Ausgabe 
3.12.1914
 
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3lut w«rd« für dt« üngarische Nation Früchte tragen. Der Kamps werde ohne Ermatten und ohne Kleinmütigkeit fortgr- >ht werden müssen, bis die Bedingungen der künftigen Sicher­heit für die ungarische Nation geschaffen sind.

Die Hoffnung der Serben.

London, t. Dez. DerTimes" wird aus Petersburg gemeldet, daß nach einem Telegramm aus Nisch der Zustand an der serbischen «enze sehr ernst sei. Mehr als ein- halbe Million Oesterreicher ständen den Serben gegenüber, die sich je- ,och noch rechtzeitig in Desensivstcllung zurückziehen konnten. Zn vielen serbischen Regimentern sei die Anzahl der Offiziere »on 75 auf 8 bis 10 gesunken und die Serbe» setzten nun noch ihre Hoffnung daraus, datz die Russen bald vor Budapest er­schienen!

glt^lltnbahnbnickt über drnWarbar ariyrrnat.

Salonik, 2. Dez. (SB. B. Nichtamtlich). Die Eisenbahn- brücke über den Wardar zwischen Strumitza und Dcwirkapu ist von Banden zersprengt worden. Der Mittelpseiier wurde in 2 drittel, der nördliche vollständig zerstört. Drei Brückenseldcr ind eingestürzt. Der Verkehr zwischen Ucsküb und Salonik ist .ingestcllt. Die Wiederherstellung der Brücke wird längere Zeit beanspruchen. Bei der Zerstörung soll ein blutiger Kamps zwi- chcn den Banden und serbischem Militär statlgesunden haben. Eisenbahnwagen mit Verwundeten passierten Salonik auf dem liege nach Monastir.

Das türkische Hauptquartier -- --- meidet: ===»

Konstantnopel, 2. Dez. (Nichtamtlich) Unsere Trup- - - die in der Zone des Tjchoroth vorrücktcn, haben einen i . Erfolg davongetragen und heute die Stadt Slrdanutsch,

:ü Kilometer östlich des Tfchorolh-Flnsses. besetzt.

SIu» Aegnpte». Mailand, 2. Dez. Die letzten Nachrich­en aus Aegypten besage», datz vollkommene Ruhe anhalte. Die Engländer verstärken die Sicherungsmatznahmen zum Schutze :egen einen Einfall der Türken. Wettere indische Truppen ömmen an und setzen die Reise nach kurzer Rast nach Marseille ort. Indessen wurde der längste Jndertransport, der schon rach Europa in See gestochen war, drahtlos zurückberufen und nieder ausgeschisft. Neue britische Truppen kommen an, andere »erden erwartet. Die Sinai-Halbinsel wird von türkischen «I. Zeduinen Patrouillen durchzogen, die bis auf 20 Km. an den vuezkanal vordringe». Die Türken sollen, von deutschen Inge­nieuren unterstützt, eine Bahn von Maan nach dem Suezkanal bauen. Personen, die in Kairo aus Palästina und Syrien an- ickommen sind, erzähle», datz vier deutsche Offiziere in der Ey- :enaika bei den Senusscn anzeiominen seien und große Eeldbc- räge mitgebracht hätten. Die Engländer wollen aber der Treue der Senusscn sicher sein.

Mailand, 2. Dez. Nach römischen Informationen des Eorriere della Sera" marschiere» 100 000 Türlen gegen den -uezkanal.

Französische Niederlagen inBIarotko. Konstontinopel, Dez. Nach Mitteilungen aus amtlicher Quelle hat im süd­lichen Marokko in der Schauja bei Ealaka zwischen Senufsis nid französischen Truppen unter dem Befehl des Generals ar- ou ei» Gefecht stattgcfundcn. Der Führer der Schaujas, Scheich lbdiillah, fand hierbei zwar den Tod, doch wurden die Fran- oscn in die Flucht geschlagen. Die Senussi trugen auch in den legenden von Kanmen und SBadai glänzende Siege davon.

Die Haltung Italiens.

