148 Vorſchlaͤge zur Huͤlfe
Dieſes iſt alles nöthige Geräthe, welches zu einer Zucker⸗ ſieberei in Amerika erfordert wird; und es iſt zu bemerken, daß die 16 Keſſel, die 2 eiſernen Schöpflöffel und die 4 Schraubenboh- rer allein gekauft werden dürfen, das übrige alles aber von den 4 Arbeitern verfertigt werden kann.“ 0
Man wählet im Anfange der Jahreszeit 400 Bäume zum Anzapfen. Wenn der Schaum ſich beim Kochen erhebt, ſo muß ſorg— faltig abgeſchaumt werden; und ſobald der Saft zur Halfte einge— ſotten iſt, ſo gießet man das Ganze der 16 Keſſel in die Hälfte derſelben, und fährt auf dieſe Art fort, bis alles nach und nach in einen einzigen Keſſel gebracht wird, füllet aber immer die leeren Keſſel ſobald als möglich mit friſchem Safte an. Wenn der Saft in dem letzten Keſſel, wo ſich denn endlich das Vereinigte von allen 16 zuſammen befindet, anfängt Syrop zu werden, ſo muß man ihn durch ein wollenes Tuch preſſen, ehe er noch zu dick wird; wenn er auf ſolche Art gereiniget iſt, muß er 12 Stunden lang in Eimern ſtille ſtehen, damit aller noch übrige Satz zu Boden falle, und der geläuterte Syrop wieder in einen Keſſel gegoſſen werden könne. Der Niederſchlag wird ebenfalls aufs Reue mit friſchem Satze aufgeſot— ien.
Den Zucker zu körnen, zu reinigen und weiß zu machen, wird alsbann der allgemeine Verhaltungsweg der Zuckerbäcker ver— folgt.
um den Zucker zu körnen, ſchüttet man den Sprop, nach⸗ dem er 12 Stunden geſtanden, in einen Keſſel und ſetzt ihn über ein heftiges Kohlenfeuer, welches ohne Flammen brennen muß, wo— bei man immer bedacht iſt, Butter oder Schweinefett hineinzuwer— fen, ſobald der Syrop ſich durch das Sieden bis an den Rand des Keſſels erhebt, um ſelbigen niederzuſchlagen. Dieſes muß ſorgfäl— tig beobachtet werden, wenn der Zucker anfängt ſich zu körnen.
Der reife Stand des Sudes wird dadurch erkannt, wenn man ein wenig von dem Syrop zwiſchen die Finger nimmt, und verſucht ob er ſpinnt; hält er dieſe Probe, ſo muß man ihn in ei— nen Kübel gießen uud ununterbrochen umrühren, bis das Korn ge— fühlt wird, wo er ſich alsdann in dem Stande befindet, in Formen gegoſſen zu werden.
Wann die Bäume vor der zweiten Anzapfung ehen ſich zu erſchöpfen, welches ungefähr den 31. März oder 10. April ge— ſchieht, ſo fließet aus dieſen Bäumen noch ein Saft, woraus man gute Melaſſen und Eſſig machen kann.
Aus dem reichen oder kräftigen Safte hat man auch ſehr guten Rum gemacht.
D. Aus Wanſeys Reiſe.(Berlin 1797 S. 89 ꝛc). Man bot mir(in der Gegend von Durham) 500 Ct. Ahornzucker, das Pf. à 4 ½ Pence Cetwa 1 8 Thlr. ſaͤchſ.) an. Unter vlelen Baͤu— men ſah ich noch die Troͤge ſtehen und bemerkte


