Ihren nicht Ehre, 0 Wollten sie nicht,
n sie siegten, Gutes wirken, und wenn sie unterlagen, für das Gute sterben?! Und ihre Gebete in der Not des Kampfes und der Mühsal, der Gefangenschaft und der Wunden? Und ihre Sorge um die Ihren, wenn sie nicht wiederkämen? 5 das Gebet, die Liebe und Fürsorge derer, die d m geblieben? Und das Mitleiden und Mit⸗ hoffen und Mitbeten durch das ganze Volk hin⸗ durch? Und der tiefe Ernst, ja der Zweifel selber am Heiligen... ist es nicht alles Licht von seinem Licht? Ja, ich rufe den Krieg selber, den schrecklichen, blutigen, zum Zeugen auch für ihn und seine Sache. Gott... wer sieht denn nicht, daß er Morsches zerschmeißt, Lüge zerbricht, un⸗ gerechte Herrschaft zerstört, Wissenschaft fördert, allem Guten in aller Menschheit neue Tore guf⸗ reißt?! Ob Freund oder Feind, ob Sieger oder Besiegte.. sie alle, mit hohen Augen gesehen, werden im Leid des Krieges, als im Leide ihres Golgatha, seinen Segen spüren, den Segen des Heilandes, um dessen Wiege menschliche Liebe jene wunderbaren Bilder wob, dessen Glaube den Fort⸗ schritt der Menschheit bedeutet, dessen Leben und Sterben die gewaltigste Lichtbringung, das größte,
beiligste Erlebnis der Menschheit ist.
Aclnd so wollen wir denn Weihnacht feiern in diesem Glauben... wir, ein Teil der Mensch⸗ heit. oh, wir, das deutsche Volk, die geschändet . den, die niedergeschlagen werden sollten, die Schmach zu tragen hatten wie kaum ein anderes Voll sie trug... nun aber bald zu Ehren er⸗
hoben, wie kein Volk der Erde sie hatte!
And wenn Gott uns wirklich, wie es scheint, den Sieg gibt, und unser Volk zum Helden der Menschheit und zum Führer der Völker macht: so wollen wir sie führen... nicht in Machtgier, nicht zur Geldgier, sondern im Geiste jenes Heiligen und zu seinem Willen; und wollen mit unsern Toten und unsern Lebenden in seinem Lichte stehen. D. K. W.
5 Weihnachtschronik 1917.
Zaum vlerten Male feiern wir Weihnachten im Kriege.
Schon vor der dritten Kriegsweihnacht ist das Friedens⸗ wort gefallen. Deutschland und seine Verbündeten haben der Entente die Hand zum Frieden geboten. Aber die Hoff⸗ nung auf Frieden, der wir in der vorigen Weihnacht Raum geben durften, hat sich als trügerisch erwiesen. Die Neu⸗ jahrsboischaft der Feinde hat den Friedensvorschlag höhnisch
urückgewiesen, und von neuem verkündeten die Feinde, daß sie nur nach Niederwerfung der Mittelmächte zu Friedens⸗ verhandlungen bereit seien.
Wieder grüßt nun die Friedenskunde in die Weih⸗ nacht, und mehr als Friedenshoffnung, diesmal sind es die 8 des Waffenstillstandes und des Friedens im
Krieg hat die entscheidende Wendung genom⸗ die un 4 Sieg näher bringt und mit dem Sieg Frieden. Aus dem Zweifrontenkrieg, der uns ein⸗ ist der Einfrontentrieg geworden. Rußland ist aus der r unserer Feinde geschieden und mit ihm hat Rumänien die unhaltbare Stellung aufgegeben. Am 2. De⸗
0 traten russische Bevollmächtigte mit deutschen Be⸗ vollmächtigten zusammen, um über den Waffenstillstand zu unterhandeln. Am 3. trat Waffenruhe auf der Front vom Pripiet bis zur Lipa ein und am 6. De⸗ 1 ber wurde zunächst eine zehntägige Waffenruhe auf
chen Fronten vereinbart, und am 10. Dezember A rumänische Front an, sodaß 58 von
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bis zum Schwarzen Meer und vom Schwarzen Euphrat die Waffen ruhen. Die russischen „die sich inzwischen zur Berichterstattung nach ben hatten, traten am 12. Dezember wie⸗ n deutschen Bevollmächtigten in Brest⸗Sitowzk mn um die endgültigen Bedingungen des Waffen⸗ standes festzusetzen. Der endgültige Waffenstillstand am 15. a lossen; er läuft vom 17. Dezember 8 2 Wen 8 55 1. 0 en Reg 9 so affenstillstand un⸗ in den Frieden überleiten 85 0
8 8 Tazarrti- Zeitung.