Rom, 2. Dez. In parlamentarische» Kreise» erwartet »an, datz die Erklärung, die morgen bei der Kammereröffnu «g ie Regierung durch Salandra zur auswärtigen Politik Ita­liens abgebeii wird, ein: kurze Bestätiguiig und Bekräftigung er Neutralität sei» wird, die zu hallen Italien entschlossen ist, nenn nicht die Wahrung dringlicher Lebensintereffen eine Aen- ' »ng erheischen. Die Regierungsparteien werden diese For- ,, : akzeptieren: auch von den Sozialisten ist neben der Beto­nung des unbedingte» Neutralitätswillens nur eine prinzipielle Verwahrung gegen die Nisstiingci, und die Rüstungskrcdite zu rwarten. Für eine Intervention werden nur die Rcpublila- ker, die Resormsozaliste», die Nationalisten und ein Teil der radikale» eintretcn. An einem Vcrirauensootum für die Re- iernng zweiselt niemand.

Ans Frankreich.

Bersrühter Jubel in Paris. DerEclair" schreibt: Paris 'Hielte drei Tage, als Petersburg die Vernichtung der Hinden- urgifchen Armee berichtete. Jetzt ist cs aber grabesstill. Es ist üchcrlich, wenn amtlich aus Russland gemeldet wurde, datz feit Ritte November 700 000 Deutsche und Oesterreicher gcsangen oorden seien und datz seit Ai!galt die Zahl der Gefangenen Z'A Millionen betrage. Es sei »nbcgreislich, sagt das Blatt, dotz >>e Petersburger Zensur derartige Lügenmeldnngen der russi- >hen Blätter zulätzt.

Ans Erholungsurlaub. Mailand, 2. Dez. Nach einer Meldung desEorriere della Sera" aus Ventimiglia sind etwa 000 senegalische Iritsipen in Nizza und Mcntone untergebracht norden, da die Kälte ihren Aufenthalt in Nordfranlrcich nicht »ehr erlaubt.

Ans Rußland.

Rutzlaad zeigt fei» wahres «esickt. DieRowoje Wreinja" vom 24. 'November behandelt in dem Leitartikel das gegenwär- ig« Verhalten der bulgarischen Politiker und lätzt sich in der rbtttertsten und deschimpfeadsten SBeise über die Red- des Ab- ieordnete» ibenadiew aus, den sie als einen gewesenen Meo- h«» bezeichnet. Dt« Zeitung zitiert das Eenadiewiche Wort: Wi sind keine Russophoben. uiid die Interessen Bulgariens

-I«ue Tageszeitung. Donnerstag, de» 3. Dezember 1914 Seite 2

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sind mit den Interessen Rußland« nicht unvereinbar." Sie be­merkt dazu folgendes: Mit diesen negativen Phrasen, die jcg- lichen realen Inhalts entbehren, charakterisiert der Redner die Beziehung Bulgarien» zu Rußland. Augenscheinlich fand un­sere Diplomatie in der letzten Zeit in Sofia gegenüber den Bul­garen nicht den richtigen Ton, wenn der verantwortliche Rai­ner der Mehrheit d»s Ministeriums sich bei Erwähnung Ruß­lands auf die eben erwähnte halb herablassende Phrase be­schränke. Das Blatt kommt auf die Möglichkeit des Einrückens Bulgariens in Mazedonien zu sprechen und »ersteigt sich zu fol- gcnder plumper Drohung: In diesem letzten Falle und wir sind überzeugt, datz unsere Ansicht der Stimme des gesamten denkenden Rußlands entspricht würde nichts das Gefühl des Widerwillens und der Entrüstung zurückhalten können. Sluf die Bulgaren würden die grausamen Worte Taras Bulbas an- gewendct werden: Ich habe dich geboren, und ich werde dich auch töten.

Die deutschen Unterseeboote. Der Flottenkorrespondent der

Times" schreibt: In den ersten vicrMonaten des Krieges vcrnichtctcn deutsche Unterseeboote sieben britische Kriegsschiffe und vier Handelsschiffe, ferner durch Kanonenschüsse 3 britische Kricgsschisfe und 00 Handelsschisse.

