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wort, daß Me» zwei au» Obrrösterreich und Salzburg sich ergänzende Infanterie-Regimenter gewesen seien, versetzte ihn in hohe» Erstaunen, Der Hauptmann, der den russisch-Iapanischen Krieg und den ganzen bisherigen Feldzug mitgemach! hat, erklärte, noch nie einen so schone» Angrisf gesehen zu haben.
Der Heilige Krieg.
Deprschenwechsel. Wien. 21. Noo, (SB. B, Nichtamtl.) Dem Oderkommandanten der Armee, Erzherzog Friedrich, ist nachstebendes Telegramm zugegangen: „Ew, Hoheit bcglück- wünsche ich IM Siamcn der Kaiserlich osmanischen Armee und zugleich in meinem Namen zu den groben Ersolgen, die Ihre heldenmütigen Truppen unter der geschickten Führung de» Generals Poliorek nach hartnäckigem Kampfe in Serbien errungen haben, Enver Pascha, stellvertretender Oberbeseh!»- haber des kaiserlich osmanischen Heeres nud der Flotte," Erz- I'erzog Friedrich antwortete: „Ich danke Ew, Exzellenz auf
oas herzlichste für die freundlichen Glückwünsche anläßlich der Erfolge unserer braven Truppen in Serbien. Mit auftichttger Befriedigung vernehme ich die Kunde von den stet» wachsenden Erfolgen der unter der hervorragenden Führung Ew, Exzel- ,enz stehenden tapseien osmanischen Armee und Flott-, Ich bin dessen gewiß, daß e» unseren vereinten Anstrengungen ge- .ingen wird, den Feind niedcrzuringen, General der Infanterie Erzherzog Friedrich, Oberkommandant der Slrmee," Gleichzeitig übermittelte Erzherzog Friedrich die Glückwünsche Enver Paschas an General Poliorek, den verdienten Kommandanten der Balkanstreitkröfte, die aus diese Anerkennung der topfiten Kaiserlich osmanischen Armee mit Recht stolz sein könne.
Die Tüekenpriuzen bei Freiherr» v, d, Goltz. Brüssel,
21 . Noo Gestern abend fand hier ei» Empsangsdiner für die drei türkischen Prinzen stalt. Feldmarschall v, d, Goltz, der Ee- neralgouverneur von Belgien, hielt eine begeisterte Rede auf da» siegreiche deutsch-türkische Bündnis
Beoeisternng im Orient. K o n st a n t i n o pe l, 19. Noo,
(W, B, Nichtamtlichf, Verspätet eingetresfen, Vorgest-r» trafen die in der Schlacht bei Köpriköl gefangen genommenen russischen Soldaten und Offiziere sowie die erbeuteten Malchinengewehre und andere» Kriegsmaterial in Erzerum ein. Fast Ne gesamte Bevölkerung war herbeigeströmt, um die Krleg-g.-tan- genen zu sehen und veranstaltete grobe Freudenkundgebung-n, Die Ankunst der Kriegsgesangenen hat die Zuversicht der Be- völkerung beträchtlich gehoben. Die Gesangenen belichten, die türkische Artillerie habe mit grober Treffsicherheit geschah ln.
Konstantinopel, 22. No», (SB. B. Nichtamtlichf. Aus den Provinzen troise» sortgesetzt telegraphische Berichte ein über die Bolkskundgebungen anläblich der Proklamleruiig des Heiligen Krieges. Iil Damaskus fand am Grabe S 'ahins eine Kundgebung statt, an der über 30 000 Personen teil» ih- men. Die Menge zog sodann vor da» osterreichischnvzarische und das deutsche Konsulat, wo es ebenfalls zu Kundgebungen kam.
Schließung der feindlichen Schulen. K o n st a n 1 i n « p e 1,
22. Noo. (SB. B. Nichtamtlich). Wie die Blätter melden, erhielten die Behörden in Len Provinzen die Weisung, r.ie englischen, französischen und russischen Schulen und die Spitäler der drei kriegführende» Staaten zu schlieben. Sluch die französische» Kirchen sollen geschlosien werden. Zur Rechtfertigung der Schließung der Schulen wird angesührk. dasj diese ein Herd der feindlichen Propaganda seien. Auberdem habe inan i» mehreren Schulen Funkenapparate entdeckt. Es heibt, die Regierung werde die auslöndischen Unternehmungen, insbesondere die Konstantinopeler Kai-Gesellschaft, unter Zwangsverwiltung teile».
