Da preßt Bauer mittels der Forcepumpe das doppelte Quantum Wasser wieder aus und in fast gleichem Tempo steigt das Boot wieder zur Ober- fläche. Auf diese Weise wurde die Mannschaft mit der Zeit mit der Bedienung vertraut. Trotz seiner unleugenbaren Erfolge hatte Bauer in Rußland eigentlich nur einen Beschützer und Förderer in der Person des Großfürsten Konstantin. Im übrigen stand man ihm aus Gründen des Neides an seinen Erfolgen oder aus verletztem Nationalstolz, der einem Deutschen den Ruhm der Erfindung miß⸗ gönnte, feindlich gegenüber. Diese Strömungen fanden ein willfährliches Werkzeug in dem Bauer bei seinen Fahrten zugeteilten russischen Leutnant Fedorowitsch. Als am 20. Oktober 1856 der Versuch der unterseeischen Sprengung eines größeren Schiffes vorgenommen werden sollte, saß der vor— genannte Offizier am Steuer Man hatte nun ab⸗ sichtlich das anzugreifende Schiff an eine so seichte Stelle gebracht, daß das Unterseeboot beim Tauchen unfehlbar auf Grund geraten mußte. Und so geschah es auch. Das Schiff fuhr mit voller Wucht auf sein Ziel los und saß plötzlich mit dem Hinterteil auf einem Sandhügel des Seegrundes fest, während die Schraube mit Seegras und altem Tauwerk verstrickt war.
Nach langem vergeblichem Bemühen ließ Bauer das Wasser auspumpen und das Schiff hob sich nun mit seinem freien Hinterteil über die Wasser⸗ fläche. Kaum stand die erste Lucke über dem Meeresspiegel, so riß Fedorowitsch dieselbe auf und schwang sich ins Freie. Da Bauer und seine Matrosen bei der eindringenden Flut die Lucke von innen aus nicht verschließen konnten, so blieb ihnen nichts anderes übrig, als das Boot eben⸗ falls schleunigst zu verlassen und dasselbe seinem Schicksal zu überlassen. Das Boot wurde zwar später wieder gehoben, der Haß gegen Bauer und sein Werk lebte aber fort und hinderte ihn an einem ersprießlichen Weiterarbeiten. Er erhielt zwar den Auftrag zur Herstellung einer unterseeischen Korvette von 24 Kanonen, da man ihm aber auf⸗ gab— angeblich um den Bau gegen Verrat und Nachahmung zu schützen— die Arbeit in Irkutsk am Baikalsee, also in Sibirien, zu vollenden, zog Bauer, der es zum Rang eines kaiserl. russ. Sub⸗ marine⸗Ingenieurs gebracht hatte, vor, im Früh⸗ jahr 1858 nach Deutschland zurückzukehren.
Bauer hat das Los der meisten Erfinder ge— teilt. Es war ihm nicht mehr beschieden, den Auf⸗ stieg und die Bedeutung seiner Erfindung zu er⸗ leben, die eine Revolution in der modernen See— kriegsführung herbeigeführt hat und die heute für sein Vaterland eine der wirksamsten Waffen im Kampfe gegen seine Feinde geworden ist.
Jazarett-Veratung.
Vie Zentralstelle der Lazarett⸗Beratung des Roten Kreuzes Frankfurt will dem Interesse der Verwundeten und Kranken im Bezirk der Lazarett⸗Zeitung dienen. Jeber wöge die Fragen, die er auf dem Herzen hat, seien fit Wirtschaftlicher Natur, rechtlicher Natur oder wie immer, schriftlich an die Lazarett⸗Beratung richten. Es soll auf jedi Frage brieflich Antwort gegeben und die Möglichteit ge⸗ sucht werden, Rat und Beistand zu schaffen. Ant⸗ worten von allgemeinem Interesse werden ohne Na⸗ mensnennung in der Lazarett⸗Zeitung veröffentlicht. Vertrauliche Behandlung wird zugesichert, daher anonyme Anfragen verbeten. Die Zuschriften sind zu richten: An die Lazarett⸗ Beratung, Frankfurt a. M., Kriegsfürsorge, Theaterplatz 14. Beifügung von Rückporto ist nicht erforderlich. Die Zentralstelle der Sazarett⸗ Beratung steht auch täglich von 4—5 Uhr den Verwundeten für persöuliche Anfragen zur Verfügung.
