Ausgabe 
26.11.1914
 
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Arimrner 278

Donnerstag, den 26. November 1914

7. Jahrgang

Di-s-rur v ti d,emt ,cde» Werttag. Regelmäßig» Beilaxen , 41 » |tott au» Hessen",Sie Spiuultube". üriugoprei»: Bei r>en Postaustaiie» o,ei.eij»ol>ich -eil. 1,95

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Ulk rijWk (OffrnRur bei WuWli grjiljritrrt.

Fortschritte bei Arras. 29999 Russen von den Oesterreichern gefangen. Wieder ein

Türkensicg. Portugal macht mobil.

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Der deutsche Eeneralstab » -- . meldet: 1

WTB. Grosies Hauptquartier, 25. Nov. vormittags. Ltmtlich.

Die englische» Schiffe wiederholten gestern ihre Unternehinnngen gegen die »lüste nicht.

Tie Lage auf dem westlichen Kriegs­schauplatz ist unverändert.

In Arras machte« wir kleine Fort­schritte.

In Ostpreußen wiesen unsere Truppen sämtliche russische Angriffe ab.

Die Gegenoffensive der Russen aus der Richtung von Warschau ist in der Gegend von LowyczCtrykowLrzezyny gescheitert.

Auch in der Gegend östlich von Czen- stochau brachen sämtliche russische Angriffe vor unserer Front zusammen.

Oberste Heeresleitung.

Von der Front im Westen.

Neue deutsche Aagrijie? Amsterdam, 28. Nov. (ÜB. B. Nichtamtlich). DasHandelsblad" meldet aus London: Das Daily Chroniclc" will aus üiordsrankrenh erfahren haben, oaß die englisch srcnzösilche» Armeen seit ochtundvlerzig Stunden von den Deutschen mit starker Macht an der Front von B.pern bis Lombarlzyde angcgrisse» werde». Die Schlacht gleiche in ihrem Umsangc und ihrer Intensität den Schlachten an der Marne und an de, yscr. Die Deutschen hätten den Kamps mit grobe» Verstärkungen und neuen Kanonen begonnen. Die französische und die britische Armee handelten ln direkter Ko­operation. Die schwersten Geschütze seien in Aktion. Die eng­lische Artillerie habe bisher jede Bewegung der Deutschen schei­tern lasten.

Die Beschießung von Bethuue. Turin, 25. Nov. (W. B. Richlamtlichs. Nach derGazctta dcl Popolo" bcschieben die Deutschen seitdem 5. Novembe: täglich sechs Stunden Bethuns Die Bevölkerung flüchtet.

Sturmwetter und Schneewehen. A m st e r d a m , 25. Nov. (ÜB. B. Nichtamtlich!. DerTelegraas" meldet aus StuiS. Sturmwetter und Schneewehen machten die Operationen an per Küste gestern schließlich unmöglich. Gestern Abend war lein Kanonendonner vernehmbar. Die Grenze zwilchen Bel­gien und Secländisch Flandern ist nach wie vor streng geschlos­sen und von dem deutschen Landsturm dcsetzt. Im Kampfe um üspern bat sich nichts geändert. Der Frost har ausgehört und der Boden ist wieder in Morast verwandelt, um so mehr als es in den legten Tagen ziemlich viel geschneit hat. In Rous- srlaere herrscht Ruhe. Die Truppenbewegungen nach der Front und die Ankunst Verwundeter dauern sort. Die Lausgräben der feindlichen Armeen liegen an einigen Stellen nur suni-ig Meter voneinander entfernt. Man hört sich gegenseitig spre­chen. Die Soldaten haben in de» Lausgräben viel unter dem ÜBaster und Ei» zu leidrn.

Die Beschießung von keebrügge. London, 24. Rovbr. Die englische Admiralität berichtet, dob zwei e»glische Schlacht schisse gestern alle Punkte von militärischer Bedeutung in 2e:- »rügge bcschosten hätten und daß die Deutschen nur schwa­chen (?) Widerstand geleistet hätten. Die Größe des anger.ch teten Schadens sei noch nicht bekannt.

