : ■ -y, wonach die Verheißung: „Friede auf Erden" zur
' - t werden solle, nicht zuschanden geworden sei. Das :t werde, wie bisher, mit Hingabe weilerfechten. da- ; ein ehrenvoller Friede für da? Vaterland gesichert 'Tann folgte die Besckierung im Ouartier des Kom- t, ; unter dem strahlenden Weihnachtsbaum. Die pauuschaften wurden mit Geschenken reich bedacht. Ihr TcS „Vcrgelt's eahna Gott. Herr Obcrscht" machte tic- n En-dnick. Während der Feier trug ein SLnoerckwr alte '.''ribnachlölirder vor. „Stille Nacht, heilige Nacht" und ? wundervolle Bccthovenlicd „Stille Nacht, o gieße du Himmelsfricdcn in mein Herz" machte bei Kanonendonner
und Gewehrgeknattcr einen ticsergreisendcn Eindruck. — Nach Beendigung der Feier bei diesem Regiment ging es über grundlose Lehmwege durch den Wald zu einem anderen Regiment, bei dessen Kommandeur unter dem Weihnachtsbaum eine gemütliche Feier bei einem Glase Punsch stattfand. Bis spät in die Nacht hinein tönten aus den Unterständen der Mannschaften, in denen überall Wcih- nachtsbäumchen brannten, Choräle und Weihnachtslieder.
Am ersten Feiertag morgens bei strahlendem Sonnenschein Fcldmesse ans einer Waldwiescl Als der Geistliche die Mannschaften an Weib und Kind in der Heimat crinn- eite und den Leuten versicherte, daß an diesem Tage die Lieben in der Heimat mit besonderer Sehnsucht ihrer gedächten, sah man in den Blicken der ältesten Krieger tiefe Ergriffenheit. Aber hell und jubelnd erklang zum Schluß das „Großer Gott, wir loben Dich" aus tausend Kehlen, ein Zeichen, daß trotz der wehmütigen Heimatsstimmung nirgends Niedergeschlagenheit und Gedrücktheit herrscht. — Eine besonders schöne Feier wurde beim Brigadestab veranstaltet. Ein hoher Ossizier hatte den echt christlichen Gedanken gehabt, Kinder französischer Witwen zur Feier zuzulassen. Mit großen Augen staunten die Kinder den Lichterbaum an, der ihnen lo unbekannt war, der aber gerade darum einen besonders tiefen Eindruck auf ihr Gemüt machte. Die Kinder wurden mit kleinen Gaben bedacht, die sie dankbar, mit Tränen in den Augen, entge- gcnnahmen: die Mütter waren tief gerührt, als der Divi- sionspsarrer ihnen das Wesen der Feier in französischer Sprache erklärte. — So verlief die Ecsamtfeier, ohne durch feindliche Angriffe gestört zu werden, überall stimmungsvoll und ergreifend, und tröstete die Mannschaften, soweit angängig, über das hinweg, was sie am heutigen Tage entbehrten. —
Der Vertreter des „Bcrl. Tageblattes" hat die Feier in Westslandern mitgcmacht. Er drahtet darüber dem genannten Blatte: Als Weihnachtsübcrraschung sandcn d'ie
deutschen Truppen in Flandern beim Erwachen heute am ersten Feiertag prachtvollen Rauhreif vor. Dazu eine goldene Mintersonne und den ersehnten Frost, der. wenn er anhält, dem schrecklichen Schlamm und Morast im Ileber- schwemmungsgebiet abhelfen könnte. Die Gegner schein".-!, soweit hier übersehbar ist, besonders Störungen des Christfestes bisher unterlassen zu haben. Nur kleinere Angriffe zu Lande und von der See aus erfolgten wie gewöhnlich. Ein feindlicher Flieger überslog gestern nachmittag Flandern in größerer Höhe, verzichtete aber auf jeden Bombenwurf und schien sich nur ansehen zu wollen, wie die Tent- ichen den Weihnachtsabend feiern würden. Man war aber durchaus auf alle Möglichkeiten vorbereitet, die Wachen waren verstärkt, probeweise Alarmierungen wurden abge- haltcn. Wo Feiern möglich waren, wurden sie bei dicht ver- hängtcn Fenstern und zweimal veranstaltet, damit stets die Hälfte der Mannschaften voll iin Dienst blieb. — Im Hauptguartier der vierten Armee nahm der Herzog von Württemberg an der Bescherung der Mannschaften und Offiziere teil. Er schenkte jedem der letzteren sein Bild mit Unterschrift und eine Zigarrentasche mit seinem Wappen. Er hielt eine herzliche Ansprache. Außerdem wurden 409 arme Kinder mit Pfefferkuchen, Obst und Schokolade beschenkt und mit warmem Essen gespeist. An beiden Feiertagen fand nach Möglichkeit in Kirchen oder Sälen Gottesdienst, evangelischer und katholischer, statt. Ich konnte selbst an verschiedenen schönen Weihnachtsfeiern tcilnehmen. wobei ich stets die reichliche Versorgring der hier stehenden Truppen feststcllte. Sie wurden von allen Seiten beschenkt.