Militärkranstenwärter H. J. Frage: Ich kam am 12. November 1916 als Krankenwärter ins Lazarett und erhielt 5.80 Mk. Löhnung. Am 23. April d. J. wurde ich reklamiert und als ich am 18. Juni wieder als Krankenwärter eingezogen wurde, bekam ich wiederum sechs Löhnungen mit 5.80 Mk. ausbezahlt. Dann wurde mir aber be⸗ deutet, ich hätte nur noch 3.30 Mk. zu bekommen und müßte die zuviel bezahlten Löhnungen zurück⸗ zahlen. Ist es richtig, daß ich nur auf 3.30 Mt. Löhnung Anspruch habe und darf eventuell die zu— viel gezahlte Löhnung mir an der jetzigen Löhnung
Tazarrti- Zeitung.
abgezogen werden?— Antwort: Die Löhnung des Militärkrankenwärters ist vom 1. Februar 1917 an der Lötznung des Gemeinen gleichgestellt worden, jedoch mit der Maßgabe, daß diejenigen Militär⸗ krankenwärter, die sich am 1. Februar 1917 in Genuß der höheren Löhnung befanden, diese nach wie vor weiterbeziehen. Wenn Sie nach dem
1. Februar 1917 abgelöst worden sind und später
als Militärkrankenwärter wieder eingestellt wurden, so können Sie nach dem Wortlaut der ergangenen Bestimmungen bei Ihrer Wiedereinstellung nur noch die Löhnung des Gemeinen erhalten, jedoch steht die endgültige Entscheidung dieses Sonderfalles durch das Kriegsministerium noch aus. Die in gutem Glauben empfangene Zuvielzahlung brauchen Sie nur zurückzugeben, wenn Sie noch um den zuviel erhaltenen Betrag bereichert sind. Irgendwelche Einbehaltungen von der Löhnung, um die Zurück⸗ zahlung auf diese Weise zu bewirken, ist jedoch un⸗ zulässig.
Anteroffizier C.. B. Frage: War bis zum 3. August als kaufmännischer Angestellter tätig, dann wurde ich eingezogen. Steht mir nun für den Monat August resp. für noch sechs Wochen Gehalt zu?— Antwort; Gemäß§ 63 Han⸗ delsgesetzbuch behält der Handlungsgehilfe, der durch unverschuldetes Unglück an der Leistung der Dienste verhindert ist, seinen Anspruch auf Gehalt für die Dauer von sechs Wochen. Es ist also die Beantwortung der Frage, ob Ihnen dieser Anspruch zusteht, davon abhängig, ob man die Einziehung zum Heeresdienst als unverschuldetes Unglück an⸗ sieht. Die Frage läßt sich aber nicht mit Sicher⸗ heit beantworten, da sie von den verschiedenen Kaufmanns⸗ und Gewerbegerichten sowie von den örtlichen Gerichten verschieden beantwortet wurde.
Vom deutschen Geist.
Biterolf im Lager von Akkon(1190). Von Victor v. Scheffel.
Kampfmüd und sonnverbrannt fern an der Heiden Strand waldgrünes Thüringland
denk ich an dich!
Mildklarer Sternenschein
du sollst mir Bote sein,
geh, grüß' die Heimat mein weit über Meer.
Feinden von allerwärts trotzt meiner Waffen Erz, wider der Sehnsucht Schmerz schirmt mich kein Schild. Doch wie das Herz auch klagt, ausharr' ich unverzagt,
wer Gottes Fahrt gewagt trägt still sein Kreuz.
Scherz und Nätsel.
Eines Tages war das Essen der Feldküche, Reis mit Konservenfleisch, sehr dünn geraten. All⸗ gemeines Murren bei den Kameraden, die sich in wenig schönen Worten ihr Herz erleichterten. An⸗ ders unser Kamerad W. Sein Essen im Kochge⸗ schirr wehmütig betrachtend, spricht er zum Küchen⸗ unteroffizier:„Aber Korporal, ich habe doch Hunger und keinen Durst!“
Aus dem„Simplicissimus“.
Silben⸗Rätsel.
