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Nachrichten aus der Leipziger Oſtermeſſe von 1810. (Beſchluß S. Sl x. S. 11).
Strohbüte. Hoſenträger, Bijouterie. Por⸗ cellan. Kriſtall. Neue Metallwaaren. Üh⸗ tren. Bronze.
In Baſt⸗ und Strobhüten ſelbſt wurde ein außerordentlich ſtarker Abſag gleichfalls in den Rorden gemacht. In und um Dresden herum ernähren ſich viele hundert Mädchen mit dem Zuſammenna⸗ ben und Fagonniren des italteniſchen und ſchweizertſchen Steobge⸗ flechtes. Doch wird auch einheimiſches fleißig verbraucht. Alle, die mit dieſem Artikel ſteißig handelten, machten ſo gute Geſchafte, daß de an den Verkauf von Rebendingen, wie die Strickgarne u. dgl. find, kaum denken konnten. Ueberhaupt wurden in dieſer Meſſe auch in ganz unbedeutenden Sachen ſo große Einkäufe gemacht, daß die durch die Menge ein Objekt wurden. So ſind z. B. fur die Po⸗ len ganze Kiſten ordingre lederne Hoſenträger gepackt worden, und eine Wiener Hauolung hat für 16,0 o Gulden slaſtiſche Ho⸗ ſentrager verkauft, da die engliſchen jetzt außer Kurs find.— Her Bijouterten⸗ und Uhren undel ſoll zwar, vielſeitigen Ver⸗ ſicherungen ufol ge, in dieſe Meſſe nicht ſo günſtig ausgefallen ſeyn, als man gehoft hatte, weil n hier die Einkäufer weit ſeltener waren. Jodeſſen wurde koch auch hierin Manches gethan. Gelb iſt in den farbigen Edelſteinen und gefaßten Bifouteriewagren nos immer die begünſtigte Farbe, Chryſo ite, Hyaeinthen, Topaſe wurden»erzügtich zu Colliers ſehr geſucht, und ſelbſt die feinen Bernſteinſchn ere, wie z. B. der Bernſteinhändler Albrecht aus Konigsberg in allen Sorten und Größen verkaufte, fanden gu— ten Abgang. Man muß geſtehen, daß die gelbe Farbe, welche ſchon die Alten nicht ohne Urſache zur Farbe der Hochzeit machten, am wenigſten ſchreit, und zu den meiſten Anzügen und Putz am beſten aſſortirt.— Die franzöſiſchen Por zellane fanden auch diesmal wieder ei en unermeßlichen Abſatz, da ſie durch Glanz und Eleganz den Mangel an tüchtigem und dauerhaften Stoff erſetzen, und unter hundert Käufern in dieſem Artikel neunzig immer mehr nach dem, was blos ſcheint, greifen. Man rechnet jetzt au vierzig Hauſer, welche in und um Paris Porzellan fabriziren. Viele nordiſche Einkäufer mogen indeß mit dieſem weißen Glas, wie ſie es nennen, nichts zu thun haben, und halten ſich daher an die ſelidere deutſche Fabrikstion von Wien, Berlin und Meiſſen. Es ist bekannt, daß man in einer Reiß ner Taſſe die Pariſer ſchmelzen kann. Auch iſt es ein bloßes Vorurtheil, daß die treffli⸗ che Meißner Fabrik viel theuerere und unfoörmlichere Wagren lie⸗ fere. In Meiſſen hat man ſich gleichfalls ſchon ſtatt des Silbers, welches ſich beim Schwefeldampf oft ſchwarzt, der Platin a bee dient. 3


