Leipziger Oſtermeſſe 237
en auf derſelben. Ihre Wechſelgeſchüfte waren wenigſtens nicht im Verhaltniß ſo bedeutend. Die nordiſchen Einkäufer brachten weit. weniger Papier, als Baarſchaft mit. Der Umſatz war alſo ſchon auf dieſer Seite geringer. Das Geld verlor beträchtlich. Galliziſche Juden hatten mit Wiener Papieren ein Geſchaft gemacht, das nachtheiligen Einſtuß auf Leipziger Geſchäfte hatte. Die ſächſi⸗ ſchen Kaffabillets waren ungemein willkommen, und halfen glücklich den Mangel an klingender Baarſchaft erſetzen. 2 eberſicht der Frankfurter Herbſtmeſſe 1810. An Kaffee, beſonders in guten Sorten, iſt kein großer Vorrath vorhanden, und dieſer Artikel dürfte wohl einer Erhohung entgegen gehn, da die Herannäherung des Winters keine bedeuten ⸗ den Zuführen mebr erwarten läßt. Fudigo und Farbholzer waren wenig Abwechslungen unterworfen, und ſind ſeit voriger Meſſe ſo ziemlich guf dem vämlichen Standpunkt geblieben. Die wentindiſche Baumwolle hat durch die erhöhten franzöſiſchen Eingangsrechte zur See, und den augenblicklichen Verbot ihrer Ein⸗ fuhr zu Lande einen empfindlichen Stoß erlitten. Ferna mb u ck iſt ohne die mindeſce Bewegung, und nur Louiſiana und G orgia finden nach der Schweiz noch etwas Abzug. Zwar iſt die macedoniſche Baumwolle aus ähnlichen Urſachen auh un⸗ werther geworden, i deſſen zeigt ſich doch darnach einiges Geſuch, und man zahlte dieſer Tagen für ſchoͤne Waare 9—92 Rthlr. Bauim⸗ woll⸗ Garne waren ſehr beliebt, beſonders in dem Nro. 30 a roc, und erſte Sorte Nro. 80 bezahlte man bis 5 fl. 40 kr. Die ganz; hohen Nummern fanden keine Liebhober.— In gedruckten baumwollenen Tüchern, ſächſiſchen und Schweizer weißen Artikeln war der Umſaßg, wenn auch nicht ſo glänzend, als die Manuf ktu⸗ riſten es ſich anfänglich verſprachen, doch lebhaft, und die Preiſe annehmlich; dagegen beklagten ſich die Fabrikanten von Wollenta— chern über ſchlechten Verkauf, der wohl zum Theil dem kleinen Zwiſchenraum beigemeſſen werden kann, der von der Oſtermeſſe, wo dieſer Artikel ziemlich abging, bis zur Herbſtmeſſe Statt gefunden hat.— Die Schafwolle fand viele Nachfrage, aber auch diesmal, mehr in gut ſortirter Mittelgattung als in feinerer Qualität, weswe⸗ gen denn auch die bohmiſche den Vorzug geneß. Mit den ſeidenen Stoffen hehielt es ſeine vorige Bewandtniß. Rohe Seiden gingen zwar gut ad, aber nicht zu den erhöhten Preiſen, welche man nach den Berichten aus Italien hätte erwarten ſollen. Nach dem Ver⸗ bältn iß der Güte bezahlte man die Organſins mit 12 fl. 9 16 und die Trames mit 10 fl. d 14 im 24 fl. Fuſſe. Nachdem fich vorige Meſſe ein ueberfluß an Sohlenleder eingeſtellt hat, iſt es be- greiflich, daß auf der gegenwärtigen keine bedeutende Zufuhr von dieſem Artikel etfolgte, zumal, da es an rohen Wildhäuten fert⸗ während mangelte. Die Vorrathe der Malmedyer Gärber waren demnach zu den vortheilhafteſten Preiſen von 6s A 68 Kthlr. für ſchone Waare gänzlich vergriffen, kleinere Parthien bezahlte mar ſelbſt zuletzt mit 70 Athlr.— Die deutſchen Sohlleder galten zwi⸗ ſchen 34 4 39 Nthir. Bis Anfangs der zten Meßwoche waren die Wechſelgeſchäfte durch die äußerſt empfindliche Geldklemme ſehr gehemmt und faſt fein Papier zu derſilbern. Run aber, da fur die zahlreichen Meßbispoſitionen geſergt iſt, heben ſich unſer⸗


