Ui»,inner 285 Freitag, den 4* Dezember 1914. 7
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ikilrt tiri brn urrbitnbrtrn (Truppen.
Nichts Neues von der Front. — Christian de Wett gefangen!
Der deutsche Generalstab i== meldet: =*
WTH. Groszcs Hauptquartier, 3. Te;., vormittags. 'Amtlich.
'Auf beiden Kriegsschauplät;cn bat sich nichts Besonderes ereignet.
Oberste Heeresleitung.
Der Kaiser im Osten.
W. T. B. lsirosies Hauptquartier, den 3. Tejembcr. vormittags. Amtlich.
Ter Kaiser siattc gestern in Breslau eine Besprechung mit dem Lberkomman- dierendc» deS österreich-ungarischen .Heeres, Crzherzog Friedrich, der von dem Erzher» zog-Tsironsotger Karl Franz Josef »ud dem Chef des Gencralstabes, General der Infanterie, Freiherr Konrad von Hötzendorf begleitet war. Später besuchte der Kaiser die Berwundcte» in den Lazaretten der Stadt.
Lbrrstc Heeresleitung.
Großes Hauptquartier. 3. Tr,. (W. T. B. Amtlich.) Seine Majestät der Kaiser besuchte heute Teile der i» der Gegend bon Czenstochau kämpsendcn österreichisch-ungarischen und deutschen Truppen.
Oberste Heeresleitung.
die Kiffrtild)l(iil)i in Polen.
Rotterdam, 2. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Nach dem llrlctl militärischer russifckier Kreise hat die Lage i» Polen eine neue ungewöhnliche Bedeutung gewonnen. Es gab noch kein Ereignis, mit dem so grohc Interessen und so gieße Gefahren verbunden waren. Alles weist auf ein Fortdauern und selbst auf eine Vermehrung der gcgenwürt- igcn Spannung hin. Da die Deutschen ihre Stellungen gegeniiber Lodz und Lowiez befestigen, so ist es deutlich, daß der Feind bald Verstärkungen erwartet. Es ist eben- solls klar, daß Ostpreußen zu weit abliegt, um Gelegenheit zn einer Gegendemonstration zu bieten, selbst wenn die Russen dort über eine überwältigende Mehrheit verfügten. Die Strecke zwischen Plozk und Soldan eigne sich außerdem nicht zn Truppenbewegungen. — Tie militärischen Mitarbeiter der bedeutendsten Zeitungen sagen, daß die deutsche Offensive fortgesetzt werden wird.
Der Angriff der Russen stockt. Kopenhagen, 3. Dez. „Politiken" schreibt in einem Leitartikel: Ter russische An- griss in Polen stockt. Ursache dafür sind das fchwcrige Gelände und die schlechten Verbindungen. Tie Russen wurden durch den deutschen Angriff gezwungen, eine neue Front zu bilden. DaS russische Heer ist im ganzen sicher noch sehr schwerfällig: cs verfügt Wohl über Massenwirkung aber nicht Manövriertalent. Das genügt vielleicht in den Lanfgrä- brn, aber nicht für Angrisssbewegungcn. Auch sind die unteren russischen Ossizicrc den deutschen an Auffassungsgabe unterlegen.
Die gesamte russische Armee im Kamps. Rotterdam, 9. Dez. Aus Petersburg wird gedrahtet, man habe hier die Ueberreugung, daß der Kamps nordöstlich und südwestlich Lodz der heftigste ist, der bisher geliefert wurde Alle verfügbaren Teile der russischen Armeen sind daran beteiligt.
