alten Beziehungen wieder aufnehmen und neue an⸗ knüpfen müssen. Kein Mensch kann heute sagen, wie bald und in welcher Weise das gelingen wird. Wir anderen aber in der Heimat müssen an unseren alten Plätzen die Arbeit wieder aufnehmen und müssen sehen, mit unserer alten Arbeitskraft da wieder anzufangen, wo wir aufgehört hatten, als unser Kaiser uns zu den Fahnen rief. Und dazu brauchen wir geschulte Kräfte. Da heißt es in Wirklichkeit stahlhart sein, wenn auch manches nicht so klappt, wie wir es selbst uns gern wünschen.
Jeder, der aus seinem Beruf ausscheidet, fehlt, und vollzähliger Ersatz ist nicht da, kann erst mit der Zeit herangezogen werden. Denn während der ganzen Dauer des Krieges ist der Nachwuchs, der sonst in den Fabriken der Landwirtschaft und allen sapstigen Arbeitsstätten heranwächst, in der Zeit seiner besten Ausbildung zur Verteidigung des Vaterlandes herangezogen worden.— Jeder von Euch, der also glaubt, seinen Beruf nicht mehr ausüben zu können, muß sich der Verantwortung bewußt sein, die er dem Vaterlande gegenüber hat. Also nicht leichtfertig handeln. Geht mit Euch selbst ernsthaft zu Rate und wenn Ihr irgendwie im Zweifel seid, wendet Euch an Euren Arzt, an die Berufsberatungen, an die Kriegsfürsorgen und tragt Euren Fall vor. Die Wissenschaft und die Technik ist so weit vorgeschritten, daß vielen ge⸗ holfen werden kann, die nicht im entferntesten daran denken, je wieder in ihrem Berufe tätig sein zu können. Aber vor allen Dingen, beißt die Zähne zusammen und versucht mit allen Euren Kräften im alten Berufe zu bleiben, wenn es Euch auch erst schwer fällt. Geschulte Kräfte sind es, die das Vaterland zur Arbeit braucht, und es wird jedem von Euch einleuchten, daß jemand, der erst umlernt, der also einen neuen Beruf ergreift, erst als Anfänger zu betrachten ist, in Wahrheit auch einer ist und das nicht leisten kann, was eine ge⸗ schulte Kraft leistet.
Haltet den Kopf hoch und geht dann im Frie⸗ den Eurer alten Arbeit mit der ganzen großen alten Liebe nach, die Ihr vor dem Kriege für sie
gehabt habt. Ackenhausen, ehem. Unteroffizier im Landsturm⸗Ersatz⸗Bataillon Wetzlar.
Cazarett-eratung.
Die Zentralstelle der Lazarett⸗Beratung des Roten Kreuzes Frankfurt will dem Interesse der Verwundeten und Kranken im Bezirk der Lazarett⸗Zeitung dienen. Jeder möge die Fragen, die er auf dem Herzen hat, seien fit wirtschaftlicher Natur, rechtlicher Natur oder wie immer, Ichriftlich an die Sazarett⸗Beratung richten. Es soll auf jedt Frage brieflich Antwort gegeben und die Möglichkeit ge⸗ sucht werden, Rat und Beistand zu schaffen. Ant⸗ worten von allgemeinem Interesse werden ohne Na⸗ mensnennung in der Lazarett⸗Zeitung veröffentlicht.
Vertrauliche Behandlung wird zugesichert, daher anonyme Anfragen verbeten. Die Zuschriften sind zu richten: An die Lazarett⸗ Beratung, Frankfurt a. M., Kriegsfürsorge, Theaterplatz 14. Beifügung von Rückporto ist nicht erforderlich. Die Zentralstelle der Lazarett⸗ Beratung steht auch täglich von 4—5 Uhr den Verwundeten für persöuliche Anfragen zur Verfügung.
Nentenempfänger J. H. Frage: Bin als Rentenempfänger wieder im Lazarett aufgenommen worden. Ist es richtig, daß ich jeden Ausgang besonders einreichen muß, und einen längeren Ur⸗ laub nur erhalten kann, wenn ich einem Truppen⸗ teil überwiesen bin?— Antwort: Die Ansicht, daß ein im Lazarett aufgenommener Rentenemp⸗ fänger Urlaub nur bei Zuweisung an einen Trup⸗ penteil erhalten kann, ist nicht richtig.
