266 Ueber Branntweinbrennerei
Er beſchreibt hierauf die beiden neuſten und nach ſeinem Urtheil, vollkommenſten Apparate der
e. 7. Die große Deſtillations⸗ Anſtalt des Herrn Eduard N Adam.
Um ſich eine deutliche Vorſtellung von ihr zu machen, muß man zwei Haupttheile des Apparats von einander uuterſcheiden, den zur Deſtillation und den zur Condenſation beſtimmten Theil.
Der zur Deſtillation beſtimmte Theil beſteht aus zwei Bla⸗ ſen und aus 4 eyförmigen Gefäßen, die alle aus Kupfer getrieben ſind, und durch kupferne Röhren ſo zuſammenhängen, daß die Däm⸗ vfe aus den Blaſen, burch alle vier Gefäße nach einander hindurch gehen. Die Blaſen nd platt und weit, ſtehen in derſelben Maſſe von Mauerwerk, und haben jede eine beſondre Feuerſtätte, beide aber einen gemeinſchaftlichen Ntauchfang. In der Mitte des obern Theils jeder Blaſe befindet ſich ein platter Deckel, der durch Schrau— benſpindeln und Schrauben unten an der Wand des Doms der Bla- „ſe ſtark befeſtigt iſt, und von dem Dome jeder Blaſe geht eine Rohre aus, die erſt einige Fuß hoch ſteigt, ſich dann aber herab⸗ krümmt und in den Wein hinuntergeht, der ſieß in dem erſten und größten der eyformigen Gefäße befindet. Von dem obern Theile dieſer Gefäße geht eine zweite ahnliche Röhre aus, und ſeukt ſich in den Wein des zweiten etwas kleinern eyförmigen Ge— fäßes. Eine dritte Nohre verbindet dieſes Gefäß mit dem dritten, welches auf dieſelbe Art mit dem vierten eyförmigen Gefäß in Ver— bindung ſteht.
bieſer erſte Theil des A d a'm ſchen Apparats ahmt denſelben in ſeiner mechaniſchen Einrichtung nach. Die vier eyformigen Gefäße enthalten eine ſehr große Menge von Wein und die Dämpfe, wel- che in den Blaſen erzeugt worden, müſſen durch dieſen Wein hin⸗ durchſteigen, indem die Verbindungsröhren ſie immer bis nahe an den untern Boden des folgenden Gefäßes hinableiten. Es zeigt ſich hier eine glückliche Anwendung des Prozeſſes, F lü ßigkeiten durch Dampfe zu erhitzen, auf das Deſtilliren des Weins;
Graf von Rumford in Vorſchlag gebracht und beſchrieben hat. Unlaug bar ſteht man ſich auf dieſe Art in den Stand geſetzt, eine weit größere Maße von Wein, als ſonſt in einem einzigen Ofen zu erhitzen, und ſchon das gewahrt eine große Erſparniß an Arbeit an Zeit, und an Brennmaterial. Noch hat aber dieſer Proceß den unſchätß baren Vortheil, daß man aus einer gegebenen Menge von Wein eine großere Menge von Branntwein„als ſonſt, erhalt; welches ohne Zweifel dem großern Drucke und der großern Hitze zuzuſchreiben iſt, unter denen der Wein in dieſem Apparate, beſon—
in der Blaſe und in dem erſten eyförmigen Gefäße erhalten


