Dummer 277 Mittwoch, den 25. Dovemker 1914. 7. Zlchrgong
Die , .i-tut o «c »»iritung" » chrml reden Werttag. Slegelmaßrge Betragen „Oer $nutr au» Hessen", „Oie Kp unünli«". Kriugoprei»: Be, den »o>la»ssa>l.-n mec.d.a iiiia) .»t. l.'lo tci den Stßcntcn monaiitch 50 Pig. f-imu tritt 'p oftgedühr ober Irägerlodn. Auieigrn: Erundzctie 20 Psg„ lokale 15 '4'ig., Sinrergen i’o t anomäri-3 njirJM sinh Po ina.chiiafme erbaben Ersüllungrott Friedberg. Kchriftleituny und Oeriag kriedderq lHesteni, Hauaueritratze 12. Fernprccher 48. Postscheck-Tau!» Skr. 4859. 21,nl F>au!Iurt a. :?(.
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Harte Kämpse im Osten. — Vordringen nördlich von Krakau. — Die Türken «der den Snezkanal.
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Der deutsche Generalstab J==== meldet: ====»
WTI3. Tros;cs Hauptquartier, 24. Nov. vormittags. 'Amtlich.
Englische Lchifle erschienen auch gestern an der flandrischen Küste und beschossen Lombardzyde und Zeebrügge. Bei unseren Truppen wurde nur geringer Tchadcn angerichtet, (§ine Anjaht belgischer Laud- einwohner wurde aber getötet und verletzt.
Im Westen sind keine wesentlichen Äer- tinderungc» eingetretcu.
Auf dem östlichen Kriegsschauplatz ist die Lage noch nicht geklärt. In Ostpreußen halten unsere Truppen ihre Stellungen an und nordö.ilich der Secnvlatte.
Im nördlichen Polen sind die dort im Tange befindlichen schwere» Kämpfe noch nicht entschieden.
Im südlichen Polen steht der Kampf in der Tegcnd von Cstenstochau.
Aus dem südlichen Flügel nördlich Krakau schreitet der Angriff fort.
Die amtliche russische Meldung, dafi die Generale von Lieber und von Pannewitz in (Ostpreußen gesausten genommen leien, ist glatt erfunden. Der erste befindet sich in Kerlin, der zweite an der Spitze seiner Truppen. Keide find feit längerer Zeit nicht in Ostpreußen gewejen.
Oberste Heeresleitung.
Der deutle AdmiralsLab . _________ —. meldet: =======.,
Berlin, 24. Nov. (SB. D. Amtlich.1 Nach amtlich.r Bekanntgabe der engiilchen Admiralität vom 23. November ist dos deutsche Unterseeboot „U. 18" durch eine englisch.'» Patrcmillensahrzciig an der Nordküste Schottlands ;un> Sinken gebracht worden. Nach einer Meldung des Rentec- sckwn Bureaus sind durch den englischen Torpedoboot,er- störcr „Garry" drei Offiziere und 23 Mann der Besatzung gerettet worden, ein Mann ist ertrunken.
Ser Stellvertreter de» Chefs des Admiralstabcs:
B e h n <k c.
Ein fiialilrirr llfbrrbrcutinoiigljt gflnnkfit.
Nvttrrdam. 24. Nov. (SB. B. Nichtamtlich.) Nach Meldllngen ans sicherer Quelle ist der englische llcbrrdicad- «.ougfit „Andacious" am 28. oder 29. Oktober an der Nocd- kiiste Irlands ans eine Mine gesäusen und gesunken. Tie Slbmirnlität hält das Ereignis streng geheim, uin eine Aus- tegung des Landes zu vermcidcn.
