Ausgabe 
5.12.1914
 
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Veite S

Ir. 28«

bilij h> rr det, die Stadt nimmt langsam ein no male« "ild a». Da alle eroberten Ortschaften ohne Knuflente -nd Gewerbetreibende sind, verlieh das Armee-Etappei'- oniinando einer größeren Zahl bosnischer Firmen Gewerbe- i-enzr,., tccvaui sich bereits Zweigniederlassnnge.i bosni- cher Finne» in den besetzten Gebieten etablierten. Die Eisenbahner, frinktionicren unter Leitung der Beamten der bosnischen Landesbahnen normal. Die Lage ist durch ins mfricdenstellend, überall herrschen Ordnung und Ruhe.

FInchtvorhcrcituilgeil König Peters? Hier onzeluin- mene Flncknstnae ans Serbien erzählen, das; König 1' ::er ich jiOcr die geaenwärtige Lage ganz klar ist und weiß, daß das Sch:ck' Serbiens unabwendbar ist. Er hosft !o we­nig noch auf eine für ihn günstige Wendung, daß er sich bereits mit den Vorbereitungen zu seiner Flucht beschäftigt. Zunächst sorgte er dafür, daß sein beträchtliches Vermögen in Sicherheit gebracht wurde. Ec beabsichtigt, wie Athener Blätter melden, sich zunächst nach Athen zu begeben, um t t- ti entweder englisches oder französisches Gebiet aurzii- suchen.

1 Das türkische Hauptquartier jj

Konstantinopel, 4. Dez. (W. T. B. Nichtamtlich.) Der imtliche Bericht des Gcncralstabes teit mit, daß die tiicfi- ichen Truppen einen großen Erfog in der Zone des FlnsfeS Tschorkh d. vongctragen haben, Einzelheiten folgen.

Konstantinopcl, 4. Dez. (W. T. B. Nichtamtlich.) Mit­teilung aus dem Hauptquartier. Unsere Truppen haben in ^rr Gegend am Tschorok und bei Adschara alle Tage neue > 2 . In nördlicher Richtung vorgehend, sind sie in A>.,..,ara eingedrungen und südöstlich von Batnm vorge­rückt. Ostwärts vorgehend, gelangten sic in die Gegend von Ardakhan. Bei einem Kainpse westlich von Ardakhan erbeuteten sie mit anderen Waffen ein Maschinengewehr. Oie Russen gingen aus Ardakhan zurück.

(Die genannten Orte liegen alle im Flußgebiet des Tfchorok, der am Fuße des Kaukasus in das Schwarze Meie iniindet.)

Russischer Schwindel. Konstantinopel, 4. Dez. (W. T. B. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier veröffentlichte gestern telgcndes Communique: Nach russischen amtlichen Mitteil­ungen vom 29. November wäre die Sinai-Halbinsel von nnseren Truppen vollständig geräumt worden. Ferner sollen zwei unserer an der kaukasischen Grenze operierenden Divisionen in ihrem Bestände auf die Hälfte gcsimken und einige unserer Bataillone vollständig vernichtet sein. Es loird behauptet, der Divisionskommandeur sei getötet und ein zweiter desertiert. Der für uns siegreich verlaufene Kampf in allernächster Nähe des Suezkanals zwischen un­seren Truppen und den Engländern, der bannt endete, daß auf der Seite der Engländer zwei Offiziere und zahlreiche Soldaten getötet und eine große Zahl von Gefangenen in unsere Hände fiel, genügt, um zu beweisen, daß sich die Sinai-Halbinsel in unserem Besitz befindet. Was die Meldnngen von ungeheuren Verlusten unserer an der kau- w.sischen Grenze kämpfenden Einheiten und de» Tod rin-iS Divisionskommandeurs betrifft, so sind diese vollständig falsch. Die Meldung von einer Desertion eines Divisions- kemmandanten verdient nicht einmal dementiert zu werden. Tic in Tiflis aus russischer Quelle verkündete Nachricht, daß ein deutscher General, 44 andere deutsche Offiziere und drei österreichisch-ungarische Offiziere, die sich unter den am 24. November in den Kämpfen an der kaukasischen Grenze gemachten Gefangenen befinden sollen, in Tiflis einge­troffen seien, ist gleichfalls reine Erfindung.