Eine englische Darstellung der Lage im Osten. Berlin, S. Dez. Die „Vossischc Zeitung" erfährt aus Amsterdam vom L. Dezember: „Daily Mail" meldet aus Petersburg: Rur eine deutsche Armee war in der Lage, diesen Ausgang der Kämpfe in Sudpolen hcrbeiznführcn. Die Art, wie die Deutschen sich gegen die Mcnschcnwclle der Rügen warscn. als sie sich eingeschlosien sahen, war unbeschreiblich Was den dcut schcn Soldaten noch besonders geholfen haben soll, war eine angebliche Rede des Kaisers,in der er versickerte, daß mir der Einnahme von Warschau der Krieg vorüber sein würde und dah Polen eine Kriegsentschädigung von 40 Millionen Mark zablen müsse (!) Auf diese Weise entging die deutsche Armee einem Sedan. Die Russen kämpften hervorragend, aber da sie nicht genügend Truppen hatten, um die Deutschen gänzlich umzingeln zu können, gelang der Durchbruch. Auch litten die Russen lehr unter der furchtbaren Kälte.
Unruhe i» Petersburg. Kopenhagen, 3. Dez. (W. B. Nichtamtlich), „Politiken" gibt folgende Meldung der Londoner „Times" ans Petcrsourg wieder: Die Hauptäakt
wartet ungeduldig aus Nachrichten aus Polen. Die vorliegenden Meldungen trage» dazu bei, die Spannung zu erhöben. Troß der klimatischen Schwierigkeiten halten die Deutschen ihre Stellungen bei Lodz und Lowiez und haben den Russen ir-.-r schwere Verluste zugesiigt. Jetzt erwarten sic Verstärkungen, aber woher nehmen?
General Rcnncnlamps abgrsetzt. London, 3. Dez. Die „Morning Post" berichtet aus Petersburg, General Nenne:, kämpf sei abgesctzt worden, weil er zwei Tage zu spät lam, als cs galt, die Deutschen zu umschließen.
Der österreichische Generalstaü jj —. - meldet:
Vom nordöstlichen Kriegsschauplatz. Wien, 3. Dez. (W B. Nichtamtlich). 'Amtlich wird vcrlautbart: 3. Dezember mittags: Unsere Situation aus dem nordöstlichen Kriegsschauplatz hat sich gestern, nicht geändert.
Der Stellvertreter des Chefs des Eencralstubs: v. Höscr, Generalmajor.
Vom südlichen Kriegsschauplatz. Wien, 3. Dez. (W. B. Nichtamtlich). Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: Das siegreiche Vordringen unserer Truppen über die K o l u b a r a hat den Gegner gezwungen, Belgrad, dessen Verteidigungsanlage gegen Norden gelichtet ist, lampslos preis- zugebcn, um nicht die dortige Besatzung der Gefangennahme auszulicfcr». Unsere Truppen drangen über die Save und aus südwestlicher Richtung m Belgrad ein und besetzten die Höhen südlich der Stadt. Die öffentlichen Gebäude, auch die Gcsandt- schaftspalais Deutschlands und Oesterreich-Ungarns, wurde» sofort militärisch gesichert. An den übrigen Teilen der Gesechts- front kam cs gestern, da der Feind im Rückzüge ist und die eigenen Truppen auf den grundlosen Wegen nur langsam vorwärts kommen, nur zu kleineren Kämpfen mit feindlichen Nachhuten, von denen zirka 200 Mann gefangen genommen wurde».