Russen und dergkcilljcn auf englischen Universitäten. Der Vizekanzler der'Universität Sheffield sagte gestern in einer An­sprache bei einer Versammlung des Direktoriums der Universi­tät. die deutschen Universitäten seien viel von Franzosen.Russen, Serben und dergl. besucht. Er hosse, daß cs nach dem Kriege England möglich sei, in dieser Hinsicht zum guten Teile an die Stelle Deutschlands zu treten. Mir wünschen den englischen Universitäten Glück zu dem EefinLcl, das ihnen in Aussicht steht. Die Türen unserer Hochschulen sind dieser Sorte hoffent­lich ein für allemal verschlossen.

Ans England.

Englisch« Unverschämtheiten gegen Amerika.Daily Te­legraph" meldet aus Washington: Bryan gab zu verstehen, datz er sich wegen der englisch-französischen Proteste, betrefsen.d eine Ncutralitatsoerletzung durch Ecuador und Kolumbien nicht werter bernühen werde. Gegenüber den englischen Be­hauptungen, datz sich eine deutsche gunlcnstation in Kolumbien befände, begnügt sich die amerikanische Regierung mit einer Erklärung an die Regierung Kolumbiens, datz dies nicht der Fall sei. Es läßt sich nicht sagen, was die Vereinigten Staa­ten tun, wenn England und Frankreich selbständig gegen Ka- lumbien vorgehcn sollten. Der Korrespondent desDaily Telegraph" glaubt, die Vereinigte» Staaten wurden sich einem energischen Auftreten Englands und Frankreichs nicht wider- setzcn, man müsse abwarten, ob England und Frankreich dies wagen werden und ob nichr schliiiimstcnfalls die Vereinigten Staaten sich dennoch bemühen würden.

Der König von England ,n Frankreich. Berlin, 1. Dez. DerLokalanzeiger" meldet aus Rotterdam. Amtlich wird ge­meldet, daß König Georg von England gestern das eng- Usche Hauptquartier in Nordfranlrcich besucht hat. Er machte Sonntag »acht die Ucberfahrt nach dem Kontinent.

Deutjcher Reichstag.

Annahme der Kriegsvorlagen.

Be»Iiu, 2. Dez. (W. T. B.) Der Reichstag nahm nach der mit überaus stürmischem Bcisall ausgenommrnen Rede des Reichskanzlers die angcfvrdcrtcn 5 Milliarden der nenrn Uriegstreditc gegen die einzige Stimme des sozial, drmokrafsschcn Abg. Dr. Liebknecht an.

Sihnilgsvericht.

Dritte Sitzung.

Berlin, 2. Dezember.

1 Uhr nachmittags.

S(m Bimdesratstifche: Reichskanzler Dr. v. Bethmann Hallwcg, Dr. Delbrück, v, Jagow, Großadmiral v, Tirpitz, Graf Hertling, Kraetke, Dr. Sols, Dr. Sydow, v. Wendel, Beseler, b. Löbell, Havenstcin, und eine Wille von Bevoll- niächtigtcn znm Bnndesrat und Kommissarien.

Das Haus ist vollständig besetzt. Sämtliche Zuhöror- tribünen sind schon vor Beginn der Sitzung überfüllt.

Präsident Dr. Kämpf eröffnet die Sitzung uni 4Vi Uhr mit folgender Stnfprache:

Meine Herren I Nach »iermonatlicher Vertagung heiße ich Sie alle zu treuer Arbeit in diesem Hause willkommen. Diejenigen aber unter uns, die mit in das Feld haben zie­hen köiiucn, und die aus dem Felde herbeigeeilt sind, um au den wichtigen Arbeiten des Reichstages teilzunchm"», begrüße ich ans das allerherzlichste. (Lebhafte Zustimmung.)

Seitdem wir am 4. Slngust unter dem gewaltigen Ein­druck der ans uns cinstnrmcnden Ereignisse uns getrennt haben, sind wichtige welthistorische Ereignisse eingetreten, vor allem aber hat sich gezeigt, daß alle Gedanken des dcut- üßrn Volkes ans diesen geivalffgeu Krieg gerichtet sind in dem Vertrauen, daß die Einigkeit d-S deutschen, Volkes alle Hiudci nisse überwinden werde, in dein Bewußtsein des Sieges, das gefrageu wird von der Stärke der militärischen Macht Deutschlands zu Wasser und zu Lande und von dem Bewußtsein der wirtschaftlichen Stärke des deutschen Vaterlandes. (Erneuter lebhafter Beifall.)