Ans nnscrcn Kolonicn.

Eine englische Schlappe in Ostauila. Haag, 24. Novbr. ,W. B. Nichtamtlich). Die englische Gesandtschaft teilt mit: Aus den letzten Berichten aus Ostasrika geht hervor, daß die britische Truppcnmacht aus Britisch-Ostafrika, als gemeldet »urde, daß «ine wichttge deutsche Eisenbahnstation nur schwach besetzt sei, dorthin geschickt wurde, um die Station zu erobern. Englisch» Truppen landeten am 2. November und rückten sc- sort gegen die seindliche Stellung vor. Es stellte sich aror heraus, daß diese sehr stark war. Es gelang zwar den engli­schen Truppe», die Stadt zu erreichen, sic mutzte» sich ledochi wieder zurückziehen. Ihre Bcrluste betragen WO Mann.

Zum Fall Tsingtau. Berlin, 25. Nov. (Nichtamtlich). Nach den bisher vorliegenden Nachrichten beträgt die Zahl der bei dem Kampfe um Tsingtau beim Falle der Festung gefange­

nen Angehörigen etwa 425V einschlictzlich VVV Verwundeter. Die Zahl der Grsallcnen soll etwa 170 betragen, darunter 8 Ossi­ziere. Von dem österreichisch ungarischen KreuzerKaise'-n Elisabeth" find 1 Leutnant und 8 Mann verwundet, 8 Mao» tot. Die Behandlung der Gesangencn in Japan soll gut sei». Die japanische Regierung hat die baldige Ucbersendung na­mentlicher Liften der Toten, Verwundeten und Eesangcnen in Aussicht geslellt.

Wien, 25. Nov. (W. T. B.) Nicht­amtlich. 'Amtlich wird vcrlautbart: Das gewaltige Ringen in Nusfisch-Polen dauert fort. Bisher machten unsere Truppen in dieser Schlacht 2i),tt0<» Gefangene und er benteten 4!> Maschinengewehre sowie vieles Kriegsmaterial

De» Slcllocrtreter des Chess des Eeueralsttabe»,

von S ö s e r, Generalmajor.

Die Kämpfe in Serbien. Wien, 25. Nov. (W. T. 58.) Nichtamtlich.) Vom füblidjcn Kricgssdx>uplatz wird amt­lich gemeldet: 25. November: Unsere Truppen haben unter schweren Kämpfen die versunipste Kolubara-Nicdernng überschritten und bereits überall im Angriffe auf die öst­lichen Höhen Raum gewonnen. Mehrere heftige Gegenan­griffe der feindlichen Reserven wurden unter großen Ver­lusten des Gegners abgewiesen. Zahlreiche Gefangene »nd Ueberläufer.

Südöstlich Valjewo haben unsere Truppen die schnee­bedeckten Kämme des Massen und Suvobor känipfend über­schritten. Tort wurden gestern neuerdings 10 Offiziere und über 300 Mann gefangen genommen lind drei Ma­schinengewehre erbeutet.

Die Rüste» aus den Karpathen geworfen. (W. T. B.) (Nichtamtlich.) Nach Informationen eines Mitgliedes der Regierungspartei wurden die in das Komitat Ung einge­brochenen russischen Truppen zurückgeworfcn. Stach ein.mi für sie verlustreichen Gefechte befinden sie sich bereits wie­der a»f dein Rückuige nach der Landesgrcnze. Untergeord­nete russische Kräfte stehen im Komitat Zemplin, doch ist gegen diese bereits eine energische Akfton im Zuge.

