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316 Juſt Pöllners Abentheuer
Sie glauben wohl, mein Herr an un ſerm Hauewirth eine z ſehr aufrichtigen Mann gefunden zu haben?“ 5 7
Ich wüßte nicht, was mich anders zu benken bewegen Tor te, gab Pol luer mit einer Art von Beſrembung zur Aut⸗ wort“ 5 8 1 4
„Und dech wäts ein möglicher Fall, daß Sie ſich irren fuhr der Unbekannte fort.„Sie trauen ihrem Manne, weil er freundlich, und wie es ſcheint, willfährig iſi. Aber ich ſage Fhnen Trau, ſchau, wem! Sie kamen aus der Irre; er nahm Sie auf, er that noch mehr— er nöthigte Sie an der Freube ſeines Heuſes Theil zu nehmen. Alles gut! Aber das Nacc tauortier ohrn in dem einzigen Zimmer zur linken Hand 2— Freund, bedenken Sie das Heil Ihrer Seele!“ 9——
Pöl luer ſtutzte.„Sollt es moglich ſeyn, ſprach er, daß ich mich hier unter verdächtigen Leuten befinde?“
„Das nicht; aber das Stübchen da oben— Freund, Freund, bedenken Sie das Heil Ihrer Seele?“ 5
Unſer Mann noch mehr betroffen, drang mit Macht in den Unbekannten, ſich deutlicher zu erblaren. a e „Glauben Sie an Geiſtererſcheinungen 2. 5 In gewiſſem Sinne— ja! 5 1 „Nun ſo wiſſen Sie denn, daß jenes Simmer, welches man Ihnen zum Nachtlager a gewieſen hat, in dieſer Rückficht, ben ſchrien, u d daher unbewohnbor ict 5 50
0 So? Laſſen. Ste mich den Grub höre
„In den Zeiten des dreißigjährigen Kriegs diente dieß Haus einem Edelmenne zur Wohnung, nechdem ſeine Burg, woron auf dem nahen Berge noch die Ueberreſte zu ſehen ſind, ein Raub dee Flammen g worden war. Die ſer Edelmann hatte eine ſchoͤne Toch⸗ ter mit Namen Indit h. Ei junger Offizier von dem kaiſerl, Heere verliebte ſich in ſie, und fand Mittel ihr nächtliche Beſuche zu geben. Die Strickleiter, durch deren Hülfe er in Fräulein g u⸗ dithes Zimmer ſtieg, wird noch gezeigt. Eine geraume Zeit blieb dem Vater dieß Llebesverſtänbniß verborgen, bis thätiges Aufmerken ihm den ganzen Handel entdeckte. Er ward wüthend, verbarg aber ſetten Zorn, um die im Stillen bereitete Rache deſto mehr zu ſichern. Eines Tages gegen Mitternacht, als er durch ſeine Kunbſchafter von der Anweſenheit des Liebhabers verſichert war, aing, er, einen olch in der einen, ein Wachslicht in der andern Hand, nach dem Zimmer ſeiner Tochter. Er trat hinein, ſah, und— die beiden Liebenden fielen durch den Dolch des erzürnten Vaters.“ 5
Die Geſchichte(erwiederte Pollner ganz kalt) iſt ihrem Zeitalter angemeſſen. Aber wozu das jetzt? Glauben Sie mich in Gefihr, von einem erzürnten Vater überfallen zu werden? Es wird keine ſchöne Jubith bei mir ſeyn! t„Sören Sie weiter! der grauſame Vater fiel balb darauf in eine hitzige Krankheit, und ſtarb im Wahnſien. Seitdem erſcheint er jede Nacht i jenem Zimmer, den Delch in der einen, ein Wachs⸗ licht in der andern Hand. Er kommt immer aus der Gegend jener zerſtörten Burg, und kehrt auch wieber dahin zurück, wie die Hirten in mondhellen Nächten beobachtet baben. Keine Thüre, ware ſie noch ſo verſchloſſen, kann ihn aufhalten. Einige Neiſende, die keck
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