Die Militärverwaltung versorgte sie mit reichlichen Spenden, dazu kamen die Liebesgaben und endlich die Pakete der Angehörigen, die teilweise schon seit Monaten un- trwcgs waren, alle aber erst in letzter Zeit ankamen. Viele Soldaten haben soviel erhalten, daß sie, wenn ein plötzlicher Abmarsch käme, die Geschenke garnicht alle mitlchleppen könnten. Jedenfalls scheint cs ausgeschlossen, daß irgend ein Soldat hier ohne eine Wcihnachtsfreude blieb. Bedauert wird natürlich nur allgemein das Fcrnsein von den Lieben daheim, und mancher Selmsuchtsgedanke schweifte wehmütig in die Ferne. Dennoch kam vielfach, obwohl der Feind nur wenige Kilometer entfernt ist, ein gesunder Sol- daienhnmor in allerlei Ausführungen, Festzeitungcn und Scherzen zu seinem Rechte.
Paul Schweder, Kriegsberichterstatter.
Deutsche Feiddriefe.
Folgender Weihnachtsbrief aus dem Lazarett, der einem Kameraden des Verwundeten zugtng, wollen wir hiermit ocr- öjfcntlichen:
Weihnächte» 1914. im Nescrve-Lazarctt 4 Halle n. d. Saale.
Werter Kamerad!
Canz anders als sonst llangen die Weihnachtsglocken in diesem Jahre über die deutschen Lande. Ach, es sehlten so unzählig viele unserer Braven, die noch im vergangenen Jahre mit unseren Lieben zu Hause unter dem Christbaum standen. Vielleicht im fernen Westen oder Osten, dort liegen sie in kalter Wintererde gebettet oder aus dem Schmerzenslager oder im Kampf auf blutiger Wahlstatt. Aber dennoch klang in den Glocken die ewige, freudige Botschaft: „Ohre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen".
Ehre sei Eott in der Höhe! Dem Eott, zu welchem viele unseres Volkes jetzt umgekehrt sind, die früher so selbstgerecht und selbstgenugsam dahinlcbten.
Ihr Eltern und Geschwister! Könnt Ihr sein Weh nach- fühlcn, die ihr jetzt blutenden Herzens, aber mit freudigem Stolz eure Söhne und Brüder, die Freude und Hoffnung eures Lebens, dahingebt? Unser Gott in der Höhe kann euren Schmerz mit euch fühlen, denn er gab seinen einzigen Sohn in
die Welt, in ein Leben voller Entbehrung, Schmach, Marter, ja in dem Tod am Kreuz. Immer und immer wieder merlen wir in der heiligen Nacht, datz Eott die Liebe ist. Und Friede
aus Erden! Wieder einmal hatte unser liebes Vaterland dem Feinde seine liebevolle Hand angeboten, um während der Weih- nachtsfcicrtagc ein Wajieiistillstand zustande zu bringen, aber
vergebens, denn jeder Versuch ist bei den „Kulturvölkern" England, Rußland und Frankreich gescheitert. Wir führen einen heiligen Krieg und sind alle einig in dem festen Entschluß, die Waffen nicht eher nicdcrzulegcn, als bis dem Vaterland- ein sicherer, ehrenvoller Friede errungen ist. Der Zweck unserer Gegner aber ist, unser tiebes und blühendes Deutschland niederzumetzeln; das erkennt man schon daran, daß man uns diese schwarzen, heidnischen !':id unkultivierten Vollestämrac cntgegen- wirft, diese Menschei'. - die unser Vaterland schon Millionen von Mari geopfert i unzählig viel Missionare hinausgHchickt hat, um st- zum Et ! ..»glauben zu bekehren. Mit diesen iticn sollen wir nun Krieg führen? Aber auch dieser Krieg muß und wird zum Frieden führen. Wan»? Das besi.mmt der große Gott! Wie? Das bestimuit der weise Eott. „Friede auf Erden!" So klang cs auch hier bei uns durch den großen Festsaal, der im Taun.ndust prangte. Unser Lazarett „Loge 3 Degen, birgt nahezu 203 Verwundete. Tie Feie: begann nit einem Weihnachtschor, gesungen von den Schwestern, wo sich die Festrede anschloß, welche mich und meine vielen LcideusgeHhr- tcn in eine tiefere Stimmung versetzte«, denn man gesenkt doch immer seiner Lieben z» Hause, sowie seiner braven Kameraden, die da draußen im Schnee im Feuer liegen. Nach der Feier ging es an die Bescherung. Jeder erhielt auß-r einem großen Weihnachtsstollen noch Acpfel, Nüsse, Süßigkeiten, Pieis: Tabak, Messer u, a. mehr. Das war vornehmlich ein Werk des Bankiers Ernst Haascnzier von hier, sowie überhaupt der ganzen Stadt Halle, die ein großes Jntereffe zeigte, den Verwundeten das Weihnachtssest recht freundlich zu gestalten. Tas ist auch vollständig gelungen und sämtliche Kameraden freuten sich herzlich über die schönen Weihnachtszaben. Ich hasse nun, daß ich meine Gesundheit bald wieder erlangen werde und Euch mit einigen Tagen Urlaub in der Heimat begrüßen kann.
