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tttoe Tageizeitung. Di«n»tag. den 24. ist-oemder 1914
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nni> England.
(SB. B '.'(iditamtlidi.) An, Samstag überflogen einig« englische, vielleicht auch französische Flugfahrzeuge van Frankreich her koinmend schweizerisches Gebiet. Sie griffen hierauf in Friedrick-shasen die Zeppelin-Werften an. Angesichts dieser offenkundigen Verletzung der schweizer- jtchen Neutralität Kat der Bundesrat die schweizerischen Gesandten in London und Bordeaux beauftragt, bei der britischen und französischen Regierung energisch zu prote- stieren und für die Verletzung der schweizerischen Reutrali- tat Satissikation zu verlangen.
Die Haltung Bulgariens.
S o f i a , 23. Nov. (W. D. Nichtamtlich.) In der So- branje kritisierte der Vizepräsident Momtschilofs das Programm der Opposition und betonte, das unerschiitterliche Vertrauen der Majorität zur Politik der Negierung. Er erklärte, die Neutralität müsse aufrecht erhalten werden: aber man müsse auch sür alle Möglich eiten gerüstet sein. Ans Antrag Momtichilntts wurde dann die Debatte geschb's- sen. Morgen wird Ministerpräsident Radoslawew eine Erklärung namens der Regierung abgelcn.
Konstontinopel. 23. Nov. (28. B. Nichtamtlich.) Der türkische Gesandte in Sosia war lediglich zu einem kurzen Aufenthalt hier eingetrofscn. behufs mündlich' r Berichterstattung auf der Pforte. Tie Gerüchte, die Reise deute auf eine Verschlechterung der türkisch-bulgarisch"» Beziehungen hin, sind eine böswillige Erfindung: im Gegenteil. sie wurden enger und vertrauensvoller.
Ein bulaarisches lllt-meti-m an Srrbirn. Petersburg. 22. Nov. Die in Moskau erscheinende ..Nnh'ija Wsedomolti" meldet aus Solia, Bulgarien habe ein lang- fiistiges Illtimatnm an Serbien gerichtet, worin die Ueber- lassung R"loarisch-^azrd"nions geford"rt wird.
Der Heilige Krieg.
Nicht gegen die christliche» Völler! Konstantinopel, 12. Noo. (SG. B. Nichtamtlich). Die Blatter legen Alert darauf. neuerdings zu betonen, daß der Heilige Krieg nicht gegen alle christlichen Mächte gerichtet sei, sondern ausschließlich gegen die bekannten Staaten, die den Islam vernichten wollen. — Lin Leitartikel des ..Tasvir-i-Eikiar" befaßt stch nnt dem Marsch der Senusst gegen Aegypten und hebt hervor, daß Italien. der Bundesgenoüe der verbündeten Mächte, auch der Freund der Türkei lei.
Die Türke» am Euezkanal. K o n st a n t l n o p e I. 23. Nov. vte Nachricht, daß die türkischen Truppen am Suezkanal angelangt stnd. ist ganz unerwartet gekommen Man hatte ihrem Erscheinen erst im Lause der nächsten Woche entgcgens:h«n und st nun überglücklich über die Ueberwindung der Schwieriokeitcn :es üllegcs und ist doppelt froh über den siegreichen Verlaus :es ersten Tressen» am Kanal. Man erwartet die weitere Entwicklung um so zuversichtlicher, als die muselmanischen Verrosten der Engländer zu den Türken Lbergegangen sind und ich dadurch die Verwendung der Mohammedaner auf euglis her Seite als unmöglich erweist.
Glänzender Empfang i» Kairo. Mahmud Fahmq Bei. de, Präsident des sungägvptischen Komitees i» Genf. gab bei ei- icr Unterredung im Palast des Khediven ln, Beisein Ferid Beis und anderer Notabeln die Erklärung ab. daß alle glück- ich in dem lsicdanken seien, das Vaterland vom englischen Joche befreit zu sehen. Er sei überzeugt, daß die türt'sche Ar- aee eine» glänzenden Einzug in Kairo halten und dort einen iubelndcn Empsang finden werde. Die ägyptische Nation .oerde ihre Pflicht tun und sich im rechten Augenblick erheben. IM gemeinsam mit der türkischen Armee die Engländer z» vernichten. England verdiene eine Züchtigung. Cs habe sich meuchlerisch als ein Schützer des Rechts ausgcgcbcu und habe elbst das feierliche Versprechen der Räumung Aegyptens gc- ,rocken. Alle Aegyptcr ohne Unterschied seien einig.