Aus folgenden 35 Silben: a—as bi- di- do — doc-e—es—ew— gue—ka—ka—kau- lan lau— le— let li li mi- na ni-nil- oh- pe — sig— sti— sup sus- tarrh- ti- tri- va-xos iet sind 13 Wörter zu bilden, deren Anfangs⸗ und Endbuchstaben von oben nach unten gelesen einen Ausspruch unseres Kaisers an die Verwun⸗ deten ergibt. Die Wörter bezeichnen: 1. Einen Opernkomponisten. 2. Einen Propheten. 3. Eine Waffe. 4. Ein Gewürz. 5. Eine Stadt Schlesiens. 6. Eine französische Landschast. 7. Eine Krankheit.
Druck von Löber 4 Co., Frankfurt a. M., Elbestraße 29.
Insel. 13. Gebirge. Eingesandt von Vertrauensmann Mayersohn, Frankfurt a. M.
1. Scherzrätsel. Pfeiffer saß B d pfiff. Pfeiffer pfiff 5 5 8 85 Dennoch saß Pfeiffer am Bach und pfiff. Wie ist das möglich?
Untoffz. Speich. 2. Scherzrätsel.
Jul. Caes. As. liberau. sternunt. IX. Aug. n. A. L. S. colunt. Q. Caes.
Wer versteht dies Latein?
3. Scherzrätsel.
Ganz leise kräht der Hahn 1 in Altenburg.
Wie soll diese Adresse wohl heißen? Vertrauensmann Mayersohn.
Die Lösungen sind mit genauer Adresse der Ein⸗ sender bis 15. Dezbr. einzusenden an die Lazarett⸗ Zeitung, Frankfurt a. M., Theaterplatz 14. Auf dem Briefumschlag soll das Wort„Rätsellösung“ stehen.(Innerhalb des Postbezirks Frankfurt a. M. ist die Zusendung als Feldpostbrief nicht zulässig.)
Auflösungen zu den Aufgaben der vorigen Nummer.
1. Aufgabe:„800 Mann stark war die Abteilung.“ 2. Aufgafße Die Lebensalter betrugen 18, 48, 77. Aätsel:„Laufpaß.“ Streichholzaufgabe:
e
Preise zu den Auflösungen der vorigen Nummer.
1. Rätsel:„Zu— Fall Zufall“ S HBrichtige Lösungen. 2. Rätsel:„Schatz“ 5 10 richtige Lösungen. Besuchskartenrätset: Im Argonnerwald“ 8 — 27 richtige Lösungen. Aufgabe:„A ist 24 Jahre alt und zeichnet 600 Mk. B ist 40 Jahre alt und zeichnet 400 Mk.“ — 38 richtige Lösungen. 1. Scherzrätsel:„Lazarettzeitung“ — 18 richtige Lösungen. 2. Scherzrätset:„Die Laus“ — 20 richtige Lösungen. Bei sehr reger Beteiligung war das Ergebnis diesmal nicht so günstig, haben doch nur 5 Einsender alle 6 Rätsel richtig geraten. Diese wurden mit Hauptpreisen bedacht:
Musk. Panier, Nauheim; Ldstm. Elsas, Frankfurt a. M.; Schütze Hauptmann, Niederlahnstein; Res. Sattler, Darm⸗
stadt; Untoffz. Jost, Reichelsheim. Trostpreise für 5 richtige
Lösungen erhielten: Untoffz. Robbertz, Mannheim; Musk. Herbert, Frankfurt a. M.; Untoffz. Zupp, Frankfurt a. M.; Deublin, furt a. M.; Gren. Subke, Darmstadt.
Die Zazarett⸗Zeitung erscheint zweimal monatlich. Den Verwundeten, Kranken und Genesenden im Bezirl des XI., XIV. und XVIII. Armeekorps steht sie im Lazarett unentgeltlich zur Verfügung.
Zuschriften sind zu adressieren: Lazarett⸗Zeitung, Frant⸗ furt a. M., Theaterplatz 14.
Verantwortliche Schriftleitung ehrenamtlich Dr. Carl Gebhardt in Frankfurt a. M. N
8. Eine Speise. 9. Russischer Vorname. 10. Eine Speisenwürze. 11. Gerichtlicher Ausdruck. 12. Eine
Frankfurt a. M.; Pionier Baumgarten, Frank-
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