Die Lage in Aegypten. In Neapel traf gestern ein ~ mpfer aus Alexandria mit -urückkebrendee, Jiaü-.nern d ausgcwiesenen Türken ein. Sic erzählen, daß die .. . 'standsgefahr in Aegypten viel größer ist, als die Eng- ländec zugeben wollen. So wurde am 28. November der englische Polizeichcf in Alexandria eriuordct. Die in Iller- andria zurückgebliebenen wenigen Europäer dürfen die Ara- serviertel nicht betreten, wo viele Beduine» vom flachen Lande cingetrofsen sind, die sich in Not befinden und zu Ruhestörungen neigen. Am Suezkanal wird fieberhaft an den Befestigungen gearbeitet. Alle Brunnen bis zur syri- ck ui Grenze sind unterminiert, um den türkischen Jnvasi- >skorps die Wasserversorgung unmöglich zu machen.

Trr heilige Krieg in Tunis. Nachrichten aus Tunis zufolge macht sich unter den Stäminen der Äcni Sids im Süden des Schott-el-Dscherid-Secs bereits eine aufrllhre- isclze Bewegung bemerkbar. Tic Eingeborenen sammeln Äi zu einer starken Harka und erhalten offenbar Zuzug ins den umwohnenden Stämmen. Tie französische Ne­uerung hat inehrere Kreuzer und Torpedoboote von Biserta ,ach der kleinen Syrthe geschickt, die am 29. Oktober eiligst dorthin abdampsten. Die Kriegsschiffe sollen die Aufgabe laben, bis zum Eintreffen zuverlässiger Truppen die Küsten- ialmcn zu bewachen, damit sic von den Aufständischen nicht mterbrochen werden. Es heißt, daß der Gouverneur von ennis europäische Truppen verlangt habe da auf die einge- oren.ui Soldaten kein Verlaß mehr sei.

Kämpfe in Marokko. Lyon, 3. Dez, (W. B. Nicht- uitiich.) DerNouvclliste" meldet aus Tanger: Am 27. io; haben französische Truppen in der Nähe von Zaz>> die aufständischen Marokkancrstämme angegriffen, ic > ungeschlagen wurden und unter Hinterlassung be- uchtlichcr Beute und einer Anzahl von Toten und Ver- oundeten in die Berge fliehen mußten. Dt« französischen rrnppe» batten 20 Tote und 25 Verwundet«.

9ltuc Tageszeitung. Samstag, den 3. Dezember 1814.

Aus Italien.

Fürst BLlow Botschafter in Rom. Berlin, i. De.:. (W. T. B. Amtlich.) DieNordü. Allgemeine Zei un/O meldet: Tn der Kaiserliche Botsckmftec in Rani, v. F -s . aus Gesundheitsrücksichten einen längeren Urlaub antre imir, hat Seine Majestät der Kaiser den Fürste» v. vnil" n mit der Führung der Geschäfte der Kaiserlichen S-V.uiw in Rani beauftragt.

Fürst Biilow steht eben im VV. Lebensjahr. Er kehrt j.tzt wieder an die Stelle zurück, von der er im Jahre >89, geschieden ist, um zunächst das Staatssekretariat des Aen- ßercn zu übernehmen, dann aber die höchste Stellung iin Reiche anzunehmen. Fürst Biilow, der durch Familien- bandc mit Italien verknüpft ist, seine Frau ist Italiener­in und der selbst dort begütert ist, dürfte der richtige Mann sein, um gerade in dieser kritischen Zeit, die Inte- ressen Deutschlands in Italien zu vertreten und insbeson­dere die Fäden, die uns nach der ausdrücklichen Erklärung des italienischen Ministerpräsidentcir auch heute noch mit diesem Staate verbinden, fester zu knüpfen. Auf alle Fälle bcdcutet die Ernennung Bülow's zuni Botschafter in Rom einen glücklichen Schachzug gegenüber den nicht endenden Bemühungen des Dreiverbandes, Unkraut über-den italie­nischen Weizen zu säen.

