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Juſt Poͤllners Abentheuer 313

51 Die Sittlichkeit zieht einen Schleier über manche akademi⸗ ſche Auftritte, wodurch Pöllner die Ausſicht zu einer ehrenvol⸗ len Verſergung immer mehr von ſich entfernte, bis endlich der Ban; kerot eines Handelshauſes in Warſchau auch die Vermögensum⸗ ſtände ſeines Vaters zerrüttete.

Dieſer Schlag war zu hart für einen jungen Unbeſonne nen, der weder durch Gru d ſätze der SPhiloſophie, och durch eine zw eck mäßige Thätigkeit gegen ein ſolches Schickſal ge⸗ waffnet war. Vergeblich ſah er ſich unter allen Freu den die er bisher au den Bufen gedrückt hatte, nach ei em Pylades um, der ſein Schickſal mit ihm theilen wollte vergeblich unter allen Freundinnen nach einer Ariadne, die ihm den Leitf aden ger eicht hätte, um aus dieſem Labyrinthe einen Ausweg zu finden.

ülflos an ei em fremden Orte, d. Vorwürfen ſeines Gewiſſens und den Zudringlichkeiten zahlreicher Gläubiger ausgeſetzt blieb ihm itzt nichts übrig, als die mißliche Hoffnung, ein Glück, das er ſo muthwillig verſcherzt hatte, in den Verbindungen des Zu⸗ falls wieder zu finden. Die Klugheit des Lebens mißbilligt eine Erwartusg dieſer Art. Allein Pöllner beſaß bei einem Grade 77 Selbſtgeful das an Eitelkeit gränzte, eine gewiſſe Anſiellig⸗ eit, eine Art von Welt⸗ und Menſchenke ntuiß, die ihm Muth einfloßte. Er wußte die Schwächen der Menſchen zu berechnen, und ſelbſt aus der mißlichſten Lage Vortheil zu ziehen. Im Ver⸗ trauen auf dieſes Talent entſchloß er ſich, ſeia Glück weiter zu ſu⸗ chen

8 An einem neblichten Herbſtabend verließ er ganz ſtille den e Ort ſeines Aufenthalts und wanderte, der Lenkung des ugenblicks überlaſſen, einem ungewiſſen Schickſal entgegen. Er nahm nichts mit, als was er unumgänglich nöthig zu heben glaub⸗ te, und hoffte alles Uebrige in der Verſchlagenheit ſeites Geiſtes zu finden. So gewagt dieſe Hoffnung war, ſo gehört doch ein gewiſſes Maaß von Talenten dazu, ihr in dem entſcheidenden Augenblick der Gefahr Raum zu geben. Auch täuſchte ie unſern Mann nicht, wie

die Leſer bald ſehen werden.. 1 N Der Rebel ſowohl der natürliche, als der künſtliche, den die Furcht, eingeholt zu werden, hervorbrachte war Schuld daran, daß Pöllner am fünften Tage nach ſeiner Auswanderung den Weg verlor, und in den Gebirgen, welche Baiern von B o h⸗ men trennen, ſeitwärts in einen tiefen Wald gerieth, wo er zwar der nahen Gottheit ſeines Führers, des Zufalls bald inne wurde, ſich aber dadurch in ſeiner Hoffnung nicht ſonderlich geſtärkt fühlte. Die einbrechende Dunkelheit vereitelte jeden Verſuch, einen Ausgang zu finden, und die wachſende Furcht vergrößerte das mißliche ſeiner Lage mit jedem Schritte, den er that. Das leiſeſte Getoſe war ihm ſchreck lich; ein zu lauter Fußtritt ſchien ihm lauernde Räuber herbei zu locken. 8 3 7 Die erſchöpfte Natur behauptete endlich ihr Recht. Die Schritte des Irrenden wurden lang ſam und abgebrochen, er ſtand zuletzt ſtille. Ermüdung, Einſamkeit und Nacht wirkten mit ver⸗ 0 einten Kräften auf ſeine Phantaſie; die Muthloſigkeit ging in Be⸗ taubung üder. Er warf ſich auf den Boden und erwartete, den Kopf gegen einen bemossten Eichſtamm gelehnt mit Reſignation lein

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