Ueber Branntweinbrennerei 289
3) Daß die Vorlagen, welche nur zur Haͤlfte im Waſſer liegen, die Daͤmpfe nicht hinlaͤnglich ab- kuͤhlen. Deshalb werden ihter ſo viele erfor- dert, wodurch man die Koſten der Anlage und doch nicht die Guͤte des Apparats vermehrt.
2. Condenſations- Apparat des Herrn Iſaak Berard,
den Or. Chaptal für das non plus ultra der Vollkom⸗ menheit erklart. Na
Der Condenſator Sſaak Berard's beſteht aus einem Cy⸗
linder, der ungefahr% Meter(6 Zoll) im Durchmeſſer und 12
Meter(41 Fuß) in der Länge hat. In ſeinem Innern iſt er durch
Querwände, die ſenkrecht auf der Achſe ſtehen, in mehrere Zellen
getheilt, und jede dieſer Zellen ſteht mit der benachbarten durch
zwei Löcher in Verbindung, von denen das eine in dem oberſten, das andere in dem unterſten Theile der Querwand angebracht iſt.
Durch die obern Locher haben die Alkohholdämpfe einen freien Durch-
zug von Zelle zu Zelle, und die untern Löcher dienen, dem ſich
condenſtirenden Phlegma den Rücktritt in die Blaſe zu verſtatten.
Der Cylinder erhält eine horizontale, nur etwas gegen die Blaſe
zu geneigte Lage, und befludet ſich ganz in einem Waſſerbade, das
in einer Wärme von so- 7%ese? Reaum. erhalten wird. Eine Röh⸗ re leitet die Dampfe, welche aus der Blaſe aufſteigen,/ in den Cy⸗ linder, und das Phlegma, welches ſicz in dieſem condenſirt, fließt in die Blaſe zurück durch eine Röhre, welche bis unter die Ober- fläche der Flüſſigkeit, die ſich in der Blaſe befindet, herab geht.
An dem Ende der Röhre, die die Dämpfe aus der Blaſe in den
Cylinder führt, und in der Mitte des Condenſations- Cylinders be—
finden ſich Hähne mit doppelter Durchbohrung, mittelſt derer ſich
der Grad der Stärke des Weingeiſtes„den man erhalten will, re— guliren läßt. Wird der erſtere dieſer Hähne zugedreht, ſo tritt der
Dampf nicht in den Condenſations⸗ Cylinder, ſondern durch die
zweite Durchbohrung in eine zur Seite angebrachte Röhre, welche
ihn unmittelbar in die Schlangenröhre des, Kühlfaſſes führt; man erhält dann den gemeinen Branntwein, den man im Handel preuve de Hollande nennt. Wird dagegen dieſer Hahn geöffnet, ſo ſcürzt aller Dampf in den Condenſations⸗ Cylinder, und es hängt nun von der Stellung des zweiten Hahns in der Mitte dieſes Cylinders ab, ob er nur durch die Hälfte des Cylinders, oder ob er durch die ganze Länge deſſelben von Zelle zu Zelle hindurch gehen ſoll.
Erſteres geſchieht, wenn man den zweiten Hahn zudreht, da denn
der Dampf durch die zweite Durchbohrung dieſes Hahns und eine
Seitenröhre in das Schlangenrohr des Kühlfaſſes tritt. Letztres iſt
der Fall, wenn auch der zweite Hahn geöffnet wird. In dieſem
Falle ſetzt ſich in den mehrern Zellen noch mehrere Wäßrigkeit ab,
und man erhält den reinſten Weingeiſt. Der zweite Hahn ſteht
auf einer Röhre, die bogenförmig über dem Cylinder ſteht und die
Verbindung zwiſchen den vordern und den hintern Zellen des Co⸗
linders macht. 8.


