278 Kritik der beſchriebenen
Ihre einfache Abſicht bei der Verdampfung geht lediglich dahin, ihren aufgeldſten Salzen das Waſſer zu entziehen und ſie zur Kriſtalliſation ge⸗ eignet zu machen.
Ganz anders verhaͤlt es ſich bei der Brannt- weinfabrikation. Die Weinfluͤſſigkeit, mit welcher der Deſtillateur zu thun hat, beſteht außer den weingeiſtigen Theilen aus einer Miſchung von meh⸗ reren Pflanzenſtoffen, die bei einer allzulebhaften, oder lange anhaltenden Einwirkung des Feuers einer Veranderung und Zerſetzung unterliegen, welehe ſobald ſie einmal erfolget iſt, dem in Dampfgeſtalt aus ſtroͤmenden Branntwein allzeit Schaͤrfe, oder einen andern fremden unangeneh— men Geruch und Geſchmack beibringet.
Dem Deſtillateur geht es, wenn einmal die Menge ſeines Branntweins aus einer beſtimmten Quantitat Weinfluͤſſigkeit durch ſein Verfahren ge⸗ ſichert iſt— uber alles, ein reines Kaufmanns⸗ gut in Geruch und Geſchmack zu erzeugen. Alle uͤbrigen Abſichten ſind dieſem Zweck untergeordnet. Daher iſt er ſtets bemuͤht, ſeinen Branntwein in der geſchwindeſten Zeit mit maͤſſiger Feuer- Ein⸗ wirkung von den uͤbrigen Pflanzenſtoffen abzuſondern. Er vermeidet die Verdickung ſeiner Fluͤßigkeit, waͤhrend er mit maͤßigen Feuer die wenigſten Thei—
le mit dem moͤglichſt geringen Autheil Wa ſſer
uͤbertreibt. Er ſucht den durch Abgang der uͤber— deſtillirten Fluͤßigkeit verdickten Ueberreſt, der aus Mangel der großeren Feuchtigkeit ſo geneigt iſt, ejne großere Hitze anzunehmen und beſonders von