Köln, 25. Nov. DieKöln. Ztg." meldet aus Buda­pest von gestern: Tie österreichisch-ungarischen Truppen

waren gestern in den Karpathen in der Offensive. Sie schlugen eine Abteilung der eingedrungcnen Russen em­pfindlich, die fluchtartig den Rückzug antraten. An einer anderen Stelle ließen die Russen 500 Tote zurück. Es zeigt sich, daß die Russen in die Falle gingen. Unsere in de» Bergen ausgestellte Artillerie beschoß die eindringend'n Rüssen von zwei Seiten, wobei ein Bajonettangriff folgte. Die Russen hast'» viele Tote »nd Verwundete.

B n d a p e st, 25. Nov. (W. T. B. Nichtamtlich.) Die B'ättermeldnnge», daß die im Komitat Ung eingcbrockvnen russischen Kräfte znrückgeworfe» wurden, wird bestätigt. Auch in dem Komitat Zemplin wurde der Feind zum Rück­zug gezwungen. Das !8ctriebsmaterial der in jener Geg­end gerö.....Kn Bas-!-Nation wurde zursickerobert.

Der Heilige Krieg.

Eine neuer Sieg der Türken im Kaukasus. Kon­st a n t i ii o p c l, 25. Nov. (W. T. B. Nichtamtlich.) Amt­licher Bericht des Hauptquartiers: Tie Fortdauer deS

ichlechtcn Wetters an der kaukasischen Grenze hält siir den Augenblick unsere Bewegungen in den gebirgigen Gegenden auf. Auch die Russen halten ihre Grenzstcllungcn. Unse­re Truppen, die in die Gegend des Tschorokh eingedrungc» waren, hoben einen neuen Sieg davongetragen. Sic habe» MorgnI besetzt und den Tschorokh in der Nähe von Bnrtsch- iko passiert Wir haben diese Stellung erobert, und wäh- rcnd dieser Bewegung mehrere Schnellfeuergeschütze, eine Ambulanz mit allem Zubehör, zwei Automobile, 100 Zug­pferde und Artillcrieiiiunition sowie eine Menge Dynamit erbeutet.

Kämpfe am persischen Meerbusen. K o n st a n t i -

i, o p e l, 25. Nov. Ein amtlicher Bericht des Hauptquar- tiers besagt: Nach dem Kampfe an der Küste von Baiiobra

Om 10. November, der mit großen Verlusten an Toten und Verwundete» auf eirglijckrer Seite endet«, erhielt der Feind Verstärkungen und rückte unter dom Schutz des Feuers sei- »er Kanonenboote laugsaru den Fluß entlang vor. Unsere Truppen erwarten den Feind i» einer neuen Stellung, wo seine Kanonen und Schisse ihm nicht bcistchei, können. Das SchissNilufer" ist infolge eines Unglückssallcs bei Stile untergegangen. Von den anderen Kriegsschauplätzen lie­gen heute keine Nachrichte» vor. (Das SchiffNilus.-r", ton dem in dein Bericht des Hauptquartiers die Rede ist, war ein kleines Fahrzeug von 20!) Tonnen, das der »ri.-zs- marine als Miiienleger diente. Es soll ans eine Untersec- niine, die von den b»Igarijck)eii .Häfen abgetrieben worden war, gelaufen sein.)

Täbris von de» Schahsevene» besetzt. (W. T. B. Nicht­amtlich.) DieNeue Fr-ie Presse" meldet aus Konstanti- i.opel: Die Stämme der Schahscveneu habe» Täbris besetzt.

Vom armenische!, Kampfplatz. K o st a n t i n o p e l, 24 . Nov. (W. B. Nichtamtlich.)Taswir i Eskiar" erfährt von seinem Berichterstatter iu Musch, daß kurdische Kaval­lerie die Russen angriff, die über Dutak südwestlich Kara Kilisse am Murad-Flnß vorrückeu wollten. Die Kurden zwangen die Russen zu eiliger, verlustreicher Flucht und er­beuteten einige Kanonen und ein Maschinengewehr.