Die maximalistische Regierung hat sich inzwischen in der Macht gefestigt. Der Fähnrich Krylenko, den sie zum Oberbefehlshaber der russischen Heere ernannt, hat sich am 3. Dezember des Hauptquartiers bemächtigt und die Hauptmacht des russischen Heeres gehorcht ihm. Der leßte russische Oberbefehlshaber Duchon in wurde erschlagen, da man ihm die Schuld an dem Entkommen des nach seinem Aufstandsversuch gefangenen früheren Oberbefehls⸗ habers Kornilow gab. Ein Versuch des entkommenen Kornilow und des Nosakenanführers Kaledin, von Süd⸗ rußland aus eine Gegenrevolution ins Werk zu setzen, ist am 15. Dezember zusammengebrochen, da sowohl die Heere des Nordens, wie die Besatzung der Schwarzen Meer⸗ flotte sich gegen Kornilow und Kaledin gewandt haben. Inzwischen sind seit Anfang Dezember die Wahlen für den konstituierenden russischen Reichstag, die Sob ran je, im Gange, und diese Wahlen haben eine sehr beträchtliche Stimmzahl für die Maximalisten ergeben, die ein Drit⸗ tel bis die Hälfte der Zahl der russischen Abgeordneten für den Reichstag stellen dürften. Daß die augenblickliche Re⸗ gierung in Ruß land ein Machtfaktor ist, mit dem gerechnet werden muß, zeigt sich auch darin, daß die Entente bereits versucht hat, durch Vermittlung der amerikanischen Mission mit der von ihr erst vollkommen abgelehnten Regierung Fühlung zu nehmen.
In den einzelnen Teilen des großen russischen Reiches gehen die Bestrebungen der Volksstämme, selbständige Staaten zu bilden, weiter. Westsibirien hat eine eigene Regierung eingesetzt, die Ukraine nimmt eine immer selbständigere Stellung ein. Vor allem aber hat das früher in Personalunion mit Rußland verbundene Großfürstentum Finnland am 13. Dezember sich zur selbständigen Republik erklärt und hat bei den europäischen Mächten um Anerkennung nachgesucht. Es hat sich der Entente gegenüber auf das von ihr proklamierte Selbstbestimmungs⸗ recht der kleinen Nationen berufen. Die maximalistische Re⸗ gierung kann nach ihren Grundsätzen dieser Bewegung nicht anders als sympathisch gegenüberstehen und sie hat selbst bereits in einem Aufruf an die Mohammedaner diese ange⸗ wiesen, sich von jeder europäischen Herrschaft frei zu machen. Diese Grundsätze der russischen Regierung machen auch für uns die Regelung der Fragen an unserer Ostgrenze leichter und erleichtern die Friedensunterhandlungen, denn das neue Rußland erhebt keinen Anspruch mehr Polen, Kurland, Livland, Litauen und Esthland zu beherrschen. Tritt so an Stelle eines machtgierigen großen Staates an unserer Ostgrenze eine Reihe kleinerer Staaten, die, in sich be⸗ friedigt, ein staatliches Eigenleben entfalten können, so weicht ein Druck von Deutschland, der über ein Jahr⸗ hundert auf ihm gelastet hat.