Die Rede Salaudra's. Berlin, 4. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) DieNordd. Allgemeine Zeitung" schreibt: Die Erklärungen des italienischen Ministerpräsidenten Sa­landra werden als eine bedeutende, für die Politik Italiens die Richiung gebende Verlautbarung, wie inJtalien selbst so auch in Europa großen Eindruck machen. Salandra hat großen Wert darauf gelegt, fcstzustellen, daß Italien seine bisher beobachtete Neutralität aus eigenem freiem Ent­schluß cingelcitet und dnrchgcsührt habe. Die gleiche Frei­heit des Entschlusses will der italienische Statsmann seinem Lande für den Fall gewahrt wissen, daß die weitere Fort­dauer der Neutralität etwa mit den Lebensinteressen des Königreiches nicht mehr vereinbar scheinen sollte. Würden infolge der großen europäischen Verwicklungen schwerwieg­ende Aendcrungen im Besitzstände der Großmächte wahr­scheinlich werden, so würde Italien sich zu einer Politik der Enthaltsamkeit nicht für gebunden erachten. Für die Freunde und Verbündeten Italiens hat diese entschlossene Wahrung seiner Grobmachtstellung nichts Ueberraschendes. Wir hatten solche feste und starke Töne schon von dem Mar­quis di San Giuliano öfters vernommen und erwarteten von vornherein, daß auch nach seinem Heimgang sich für die von ihm begonnene Politik ein kräftiger Fortsetzcr finden werde. Einer Mehrheit für diese nationale patriotische Po­litik wird das Kabinett Salandra in der italienischen Kam­mer sicher sein. Bei den Verbündeten Italiens besteht volles Einverständnis dafür, daß sich das apeninnische Königreich bei den europäischen Entscheidungen nicht ans- schalten lassen kann.

Eine italienische Stimme über das frankv-rusiische Bündnis. Ein neues italienisches Blatt, die liberale Zeit­ungEoncordia", die von dem Neffen Francesco Crispis heransgcgeben wird, veröffentlicht Aeußerungen Crispis zu dem französisch-russischen Bündnis, der dieses Bündnis für eine große Gefahr für Europa hält. Frankreich, so heißt es darin, hat es aus Acrgcr und Rachsucht abgeschlossen und um ein Linsengericht seine Erstgeburtsrechtc verkauft. Um das Elsaß wieder zu gewinnen, hat cs das Mittclmeer den Kosacken preisgcgebcn- Alles das wird umsonst fein. Frankreich wird nicht siegen. Kommt cs aber doch anders, so wird Frankreich früher oder später seine Waffen gegen den heutigen Verbündeten kehren, für die Erlösung seiner selbst und der Menschheit.

Der Burenaufftand.

Die Gefangennahme De Weis. DerFranks. Zeitung" wird aus Amsterdam gemeldet:

Die Gefangennahme De Weis, die in hiesigen Buren- kreisen begreifliche Aufregung verursacht, lvird verschieden beurteilt. Die einen sagen, daß das Vorgehen der Eng­länder mit gepanzerten Zügen und die Tatsache, daß zahl­reiche Männer ihre Farmen verlassen haben, die jetzt von Frauen und Kaffcrn bewirtschaftet werden, eine derartige Ausdehnung des Aufstandes beweise, daß die Gefangen- nchme De Weis keinen Einflllß ausübe. An anderer Seite sagt inan mir, daß die Buren sich rch dem Manne richten, der das allgeineine Vertranen genieße und daß daher die Gefangennahme De Weis zahlreiche seiner Anhänger die Waffen nicderzulegen veranlassen werde, lieber das Schick- sal De Wels meint man, daß die Regierung wohl kaum wagen werde, den berühmten Helden des Biirenkricgcs als Rebellen erschießen zu lassen; jedes grobe Vorgehen gegen De Wet werde die Gemüter aufs neue erhitzen.