(Notiz: „AudociuS" hatte ein Deplacement von 27,000 Tonnen und eine Maschinenslürke von 28,000 PS-, eine Geschwindigkeit von 23 Seemeilen und eine Bestückung von 10 34,3 Etm. und sechzehn 10,2 Ctm.-Kanoncn. Tie Besatzung betrug etwa 1100 Mann. Das Schiss ist im Jahre 1912 vom Stapel gelausen.) ^
Der Untergang des Ncber-Drradnvught. Heber den Untergang des engl:ichen Ricsenschlachtschisscs „Sludacious" wird dem ,.BerI. Lok.-Anz." aus Kopenhagen gemeldet:
Ein kürzlich ans SImcrika nach Stockbolm hcimgekehr- ter Schwede erzählt über den Untergang eines großen en.z- lilchen Kriegsschisses: Slm 21. Oktober verließ der Tamvlcr „Olympic" Stew-Aork. Slm 25. Oktober sah er an der in- schon Küste ein großes, stillicgendcs Kriegslchisf, das anscheinend schwere Havarie erlitten hatte. Sluf Ersiicicen fuhr „Olympic" zmn Kriegsschiff und nnbm 250 Mann der Disahnng an Bord. Die übrigen 550 Mann übernahmen andere zu Hilfe eilende cnglilche Kriegsschiffe. Wie erzählt wurde, hatte das Kriegsschiff niorgenS schtveren Schaden erlitten, ungkwiß, ob durch Ausstößen aui eine Mine oder
durch einen Torpcdoschuß eines deutsche» Unterseeboote?. Der Besatzung und den Passagieren der „Olympic" war verboten, bei der Landung in England über den Vorfall zu sprechen. „Olympic" vcrlnchtc, das havarierte Kriegsschiff ins Schlepptau zu nehmen, da dieses aber bereits zu Sinken begann, mußte der Versuch anfgcgebcn lverdcn. Das Schiss verschwand später in den Welle». 250 Matrosen wurden in der Nähe von Belsast gelandet, die übrigen wurden von einem englischen KricgSschiss übernommen, das sunkeniclegrapliisch hcrbeigerusen worden war.
Diese Meldung betrifft das englische Dreadnought-Linienschiff „Sludacious", dos, in der Tat, wie berichtet, gm 28. oder 29. Oktober an der irischen Küste untergegangen ist, Tic Besatzung scheint also gerettet zu sein.
Nach rincr Ncw-Dorkcr Trahtmcldung bringen die „New-S)ork Times" die Nachricht, daß der englische Dreadnought „Andacious" von 2700Ü Tonn.rn Gehalt von einen, unserer Unterseeboote zm» Sinken gebracht worden sei.
Der englische Flsttenverlnft.
Unser niederträchtigster Feind ist England. Dieses Bewußtsein wurzelt tief im deutschen Volke. Mit ganz besonderer Genugtuung wird daher jeder Schlag bei uns ein- psunden, den das heimtückische Jnsclrcich erleidet. Und abermals ist England von einem herben Verluste betroffen worden, der, wenn er auch fast 4 Wochen zurückliegt und so lange geschickt verheimlicht worden ist, nicht minder freudig die Gemüter in deutschen und österreichischen Lande» bewegt. Ter Ueber-Dreadiionght „Audacious" ist gesulikc». Auf deutsch heißt Dreadnought „Fllrchtenichts" und Sludacious" heißt der „Kühne", der Verwegene: die Nanien klin- gt-ii schön,aber was ist Name! Heute ist der „kühne Fürchtenichts" nicht mehr, an der Nordküste Irlands ist drr Koloß in die Tiefen des Weltmeeres gesunken.
Es ist das erste SWnl in diesem Kriege, daß ein großes Schlachtschiff zum Sinken gebracht worden ist. Und dazu ist der „Audacious" der Riesen größten einer, deren die englische Flotte eine ganze Anzahl besitzt. Erst im Jahre 1912 gebaut, sind ihni nur ganz wenige Schlachtschiffe um ein weniges an Größe überlegen, Trohde»! uns Britannien um ein mehrfaches a» der Anzahl der Schisse übertrifft, so hat unsere Flotte bislang dem Gegner weitaus die größeren Verluste beigebracht. Ter Untergang des „Sludacious" abcr stellt den schwcrstc» Schlag dar, den England bis scbt zur Sec erlitten hat. Es steht noch nicht fest, ob das Schilf ans eine deutsche oder auf eine englische Mine gelaufen ist, oder ob es gar einem welstnezielten Torpedo eines deutschen Unterseebootes zum Opstr gefallen ist. Genug! er ist nicht mcbr und wieder wird dem rücksichtslosen Feind klar gemocht, daß der stolze Vers- Britannia bcbcrrjcht di: Woge«, doch nur cine Redensart ist.
