iät. 30(» !
Beilage zur „Neuen Tagest eitun g".
Donnerstag, den 31. Peremker 1014.
7. Zaftrgnng
Ans meiner Dorfkirche.
Gebet.
Math. K. 6 v. 9—13. Darum sollt iher also beten: lu s.'r Vutcr in dem Himnicl. Tein Name werde geheiligt. Tein Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel. Unser täglich Brot gib uns heute. Und ver;' gib unS unsere Schulden, wie wir unfern Schuldigcrn vergeben. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse unS von dem Uebel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amenl
Liebe Gemeinde! Ich weih keine besseren Worte an dem Anfang diese? neuen Jahres zu stellen, als das gewaltige Gebet unseres Herrn! So falte denn jeder die Hände und läßt uns beten: Vater unser, der du bist im Himmel! Ja Herr, du bist unser Dalerl Latz es uns erfahren ini kommenden Jahr, wie wirs bisher erfahren durften, daß du, de, Herr Himmels und der Erde, der du die Menschen läs- lest sterben und sprichst, kommt wieder Menschenlinder, der du Sonnenschein schickst wie Gewittersturm, Freude wie Leid: Daß du kein grausamer Herr bist, sondern unser lieber Vater! Und laß cs »ns auch spüren, daß deine Vater- liebe wahre Liebe ist und keine Schwäche. Hüte unS, daß wir deine Liebe nicht in Ucbermut und Leichtsinn miß- braua'en, daß cS wahr werde: Dein Name werde geheiligt! •O Gott im Himmel lehre uns die rechte Ehrfurcht vor dir, drin heiligen Gott, dem Unsichtbaren und Unfaßbaren! Bewahre unS davor, daß der Uebcrmut hochwachsc auf die eigene Mcnschenkrast, nuhe die ernste Zeit nn, uns erkennen zu lassen, daß wir blinde Zwerge sind, mit all' unseren, Wissen und Können. Pflanze in uns das tiefe Gefühl dafür, daß unser ganze? Leben und Tun in der Hand eines- Höheren steht, und daß nicht Essen und Trinken die Welt regieren, sondern Recht und Gerechtigkeit! Ja Herr, laß cs uns in den Tagen die vor »ns stehen nie vergessen, daß cS um Recht und Gerechtigkeit geht! Und wenn eS fo schwer werden sollte, daß wir meinen, wir könnten es auf die Dauer nicht mehr tragen, dann laß uns daran denken, wie in, vergangenen Jahre das Unrecht bergehoch gegangen ist. und die Sünde znm Himmel schrie, als sic Kinder und Weiber mordeten, und Verbrechen auf Verbrechen häuften, und gib uns in solchen Gedanken die Gewißheit: wir haben nicht angesangen aus unserem Willen, und können auch nicht aushören aus unseren, Willen, denn wir kämpfen nicht um unser Ehre und unseren Vorteil, sondern darum, daß deine Gerechtigkeit ihren Weg gehe, daß dein Reich näher komme. Laß dein Reich kommen! Bewahre uns davor, daß wir nicht sagen, wir kämpften um die Gerechtigkeit, und in Wirklichkeit nur denken an eigenen Vorteil: Laß uns alle in den heiligen Notzeiten, die du über uns verklängt hast, ernster und heiliger werden, tilge das fremdländische unreine und unkeusche Wesen im Feuerbrand de? Krieges, laß die Innigkeit und das Familienleben, die Treue und Gewissenhaftigkeit unserer Vorfahren neu wachsen in unserer Seele, laß unser ganzes Volk immer niehr und inchr dein Volk werden, das nicht. Herr, Herr sagt, sondern das wirklich deinen Willen tut! Ja Herr, deinen Willen! Dein Wille geschehe airf Erden wie im Himmel! Mach uns zu Menschen, die mit Ernst an dem Platz stehen, an den d» uns gestellt hast, laß aus unserer Mitte ver- ick,winden die Meinung, daß wir da leien um reich zu wer-
dcn oder um unser Vergnügen zu suchen, laß »nS in Treue nur tun, was du uns zugewiescn hast, als Pflicht und Ar- bcit unseres Lebens. Laß uns bei jedem Stück, das wir angreifen spüren: es muß getan werden, damit dein Wille geschehe. Laß cS so besonders spüren: unsere Soldaten