Die Einnahme von Belgrad. Der „Pesti Hirlap" melket aus Eemlin: Tic schweren Geschütze unserer Monitorc begannen vor einigen Tagen die Festung Belgrad unter heftiges Feuer zu nehmen. Die ausgezeichnete, energische Arbeit halte bald einen entsprechenden Erfolg. Die 28-Zcntimcter Geschütze des Feindes, die franzöpschen Ursprungs sind, wurde» zum Schweige» gebracht. Ihre Mannjchajt erlitt schwere Verlusic. Als der Bericht über die vernichtende Wirkung unserer schwere» Geschütze erstattet wurde, vollfllhrtcn unsere am Scmliner User stehenden Truppen eine Bravourleistung.. Sie setzten über die Dona», gelangten nach Eigener,, nach der Zigcuncrinsel und von dort in die feindliche Hauptstadt. Gestern früh, noch während der beiderseitigen heftigen Kanonade, begann der Ilebcr- gang unserer Truppe» aus der Eiscnbahnbrücke, die für den Fußvcrlchr wiedcrhcrgeflcllt worden war. Inzwischen warfen bei der Zigeunerinsel unsere eingedrungcncn Truppen die Serben aus den nächst dem Bahndamm gelegene» Deckungen heraus, nahmen Topschiedcr und den ganzen Weltteil der Stadt. Zugleich drang jener Teil der Truppen in die Stadt, der nach der Einnahme von Obrcnovac an der Save entlang vorgerückt war. Unsere Truppen begannen noch im Laufe des Tages nüt der Herstellung einer Schiffbrücke. Die von der Heeresleitung zur Verfügung gestellte» Schifte sind von Neusatz aus Eemlin unterwegs, »m bei der Abwicklung der Transporte behilslich zu sein. — Das ungarische Blatt „Az Est" bringt eine ähnliche Darstellung Ucber den Widerstand der Serben heißt es oa- rin: Die serbische Besatzung versuchte bei der Eiscnbahnbrücke Widerstand zu leisten: sie wurde ledoch förmlich Lberranut,
ebenso die anderen serbischen Truppen, die in den Straßen Belgrads Widerstand zu leisten versuchten. Vor dem Konak spielte sich eine ergreifend« Szene ab, als die ungarischen Truppen, darunter zahlreiche Landsturmniannfchaften, die ungarische Hymne sangen. Die Stadt hat unrer der Belagerung nicht sehr gelitten, obwohl stellenweise die verheerende Wirkung der Beschießung wahrzunehmcn ist
Die Lage in Serbien ist crnsi. London, 3. Dez. tW. B. Nichtamtlich). Di- „Times" melden aus Petersburg: Di- Lage in Serbien ist ernst. Die Ocsterreicher haben jetzt dort eine halbe Sllillio» Soldaten einschließlich 30 000 Bayern. Serbien hat sehr groß- Verluste erlitten. Mehrere Regimenter habe» nur noch acht Oftizierc statt «5. Die einzige Hoffnung ist di- Hilse Rußlands.
Serbien vom Vcrlchr abgeschnitten. Konsiantinopel, 3. Dez. Der „Franks. Ztg. ‘ wird berichtet: Drei von Rußland nach Kladowo in Serbien bestimmt gewesene, mit Mann- Ichaftcn und Munition beladene Donaudampfer konnten in der Nähe von Widdin ihre Reise die Donau aufwärts nicht fort-
sctzcu. Ein Tampser liegt sestgesahro, in der Nähe Widdin». die beiden anderen inußten Uiit voller Ladung wieder denn, abwärts zurück. Die Ursache liegt in der hei dem niedrige!, Waiscrstand beginnenden Bereisung, die diese reich spendend. Quelle Serbien jetzt verschließt. Das wird von großer mm. netter und moralischer Wirkung auf die serbische .Kriegjühnnn sein. - Diese Nachricht erhält ihre volle Bedeutung mit > gestrigen Meldung, daß die Wardarbrnckc bei Demirkapu ee sprengt sei Die Bcrsrachtung über Salonik nach der Bahn Wardartal und die Verschiffung aus der Donau waren bisb, die zwei Möglichkeiten, wie aller Kriegsbedarf der serbischen Armee von ihren Freunden offen und aus bequeme 'Weise zn qejnhrt werden tonnte. Die Russen, Fran,zoscn und Engländc, haben aus diesen beiden Wege» Kanone» und Munition in großen Mengen nach Serbien gebracht. S!un sind kurz na,!: einander beide Verbindungslinie» burchschnitten worden. Die Aufständische» in Mazedonien habe,! den wertvollsten Kunstdan der Wardarbahn zerstört, und das wasserarme Winterwetter l.at bei Widdin, kaum 40 Kilometer vor der serbischen (grenze, eine Schiffsladung aufgehalten, die schon über «00 Kilometer iniihsam slromauf gelommcn war. Das mag für die nächsten Monate zur Regel werden, und die Donau hat ausgchort, sür Serbien ein sicherer Zusahriswcg zu sei». Der völlige Zusammenbruch des serbischen Staates wird um so rascher koiiiinen Müssen
? Das türkische Hauptquartier p 1====== meldet: ---- - !j
Konsiantinopel, 2. Dez. <W. B. Nichtamtlich). Un scrc Truppen, die in der Zone des Tschorokh vorrücktc», haben einen neuen Erfolg davongctragcn und heute die Stadt A r d a n u r l ch , 20 Kilometer östlich des Tschorokh-Flusscs, besetzt. iArdanutsch liegt im Tal eines 'Nebenflusses des Tschorokh, etwa 25 Kilometer südöstlich von Artwin, unfern von Batums.
