Juſt Poͤllners Abentheuer 317

enug waten, in dem unſichern Zimmer zu ſchlafe fand man des [Mergers erſtarrt. Kaum daß man ſie in das Leben zurück bringen onnte, we 8ſie dann erzählten, daß ein langer, ſchwarzge'leideter Mann, eln bre nendes Licht in der Hand, vor ihr Bett gekommen ſey, und ſie mit gezücktem Dolche gefragt habe 1b ſie ein Mad⸗ chen liebten, welches ſchon ware und einen unglücklichen Vater hat⸗ te? Riemand hat daher ſeit vielen Jahren in dieſem Zimmer ſch la⸗ fen wellen. Mit Ihnen denkt uaſer leichtſinniger Wirch eine neue Probe zu machen. Er het ſo ſeine Launen; aber, Freund, ſeyn Sie auf Ihrer Huth, und auf alle Fälle denken Sie an mich! Möllner, deſen ganzer Sinn für Erzählungen dieſer Art nicht ſehr empfärglich war, ſah bald, daß er einen Myſtiker vor ſich habe, deſſen Glauben an Geiſtererſcheinungen zu beſtreiten eben ſo vergeblich, als wie ein Blitz fuhr ihm der Gedanke durch die Sele er den Porthetlen, die er aus dieſem umſtande ziehen konute, entgegen ſeyn würde. 5

a Durch geſunden Perſtand, noch mehr aber durch jene Ark von Menſcherkennkniß, welche wit einem freien okedemiſchen Leben perknüpft du ſeyn pflegt, gegen alle Schreckbilder des Aber⸗ glaubers gerüſtet baute Pöl l er auf die Erzählung des Unbe⸗ kannten einen Plan, zn deſſen Ausführung ſich alle Umſtande verei⸗ nigten. Er ſchlos richtig daß bei dem geringſten A! schein eines Geiſterbeſuchs die allgemeine Stimmung zur Freude durch plotztichen Uebergang den Schrecken erhohen, und eine Verwirrung erzeugen würde, die ihm in ſeiner gegenwärtigen Lage, mehr als eine Aus- ſicht/ ſein Glück zu verbeſſern darbot. Ihre Erzählung, mein Herr, iſt ſchaudernd(ſprach er nach einer langen Pauſe); e müßte jeden andern muthles machen,

mich aber kann ſie nicht abſchrecken..

Ich will nichts, als was ich mit völliger Sicherheit wollen kann. Sie waren aufrichtig gege mich, ſch erkeune mit Dank Ihr Wohlwollen, und um Ihnen davon einen Beweis zu geben, will ich mei erſeits zutraulich gegen Sie ſeyn, Vernehmen Sie ein Ge⸗ heimniß, das ich ſonſt im Innerſten meines Herzens verwohre! Ich bin der letzte von ſieben Geſchwiſtern und am ſiebenten Tage des ſiebenten Monats im Jahre gebohren. An dieſem umſtand krupften, wie Sie wiſſen werden, die Geſtirne das Vermögen, die Geiſter nicht nur ohne Furcht zu ſehen, ſondern auch über ſie zu herrſchen und ihnen ſowohl Erſcheinung, als Entfernung zu»ebie⸗ te. Ein Talismann, den ich zu dem Ende bei mir führe, ſichert und verſtär't dieſe Kreft»och mehr; kurz mein Herr, ich bin ſehr müde, ſeyn Sie m einetwesen ohne Sorgen, und ſtören Sie nicht das Vergnügen der Geſellſchoft. He! Funafer im hellblauen Mieder da, ein Licht! Gute Nacht bis auf Wiederſehen!,

Mit dieſen Worten aing Pöllner haſtia die Treppe bi⸗ nauf nach dem ihen bezeichneten Zimmer. Riemand hatte das Herz ihm zu folgen. Die Werwegenheit des Fremden verbreitete ſich, wie

ein Lauffeuer in der Geſellſchaft, ohne jedech den Freudentaumel

merklich zu gören. Mon fand den Einfall des Wirths drollig ,, und eine Starkgeiſterey dieſer Art rief zur Züchtigung.

PVollig entſchloſſen zu der Rolle, die er jetzt ſpielen wollte, trat Pöollner in das verrufene Zimmer, und ſah ſich nach allen