Der Bnrenaufstand.
Die Bure» und die Regierung von Deutsch-Südwest-Asrika. ilmstcrdam, Ll. Nov. (Sli. B. Sticht,mtlicht. „Tclegraas" »eldct, Das in Pretoria erscheinende Blatt „Volksstem" ver- sisentlicht einen zwischen Oberst Moritz und der Regierung von Deulsch-Südweft-Afrika geschlossenen Vertrag. Er enthalt sic- cn Punkte. I) Leneral Maritz hat die Unabhängigkeit Süd- ifrilas erklärt und de» Krieg mit England begonnen. 2) Der siouaerncur von Dcutsch-Südweftasrika erkennt alle «srikani- cheu Slrcitkräfte, die gegen England operieren, als Kriegsah- ende an. Sie werden nach weiteren Besprechungen den Krieg egen England unterstützen. 3) Falls Britijch-Südasrika tür mabbängig erklärt wird, soll der kaiserliche Gouverneur alle unlichen Maßregeln trcsfen, daß der Staat oder die Staaten aldmoglichst Lurch das Deutsche Reich als solche anerkannt nrd in die allgemeine» Fricdcnsvrrhandlungen eingcschlosien verden. 4) In Anbetracht dieser Unterstützung werden der ueu gebildete Staat oder die Staaten keine Einwendungen erleben daß die deutsche Regierung von der Walsiichbai und den Heutsch-Südwest gegenüber liegende» Inseln Besitz ergreift. !,) 3« Talweg des Oranjcstusies wird die Grenze zwischen Seutsch-Südwest und der Kapprovinz bilden, k) Das Deutsche Reich wird keinen Einwand erheben, daß die obengenannien Staaten von der Delagoabai Besitz ergreife». 7) SUenn der .'lusstand nicht glückt, werden di- Aufständischen, die aus deut- che» Gebiet übergehen, als deutsche Untertanen anerkannt nnd ■l* solche behandelt werden.
Oberst Maritz schickte am 18. Oktober das Abkomme» mit ltnen, Begleitschreiben a» Oberst Britz, de» er als alten Alri- aner aufsordrrl, mit «ege» England za kämpfen. (Anmerkun, >e» SB. I. 39.: Die Verantwortung für die Richtigkeit vor-
sehender Vcrösfcntlichuna muß dem ..Volksstem" in Pretoria berlasien bleiben).
Amsterdam, 23. Nov. Nach Meldungen aus Turban (Natal) besorgt die englische Regierung einen Angriff der Buren aus Bloemfontein, in desien Umgebung 3000 Burc» versammelt find, während zur Verteidigung nur 500 Mann Regierungstruppen vorhanden sind. Stach Privalbricfen holländischer Handelshäuser stehen fast IW) MW Buren (? Die Schrisllcitung) unter dem Oberbrschl De SB c 13.
(inirmifl in Japan.
In Japan macht sich nach in Berlin eingelrostencn ost- asiatischen Blättern eine starke und steigende Bewegung gegen den Krieg benicrlbar. In Tokio zu Tausenden bcschlagnihm- ten Ausrusc verlangen, mau hätte statt des Vorgehens gegen Deürlchlands lieber die Frage der Mandschurei und Mongolei ausrollen sollen. Die japanische Regierung stehe osienbar im Solde Englands, für das Japan nur die KeMrnien aus dein Feuer holen tolle. Viele derartige Proklamationen haben Eingang in die Kasernen gesunden, und auch in der Pricsterschast hcrriche Mißstimmung gegen Len Krieg. In Osaka entfalten Agitatoren eine besonders lebhafte Tätigkeit, namentlich unter -den Arscnalarbeitern. die ausocsordert weiden, sich der neuen Monoolenbewcgung anzuschließen und die Regierung zu stürzen. die Japan unter die Abhängigkeit von Europa bringe.
Wir bringen diese Nachricht nur der BolRöndigkeit halber, obne ibr besondere Bedcuiung beizumesien. Bisher habe» sich alle derartige Voraussagungen nicht bewahrheitet.