== meldet
GeneralsLab
Wien, 24. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Slmtlich wird verlautbart: 24. November mittags. Die Schlacht in Rus- sisch-Polen wird bei strenger Kättc von beiden Seilen cner- giich sortgcführt. Unsere Truppcn eroberten mehrere Stützpunkte, gewannen insbesondere gegen Wolbrom und beider- scits des Ortes Pilica Raum und machten wieder zahlreiche Gefangene. Slnionstc» ist die Lage unverändert.
Jni Innern der Monarchie befinden sich 110,000 Kriegsgefangene, darunter 1000 Offiziere.
Der Stellvertreter des Ebess des Keneralsstabes: von Hofer, Ecncralmajor.
Von der ssront im Westen.
Angelst aus Scebrüggc. A ir. [t c i b a m , 24. Stoa. (Ocilent wurde in Sceländisch-Flandcrn heftiger Kanonendonner gehört, daß die Häuser zitterten. Von Eadzand (an der Westecte Hollands. dicht bei der belgischen kreuze) konnte man durch den Nebel die Kanonenschüsse von Seeschiffe» wahrnchmcn, die Scebriigge beschoffen. Es schien, als ob ein Hans vo» Cccbrügge — der Ort ist unbewohnt und besteht erst seit der Anlage des Leopold-Kanals — in Flammen stehe. Es tonnte nicht beobachtet werde», ob das Küstengeschütz viel Schaden an den Schissen angerichtet hat. Die englische Flotte hatte es augenscheinlich auf den Hasen von Scebrüggc abgesehen, wo ffc deutsche Unterseeboote vermutet haben mag.
Deuisch- Flieger übe» Hazebrouck. Die Agentur Havas
meldet aus St. Omer: Eiu deutsches Flugzeug übcrilag Ha,c- brouck und warf fünf Bombe» aus de» Bahnhof. Ein Heizer wurde gctöict. Ein anderes drntsches Flugzeug warf 2 Bomben auf B a i I l c u l und verwundete drei Personen.
Englische Schmerzen. Haag, 24. Nov. Die Londoner „Dal!» Mail" incldct aus Dünkirchen: Etwas Neues scheint von de» Deutschen geplant zu werde». Sic fahren Ichwcre Artillerie zwischen Sicuport und Ostende der Küste -nttang ans und bei Ostende ocrsammcl» sich Motorboote, die mit Maschinengewehre ausgerüstet sind. Diese können nicht für den «e- brauch i» Kanälen bestimmt sein, da diel- hohe User haben. A» den User» des Ncupoil-Kanals ausgrsahrene deutsche Ko- none» beherrschen mit ihrem Feuer die Mole und die Straße von Neupoii- Le» Bajns. Die neue Kavallerie ist aus Deutschland eingetiozfcn, und Fnsanlerie. Artillerie und Jng-nieiire, säst alles junge Soldaten, koi-'.ii-.en noch »»unterbrochen. Es wird erwartet, daß e.ii einem »cblige» Morgen der Berluch ci- ucs yse rüber gang es unternsmmcn wird, zumal die Deutschen »och vier Lrücken beherrsche».