Die Folgen des russischen Waffenstillstandes sind un⸗ absehbar. Hatte schon der militärische Zusammenbruch Ruß⸗ lands starke Kräfte frei gemacht, die in Italien und an der Westfront eingesetzt werden konnten, so wird uns der Waffenstillstand und der Sonderfrieden die Möglichkeit geben, mit allen Kräften uns dem Westen zuzuwenden und schon hat der österreichische Minister des Aeußern Graf Czer nin in den österreichisch⸗ungarischen Delegationen am 4. Dezember Waffenhilfe im Westen zugesagt:„Straßburg gilt Oesterreich so viel wie Triest.“ Selbst wenn noch amerikanische Truppen dort eingreifen sollten, die allerdings bis jetzt nur eingezogen, aber noch nicht ausgebildet, ge⸗ schweige denn nach Europa transportiert find, so machen sie doch im äußersten Falle nur einen geringen Bruchteil der Zahl aus, die Rußland gegen uns ins Feld gestellt hatte. Dazu kommt die Nachwirkung der katastrophalen italienischen Niederlage. Italien hat mindestens 400 000 Mann und die Hälfte seines gesamten Artillerie⸗ materials verloren. Die Kämpfe in Italien find zwar an der Piavelinie zum Stillstand gekommen, dafür aber haben die Oesterreicher in harten Kämpfen zwischen dem 4. und 6. Dezember in der Flanke der italtenischen Armee das Melettagebiet erobert und die Bedrängung im Rücken der italienischen Armee verstärkt, wobei 16000 Gefangene ge⸗ macht wurden Die Offensive hat die italienische Front auf ein Drittel verkürzt, fesselt aber ständig durch die flankierende Stellung in den venetianischen Alpen die ganze Kraft Italiens.
Als Folge des russischen und rumänischen Zusammen⸗ bruchs und der italienischen Niederlage zeigt sich in den Ententeländern ein Wachsen der Friedensstimmung. Der frühere englische Minister des Aeußern Lord Lansdowne hat in einem aufsehenerregenden Briefe gefordert. daß die Entente ihre Kriegsziele ändern müsse, um mit den Mittel⸗ mächten zu einer Berständigung zu kommen. In Italien hat die vorübergehende Einigkeit, die unter dem Eindruck der Katastrophe mühsam hergestellt worden war, wieder innerer Zersetzung Platz gemacht. Vor allem aber scheinen die Dinge in Frankreich zu einer Entscheidung zu drängen. Der Ministerpräfident Clémenceau, der den Krieg bis aufs äußerste fortzusetzen entschlossen ist, hat gegen den früheren Ministerpräsidenten Caillaux Anklage auf Hochverrat erheben lassen, weil Caillaux, der 1911 in der Zeit des Streites um Marokko einen Krieg mit Deutsch⸗ land vermieden hatte, im Verdacht steht, einem Verstän⸗ digungsfrieden mit Deulschland geneigt zu sein, und für einen solchen gewirkt zu haben. In dem Streit zwischen Clémenceau und Caillaux verkörpern fich die Gegensätze des Kriegswillens und der Einsicht zur Verständigung in Frankreich und man darf dem Ausgang des Streites mit Spannung entgegensehen. Der innere Zerfall der Entente zeigt sich auch in der Ergebnislofigkeit der Pariser Kon⸗ ferenz der Alliierten, die einen gemeinsamen Oberbefehls⸗ haber stellen wollten, die aber am 4. Dezember ergebnislos auseinandergehen mußten, da England nicht gewillt ist, seine Truppen französischem Oberbefehl zu unterstellen.
Allen Friedens bestrebungen im eigenen Lande zum Trotz haben die Engländer noch einmal versucht, unsere
Mauer im Westen zu durchbrechen, und es war ihnen am 21. November gelungen, durch einen überraschenden Angriff in der Richtung auf Cambrai Gelände zu gewinnen. Am 3. Dezember setzte unsere Gegenaktion ein. Schon am 8. De⸗ zember ist das Gelände, das die Engländer uns abgerungen hatten, ihnen wieder genommen worden, zugleich mit 9000 Gefangenen, ja an verschiedenen Stellen find unsere Linien noch über unsere früheren Stellungen hinaus vorgeschoben worden. In Flandern haben die Engländer keinen neuen Angriffsversuch mehr gemacht, sodaß die ganzen Flandern⸗ schlachten des— als beendigt gelten können. So sind Cambrai und Flandern zu deutschen Siegen geworden.