Beschlagnahme einer ciiglische« Cisenbahn. Koustilu- linopel, 21. Nov. (W. B. Nichtamtlich.! Tie türkische Regierung hat die englische Eisenbahn Smyrna—Aids»,
deren Konzession int letzten Sommer verlängert worden war. mit Beschlag belegt. Hierzu wird mit bemerkt, das; die Pforte aus diese Weise gegen England für die Veschlag» nafnuc zweier Dreadnoughts, die Annektion EypernS und die Verletzung detz Statuts don Aegypten Vergeltung üben will.
Gärung im Kniikasns. K o n st a n t i n o P c T, 22. Ron. (33. T->^U. Nichtamtlich.) „Tenne Ture" erfahrt, das; in (Georgien eine große Beivegung zu Gunsten der Türke: im Gange fei. Ganz Georgien seufzte feit einen, Jahrhnn- d-ert unter dei ungerechten und grausainen Herrschaft der drspotitckeii rustischen bdegiernng, gegen die er sich ost erbeben habe, um das Joch des Zarismus abzukchüttrlii. Tie Türkei werde also in Meiern unglückliche», infolge der Un» wrechtigkeiten und Grausamkeiten der russischen Reaktion tostloirn Lende w-llkonimen sein. Sille Georgier, Christen nie Muielmanen, seien bereit, ihr die hilfreiche Freundes- band 5 » reichen.
Das Vordringen brr Tiirlen i» Persien. Konstantinopel, 21. Nov Das eoici;.' und erfolgreiche Vordringen t>cr Türken in der Nicht,: g der persischen Provinz Aser- beidschan rief die größte Peilürzimg hervor; besonder! in den rnslifche» Kreisen in Tab::» ist völlig- Kopslosiak-it unter den russische» Behörden.
Ilariihkn nns Eprrrn. K on sta n t i n o p e l. 2!. Nov. Die nach den Dardanellen abgegangenen englischen Kriegg- 'chiife wurden nach Eypern znrückbeordert, da dort der Aus- stand wegen Verbot» de? mohammedanischen Gottesdienst'S bedenklich nu, sich greift.
Ans Frankreich.
Winter i» Frankreich. Mailand. 21. No» Dem ..tzvrrierr del!a Ser.:" wird ans Paris telegraphiert, dort « streu, e Kalte ri»getreten. Das Dhemnoineter zeige plötz. lich MNfrere Grade unter Null. Sin Tri, der Bevölkerung dek<E ,etzk die Unbcgucnilichkrit des Krieges direkt zu «bleu. Kohlen seien t„>.pp und sehr teuer. 'Die Behörden *"! if,r >iwglichf!es, um schnell neue Rnkönf-e zu mache,,.
Neue Tagr»z«ituntz. Montag den 29. November 1914
Aber sie begegnen den größten Schwierigkeiten, da der
größte Teil der Kohlen bisher aus der Grubengegend bezogen wurde, die jetzt von den Deutschen besetzt ist.
Hiiscrus an Japan. Ein Beweis, wie gefährdet der Dreiverband die Lage ansieht, geht aus einem Artikel der „Tempo" hervor, der ziemlich unverblümt die Japse» zue Hilfe nach Europa rufC Auch eine Petersburger Meldung will wissen, daß Japan nicht abgeneigt sei, Hülfe zu schicken.
Ans rrnßlnud.
Eine Auslage gegen rnssischr Sozialisten. Amsterdam, 22. Nov. „Reuter" meldet au4 Petersburg: Tie
Polizei überraschte in der Umgebung von Petersburg eine sozialistische Versammlung, bei der fünf Mitglieder der Dunta anwesend waren. Gegen alle wuide eine Anklage wegen Verschwörung gegen die Regierung eingeleitet.