Zusammenstoß eines dcuische» Torpedobootes mit einem öäiiische,, Dainpse- Kopenhagen, 2l. Skoo. lSlichiainII.; Der dänische Dampfer „Anglo Däne" halte in der letzien Nacht außerhalb Falsterbo einen Zusaiiinienstoß mit einem deutschen Torpedoboot, das schwer beschädigt wurde. Zwei schwer verletzte SNatrose» des Torpedobootes wurden an Bord der Dampfers gebrecht. Der eine starb auf der Rcisc nach Kopenhagen, der andere kurz nach der Anknnst hier. Eiiirelhriten fehlen. lSkotiz des SV. B.: Sln zuständiger Stelle ersahrcn wir, daß bei dem Zusammenstoß der Heizer Birnbaum. Oder- fjcifct Plalchke und Oderanwärter Stange schwer verletzt »,,d mit dein Dampser nach Köper,hager, gebracht wurden. Oöer- liiafchinisteumaat Reimer erhielt «ine leicht« Verletzung. Drr Oberhclzer Schlegianz n»d Heizer Bicrmeister wurden leicht verwundet).
.Höherer politischer Blödsinn.
Köln, 23. Noo. Die „Kölner Zeitung" meldet au» Berlin: Wie der Berichterstatter der „Tally News" in Sllalhing« ton telegraphiert, gingen der amerikanischen Regierung aus dem ilmwcge über die Niederlande Mitteilungen zu, die in Slmcrika als ein ernster Frledensautrag Deustchlands aufge- saßt wurden. Diese Mitteilungen führten zu Besprechungen im Weißen Hause in Washington. Der Erund dasür, daß Deutschland eine solche Friedensneigung in Washington bekunden laste, sei der Wunsch, möglichst bald die Vermittlung der Bereinigten Staaten zu erhalten, wert die Lage der deutschen Arwre im Söeslc» sch.oietlg sei und ein Rückzug aus Flandern eins Panik ln Deutschland Hervorrufen könnte.
Hier sicht inan schon, bemerkt die „Kölnische Zeitung", daß diese? ganzes Eercde in den Bereich des höheren politischen Blödsinn» gehört. Die Stellung der deutschen Heere ist weder im Westen noch im Osten kritisch. Die militärischen llnterneh» mungcn Tentschlands schreiten auf allen Kriegsschauplätzen vorwärts. Bcsriedigcndcrweise ist weder ,n der nitlitärischen. noch in der politischen Lage ei» Umstand vorhanden, der Deutsch, land dazu vcranlaffc» koinite, FrieSciiswünsche zu hegen und solche Wünsche einer neutralen Macht ausdrllcken z» lasten. (Wir schließen uns den Aussuhrungen des Kölner Blattes durchaus an. Die Red.)
Der Kaiser bei den Schwaden.
Stuttgart, 24. Sio». lSIlchlamtlich). Der „Schwab. Anzeiger" »icldcl: S. M. der König hat folgende von S. M. dem Kaiser eigenhändig geschriebene geldpostkarte erhalten: Einen Gruß aus dem Hüticnlagcr Deines Regiments: habe
Allch sehr gefreut, auch das Meine in vorzüglicher Haltung zu scheu und Slbordnungei, anderer Regimenter, sowie die ausgezeichneten Pioniere begrüßt zu haben. Deine Schwabe» sind ebenso stramm wie sic zähe und tapscr sind. 2g. Novbr. 1911. Wilhel m.
flflö frfbitis dtt östttttich. KmMnlkihk.
Wien, 24. Nov. Das Ergebnis der österreichischen Kriegsanleihe, deren Subskriptionssrist heute um t2 Uhr mittags abgclaujen ist, beträgt bis 42 Uhr mittags 14 4 1 Millionen Kronen. Da die sormals Durchsührung zahlreicher Zeichnungen durch den Krieg erschwert ist, dürfen die Zeich- iningsstcllcn auch weiterhin Anmeldungen entgegennehmcn. — Oesterreich hat zur Slusbringung seiner Anleihe denselben Weg bcschritten wie Deutschland und es hat bei unseren Verbündeten zu einem vollen Ersolg gekühlt. Die österreichisch-ungarischen Behörden erwarteten, als sie zu der Emission schritten, in beiden Halsten der Monarchie einen Eesamtbetrng von etwa l’A Milliarden Kronen. Jetzt stellt sich heraus, daß diese Summe schon säst allein vo» der österreichischen Halste ausgebracht worden ist: die Zeichnungen in Oesterreich erreichen