Weitere Kämpfe. Daß der Aufstand nicht niederge­schlagen ist, beweisen neue Depeschen des Ncnter-BureauS; es werden Ziisamineiistöße bei Vryheid und an anderen Orten gemeldet. Das Gefecht dauerte bis 3 Uhr früh. Die Buren wurden zurückgcschlageu. Sie verloren dabei drei Tote, darunter den Major Oosthnizen, und 18 Verwundete, darunter den Feldkornet Botha. Eiumclt hatte einen Schwer-verwundeten und vier Leichtverwlindete. Dein Bu- rengcneral Wessels wurde das Pferd unterm Leibe wegge- schossen. Wessels entkam unverwundet. Oberst Dirk van Teveuter berichtet, daß der Kommandant Trichardt weitere 14 Gefangene inachte.

Man darf bei diesen Siegesmeldungen nicht vergessen, au« welche trüber Quelle st« stanunen.

Aus Frankreich.

Frankreich bcrust die Jahrestlajf« 1916 ein. Paris. 4.

Dez. Nach der Jahresklasse 1815 beruft Frankreich nun auch

die Jahre»?!.-.sie 1816 ein und zwar auf Mitte Februar. Wenn auch i »Ich« sofort in den Krieg geschickt werden

jo jo doch aus der getroffenen Maßregel hervnrzu-

xcheii. daß Frankreich noch mir einer langen Kriegsdauer rechnet. Im Westen sind beide Gegner auf mehreren Parallck.

linien so scsi verschanzt. daß selbst die heftigsten Kämpfe (nach sranzäs scher tleberz.ugungl nur leichte Aenderungen der Li- ni.n bewirken könnten; unter diesen llniständen genüge selbst ei» Jahr nickst, '».> die Deutschen aus dem Lande hinauszu- u erfen.

Frankreichs Sehnsucht nach den gelben Assen. Die Schn sucht der Franzosen nach japanischen Hilfsiruppen ist so groß, daß selbst der Antinniitarist und Sozialistcnführcr Professor HervS ihr Kommen als Lebensfrage für Frankreich bezeichnet. In leinen Ausführungen befindet sich folgende inkeicifantc Stelle: Hat man etwa Furcht vor der gelben Gefahr, wenn man den Japanern Gelegenheit bietet, intim in unsere Ange­legenheiten einzugreisen? Wenn die gelbe Gefahr wirklich so drohend ist, so hätte man sich eben nicht mit den Japanern verbünden sollen. In dem Augenblick, wo sie unsere Bundes- genosien sind, warum kämpfe» sie nicht an unserer Seite? Ts ist wohl nicht nach Eurem Gedanken, die Gelben mit den Schlitzaugen in Streitigkeiten zwischen Europäern intervenie­ren zu lassen. Aber sie seien doch einmal unsere Bundesgenos­sen und selbst wenn man ihre Hülfe teuer bezahlen müsse, solle man sie in Anspruch nehmen.

Ans Rußland.

Die Absetzung Rennenkamps'». Berlin, 4. Dez. Zur Absetzung des Generals Rcnnenkampf, die angeblich erfolgte, weil er bei der Zusammenziehung seiner Truppen zur Ein­schließung der Deutschen seine Stellung zwei Tage zu spät cin- nahm, schreibt der militärische Sachverständige desBerliner Tageblatts": Aus General Rennenkamps setzte Rußland große Hosfnungcn. Im Kriege gegen Japan wurde sein Name be­kannt. Bor dem Ausbruch des jetzigen Krieges trat er an die Spitze des Militärbezirks Wilna, und aus seine besondere Kenntnis der deutschen Grenze vertraute man, als man ihm das Oberkommando der Njemen-Armee übertrug. Aber ihn ereilte das gleiche Geschick wie General Samsonow. Letzterer wurde von Hindenburg bei Tanncnberg, Rennenkampf südlich von Insterburg völlig geschlagen. Rur mit knapper Rot entging Rennenkamps der Gefangenschaft. Nun ist er offenbar Hinüen- burg noch einmal in dt« Arme gelaufen. Dem verspäteten Eintreffen des russischen Generals schreibt man die Schuld an dem verunglückten russischen Angrist zu. Ob das zutrisst, kann erst eine spätere Zeit lehren. ImBerliner Lokalanzeiger" heißt cs; Man hat Rennenkampf zum Sündenbock für die ver­unglückte Umzingelung in Pole» gemacht, ob mit Recht, das zu beurteilen kann nicht unsere Sache sein. Rennenkampf habe kein Glück gehabt und unglückliche General« würdengegan­gen".