Ans Mitzlmtd.
Nikolai Nikolaiewitsch kommt langsam zur Einsicht. Budapest. 23. Noo. Die hiesige Zeitung ..Iljsag" vcrcstcntlicht eine Erklärung des Großfürsten Nikolai Nikolajewitlch. die in ,jnem russischen Blatt erschienen war und aus Umwegen hierher kam. Der Oberbefehlshaber der rusiischcn SIrmee machte darin >algen- des bemerkenswerte Geständnis: Ich pflege mich der Prelle gegenüber sonst nicht zu äußern, diesmal jedoch freue ich mich über die Gelegenheit, die auf den Angesichtern russischer Untertanen sitzenden Fragezeichen zu beantworten. Ganz Rus-Iind bat in dem Glauben gelebt, die russische Armee werde binnen einigen Wochen sowohl in Berlin als auch in Wien ,ein. Ich leugne nicht, daß auch ich und mein ganzer Ecneralstab solche Gedanken gehegt haben, nur lag der Zeitpunkt des Ein- zugstagcs in die beiden feindlichen Hauptstädte nach unserer Schätzung weiter. Wir haben die österreichisch-ungarische Armee unterschätzt und zu sehr aus die verschiedenen Narionali- täten der Monarchie und die Gegensätze zwischen Ocstclieich und Ungarn vertraut. Diese Hossnungen sind verslattrrr. Die ungarischen Soldaten bereiteten uns die nämliche Uederrosch- ung wie seinerzeit die Japaner. Wir glauben fest daran, daß die Monarchie unter Franz Josef keinen Krieg siihren werde, da ihre Politik immer eine friedliche war. Niema,d ahnte ihre friedliche Stärke. Mit Deutschland haben wir gerechnet, jedoch uns in den Kräften der Verbündeten getäuscht.
Der russische Konsul in Täbris Littet um deutschen Schutz. (W B. Nichamtlichj. Prioatkorresopndenten melde"' Den Höhepunkt der Panik, welche das Vardringe» des türkischen Heeres in Afurbeidschan verursachte, bildete das Gesuch des russischen Generalkonsuls in Täbris an das deutsche Konsulat um Schuh und Ucberlassung einer deutschen Fahne. — Man weiß nicht, ob dies Ernst ist oder Spaß, der russische Koniul als Vertreter der gegnerischen Partei, bittet um deutschen Schutz.
Gewehrmanqel in Rußland. Berlin, 23. Rov. Dem Vertreter des ..Berliner Lokalanzeizers" teilte eine höhere autoritative Persönlichkeit mit. daß in der russischen Armee der Mangel an Jnsanterir- und Handseuerwassen immer mehr um sich greift. Die Truppen einiger Regimenter, die zur Zeit hinter der Front in der Provinz geübt werden, verfügen durchschnittlich nur über IM) Gewehre.
Höchstpreise für Kartoffeln.
Berlin, 23. Nov. (SB. B. Nichtamtlich). Der Bundesrat legte in seiner heutigen Sitzung die Höchstpreise sür Kartosselproduzcnten fest. Das Reich ist mit Rücksicht auf die Verschiedenheit der Produktionskosten in 4 Preis- bezirke geteilt worden. Der erste Bezirk umsaßt etwa die Gebiete östlich der Elbe, der zweite Bezirk die Provinz Sachsen, das Königreich Sachsen und Thüringen, der dritte Bezirk cr- streckl sich aus die nordwestdcutschen Gebiete mit ihrer großen Schweinezucht, und der Westen und Süden der Reiches fällt in den vierten Bezirk. Die Preise für die besten Epeiseknrtos- feln, wie Daher, Imperator, Magnui» Bonum und llptodatc sind um 28 Pfennig sür den Zentner höher gesetzt worden al» sür die übrigen Spcisekariosseln. Die Landeszentralbehörde kann noch andere Sorten bester Epeiiekartofseln in diese erste Gruppe hiniensctzen. Die Höchstpreise sind für Speisekartesieln bet beste» Sorten im Oste» 2.75 Mark, in Mitteldeutschland 2.85 Mark, in Rordwcstdeutschland 2.85 Mark, in West- und Süddcuischland 3.85 SNark für den Zentner. Für die nicht her- ausgehobenen Sorten sind die Preise entsprechend: 2.58. 2.80. 2.78 und 2.80 Mark, sur den Zentner. Die Festsetzung von Höchstpreisen für Futter- und Fabrillartofseln befindet sich in Vorbereitung.