Petersburg, 22. Nov. (W. T. B. Nichtamtlich.) Seit Anfang des Krieges ist das russiick>e Volk sich der Notwendigkeit bewußt gewesen, die Würde und die Unverletzlichkeit des Vaterlandes zu verteidigen und darin einig, die öffentlichen Behörden in Erfüllung der ihnen durch den Krieg gestellten Ausgaben zu ünterstützen. Eine besondere Haltung haben einige Mitglieder der sozialdemokratisch n Organisationen eingenonimen, die in dem Bemühen, die Militärmacht Rußlands zu erschüttern, mit der A iGtion grgen den Krieg sorifuhren, heimlich Aufrufe verteilten und eine lebhafte mündliche Propaganda betrieben. Im Oktober hat die Regierung Kenntnis von dem Plan erhalten. eine heiniliche Konferenz von Abgeordneten der sozialdemokratischen Organisationen znsammenznberuien zur Beratung von Maßnahmen, die ans den Zusammenbruch deS russischen Staates und eine schnellere Verwirklichung der sozialistischen und revolutionären Pläne abzielten. 91m 21. Novembek machte die Polizei diele Versaminlrmg ausfindig. Die Konferenz fand in einem Hause an der Straße nach Dvborg statt, 12 Werst von Petersburg. Eine Polizeiabteilring traf an dem Veriammlungsort ein und fand dort eis Personen vor, darunter die Trimamitgsicder V nsky. Badayesf, MnrranoK, Somoilost und Chagoft. D. s; e regierungsfeindliche Absicht der Konferenz außer Zweifel stand, so wurden die ans friicher T»t ertappten Teilnehmer der Versammlung nach einem Verhör verhaftet, außer den Dumanritgliedern, die auf freiem Fuß Mafien wurden. Ter Untersuchungsrichter für besonders schwere Delikte hat larverziiglich die Dorunsersnchirng eröffnet. Nach dem er von den beschlagnahmten Schriftstücken Kennftis geyom- men hatte, hat der Untersuchungsrichter beschlossen, alle Teilnehmer an der Konferenz wegen Vergebens gegen Paragraph 102 d"s Strakgefetzbnch-s in den Anklagezustand zu versetzen. Er hat einen .e-aftbef-.-bl gegen sie erlassen.
Ans England.
Di« Hayenieckfche Völkersch»» Englands. Rotterdam.
20. Noo. Die Hagenbeüfche Mlkerschau, die England »egen die Deutschen ins Feld führt, wird demnächst um eine neue „Attraktion" bereichert werden. Wie nämlich Reuter trium- phierend als Beweis für die Unlertai-cntrsnc in allen englische» Kolonien meldet, werden sogar die Eingeborenen der Fidji-Inseln England ein Hilsskorps schicke».
Wie die Engländer Krieg sührcn. Der „Kreuzzeitung" ent- nchmen wir folgende Mitteilung eines deutschen Stabsoffiziers: „3Bir haben einem verwundeten englischen Offizier einen englische» Brigadebesehl abgenommen, der folgendes an- ordnet: Die Slusftellung der Injanterie ist i» zwei eioigc hundert Meter voneinander entseinten.Linien zu nehmen. Die vordere schwächere hat durch Schwenken weißer Tücher ein tzer- ankommen der Deutschen aus nahe Enlseraung zu bewirk"», woraus die Hintere überraichend ei» vernichtendes Feuer aus naher Entfernung zu erössnen hat." — Den deutschen Truppen toll dieser S)rigadebcfchl bekanntgegeben worden sein. Die na- Iprliche Folge eines solchen Befehls Mißte die denkbar schwerste »nd zugleich ichimpslichsle Bestrasuag aller Engläader der bc- tresseiiden Truppenteile sein, deren w.ir habhaft werden.
Kanada uiid Australien sollen Hilsstrr-nncn senden. Lon- do n. 22. Noo. Die „Times" melden aus Metdourne: I'N Re- prLfontenhaus ertlärtc der Premierminister, daß die Regierung atze Schritte tun wolle, um eine unbeschränkte Zahl Soldaten onsznbitdrn. die, wenn nötig, am Kriege tcilnehmen könnni. k-: -r.iitcn irnerz rllk und andere Vorbereitungen getrost:» werden, um es der Regierung zu ermöglichen, nach Bedarf Kon- tinoent auf Kontingent abzusenden.
Ottawa, 22 . Nov. Das Renterschr Bureau meldet: MinisterprSsident Borde» kündigt o». Kanada werde werter« Truppen inoLilisieren, so des; noch vor Ende des Jahres 108 000 Mann unter den Massen stehen würden. — Nachdem man uns erst mit dem Millionenheer Kitcheners das Gruseln lernm wollte, soll uns jetzt auch mit Kanada und Australien S'ngst gemocht werden. Das eine gelingt jo wenig wie das rädere, denn diese beiden Staaten haben andere Sorge», als sich für England verbluten zu solle».