Anteroffizier H. 5. Frage: Habe vor einem Jahr kapituliert, bekomme noch keine etatsmäßige Löhnung. Bin über vier Jahre Soldat. Steht mir die etatsmäßige Löhnung zu?— Antwort: Bei ordnungsmäßiger Kapitulation müßten Sie in die erste freiwerdende Stelle eingereiht werden. Sie mögen durch Vermittlung des Reservelazarettes ein entsprechendes Gesuch an Ihren Truppenteil richten.
—.—ñhẽ—
Tazarekl- Zeitung. Vom deulschen Geist.
Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart,
als uns die Alten sungen, von Jesse kam die Art,
und hat ein Blümlein bracht, mitten im kalten Winter, wohl zu der halben Nacht.
Das Röslein, das ich meine, davon Esaijas sagt,
hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd. Aus Gottes ew'gem Rat hat sie ein Kind geboren wohl zu der halben Nacht.
*
Deutsche Sendung. Von Richard Dehmel.
Deutschland, Deutschland, du mein Vaterland, immer trieb der Geist dich in die Ferne. Märchenwelten liebst du, morgenländische Sterne; aus der fremden Wüste übers Meer
holtest du dir deine Himmelreiche,
Deutschland, du mein Vaterland,
deinen Gott und deinen Heiland her.
Deutschland, du mein herrliches Vaterland, rings die Erde haßt dein Liebes werben.
Wärst du nicht so herrlich, wär es dein Verderben; unerschrocken wie das Jesuskind
staunst du unter deinen Weihnachtsbäumen, Deutschland, du mein Vaterland,
was für Teufel noch die Menschen sind.
Deutschland, du mein heiliges Vaterland,
endlich lerntest du dich selbst entdecken.
Oh, nun kann dein Geist sich immer mächtiger recken; bleib dir treu! dich treibt die Gotteskraft,
die aus all den fremden Völkerhimmeln, Deutschland, du mein Vaterland,
einst das Paradies der Menschheit schafft.
1. Silbenrätsel.
Aus den folgenden 71 Silben: ben—ber— ber- ber brief da- da- da- de
dog dol—e-e e ei eil-em—em— er es ful—ga— ge—ger gi ham han—har—has
— ho ir- is— lüm maat- me- mel mel
mich nacht ne- ne- neid- neis- ni- nim
nuc- o- pa raum rho ri rich rod rung schlupf—se—se—se— se- sen—sen— sens tau te- ter- to- un vot- wlo- wo
sind 32 Wörter zu bilden, deren Anfangs- und Endbuchstaben abwechselnd von oben nach unten gelesen eine Botschaft ergeben. Die Wörter bezeich⸗ nen: 1. Deutscher General. 2. Ein Fluß. 3. Ein Gerät. 4. Ein Abweg. 5. Militärischer Grad. 6. Mädchenname. 7. Schlechte Eigenschaft. 8. Eine Stadt. 9. Männlicher Vorname. 10. Eine Stadt. 11. Eine Botschaft. 12. Ein Berg. 13 Schwäbischer Graf. 14. Germanische Göttin. 15. Eine Deckung. 16. Ein Tier. 17. Pflanzenteil. 18. Naturerscheinung. 19. Ein Jäger. 20. Hunde⸗ rasse. 21. Teil einer Wohnung. 22. Eine Stadt. 23. Französischer Ort. 24. Ein Kleidungsstück. 25. Ein Fluß. 26. Persische Stadt. 27. Russische Stadt. 28. Ein Tier. 29. Ein Tanz. 30. Eine Stadt. 31. Schimpfwort. 32. Metall.
Das Rätsel gilt nur dann als richtig gelöst, wenn die genaue Lösung(d. h. die gesuchten 32 Wörter) eingesandt wird.
Druck von Löber 4 Co., Frankfurt a. M., Elbestraße 29.
2. Silbenrätsel.
Es war vor nicht zu langer Zeit, Als uns die ersten Beiden In großer Dritt', vielfach verwünscht, Aus schwerer Not befreiten. Das Ganze war ein Schreckgespenst, Mit dem die Eltern dräuten, Wenn artig nicht die Kinder war'n Und sich nicht lie ßen leiten.
