Ausgabe 
25.11.1914
 
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Nr. 277

Neue Tageszeitung. Mittwoch, drn 28. November 1911.

Leit, t

Am CI. Oktober fiel auf dem Felde der Ehre in Nord- Jra»lre>ch »n«r tleuer Kamerad

äger

Urttcr des Eiserne» Kreures Gffizier-Stellvertrelrr im Inf.-Regt. |U*. 168.

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Kriegsfreiwilliger im 24. Jäger-Kataillon, Marl . g

Cohn un'eres Schützenbruders Georg Hoffmonu, fiel am 30. Oktober als hoff- uungsooller, tapfeier Jüngling im Älter von -0 3al>ren im Sturm bei OTstsicje.

Wir werden die en beiden Helden für alle Zeilen ein treues Ange- denlen in Ehren bewahren.

Irr NorKnnd

des!. iMlier^er Sdjiikntifrriiiö.

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Das nachverzeichnete in der Gemarkung Melbach belegene Grundstück des Bereinigten Ärmenfonds der Sladt Friedberg wird

Freitag, 27. Kov. d. Is.. nach»nittags 2 Uhr

tm GasthausZur Post" in Melbach auf weitere 12 Jahre ia Ab­teilungen nochmals on die Meiftbieiendeu verpachtet:

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Die Eüteruerpachtung vom 10. November l. Zs. bezüglich der übrigen Grundstücke ist genehmigt.

Friedberg, den 20. November 1H14.

Die städtische Armenkommision. __ Stahl.

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Diesenigen hiesigen Einwohner, welche^ willens sind, freiwiiitg Militär gegen die von der Stasi be­zahlt werdende Vergütung in Pflege zu nehmen, wollen vies bei dem Unterzeichneten alsbald anmelden. Friedberg, den 23. November 1914.

Der Bürgermeister Stahl.

Unser armes Ostpreußen.

In einer füddeutfchen Zeitung wurde dicfer Tage ein Brief einer Elläsierin veröifentllcht, der auf Grund ein­gehender Berichte vom belgischen und französischen Kriegs­schauplatz unfern Truppen herzlich dafür dankte, daß ihre Tapferkeit die im Kriege unvermeidlichen Schäden bald Vom heimatlichen Boden ferngehaltcn habe. Dieses befreite Aufatmen nachempfinden ist daS gleiche wie die Not der armen Ostpreußen mitfühlen. Schau von Natur an» und feit Jahrzehnten noch daran gewöhnt, einen guten Teil ihrer Jungmannfchaft an die Grotzstädtc und Industrie- bezirke obzugeben, ist diese Provinz nun auch noch von derbem Kriegsleid heimgefucht worden. Jazwiicivn wurde

ihr ja Entschädigung zugefagt. Aber auch lo bleibt noch die »ssentliclpi Mildtätigkeit anzuruse», um in der Zwischenzeit, d. h. bis zu der nicht im Handumdrehen zu erledigenden Abnieffung aller Einzrlichäden und der Aus­zahlung der Entschädigungen, über die angenbliekliche Not­lage hinwegzuhelfen. Hat doch leider in einer ganzen Reihe von Kreisen der größere und ärmere Teil der Be­völkerung nichts als das nackte Leben gerettet. Obendrein ist die Antwort ans die Frage, ob die Bevölkerung zu blei­ben oder zu fluchten habe, ob sie noch in der Fremde aus- harrcn müsse oder zuruckkehre» dürfe, anscheinend nicht von allen zuständigen Stellen immer mit sicherer Voraus­sicht erteilt worden, so daß hier und da das an sich schon große Durcheinander noch erweitert worden ist.