Dir ssülim iHü SiM^t'Miisski'.
3«! Dsmaneiireid) trägt die deutsche Ehrlichkeit und Anständigkeit jetzt ihre Flüchte. Stets ist der Vertreter des Deutsche» Reiche- bei der Pforte de» Leitern der türkische» Politik ei» uneigennütziger Freund gewesen, dessen Ratschlägen sie ohne Mißtrauen Gehör ichenke» konnten. SBährend Rnßland, England und Frankreich danach trachteten, dem „kranken, alten Mann am Bosporus" bei geeigneter Gelegenheit den Gnadenstoß zu erieilen, um sich aus seiner Haut Riemen zu schneide», erstt'.die Deutschland im Reiche des Halbmonder» niemals LändererwerS. ionder» immer nur wirtschaftlich- Vorieile, deren Berwirkkagung das Gedeihen »nd Blühen dkl Türkei
fördern mußte. Ohne die aus die Ersahiung von Jahrzehnten begründete Ueberzeugung von den ehrlichen Absichten Deutschland» würde die Türkei sich jetzt nicht aus unsere Seile gestellt haben, hätte der Kalis nicht alle Bekenner des Islam ausge»
rufen zum heiligen Kriege gegen unsere Widersacher. Ein Gebiet von 330 Millionen Mohammedaner ist in den Wellkrieg
einbegrissen.
In Aegnpten wird die kleine englische Besatzung sich bald
von zwei Seiten, im Osten von den Türken, im Westen vom Stamme der Senussi, angegriften sehe», und in Indien bereitet sich der mächtigste Vasall der britischen Krone, oer Emir von SIsghanistan, zum Abiall vor. Ein Ausstand in Indien wäre ohne Zweifel für England die gesahrlichile Kraftprobe und der Emir von Afghanistan der rechte Mann dazu, bar Signal z» geben. Dem Name» nach ist allerdings Sein« Majestät Aobib Ullah-Ehan, der seinem Vater Abdur-Nha man-Ebnn am 3. Oktober 1901 als erblicher Fürst des von ! Million!» Einwohner aus einer Flache von 558 000 Quadrat kilometer bevölkerten afghanischeii Reiches folgte, ein unabhäi giger Monarch. In Wahrheit steht er indes vollkommen unter englischem Einsluß, den Lord Roberts mit Blut und Eisen schuf, und empfängt als Lohn von dem Schatzamt in London ei» Iahresgehalt, oas 1879. im Vertrag von Eandanzak. aus 80 000 Pfund sestgesetzt und 1893, durch das von Sir Mortimer Durand gelrossene Abtomme», beträchiUch erhöht wurde. Für die Befreiung Indiens vom Joch der Engländer ist aber ihre Vertteibung. aus Aegnpten eine notwendige Voraussetzung. Das wußte schon Napoleon, der sich über Aegypten den SBeg nach Indien bahnen wollte und bereits die Durchbohrung der Meerenge von Suez plante. „Aegypten Ast das wichtigste Land der W-It . . . Wer Aegypten besitzt, hat Indien." Also schrieb Napoleon, der mit dem Seherdlick des Genie» begabt war vor einrmIahrhundert.
Ijinörnlnra iiijfr M'ktt föfijrrr.
Wir berichteten schon, wie sich General v. Hindenbnrg
dem Berichterstatter gcgriiüber eines Wiener Blattes über die Lage im Osten ausgesprochen hat. Der Berichterstatter erzählt weiter, wie er von Hindendurg empsangen wurde. Er rühmt dessen imposante, reckenhafte Erscheinung und sein liebenswürdiges einfaches Wesen.
Wahrend des Abendessens erhielt der Berichterstatter von Hindenburg die Erklärungen Übel die tapsere Armee unserer Verbündeten und über die Kriegssührung gegen die Russen, die wir bereits wieüergegeben haben. In die Zuoerüchr des Scneraloberjt stimmen auch seine ersten Generatstaboftizicre ein.