Der Präsident gedenkt dann der gefallenen und gestor­benen Abgeordneten und rühriff die Opferwilligkeit des deutschen Volkes, die sich nicht nur in der zahlreichen An- zahl von Kriegsfreiwilligen, sondern auch in der glänzenden Slnsnahnie der Kriegsanleihe beteiligt habe.

Zu unsren Gegnern hat sich das japanische Reich gesellt, das für seinen Undank nur anführen kann: die

Beutegier nach dem Wahrzeichen deutscher Kultur, das wir im fernen Osten ausgerichtct haben. Dagegen ist den treu verbündeten Reichen Deutschland und Oe st errich - Ungarn

ri» neuer Bundesgenosse

erstanden in dem Osmaneureiche (Bravol), das mit allen islamitischen Völkern das englische Joch obfchüttcln und damit die Grundsätze der englischen Kolonial::'er­schüttern will.

Nachdem der Präsident die Tapferkeit der jungen meist aus Freiwilligen gebildeten Regimenter rühmend gehoben, und die Tätigkeit unserer Flotte gepriesrn ' verliest er ein Glückwunschtelcgramni nebst Antwort rr Anlaß des Geburtstages der Kaiserin, ferner gramme, die er aus Anlaß des Falles von Tsingtau > i den Kaiser und den Staatssekretär v. Tirpitz gesandt Hai sowie die emgegangenen Antworttclcgramme, ferner d » Telegrammwechsel zwischen den Präsidenten des ungar­ischen Abgeordnetenhauses und des Deutschen Reichtstag>s.

Hierauf tritt das Haus in die T a g e s o r d n u n g ein. Auf der Tagesordnung stehen NachtragSetals (Kriegs­vorlagen).

Reichskanzler v. Bethmann-Hollwcg:

Meine Herren! S. M. der Kaiscr der drangen bei der Armee weilt, hat mir bei meiner Abreise aufgetrogen, der deutschen Volksvertretung, mit der er sich in Sturm und Gesurr in der gemeinsamen Sorge um das Wohl des Vaterlandes bis zum Tode eins weiß, seine besten Wünsche und herzliche» Trüg: zu übermitteln und zugleich von dieser Stelle aus in seinem Namen der ganzen Nation Dank zu sagen Zur die dei- spicllose Aufopscrung und Hingabe für die gewaltige Arbeit, die drautzcn und daheim von allen Schichten des Volkes ohne Unterschied geleistet worden ist und weiter geleistet wird. (Leb­hafter Beifall). Auch unser erster Gedanke gilt dem Kaiser, der Sir, nee und Marine, unseren Soldaten, die im Felde und aus hoher See für die Ehre und Größe des Reiches kämpfen. (Beifall). Doll Dank und mit selsensestem Vertrauen blicken wir auf sic (erneuter Beifall), blicken wir zugleich aus unsere österrcichisch-ungarischen Waffenbrüder (lebhafte Zustimmung), die treu mit uns vereint in glänzend bewährter Tapferkeit den große» Kampf kämpfen.

Roch jüngst hat sich uns ln dem uns ausgezwungenen Kampfe ein Bundesgenosse zugesellt, der genau weiß, daß mit der Vernichtung des Deutschen Reiches cs puch mit seiner staat­lichen Selbstbestimmung zu Ende wäre (sehr richtig), das o t. tomanische Reich. Obwohl unsere Gegner eine gewaltige Koalition gegen uns aufgeboten haben, so werden sie hoffentlich die Erfahrung machen, daß auch der Arm unserer mächtigen Verbündeten bis an die schwachen Stellen ihrer Wcltstellung reicht. (Beifall).

