236 Nachrichten aus der
Serüchte wegen fortgeſetzter Frieden enter handlungen in par es muchten da Koofſcheu, wo man nur einſeitigen Berichten traut e. Endlich blieb es auch nicht unbekannt, daß von der franzoſiſchen Regierung ſelbſt Licenzen zum unmittelbaren Verkehr mit En g⸗ land gegeben würden, die allerdings auch für die Zukunft neue Handels kombinationen gedenkbar machten. Das nie raſtende Unge⸗ heuer mit hu dert Zu gen und zweihundert Federn vergrößerte na— tarlich Alles dies durch die lacherlichſten Zuſae, und das ganze Hcer von Fit ſchrankungen, Entſagungen, Surrogaten von Trauben- ſorop bis auf den Koppyſchen Runketrübenertrakt, that auch das ſei⸗ nige, Was Wunder, daß unter die ſen Umſtäanden viele Kolonial- handler den Kopf hangen ließen, und daß dies beſonders in Leip⸗ dig menchen hart betraf, der ſonſt ſehr guter Dinge geweſen wor. Ueberhaupt gewöhnen ſich die Menſchen in dieſer eiſernen Seit im⸗ mer mehr au Entbehrungen aller Art. Noch heute wird un gefahr ſo viel Tabak geſchnupft und geraucht, als vor 120 Jahren, und 5 die Preiſe ſind verhältnitzmäßig' nicht geſtiegen. Aber wie gern nimmt man auch hier init dem Schlechtern vorlieb: weil das Gute nicht mehr erreicht werden bann. Zwei gute Tabaksernten in Sch le⸗ ſien und Sachſen kamen dem gemeinen Bebürfniß trefflich zu ſtatten. Uebrigens iſt es gut, wenn wir entbehren und vorlieb neh⸗ men lernen. Gewiſſe Kolonialwaaren werden nie zur olten Woßt⸗ feilheit herab kommen. Man bedenke doch nur, daß England eine Abhängigkeit vom auslänbiſchen Getralde dadurch immer mehr bekampft, daß es das Branntweinbrennen aus Kocnern ganz einge⸗ hellt und ſeinen Suckerüberfluß auf Rum verwendet hat. Dadurch ſtud aber die Zuckerpreiſe auf immer geſteigert! Auch dies iſt zu bemerken; je mehr überall die Regierungen ſelbſt in den Handel eingreifen; deſto gewiſſer ſchnellen die Preiſe empor, aber deſto we⸗ muger wird auch gekauft. 7 Pferde. Perlen. E Geld und Wechſelge⸗ af te. 1
Der Roßmarkt zeigte verhaltnißmäßig nur wenig Pferde, und disſe oft zu ungeheuern Preiſen. Deſtreich, das durch eine ſudoſtlichen Provinzen ſonſt ſo wohlberittene, und fremden Ma gel durch eignen Ueber uß deckende, Reich kaufte jetzt in Leipzig, und erhöhte durch ſeine Coneurrenz die Preiſe ſehr bedeutend. Die Ruf⸗ ſen, die ſonſt ſo viel verkäufliche Pferde mitbrachten, hatten dies⸗ mal kaum genug für ihr eignes Fuhrweſen. Aus Holland, wo ſelbſt der alte feſte Wohlſtand immer mehr ins Gedränge kommt, brachten Juden herrliche Spitzenanzüge und Bijouterien zum Ver— kauf. Ein hollandiſchet Perlenſchmuck von einer Schnur von 200 Perlen, alle von gleicher Große und Weiße, wurde für 12000 Athir. nach Ruß land verkauft.— Die ſächſiſchen Eiſen⸗ und ſchleſt⸗ ſchen Stahlwaaren fanden guten Abgang. Denn die Steier market Säbel und Sicheln feblten diesmal ganz. Auch die gewerbſamen Tyroler waren verſchwunden. In Rauchwaaren hätten ſtarke Ge⸗ ſchäfte gemacht werden konnen. Dieſer Artikel fehlte aber wegen der Seeſperre jetzt ganzlich.— Daß ODeutſchland an Baarſchaft im⸗ mer ärmer werde, und bei fortgeſetzten Aderläſſen bald kein Her⸗ zensblut mehr haben dürfte, zeigt ſich auch an ſo manchem traurigen Merkmal in dieſer Meſſe. Die Bankiers waren nicht die zufriedeu⸗


