134 Vorſchlaͤge zur Huͤlfe ö
Zuckergehalts; denn ein Berliner Zuart— 3 2ſ16 Wiener Seidel — Saft vom Silberahorn lieferte: 3 Loth; vom Zuckerahorn: 2 2ſa Loth; vom Eſchenahorn: 2 Loth; vom tartariſchen Ahorn; 2 3ſ4 Loth; von der Lenne: 2 Loth und von der Oere im Durchſchnitt nur 2 8ſa Loth Rohzucker, womit ſich auch der Saft vom Maßholder—
Acer campestre, und der vom rothen Ahorn— Acer rubrum — gleich verhielten.
g Wurden jene Säfte zu Syrop eingedickt, ohne weitere Klärung, oder Beimengung eines anberen Mittels, deſſen ſie auch um ſo weniger bedurften, da ſolche weder freie Säure, noch merk— lichen Schleim, noch Ciweisſtoff enthielten, ſondern bis auf den letz— ten Tropfen kryſtalliſirbar waren, ohne eine merkliche Spur von braunen Sytop, den mau Melaße, oder flüßige Moscovade nennt, übrig zu laſſen; ſo zeigten die daraus gewonnenen Syrope ſich ſo— wohl in der Farbe als im Geſchmack etwas verſchieden.
Die Syrope vom Silberahorn, Zuckerahorn, Eſchenahorn, ſo wie von der Lenne, vom tartariſchen, montpellienſer und Maß⸗ holder waren weingelb und von einem rein ſüßen, zuckerartigen Geſchmack; die von dem rothen Ahorn und der Dere hingegen wa— ren braungelb, und zeigten neben der Süßigkeit einen etwas herben Beigeſchmack.* N
Das Abzapfen des Safts iſt den Ahornbäumen eben ſo wenig ſchädlich, als der Verluſt des Safts den Weinreben. Zum Verſuch ließ Herr Hermbſtädt zwei ziemlich alte Baume, einen mit 22, den andern mit 50 Lochern anbohren, und den Saft flie— ßen, ſo lang er wollte, auch die Löcher gar nicht verbinden, oder verſchmieren. Demohngeachtet heilten die Wunden vollkommen, und keiner von allen angezapften Baumen ging zu Grund. Der Vorſicht wegen wurden aber bei allen übrigen Bäumen dle Bohrlöcher mit weichen Pech verſchmiert.
Der erhaltene Ahornſaft wurde an Ort und Stelle, ohne weiteren Zuſatz in kupfernen Keſſein zur gewöhnlichen Syropskonſi— ſtenz abgedunſtet. Wenn er die Dicke des Honigs erreicht hat, muß er vorſichtig und langſam geſotten, und von Zeit zu Zeit ümge— rührt werden. Sobald man durch eine herausgenommene Probe be— merkt, daß er körnig wird, ſo wird er in flache, reine Geſchirre, oder beſſer in thönerne Zuckerhutformen gegoſſen, deren Oeffnung an der umgekehrten Spitze mit Papier verſtoyft wird. um die Kry⸗ ſtalliſation zu begünſtigen, müſſen die Formen oder Geſchirre in ei— ner Wärme von 16—18 Grad aufbewahrt werden. Nach kürzerer, oder längerer Zeit, manchmal ſchon nach 30 Stunden, manchmal erſt in ſo vielen Tägen, iſt die Kryſtalliſation vollendet. Man gießt bann in den flachen Geſchirren den Syrop von dem Rohzucker ab; bei den Hutformen öffnet man aber die untre Spitze, und läßt den Syrop abfließen, wodurch man einen viel reineren Rohzucker erhält,
der ſogleich, wenn man ſeine oben auf liegende breitere Grundflä—
che mit einer mäßig feuchten einen halben Zoll dicken Lage von To⸗ pferthon bedeckt, den erſten Grad von Roffinirung erhält, weil die durch die ganze Länge des Zuckerſtocks ſich langſam durchziehende
Feuchtigkeit des Thons den im Junern befindlichen Syrop verdünnt und abfließen macht.


