Ueber Branntweinbrennerei 267

wirb. Füllt man dieſe Gefäße, beſonders die hintern, mit dem ſchwa chen Branntwein der ſich in den erſten Gefäßen des Condenſations-Appa rats verdichtet; ſo erleidet dieſer hier ſogleich eine zte Deſtillation, in der er nur den geiſtigſten Theil hergibt. Den Rückſtand, der in den eyförmigen Gefäßen nach dem Proceſſe bleibt, bringt man in die Blaſe, um dort das geiſtige Weſen des Weins bis auf das letzte Atom auszuziehen.

Der zweite zur Condenſation beſtimmte Theil det Apparats beſteht aus einer Reihe von ſechs runden Gefäßen, die alle zur Hälfte in Waſſer ſtehen, zu zwey und zwey in einer kupfer nen Wanne. Die Dampfe, welche von dem Weine aufſteigen, in- dem er in den beiden Blaſen und den eyformigen Gefäßen kocht, werden aus dem dierten dieſer Gefäße durch eine Rohre, die am obern lee ren Theile angebracht iſt, in die erſte jener Vorlagen geleitet. In ihr ver dichtet ſich der waſſerichte Theil der Dämpfe die übrigen Dampfe ſteigen durch eine Rohre in die àte Vorlage und nachdem ſie in ihr wieder den waſ ſerichten Theil abgeſetzt haben, ſte gen ſie in bie dritte Vorlage und ſo ferner. Die feinſten und aͤtheriſchſten Dämpfe, welche ſich in keiner der 6Vorlagen condenſtren, werden aus der öſten durch eine Rohre in das Kühlrohr ei nes hochſtehenden Kühlapparats geführt, deſſen Kühlgefaß ringsum verſchloſſen und mit Wein gefüllt iſt, welcher dazu dient, die Bla ſe zu ſpeiſen. Aus dieſem Kühltohr ſteigen die Dämpfe in eine Ate Schlange, die durch Waſſer erkältet iſt, und die Verdichtung vollendet. Am Ende derſelben befindet ſich die Vorlage, welche beſtimmt iſt, das letzte Produckt der Deſtillation in ſich aufzunehmen. Man ſieht, das dieſer Condenſations- Apparat zu gleicher Zeit bei einer einzigen Feuerung Weingeiſt von verſchiedenen Graden der Güte und in der letzten Torlage den reinſten und waſſerfreiſten Alkohol gibt, den es nur möglich iſt, zu erhalten. Der Alkohol, der ſich in den übrigen Vorlagen condenſirt, findet ſich von allen Graden der Spirituoſitat, welche im Handel unter der Bezeich⸗ nung 3, 3, 3, 2, u. ſ. w. vorkommen, und um ihn ebenfalls in moöglichſt reinen Alkohol zu verwandeln, braucht man ihn nur in das hinterſte der ovalen Gefäße zu füllen und ihn dort noch einer Deſtillation zu unterwerfen. Ein zweiter Vorzug dieſes Condenſati ons- Apparats iſt, daß in dem erſten Kühlfaße eine große Maße von Wein erwärmt wird, welche hinreicht, den Deſtillattonsapparat während des Proceſſes zu ſpeiſen, eine glückliche Nachahmung der Einrichtung in den Fabriken, welche Salzaufloſungen abdamofen (beſonders in den Salpeterraffinerien), die große Pfanne aus einer kleinen zu ſpeiſen, die mehrentheils an den Anfang des Rauchfangs geſtellt wird und in der man die kalte Salzaufloſung durch Warm erhitzt, die ohne dieß ungenützt verlohren gehen würde, Ein dritter Vorzug iſt die geringe Menge von Waſſer, deren dieſer Aprarat be darf, da in ihm der Wein den Alkohol ſchon ſo ſtark erkältet, daß er ſich größtentheils, im erſten Kühlfaſſe condenſirt und daher dem Waſſer des zweiten Kühlfaſſes nur wenig Hitze mittheilt.

In dieſem großen Apparat laſſen ſich mit einemmale 5000 Maaß Wein deſtilliren und er leitet die Daͤmpfe beinahe 300 Schuhe weit, ehe er die geiſtigſten vellſtaͤndig verdichtet. Seine