Inzwischen haben die Kämpfe der Engländer in Pa⸗ lästina zu einem Erfolg geführt, dessen Bedeutung nicht unterschätzt werden darf. Nachdem die Engländer ihre Truppen an der syrischen Küste weit nach Norden hin vor⸗ geschoben hatten, und nachdem es ihnen gelungen war, durch Einnahme der Hebronstellung am 10. Dezember Jer u⸗ salem zu umflügeln, mußten die Türken am 11. Dezember die heilige Stadt aufgeben, und englische Truppen hielten zusammen mit französischen und italienischen ihren Einzug. Wenn auch der Verlust Jerusalems für das türkische Heer ohne strategische Bedeutung ist, so besitzt er doch eine umso größere moralische Bedeutung, und wir alle haben das Ge⸗ fühl, daß hier etwas geschehen ist, das durch den Krieg oder durch den Frieden wieder gut gemacht werden muß. Es ist eine moralische Pflicht Deutschlands, dafür zu sorgen, daß ein Staat, der sich ihm angeschlossen und der ihm wertvolle Hilfe geleistet hat— man braucht nur daran zu denken, was die Schließung der Dardanellen für uns be⸗ deutet hat—, keine Einbuße an wertvollen Provinzen er⸗ fährt. Das Lebensinteresse Deutschlands aber fordert auch, daß England nicht über türkisches Gebiet hin seine afrikanischen mit seinen indischen Besitzungen zusammenschließt und da⸗ mit vor die deutschen Kolonien in Afrika einen britischen Wall legt, und zugleich das Kulturland Mesopotamien, das deutsche Arbeit wieder erschloß, unter seine Kontrolle nimmt.
Bleibt eurem Beruf treu!
Zum vierten Male begehen wir jetzt das Weih⸗ nachtsfest in diesem großen Weltenbrande. Dreimal gipfelten unsere Wünsche vergebens in dem einen Wunsche: es möge Friede werden. Diesmal drängt sich wieder dieser Wunsch auf unsere Lippen, aber wir haben größere Aussicht auf seine Erfüllung als je zuvor. Im Osten sahen wir in diesem Jahre den Wall unserer Feinde in sich zusammen⸗ fallen; was Intrige, Lüge und Bestechung gegen uns aufgebaut hatten, konnte unserem starken Recht nicht standhalten. Im Südosten wurde der Ver⸗ rat unserer ehemaligen Bundesgenossen auf das fürchterlichste bestraft. Es bleibt für uns nur noch übrig, mit unseren westlichen, allerdings unseren hartnäckigsten Feinden, denjenigen, die die ganze Welt gegen uns aufgeboten haben, abzurechnen. Aber auch das wird ein Ende nehmen, auch deren Angriffswut wird an unserer tapferen und ehernen Westfront zerschellen. Folgen wir unserem Hinden⸗ bürg und warten wir noch etwas ab.
Immer näher rückt nun die Zeit, wo Ihr alle, liebe Kameraden, wieder dem alltäglichen Leben zugeführt werdet. Mancher von Euch wird durch seine Verwundung oder Krankheit derartige Schäden an seiner Gesundheit davontragen, daß er nicht mehr im stande ist, seinem alten Berufe nachzu⸗ gehen, mancher aber auch wird sich für unfähig oder zu schwach halten, ihn wieder auszuüben. Und darüber möchte ich mich mit Euch unterhalten.
Unser oberster Kriegsherr rief uns, nachdem unsere Feinde sein hochherziges Friedensangebot mit Hohn abgewiesen hatten, die Worte zu: Werdet zu Stahl. Diese Worte galten den Kämpfern in der Front. Ich möchte dieses Wort auch für die Zeit nach dem Frieden auf uns alle angewendet wissen.
Wie werden sich nun die Verhältnisse nach Friedensschluß gestalten? Nach diesem unge⸗ heuren Geschehen ist naturgemäß in der ganzen Welt alles auf den Kopf gestellt. Nicht nur, daß die Versorgung der Heimat mit Rohstoffen ganz neu geregelt werden muß, es müssen vor allen Dingen unsere gesamten Handelsbeziehungen, die unser grimmigster Feind England von Grund auf zerstört hat, neu aufgebaut werden. Das wird das Feld unserer Auslandspioniere sein, die die