Slm 4. August bekannte der Reichstag den unbeugsamen Willen des gesamten Volkes, den ihm ausgezwungene» Kampf auszunehmen und seine Unabhängigkeit bis zum äußersten zu verteidigen. Seitdem ist Großes geschehen. Wie kann man die Heldentaten der einzelnen Armeen, Regimenter und Schwadro­nen auszählen bei einem Kriege, dessen Fronten durch die ganz« Welt gehen. Ihre Taten wird die SBeltgeschichte verzeichnen. (Lebhafter Beifall). Die unvergleichliche Tapferkeit unserer Truppen hat den Krieg in Feindesland getragen. Roch stehen wir fest und stark da und tonnen mit aller Zuversicht der Zu­kunft cntgegenfehcn. (Lebhafter Beifall). Aber dt- Wider- ftandskraft des Feindes ist noch nicht gebrochen, wir sind nicht am Ende der Opfer. Die Nation wird diese Opfer weiter na­gen mit demselben Heroismus, mit dem es sse bisher getragen har, denn wir müssen und wollen diesen Verteidigungskrieg, den wir von allen Seiten bedrängt für unser Reich und unsere Frei­heit führen, bis zum guten Ende durchkämpfen. (All- seitiger, lebhafter Beifall). Dann wollen wir aber auch der Dreistigkeit gedenlcn, mit der man sich an unseren in Feindes­land lebenden wehrlosen Landsleuten zumteil in einer jeder Zivilisation hohnsprcchenden Weise (lebhafte Zustimmung) ver- grisfen hat. Die Welt muß cs erfahre», baß niemand einem Deutschen ungesühnt ein Haar krümmen tanh. (Lebhafter, wiederholter Beifall).

Der Reichskanzler geht dann des näheren Uber die Bezieh­ung Englands zu dem Kriege ein. Die Verantwortung an die­sem größten aller Kriege liegt für uns klar. Die äußere Ver­antwortung tragen diejenigen Männer in Rußland, die die allgemeine Mobilisierung der russischen Armee betriebe» und durchgesetzt haben, (Zustimmung),

die innere Verantwortung aber trügt die britische Regierung! (Erneute lebhafte Zustimmung.) Das Londoner Kabinett tonnte den Krieg unmöglich machen, wenn cs in Petersburg unzweideutig erklärte, England sei nicht gewillt, aus dem öster­reichisch-serbischen Konflikt einen Kontinentaltrieg der Mächte herauswachse» zu lassen. Eine solche Sprache hätte auch Frank­reich gezwungen, Rußland energisch von allen kriegerischen Maß­nahmen abzuhaltcn: dann aber gelangen unsere Vermittlungs. altionen zwischen SBien und Petersburg und es gab keinen Krieg. England hat das nicht getan. England kannte die kriegslüsternen Treibereien einer zu», Teil nicht verantwort­lichen, aber mächtigen Gruppe um den Zaren. (Zustimmung). Es sah. wie das Rad ins Rollen kam, aber es fiel ihm nicht in die Speichen! (Lebhafte Zustimmung). Trotz aller Friedens­beteuerungen gab London In Petersburg zu verstehen, England steh: auf Seiten Frankreichs und damit auch Rußlands (lebh. Zustimmung): das zeigen klar und unwiderleglich die inzwischen erfolgten Publikationen der verschiedenen Kabinette, insbeson­dere das Blaubuch, das die englische Regierung hcrausgegeben hat. Sinn gab es in Petersburg kein Halten mehr. Wir be­sitzen darüber das gewisse unverdächtige Zeugnis des belgischen Geschäftsträgers in Petersburg. Er berichtet Eie kennen feine Worte, aber ich will sic hier wiederholen am 30. Juli an seine Regierung:England gab anfänglich zu verstehe»,

daß es sich nicht in einen Konflikt hincinziehen lassen wolle: Sir George Vuchana» sprach das offen aus. Heute aber ist man in Petersburg fest davon überzeugt, ja man hat sogar die Zusicherung, daß England Frankreich beiftehen werde. Dies« Beistand fällt ganz außerordentlich ins Gewicht und hat nicht wenig dazu beigetragen, der Kriegspartei Oberwasser zu ver­schaffe» " (Hört, hört!) Bi» in deu Sommer hinein haben di« englische» Staatsmänner ihrem Parlament versichert, lein Ver­trag. keine Abmachung binde die fchrankenlof« Selbstbestimmung