Berlin, 23. Rov. (W. B. Amtlich). Die Verordnung über die Höchstpreise sür Speisekartosseln tritt am 28. November 1914 in Kraft.
Deutsche Feldbriefe.
Herr Pfarrer Kleeberger von hier stellt u»S in liebenswürdiger Weise einen Brief zur Versügung, den er von seinem auf dem Schlachtfeld« in Frankreich stehende» Coh» erhalten Hot und der recht stinimnugsvolle Bilder aus dem Leben im Felde enthält, tzr lautet:
Fr. . . » den 13. 11. 1914.
Meine temen Eltern, Geschwister. StertwmMe. Bekannte in der Heimat!
Wir sind in B. in Reserve. 8 Lage Ruhe d S. von
allzugroßcr Ruhe kann nicht die Rede sein. Nachdem mir gestern Abend im Schatze der Tnnkrlhejt aus den Schütze i- grüben in vorderste Linie nach hier gerückt waren (zuqs- weisc und in große» Abständen, da wir leicht feindlich4 Artilleriesencr erhalten können) empfing uns bereit" - -'»r tüchtiger, etatsmäßigcr Feldwcbe! an, Ortsausgange. ..nle uns die Ouartiere mit und gab den Dienst in der an üblichen Rcservestellung bekannt. Die Leute liege» natürlich in engen Alarmouartieren, 3 Gruppen mit 27 Main in einer kleinen Scheune mit ausgestellten Doppelposten »nd in einen, kleinen Komplex vereinigt. Das Dorf zählt twn in Friedenszeit 500—600 Einwohner Jetzt sieht man hier nur »och vcrhnzelte alte Weiber, nicht mehr wehrpflichtige alte Männer, noch nicht mililärpslichtige Burschen. Mädchen und Kinder. Aber auch nur in geringer Zahl und im hintersten Winkel der ihnen gelassenen Räumlichkeit:». Die erwachsenen Einwohner müssen unter militärischer Aufsicht arbeiten, besonders ,eden Morgen die Ortsstraß-n säubern und den inächligen Schmutz auf den typischen Kar- m> mit 2 großen Rädern, wie man sie in Belgien ». Nordfrankreich überall antrifst, wegschaffen Tic Leute Habens sonst nicht schleckst, werde» von der Militärverwaltung beköstigt und sogar belohnt, wenn sie besondere Dienste ver- richien, wie z. B. die Weiber, die heute die ganze nutz- ipe Kompagniewäsckie übernommen haben. Ich selbst wohne, oder besser gesagt, haulc zusammen mit den 3 Zugführern in einer sür Kriegsverhältnisse einigermaßen pasjabeln Wohnung mit Kachelofen (letzterer fehlt leider). Auicllst- »ng: ein alter Küchcnschrank, dessen Ge'ächer die Ablade- stellc für unsere kleineren Sachen, (deren wir die Hülle and Fülle besitzen und in sämtlichen Taschen des Mantels, Rockes und Hose verstaut haben, wenns losgeht) bilden. Ferner ein von meinen Landsern sclbstgcfcrtigter, beweglicher Tisch mit polierter Platte von einem Eckichrank. eine kurze Bank, ein paar leere Flasck^n nnd — weiter nichts. Einen kleinen primitiven Ofen haben wir „besorgt", früher sogt« man reguinert, — so daß wir notdürftig unser Heim erwärmen können. Aber da fehlt es wieder am nötigsten am Holz. Nebenan befindet sich unser Schlaskabinett, 2V!