wiſſenſchaftlicher Ausbildung 223

in der Qualitaͤt eines Streichknabens aufgewachſen, haben nebenher die Schule nur ſo viel beſucht, als zum Leſen eines Geſangs oder zum Schreiben eines fehlerhaften Receptes etwa Noth thut. Mit dieſen Vorkenntniſſen hat ſich nun unſer Held, nach 3 bis 10 Jahren zur Wuͤrde eines Druckers em porgeſchwungen. Taͤglich den mechaniſch- techniſchen Gang des Fabrikgeſchaͤfts vor Augen, lernte er nun die Operationen verſchiedener Art, wie ſie aufeinander folgen, kennen. Das Ungefaͤhr laͤßt ihn bemerken, wie viel Kuhmiſt, wle viel Krapp ꝛc. auf ſo und ſo viel Stuͤck Waare zum Reinigen und Ausfaͤrben genommen wird. Zu dieſem fuͤhrt ihn nun noch der Zufall auf ein Paar Recepte von dunkel- und hellroth, ein Paar Schattirungen von Violett das Schwarze weiß er ſchon aus dem Kopfe dazu noch einige rare Schilderre cepte zu ächt blau und gelb, und, wenn er ſichs was koſten laͤßt, wohl auch noch ein hoͤchſt ſelte⸗ nes Tafelſchwarz in die Haͤnde. Den Werth je des dieſer Recepte ſchaͤtzt er nach der Auzahl der darinn enthaltenen Ingredienzien, deren einzelne und wechſelſeitige Wirkungen in dieſem Miſchmaſch ihn weiter nicht kuͤmmern. Mit dieſem Reichthum ſeines Wiſſens aus geruͤſtet, duͤnket er ſich nun uͤber das kaͤrgliche und muͤhſelige Leben eines Dru ckers mit Fug und Recht erhaben, um auf gut Gluͤck ſein Heil weiter in der Fremde, unter der angenommenen Firma eines Coloriſten verſuchen zu durfen. Er irrt von Fabrik zu Fabrik, bereichert da, wo ſich Gelegenheit dazu findet, ſeinen Schatz 4. Band ztes Stück,*