Rassischer Artilleriecrjatz. Tokio, 3. Dez. Der russisch« General Hermonius schloß einen Licserungsvertrag mit japa­nischen Artillericwerkstätten auf 48 Batterien ab.

Aus England.

Die irische Gefahr. A in st e r d a m , 4. Dez. (W. B. Nicht-

omtlich). DerTclegraas" berichtet aus London: In Dublin hat die Polizei gestern Nacht Haussuchungen bei allen Zei- tungsverkäusern und in allen Läden abgchalten. Eine Anzahl Exemplare des BlattesIrish Freedom" wurden beschlagnahmt; in den Räumlichkeiten dieses Blattes wurde ebenfalls Haus­suchung abgehalten.

Die kanadischen Hilsstruppcn. London, 4. Dez. (W B. Richtamtlichs. DieTimes" melden aus Toronto: Amtlich wird verlautbart, daß für das dritte Truppenkontlngent in Westkanada fünf Kavallerieregimenter und neun Jnfantcrie- regimcntcr, in Ostkanada vier Kavallerieregimenter und zehn Jnfanteiicregimenter aufgestellt werden. Die Gesamtzahl der neuen Truppen beläuft sich aus 31 708 Mann.

Reue Angrisse aus Churchill. London, 4. Dez.Mor- ning Post" erneuert ihre Angriffe aus Churchill. Das Blatt hofft, Asquith werde die ernste Gefahr erkennen, die darin liege, einen solchen Dilettanten an der Spitze der Admirailtät zu be­halten. Der Angriff des Blattes gründet sich auf das Schwei­gen der Admiralität über ein Unglück , das die Flotte betrof­fen hat, nämlich das Sinken oder Stranden desAudacious", das die ausländische Prcsie bereits gemeldet hat und zu dem dieKölnische Zeitung" bemerkt habe, die englische Regierung sei offenbar der Volksstimmung nicht sicher.

Die englische Angst vor der Wehrpflicht. Rach der Londoner Eocning Times" hat die Arbeiterpartei zum 6. Dezember Masienmeetings gegen die Einführung der allgemeinen Wehr­pflicht in Großbritannien einberufen.

Graf Hertlirrg zur Lage.

Berlin, 4 Dez. Der zur Zeit noch in Berlin weilende

bayerische Ministerpräsident Graf Hertling äußerte sich zu einem Mitarbeiter derKreuzzeitung" über die Rede de» Reichskanzlers:

Ich habe nahezu vier Jahrzehnte dem Reichstag angebört. Ich weiß von Augenzeugen, welchen Eindruck die hellodernde Begeisterung gemacht hat, von der der Reichstag am 4. August beseelt war. Aber so wuchtig, so zäh entschlosien und unbeug­sam wie vorgestern, ist der Reichstag noch nie gewesen. Der in seinem Ernst und seiner Stärke ergreifende Beifall, der den markige» Worten des Reichskanzlers geworden ist, ließ erken­nen, daß das deutsche Volk wie ein Mann entschlosien ist, durch- zvhalten und daß jeder sich verrechnet, der glaubt, Deutschland werde sich zu einem Frieden verstehen, der nicht der blutige» Opfer wert ist, die wir gebracht haben. Für Flaumacher und

i Schwächlinge ist jetzt in Deutschland kein Platz. Der Reichs- kanzler hat gestern nochmals an Hand de» Material», da» für