> Meter lang und 3 Meter breit, wo wir 4 unser Haupt nie- dcrlegcn auf Stroh, vielmehr Frucht, denn die ganze Ernte war ja noch draußen, als der Krieg ausbrach. Die Scheune und Keller, Speicher und Wohnräume, wo die Leute unler- pebracht sind, liegen voll dieser kostbaren Frucht, meist Hafer und Korn. Sehr oft findet man sogar noch Frucht aus de» Halme», die meisten Körner natürlich abgesallcn. Rüben und Kartoffeln fehlen. Wo welche zu finden waren, sind sie bereits von unseren Truppen gründlich abgcecntet. Aber doch ist die Unterkunft unter einem festen Dach, auch wenn es etwas zieht, tausend mal besser sür uns nnd unsere Leute, als unter freiem Himmel oder unter den Höhlen- decken. Unterkommen in Ortschaften bietet Schutz grzen Unwetter, Mittel zum Ergänzen und Zuberciten der Verpflegung, sowie Gelegenheit, Massen, Ausrüstung und Bekleidung in Stand zu setzen. Selbst dürftiges Quartier gewährt daher der Truppe größere Schonung, als die Ruh: -der Schützengräben. Das Hauptaugenmerk ist natürlich bei der Belegung der Ortschaften auf die Mögllch'eit einer sofortigen Gescchtsbereitschast zu legen, besonders zur Nachtzeit. In unserm Nest sind noch untergebracht: 2 Bat. Infanterie, 1 Abteilung Artillerie, eine Kompagnie Pioniere »nd der Brigadestab. Eine Revierstnbe fehlt auch nicht. Der Schulsaal ist von unserer Musik belegt, die ihre Instrumente mit grauem Tuch umwickelt haben und im übrigen Krankenwärtkrtnenstc versehen. Das wäre di: Belegschaft des Ortes. Ihr könnt Euch denken, daß man unter diesen Umständen fast auf das Notwendigste ve-z'ch- trn muß. Tiere gibt es überhaupt nicht mehr mit Ausnahme einiger räudiger Hunde und auf deni Felde frei bcr- nmlaufender Gäule, die lahm und nlterschwach und daher sür uns nicht verwendbar, ihre Nahrung selber suchen. Schweine haben die Einwohner geschlachtet oder mitgenommen. znm Teil auch vergraben. Erst beute Ma'aen biachten meine Leute 2 mächtige Schinken »nd Rückenstücke, die sie aus dem Schilf herausgegraben. Aber die strahlenden Gesichter hättet Ihr sehen müssen! Also ick> sprach vorhin vom Dienst in der Reserve. Eigentlich soll der Ankent- holt der Ruhe gewidmet sein. Doch der Dienst kür beute lautete: 6 Uhr Wecken, anchsließend waschen, 9 llhr Löba- ung, anschließend Impfung gegen Tvvhus, 11 — 12 Uhr Ge- wrhrreiniqen, 2 Uhr Antreten in Sturmgepäck hinter la B. Eh., 5—6 Uhr Sachen reinigen und Gewehrdnrchkicht. Allo von Ruhe kerne Rede. Dafür haben wir die Nacht durch gepennt von 8 Uhr abends bis 6 Uhr morgens. Das Impfen war freigestellt. Wir Zugführer haben uns jedoch ft.mf und sonders dieser Prozedur unterzogen, besonders um den Leuten mit gutem Beispiel voranzugehen.
Ich wurde unterbrochen durch den Nachmittagsdienst: Nehmen von Hindernissen, Durchschneiden von Drahthin- dirnisscn und Sturm aus feindliche Schützengräben. Wie rückten zu dem Zweck mit Sturmgepäck etwa 20 Min. hin- a»k nach la B. Eh. und übten dort an von unseren Pio- »ieren ausgcbautcn Drahtverhauen und Drahthindernissen das Durchschneiden derselben »»d Durchstürmen. Ein Zug. bestehend aus Freiwilligen, kriecht vor. durchschneidet. auf dem Rücke» liegend, mit Drahtscheere» den feindlichen Verhau und schasst Gassen und Einschnitte für die eigentlichen 'Sturmtruppen, die im .Marsch! Marsch!" und unter Hurra hindurchstürzen und sich ans den Feind weise». Für de» freiwilligen Zug eine höchst gefährliche Aufgabe, aber, wen» die Sache in der Dunkelheit durchgesührt und die Leute durch lautloses Herankriechen den Verhau erreicht und durchschnitten, eine Tat die von Erfolg begleitet sein muß. ßkatürlich wird und soll durch unsere schwere Artillerie, die zunäebst die feindlichen Schützengräben stundenlang de-,