Oberstleutnant Hoffman» ergänzt: „Wir haben da» Ge» fühl der absoluten Ucberlegenheit über die Russen. Wir müssen siegen, wir weiden siegen."
Und der schweigsame General Ludendorsf fügt hinzu — kurz, aber mit einer Bestimmtheit, die jeden Einwand ou«. schließt: „Wer machen»."
Ein Haß gegen die Russen besteht im Hindenbnrgichen Hauptquartier nicht. Die Heeresleitung betrachtet es a!» ihre Aufgabe, die Russe» zu vernichten, und unterzieht sich dieier Ausgabe ganz sachlich, man möchte beinah« sagen: ohne Feindseligkeit. Es wird sogar anerlanat, daß die Rusien den Krieg jetzt im wesenttichea „anständig" führen. Uederhauot werden die Gegner mit ruhiger Obieliivität beurteilt, man ist bemüht, ihnen Gerechtigkeit wideriahren zu lassen, und es wird von ihnen in einem ritterlichen Tone gesprochen. Auch die Leistungen der Franzosen IN der Verteidigung ihre» Landes werden gewürdigt, wenngleich natfttlich kein Zweisel daran besteht, daß alle ftanzöftschen Anstrengungen vergebens sein werden. Die Zähigieit der Engländer sei keine Ueberraschung für den deutschen Generatstad, versichert General Luoendaris. Das deutsche Publikum habe die Engländer als «ine 3lrt Cchiihengiide betrachtet, allein der Gcneralstad sei sich auch vor dem Kriege darüber llar gewesen, daß sie auch zu Lande ernst zu nehmende Gegner seien. A» Kiichcners Milllonenheer sreil >h glaubt man nicht. Wenn es selbst gelingen würde, die Millionenarmee zusammcnzublingcn — wer soll sie ausbilden? Woher will England über Nacht die Offtzicre und die Unter- oijiziere nehmen, die sich Deutschland durch die ununterbrochene militärische Arbeit von Generatioenn geschassen hat? lind die Ansbildung ist doch da» enlscheidende. Ein Haufen oon Menschen, die '» Uniform gesteckt sind, ist noch lange keine Slrmee.
Mit Herzlichkeit wird der Türken gedacht. Man erwirtet viel von oer türlischen Armee. Der Generaloberst v. Hinden- dnrq ist mit dem türkischen Botschastcr in Berlin, dem General Mabmud Mulhtor Pascha, gut bekannt, und General Luden- doril hat sogar mit ihm zusammen aus der Kriegsakademie studiert. „Er hat es weiter <,d:acht, als ich", bemerkte der General mit der Bescheidenheit, die ihn charakterisiert.
Der Ansrus des Bürgerineistrr« von Kortrljk. Der Bürger.
mcistcr von Koririjk (Eourtrai) hat sich schon bet Beginn der Krieges als ein wahrhaft vornehm gesinnter Mann erwiesen, der auch im Feinde den Menschen achtet. Er hat an seine Bürger am 23. August eine» Ausrus gerichtet, der jetzt bekannt wird und in dem er die Bürger seiner Stadt mit tief empfundenen Worten beschwört, sich den Deutschen gegenüber würdig zu benehmen. Ter bemerkenswerte Ausruf lautet soigen- dermaße»:
„Mitbürger! Erlaubt mir, a» euer gesundes Urteil »nd a» eilte menjchlichen Gefühle zu appellieren. Wenn es in dem ungerechtfertigten Krieg, de» wir durchwachen, geschieht, daß französische oder belgische Truppen in unsere Stadt deutsche Kriegsgefangene bringen, so bitte ich ruch, eure Ruh« und eure Würde zu bewahren Die Gefangene», ob sie verwundet sind oder nicht, nehme ich unter meint» Schutz, weil ich mir sage, daß sie doch nur Befehlen gefolgt sin», dene» sie gehorchen mußten, wollten sie sich nicht schwere Strafe» zu- ziehen. Ja. Mitbürger, ich nehme st« unter meinen Schutz, weil mein Herz bei dem Gedanken blutet, daß auch sie geliebt« Menschen zurückgelasjen haben: eine» alte» Vater, «in» alt,
Mutter, eine Frau und Kinder, Schwestern und zärtlich a» liebte Braute, die die Trennung in Todesangst versetzt hat Vergeht das nicht, wenn ihr die Gefangene» vordeikommez