Die Türken aus dem Marsche nach Teheran. Kopenhagen, 3. Dez. Nach ciilcr vom türkischen Konsulat ausgcgebe neu amtlichen Meldung sind lürlischc Truppen mit Zustimmung der persischen Regierung auf dem Marsche »ach Teheran.
Ein englisches Unterseeboot weniger? K o n st a n t i II ,1 p e l, 3. Dez. Seit dem vor säst vier Wochen erfolgten und abgcwie sencn Angriff der englisch-französischen Flotte aus die Außensorts der Dardanellen hat man von einer weiteren Tätigkeit dieser Flotte nichts gehört: nur vor einigen Tagen konnte deutlich ein englisches Unterseeboot beobachtet werden, als cs in einer Fahrt unter Wasser in die Dardanellen cinzudringeii versuchte. Die türkischen Batterien cröffnete» sofort da» Feuer und glauben mit Sicherheit, einen Treffer beobachtet zu haben. In der Tat ist seitdem die Zahl der. vor den Dardanellen beobachtete» Unterseeboote um eins geringer als vorher, u>d neuerdings sind sämtliche Unlerseeboote zurückgezogen worden.
Der ägyptische Feldzug der Türken. Zum Höchstkommandie- reudcii dcr gegen Aegypten hcranziehcnden türkische» Armee ist der aus dein Balkankricge bekannte General Izzet -Pascha ernannt worden. Seine Armee zählt 76,000 Man», zu dcnc» noch 10,000 irreguläre Bcduiten hinzukommen. Die Zahl de» Lastkamelc beträgt 5000 . Die Spitzen seiner Armee haben de» Snezkanal bereits erreicht, wobei sich heftige Kämpfe mit de» Truppen des englischen Generals Maxwell abgespielt haben. Die letztere» tonnten zwar den Bormarsch der Türken nicht aushalten. haben aber andererseits den Kanal auch »och nicht geräumt, den sic energisch verteidigen wollen.
Mohammed Ferid über Aegypten. Der Führer der ägyptischen 'Ratio,lalpartei, Mohammed Ferid, der seit Jahren geqc» die Besetzung Aegyptens durch die Engländer einen erbitterten Kampf führt und vom Ausbruch des europäischen Kriege» an in Konstantinopel weilt, erklärte in einer Unterredung, er zweifle nicht daran, daß die osmanifche Armee mit Leichtigkeit und bedeutend rascher, als man glaube, den Su-zkanal überschreiten werde. Ebenso stehe außer allem Zweifel, daß di» Aegyptcr, die die Engländer verabscheuten, sich erhebe» würden, sobald die osmanischc Armee in Aegypten c.ndrinqc: nicht minder die Sudanesen, sodaß die Engländer zwischen oiet Feuer geraten würden, nämlich die türkischeArmee, die Bcvckl» Icrung Aegyptens, dis Senufst und die Sudanesen.
In Aegypten. Stockholm, 3. Tcz. Dem „Aftonbladet" wird ein Privatbries aus Aegypten zur Verfügung gestellt, in dem cs heißt: Tic Unruhen nehmen hier immer mehr zn. Es ist ein vollkommener Belagerungszustand verhängt worden. Täglich werden unzählige Verhaftungen vorge- l ommcn. Eine Terschwörnng nach der anderen wird entdeckt, alle gegen die britische Okkupation gerichtet, lieber- all stehen Polizisten, alle Brücken sind mit britischen Schntz- siutcn besetzt. Acht Mohammedaner wurden in diesen Tagen scstgenominen, weil sie in einem Kaffee rln Lied von der