Der Siiczkannl im Besitz der Türken. Au« Mailand wird deinAchtuhrabendblatt" gemeldet: WieUnione"

meldet, habe» die Türken bei der Boletzung von El-Khaz»a am Suezkanal zwei alte Dampfer unbekannier Nationalität gekapert, mn sie im Falle einer Forzienmg der Durckifahrt durch englische Kriegsschiffe zu versenken »nd damit die ranze Kaiialdurchfahrt zu sperren. Vorläufig ist in Can- tara eine Kontrollslatio» siir sämtlickie den Kanal du-ch- sahrendcn Handelsdampfer eingerichtet worden. Die tür­kische Kontrolle des Suezkanals Eagland gegenüber ist jetzt Tatsache geworden. Weiter wird berichtet, daß sich auch gegen den Ort Suez türkische Truppen im Anmarsch befin­den. Tic drahtlose Verbindung Suez-Port Said ist seit Samstag gestört. Aus Port Said wurden 2000 Türken als fcindliche Staatsangehörige nach englischen Konzentra­tionslagern gebracht, da man sic als Spione betrachtet.

Dir Verteidigung des Siie.ztänals. Konstanti- »opel, 24 . Nov. (SB. B. Nichtamtlich.) DemTanin' zufolge können die Engländer den Suezkanal nur schwer verteidigen und treffen sieberhafte Berteidigungsmaßnay- men. Sie ließen ans England Panzertnrme komme», stell­ten vor de,» Kanal inehrcre Kriegsschiffe ans und errichte­te» vor der» Kanal Verschaiiziingen au? Eisenbahnwagen, Sandsäcken und Stacheldraht.

Die Lage in Aegypten. Mailand, 25. Nov. DerCor» ricre della Sera" erhält einen Bericht über die Lage in Acgyp- tc», der gegenüber manchen Phantasien wegen seiner sachliche» Nüchternheit Erwähnung verdient. Bei der Rückkehr ins Lon» empfängt man danach den Eindruck, daß die politisch-militä­risch- Lage nach der Erllärung des Belagerungszustandes un­verändert ist. Trotz der Fortbestehens der khedivalen Regie­rung »nt, der Kapitulationen sind doch alle politischen Derwal- tungsvollmochtcn auf Maxwell übergegangen. Infolge der scharfen Zensur von Post, Telegraph und Telephon sowie der Ucberwachung aller Berkehrswegc ist die Bevölkerung in voll» ständiger Ilnlcnntnis über die Ereignisse an der Grenze und den Fortgang des Krieges in Europa, worüber die Zeitungen nur spärliche Notizen bringen bürseu. Die von Italien kom­menden Reisenden werdcn einer Leibesuntersuchung unterzo­gen: es werden ihnen sogar Zeitungsausschnitte aus der Bries- laschc abgenonimeii. Man hatte aus den 19. November, den muselmanische» Neujahrriag, die Verkündung der Annexion oder der Einsetzung eine» Sultans an Stelle des Khedioen er­wartet, aber nicht geschah. Man erwartet da, Eintreffen eng­lischer oder ausländischer Berstärlungen gegen den »iahenden arabisch türkischen Einfall. Elf Flugapparate überwachen die Grenzen Vierzig Flieger stnd jüngst in Aegypten angekommen.

Zur Bcsreinng der Ukraiuc. K o » st a n t i » » p « l, 25.

Nov. (Nichlamtlich). Der Minister des Innern empsing den hiesige» Vertreter der Vereinigung zur Besreiung der Ukraine, Mcnelev-Iy. Der Minister crlannte die Notwendigkeit der Befreiung der Ukraine von der russischen Herrschast an. Nach der Besiegung Rußlands werde die türkische Regierung dem ulrainischcn Bolle z»r Gründung eines unabhängige» Staate« Hilft leisten.

Die sraozösilchc Schlappe iu Marokko. Madrid. 25. No».

DerMundo" ncnt den letzten Kamps der Franzose» gegen die 'Marokkaner die schwerste Schlappe, die Frankreich in» letzten Jahrzehnt aus kolonialem Boden erlilteu h-de.