Untoffz. Robbertz.
3. Silbenrätsel.
Das Erste ist ein Element,
als furchtbar schon es Schiller nennt;
das Zweite ist man als Soldat,
wenn man dazu das Aller hat. Zusammen ist es ein Beruf,— den man zur Wehr des Ersten schuf.
Nun rate, lieber Kamerad,
was das wohl zu bedeuten hat?—
Einsender: Musk. Rohr, Teillaz. Villa Diana, Bad⸗Nauheim.
——
Scherzfragen.
Welcher König kann sein Reich flicken?
*
Welches Laub wird statt größer immer kleiner?
Die Lösungen sind mit genauer Adresse der Ein⸗ sender bis 1. Januar einzusenden an die Lazarett⸗ Zeitung, Frankfurt a. M., Theaterplatz 14. Auf dem Briefumschlag soll das Wort„Rätsellösung“ stehen.(Innerhalb des Postbezirks Frankfurt a. M. ist die Zusendung als Feldpostbrief nicht zulässig.)
Auflösungen zu den Aufgaben der
vorigen Nummer.
Silbenrätsek:„Des Volkes Dank ist euch gewiß.“
1. Scherzrätsek:„Pfeiffer und Pfiff saßen am Bach.“
2. Scherzrätsel:„Julius Caesar aß lieder Austern und Neu naugen als Kohl und Kuhkäs“
3. Scherzrätsel:„Kanzleisekretär Hahn in Altenburg.“
Preise zu den Auflösungen der
vorletzten RAummer.
1. Aufgabe:„2400 Mann stark war die Abteilung(nicht wie in der vorigen Nummer irrtümlich an⸗ gegeben war 800)“= 94 richtige Lösungen..
2. Aufgabe:„Die Lebensalter betrugen 18, 48, 777 107 rich⸗ tige Lösungen.
Nätsel:„Laufpaß“= 105 richtige Lösungen. Streichhokzausgabe: HEINE.= 106 richtige Lösungen. Die Beteiligung war dieses Mal so überaus zahlreich, daß 76 der Einsender alle Rätsel richtig geraten haben. Durchs Los erhielten folgende 26 Einsender Preise: Untoffz. Rob⸗ bertz, Mannheim; Gefr. Gottmanns, Orb; Gefr. Krohne, Frankfurt a. M.; Edstm. Kotzur, Niederrad; Pionier Haber⸗ kern, Nauheim; Gefr. Schröder, Frankfurt a. M.; Vizefeldw. Weiß, Leimen; Gesr. Lange, Frankfurt a. M.; Gefr. Gienger, Hersfeld; Musk. Blumenthal, Euskirchen; Untoffz. Speich, Frankfurt a. M.; San.⸗Untoffz. Fechtig, Mannheim; Fähnrich Abt, Elz; Untoffz. Vogel, Alsfeld; Musk. Morasch, Hausen; Mil.⸗Krankenw. Hennecke, Gießen; Musk. Paul, Gießen; Schütze Hauptmann, 0 Niederlahnstein; Mil.⸗Kran⸗ kenw. Solling, Homburg; Db Untoffz. Marx, Karlsruhe; Gefr. Steinmeyer, Baben⸗ hausen; Gefr. Dörsam, Mainz; Füsilier Reckner, Kronthal; Musk. Wolf, Babenhausen; Untoffz. Strohmer, Frankfurt a. M.; Gefr. Rank, Ueberlingen.
Die Zeichnungen, mit denen wir unsere diesjährige Weih⸗ 2 schmücken konnten, verdanken wir Unteroffizier Fried Stern, Frankfurt a. M.
Die Zazarett- Zeitung erscheint zweimal monatlich. Den Verwundeten, Kranken und Genesenden im Bezirk des XI.,* und 8 Armeekorps steht sie im Lazarett unentgeltlich zur Verfügung. 5
Zuschristen sind zu adressieren: Sazarett⸗Zeitung, Franl⸗ furt a. M., Theaterplatz 14. 1 N
Verantwortliche Schriftleitung ehrenamtlich Dr. Cark Cesbasdt in Frankfurt a. M.


