Ausgabe 
28.11.1914
 
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Beilage zurNeuen Tageszeitung".

Nr. 280 | _ Samstag, den 2 S. |toocmbci* 1914 » I 7 > Zaljrgauy

yfut Isnglnnd.

Ts klopft und klopst ans Hollentor,

FLus arme Seelen standen davor,

Beelzebub schaute die Seelen an;

Wer seid Ihr, und was habt Ihr getan '"

Die erste:Ich lamme aus Delgicrland,

Zwei Deutsche starben von meiner Hand Ich habe sie, hinter dem Busch versteckt.

Mit meiner Pistol« niedergestreckt.

Man griff mich aus am Waldessaum Und knüpste mich an den nächste» Bau», "

Der Teuft! schmunzelt:Geschah Dir recht!

Geh ein in die Hölle, getreuer Knecht!"

Die zweite:Ich lampste um Frankreichs Ehr' Und lag aus dem Felde: mich dürstete sehr,

La teilte den letzten Trapsen mit mir Ein verwundeter deutscher Ossizier,

Ich trank, daraus führt er die Flasche zum Mund Da Lachte ich:Versluchtcr Prcustcnhund!"

Und stietz meine» Dolch mit letzter Krast Dem Mann in die Gurgel, bis a» den Schaft, Flugs hat sein Genast sich ausgereckt Und mich mit dem Kolben »iedcrgestrcckt"

Der Teufel schmunzelt:Geschah Dir recht!

Geh ein in die Hölle, getreuer Knecht!"

Die Dritte:Ich kam aus Russenland Und hatte ein deutsches Gehöft verbrannt.

Die fliehenden Eltern traf mein Hieb,

Last nur die Tochter übrig blieb Doch als ich, müde der blutigen Tat,

Mich ihr mit freundlicher Miene genaht,

Da hatte die Katze mit Riesengcwalt Ihre Hand um meine Kehle gekrallt.

Sie schnürte und schnürte mit solcher Mm'

Dast ich aus Erden nicht wieder erwacht,

Der Teufel schmunzelt:Gejchah Dir recht'

Geh ein in die Hölle, getreuer Knecht!"

Da nahten die letzten, Hand in Hand:

Wir sind zwei Seelen aus Engcland,

Ich war ein Krämer, ich ein Diplomat:

Mit Ehren man uns begraben hat.

Wir waren zeitlebens ein frommes Paar,

Und krümmten keinem Menschen ei» Haar,

Man wies uns am Himmelstore zurück,

Das finden wir beide ein starkes Stück!

Die drei armen Seelen, die eben pasfiert.

Die haben wir beide Dir zugesührt.

Doch geschah es nicht aus Lust an Qual,

Uns galt vor allem stets die Moral,

Blost für die sittliche Hebung der Welt,

Blost für die sittliche Heung der Welt,

Drum, lieber Freund, mach aus die Türen!

Wir Helsen die böllenglut zu schüren,"

Da lachte der Teusel:Aus Engelond!

Euch Burschen Hab ich doch gleich erkannt.

Ich seh's an Eeuern scheinheiligen Zügen:

Ihr möchtet selbst noch den Teusel belügen. Wenn Millionen am Hungertuch nagen.

Wenn rings aus der Erde die Mütter klagen, Wenn Europas Gesilde rauche» von Blut.

Von Mord und Laster, von Hast und Wut,

Stets legt Ihr die Minen, zündet sie an Und bleibt dochder gute, der fromme Mann", Ihr würdet der Hölle um schnödes Geld Berkaujen die Seelen der ganze» Welt,

Pfui Teufel", war sonst als Fluch bekannt.

Jetzt sollt es heisten:Pfui Engeland!" Der Teufel, Ihr könnt in der Schrift es lesen.

Ist wenigstens früher mal gut gewesen,

Ihr kanntet nie de» göttlichen Funken,

Ihr warft von Anbeginn Halunken,

Drum leg ich ins Herz Euch den höllischen Bre 1 > So mögt Ihr Euch schleppen von Land zu Land Doch nimmermehr last ich Euch hier herein!

Ihr seid für die Hölle mir zu gemein!"

Tariegsandacht.

Da heute die eigentliche AndachtAus meiner Dorfkirche" nicht erscheint, geben wir im nachstehenden eine weihe- und stimmungsvolle Kriegsandacht wieder, die ln einem Nachbar- crt gehalten wurde.

Gedenkseirr in der Heiinatkirche für einen aus dem Feld« der Ehre gebliebene» Helden.

Ossenbarung Johannes, Kap, 2, B. IS,

Sei getreu bis in den Tod, so will ich Dir die Krone des

Lebens geben,

Geliebte Gemeinde! Zu ernster Feier sind wir hier in stil­ler Abendstunde an heiliger Stätte versammelt, um dem für das Vaterland gefallenen jungen Helden K, W, ünige Worte des Nachrufes z» widmen und Anteil zu nehmen an dem herben Verlust und dem tiefen Schmerz, de» seine Ange­hörige» durch den Tod des hossnungsvollen lcbcnsfrische» Soh­nes erlitten haben.

Wen hat es nicht ergriffen, wer wurde nicht in dem inner­sten Wese» seines Herzens tief erschüttert, als er die Kunde vernahm, die sein treuer guter Kamerad nach Hause berichtete j K. W, ist im heisten Kamps gcsallen: er starb als Held j aus dem Felde der Ehre getreu seiner Losung: Mit Gott für i Kaiser und Reich, Es ist har» und schmerzvoll jür seine El I lern und Geschwister, einen jungen hossnungsvollen blühenden : Sohn und Bruder im Frühling seines Lebens hergcben zu uiüsicn und noch dazu, wo er im seinen sremdeu welschen Lande seinen Tod sand, wo seine Lieben nicht in letzter Stunde um ihn und bei ihm sein konnten, wo sie nicht sein Grab i» ver Nähe in heimischer deutscher Erde haben, um hier dem Toten ! doch nah zu sei», um sich hier bei ihm auszuwcinen, um ihm

> hier eine stille Träne des Schmerzes und der Wehmut »ochzu-

weinen, wo sie ihm doch sinnige zarte Blumen aus seinem Gra beshügel pflanzen und sie jür ihn pjlegen können, wo sie ihm

Lech in heimatlicher Erde einen Gedenkstein setzen könnten mit

der Inschrift, dast der, der hier ruht, als Held gesallcn ist >n der Blüte der Jahre im heisten Kamps für sei» Vaterland Wohl wäre cs hart und schmerzvoll in ruhigen friedlichen Zeiten zu hören und zu wisien, da brausten im fremden Land bei einem unbekannten Dorj lieg» dein Sohn begrabe». Man lonnte ihn nicht mehr sehen, man konnte seine sterbliche Hülle nicht zum Grabe geleiten, als Fremder, unbekannt und unbe- weint liegt er da draustcn in einem einfachen schlichten Grab, Aber jetzt lebe» wir in einer anderen Zeit, in einer harten rauhen Kri^czcit mit anderen Forderungen, mit anderen An­schauungen, die aber auch ihre uneingeschränkte Geltung in iommcndcn Friedcnszeiten behalten. Jetzt ist cs nicht hart und schmeizvcll, den Sohn im sremdcn Land begraben zu wisien, nein, es ist ehrenvoll u, dankenswert, zu wisien, dein Sohn starb den Heldentod sür jein Vaterland und für »ns alle, und wer den Tod im heiligen Kampfe sand, ruht auch in fremder Erde im Vaterland, Das Vaterland schuldet ihm Dank, wir alle sind ihm zum Danke verpslichtct: denn auch er hatte lapscr mit»

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Julius

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