Die herzlichsten Grüße ans Halle sendet Ihnen Ihrer Familie Gefreiter d. R, Buch, 11,-188,
Ein mißglückter sranzoj. Ansturm aus deutsche Schützengräben.
Die Familie Bunn-Zauerbach stellt uns folgender Feld- brief zur Versügung:
Douverin, den lg. 12. 1914 Liebe Eltern und Geschwister!
.... Aus Eurem Brief habe ich ersehen, daß Heinrich und Ludwig jetzt eingezogen worden sind und Rudolf auch zur Musterung muß. Da ist es doch bestimmt, daß wir alle fünf Brüder jür unser liebes Baterland streiten dürfen, worauf ich scbr stolz bin. Hoffentlich aber kommen wir alle wieder gesund heim, dann könnt Ihr auch froh und stolz daraus sein, daß Eure sämtlichen Sühne und Schwiegersöhne unter den siegreichen Fahnen gestanden haben. Liebe Eltern, gegenwärtig ist der Krieg nicht mehr so schlimm wie im Anfang, da wir eben sehr wenig selbst angreifen und dem Gegner den Angriff überlassen, der ihm aber bis jetzt stets mißlungen ist. So wurden wir erst gestern von den Franzosen angegriffen. Wir haben sic durch einen Schcinrückzug getäuscht und sie sind auch schön zuin Sturm vorgcgangen. Wir haben ruhig irt unseren Schützengräben gelegen und haben sie bis aus 288 Meter herankommen lassen. Dann hat's aber gerappelt, wie die Fliegen sind sie herumge- flogcn; wir haben geschossen, was aus dem Gewehr heiausging. Mut aber haben die Feinde doch gehabt, denn nach 2 Stunden griffen sie schon wieder an und mußten wieder mit blutiger Nase abziehen; cs wurde ihnen gezeigt, daß gegen einen deutschen Schützengraben anzustürmcn, eine brenzliche Sache ist. Die wenigen Verluste, die wir hatte», waren uns durch Arlil- lcrie zugesllgt worden, aber die Franzosen lagen haufenweise auseinander. Die Kämpfe haben ungefähr eine Stunde gedauert, in dieser kurzen Zeit mußten aber etwa 388 Feinde ihr Leben einbllßen. Biele Verwundete gab es nicht, denn wir hatten ein gutes Ziel. Hoffen wir nur, daß unsere Seines bald genug haben, damit wir bald wieder heim zu unseren Lieben kommen. Aber nicht eher, als bis unsere Feinde genug haben.
.....ich verbleibe unter vielen Grüßen
Euer Sohn und Bruder Philip;>.
Die Kämpsc in Flandern.
Ein Krieger aus Niedcr-Florstadt sandte an seine Eltern
solgenden Fcldbries:
Brügge, den 13, 12. 14.
Liebe Eltern und Geschwister!
Gestern sind wir wieder hier angekommen, gerade vor vier Wochen sind wir von hier wegmarschicrt. Schwere Wochen sind ! das gewesen. Am schlimmsten war der Sturm, den wir bei Lombartzyde gemacht hatten, wo so viele unserer Kameraden geso.llen sind. So was könnt Ihr Euch gar nicht vorstellcn. j Bater war ja auch Soldat, er weiß ungcsähr Bescheid, wie es im Sturm hsrgeht. Da sah man allenthalben nur Köpfe, Beine, ; Arme und Hände von Blute schwimmen und die vielen Toten! Schrapnell- und Eewehrlugcln sausen nur so herum, sodaß man gar nicht weiß, wie man daran ist, das ganze Sinnen und Trachten ist nur immer vorwärts, bi- wir an den Franzose» heran waren. Die Franzosen sind nicht zu verachten, es sind gute Soldaten, sie laufen nicht davon wie die Belgier und Engländer bei Antmerp-cn, Sie schoßen aus uns, bis wir nahe bci ihnen heran waren: aber ausgepslanzt halten sie doch nicht alle und als wir an die Schützengräben hcranlamen und mit dem Bajonett auf sie zukamen, da fingen sie an zu schreien wie die Kinder, In den Gräben stellen sie sich vielfach tot, bi- wir sic mit dem Gewehr gekitzelt haben. Es ist säst unglaublich, daß ich so ohne Verletzung au- dem Kugelregen davongclommcn bin; aber ich werde diesen Tag, den 11. November 1914, in meinem Leben nicht vcrgeßc». So im Schützengrabc» und aus Patrouillen beschossen zu werden, das ist man jetzt schon ganz gewöhnt. Der Mensch gewohnt sich schließlich an alles und wenn man cs sich richtig überlegt, so können wir zu dieser Mi-