Dankbar sei anerkannt, daß sich eine ganze Reihe von Instanzen uni die Linderung der augenblicklichen Not be­mühen. Hier nur ein Wort zugunsten der vom Bund der Landwirte eingerichtete» Hilssguclle. Im Einverständnis mit dem Obcrpräsidcnten will sie nicht Geld sammeln, um» dein Kleidung, Lebensmittel und Saatgut zur Versüguag stellen. Für das bittere Heute soll sie dem kleinen Bauer mit Ferkeln und Hühnern, mit Haus- und Küchengeräten bcispringen. Dabei kann sic sich aus die Erwägung stützen, daß sich in Stadt nnd Land in manchem Schrank alte, aber noch gut erhaltene warme Kleidungsstücke varsindcn, dir hier in zweckmäßigster LiebcStätigkcit abgegeben werden tonnten. Daneben ist natürlich auch für die nächste Ju­li »ft vorzusargen. Neben Heu und Stroh sollen deshalb fiir die Frühjahrsbestellung namentlich Saatgetreide (mög- stchst gute Saat) in großen Massen beschafft werden. Er­freulicherweise ist die Hilfsstelle des Bunde? schon seit Wochen ein Mittelpunkt der Licbestätigkeit geworden, der von Gebern und Hilfsbedürftigen lebhaft in Anspruch genommen wird. Tic geschädigten Ostpreußen erbitten hier nicht nur Naturalliefcrungcu für Menschen, Vieh, zur Dodcnknltnr usw-, sondern verlangen auch Raterteilung auf dem westen landwirtschaftlichen Gebiete, wünschen Sachver­ständige, Beamte. Hilfsarbeiter usw. Damit wirkt das von der Vuudesorgachsation in langer, zäher Arbeit geweckte und gestärkte Zulammengchörigkcitsgefühl zwischen Groh- und Klcingrundbcsitz, zwilchen Ost- und Westelbien, ;w:- sck>cn Gctreidcbauer und Viehzüchter, zwisck>en städtischem und ländlichem Mittelstand wohltätig nach. Aus allen Provinzen und Landesteilen, auch ans dem entserntesten Süden nnd Westen haben Bundcsmitglicder und sonstige hilfsbereite Mittelstandssrcunde in rühmlicher Opferwillig­keit ihr Scherflein für die amen Ostpreußen angcmeldet. So hoben aus der Generalversammlung einer westpreußi- schcn Znckersabrik 12 Herren 52 Waggonladungen Stroh gespendet, der Bezirk Minden in Westfalen stistere 1410 Ferkel, eine andere Hauptgruppe dort eine Ladung Hühner, dieFahnengruppe" aus der Julei Fehmarn schenkte 23 Waggons Futter und Streustroh und die kleinen Bauern des Westerwaldes und der Eisei, die aus den Gebirgswegen ihrer Heimat Sammelladungen Heu nur mit Ochsenge­spannen transportieren können, haben an Opferwilligkeit gewetteifert; hier sammeln die Bundesfrauen, ren Männer im Felde stehen, Kleidungsstücke, Betten und Lebensmittel, dort meldet der Psarrer oder Lehrer eines armen Dörfchens freudig den Erfolg seiner charitativen Tätigkeit an. Aber nach immer ist daS Heer der Hilssbc- dürstigcn unendlich größer als die Zahl der Geber.

Die ersten Sendungen sind bereits im weiten Not­standsgebiet angekammen und werden dort von besonderen Hilfsansschüssen verteilt, in denen neben den Vertrauens­männern des Bundes Vertreter der Ortsbehörden und der Landwirtschastskammer Mitwirken. Diese Organisation bietet die Gewähr, daß die Gaben, an wirklich Hilssbedürs- tige gelangen. Aber das Größere bleibt erst noch zu tun, um das bange Los der armen Ostpreußen zu mildern und eine Menge Vieh vor Untergang oder Verschleuderung zu bewahren. Man muß die Geschädigten selbst sprechen bören, um das Riesenelend abschätzen zu können. Da schreibt ein Amtsvorsteher aus dem Kreise Neidcnburg: Zwei Drittel meines Amtsbezirks sind abgebrannt. Die stehcngebliebenen Wirtsck>aften sind ihrer Hobe völlig be­raubt. Es fehlt alles, die Not ist unbeschreiblich," Ei» Frcigntsbesitzer im Kreise Insterburg meldet:Ich verlor die ganze Ernte, 91 Stück Vieh, darunter 84 Milchkühe, sämtliche Kleider und viel totes Inventar."Erbarmen Sie sich ineinerl" ruft ein kleiner Besitzer au? dem Kreise Osterademeine Familie und ich haben nichts anzu­ziehen, mein Haus und mein ganzer Besitz sind verbrannt/ Elend und immer wieder Elend und dabei dach ost die rührende Bescheidenheit, mit der ein Landwirt, der in düster­ster Ersüllung des alten PhilosowhenworteSall das Sein« mit sich trägt", nichts als ein Ferkel und einen Stamm Hühner erbittet. Erschütternd die Klagen kleiner Hand­werker, denen alle Vorräte davongeschleppt worden lind, tränenweckend die Berichte von Bauern, die sich im Fleiß« von Jahrzehnten und in darbender Sparsamkeit vom Land­arbeiter zu eigenem Besitz emporarbeiteten und jetzt von vorn auzusangen haben. Wer möchte jalcher Not sein Her, verschließen? Tie Hilfsstelle des Bundes der Landwirte (Berlin SW., Tcssaiier Str, 26) erbittet herzlich die Anmel- ung weiterer Opfer der Barmherzigkeit. Tie Liebesgaben müßten in den einzelnen Dörfern und Städten je nach Vereinbarung vom Vertrauensmann des Bundes, vom Ortsvorsteher, Pfarrer oder Lehrer gesammelt und von ihm bei der Bundeshilssstellc angcmeldet werden. Diese über- lendet dein angegebenen Vertrauensmann den Frachtbrief >md die Lieserungen gehen für Waggonladungen wie für Stückgut frachtfrei an die erwähnten HilfSansschüsie in Ost- pieiißen ab.

Gatt wecke mildtätige Herzen und leane jeden CScbci!.