draußen, wenn sie die Waffen zur Hand nehmen, daß sie deinen Willen tun und nicht Menschenwerk — die Aerztc uni, Pfleger und Pflegerinnen in den Lazaretten in ihrem schweren Beruf, den Kaiser und die Fürsten und ihre Ratgeber, damit sie unser Volk auf dem rechten Wege leiten, unser ganzes deutsches Volk und uns selber, damit wir mutig und geduldig die Wege gehen, die du uns sübrst. Laß es an uns und unsern Lieben wahr werden: Tein Mille geschehe! Und unser täglich Brod gib uns auch in diesem Jahr! Kröne alle schaffende Arbeit mit dein un Segen, laß Frucht wachsen und die Ernte cinkommen unter der schweren Not der Zeit und bewahre uns vor Hungersnot und Seuchcngefahr. Erhalte uns unser schönes, freies »nd großes deutsches Vaterland, segne unsern Kaiser, unsern Großherzog und sein Haus, segne unsre Heimat und jedes Haus in unscrm Dorf und gib uns wieder deS irdischen F riedcns sonniges Glück! Wir sind cs gewiß nicht wert, daß du so Großes an unS tust. Wir denken daran, wie wir gewesen sind vor dem Krieg, wie da oft an den Sonntagen keine Zeit mehr war zum Kirchgang vor lauter Festen, wie da Unzufriedenheit, Genußsucht und Zügellosigkeit, Selbstsucht und Eitelkeit uns beherrschten, wie wir getanzt haben um das goldene Kalb! Wir denken daran, wie auch jetzt solche Sünden noch nicht ausgcrottet sind, aus unscrm Herzen — aber wir spüren auch nun deutlich, wie sie uns ins Verderben führen, das Leben de? Volkes und der Einzelnen vergiften: Darum sieben wir, erlöse uns von dem Fluch unserer Sünde und vergib uns unsere Schuld. Und löse uns auch von dem Hochmutsteufel, der uns dahin bringen will, daß wir meinen, wir können uns über unsre Feinde überheben: Lehre uns einen scharfen Strich ziehen dazwischen, daß wir wohl wissen, daß wir im Kampf gegen sie dein Werk ausführcn sollen, Recht gegen Unrecht — ober laß uns fern davon sein, kleinliche nienlchliche Rack>- sucht üben zu wollen, die auf das Unrecht wieder Unrecht setzt. Laß unS das Schwere lernen: unsern Feinden ihre Schuld zu vergeben, damit wir groß seien und nicht klein! Wenn du uns. Macht geben willst über unsere Feinde, dann laß uns nicht vergessen, daß du cS warst, der sie in unsre Hand gab. damit wir dein Recht an ihnen üben sollen, auf daß wir nicht meinen, wir dürften unsre Lust mit ihnen-treiben: Führe uns nicht in Versuchung — nicht in diese und nicht in andere, wie sie so leicht kommm könnte, wenn wir den Sieg haben sollten: Laß uns nicht zurückfallen in unsre alten Sünden, sondern halte uns rein an Leib und Seele. Und erlöse uns von allem Uebel: Mack>e dem fürchterlichen Krieg ein Ende, heile die Wunden die er geschlagen hat, laß den Haß nicht weiterwachsen, den er gesäet hat, gib »ns Männer und Frauen, die helfen an dem großen Werk die Not zu lindern in und nach dem Krieg — und gib uns deinen herrlichen Frieden auf Erden, wie im Himmel: Du Herr inußt solches olles tun, du allein hast die Macht dazu: Tenn dein ist das Reich und die Kral! »nd die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen!
Ilenjaftrswnnjch.
DeS Jahres Ende naht heran mit Macht:
Doch eh' wir das Neue Jahr besingen Laßt sehen, was d>rs Alte »ns gebracht!
War's nicht ein blutiges Völkerringen?
Ei» Schlachten ein Morden An gar vielen Orten.
Weil EngDknd wollt'
Ein Meer voll Gold.
Gott strafe dich England!
ES brachte uns Krieg es brachte unS Streit Weil England nicht länger es konnte sehen,
Wie Deutschlands Größe und Herrlichkeit Prächtig und schöner als je wird entstehen.
ES konnte nichts hören Don deutschen Ehren Sein Weltverkehr Sollt beherrschen das Meer Schäme dich England!
Schein:e dich England! Du hast's vollbracht Die Kricgssackel in die Welt zu schleudern.
Vereint im Bunde mit großer Macht Deutschland zu vernichten, berauben zu meutern. Rußland, Belgien, Frankreich Kamen all' zur Hilf' gleich Durch geschlossen Band Mit feiger Mörderhand.
Rache dir England!
Rache dir England! Für deine schändliche Tat Die du an der Menschheit grübest:
Da du auf so schlechte erbärmliche Art,
Den stillen Frieden des Volkes betrübest.
Drum Deutschland steh' aus Vereint schlag drauf Vertrau' in der Not Auf deinen Gott.
Gott verläßt keinen Deutschen!
Weh' dir Englandl Deutscher Zorn ist groß Deutsche Treue, Kraft und Mut ist wach geblieben; Du schnödes Albionl Hattest du nicht in deinem
Schob
Wahl zwischen rohem Krieg und ehrenvolleni Frieden? Es wollte den Krieg ES hoffte auf Sieg;
Doch deutsche Stärke deutscher Mut Komm' über dich „Krämerblut".
Weh' dir England!
Weh' dir England! Deine letzte Stund' wird schlagen Wenn einst dein Söldnerheer, dem deutschen Zorn
entflieht
Wenn einst man deine Krämcrseel' zu Grab wird
tragen,
Was hoffentlich im Neuen Jahr geschieht.
Dann Hurra Germania Stolz stehst du wieder da,
Schwingest noch gut dein Schwert Bist wohl der Väter wert:
Gott sei mit dir!
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