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Neue Tageszeitung. Mittwoch, den 18. November 1911

der Freiheit und dem Leben in, grünen Waldrevier, das mich se:i einige» Augenblicke» empfängt.

Wir waren im Morgengrauen vom Großen Hauptquartier abgcsahren, hatten nach Stunden die Aisne und die Suippes überschritten und im Armee-Oberkommando die Erlaubnis zum Besuch der Schützengräben bei Reims erhalten, die uns ein früherer preußischer Kriegsminister persönlich in der licbens- nürdigstcu Weise erteilt bcUte, Dann war cs mit Volldampf zuu, Ltabsouüqier gegangen, wo uns ein General empsing, der in einigen Kollegen alte Bekannte aus der letzten Neichs- togswahlkampagnc her begrüßen konnte. Unsere Kraftwagen mußten in dem von den Franzosen bis aus ein einziges Haus das des Stabsquartiers, zusammcngcschossenen Dorfe bleiben, während uns die Herren Stabsoffiziere zu den etwa eineinhalb Stunden entfernten Schützengräben führen wollten.

Das Dörfchen liegt in einem tiefen, fast kreisrunden Tal­kessel, und wir mußten eine etwa 230 Meter hohe Anhöhe er­steige», die von den hier liegenden sächsischen Truppen :n Er- rnncruug ar da» heimatliche Erzgebirge und die dortigen Ro- dclcohncrlcbnisseLberbärcnburg' getauft ist. Zn einer Bo- dcnjciUung. dre das schönst« Gelände für Schlittenfahrten im nahen Winter bildet, liegt die Feldküche und das Pionierdepot -ersteckl. Die Anhöhe selbst aber wird als Luftkurort für die Mannschaften benutzt, die sechs und mehr Tage hintereinander IN den Schützengräben gelegen haben. Zn der Regel bleiben sie bis drei Tagen hier oben inmitten der würzigen Radql- h-lzluft.

Wir gehen nun weiter, komme» über eine weite, !>dc, ge­neigte Ebene und in ein Gelände, das mit dürftige» Kiefern und Tanne, bestanden ist, Kreideboden ausweist und von den Rebcldünsten des Tages aufgeweicht und schlüpfrig geworden ist.

Ein Kollege, dem schon früh bei der Abfahrt nicht gut war, wird hier von starken Herzkrämpsen befallen und muß zurück- kchren. Eine Ordonnanz wird mit ihm zurückgelasfcn, und als sie longsaui davongchen, bitte ich den Soldaten, dock- -nch mei­nen schweren Pelz milzunchmcn, da er mich bei . '»gen Marsch behindern könnte. Es vergehen einige Min, bis ich den. Manne die Rummel meines Kraftwagens gesagt und feinen Standort beschrieben habe, und als ich mich dann um­wende, bi-- ich allein. Die Finsternis hat alles um Mich her verschlungen, und als ich den und jenen Namen rufe, klingt cs wie von einer festen Mauer aus den Nebelschleiern wieder. Wie seltsam, dieses lastende Schweigen, dies Warten, in tiefster Einsamkeit, dies plötzliche Alleinsein, nachdem man drei Mo­nate hindurch von liebevollster Aufmerksamkeit auf allen We­gen und Stegen umgeben war, nie auch nur eine Minute vom rechten Wege abirren konnte und immer wieder zum großen Heerhaufen stieß, >ebald man zur nächsten Wegkreuzung kam.

Der Wald rings schweigt auch sein feierliches Schweigen, drs Schweige-i des Todes jedweder Kreatur. Und an feinen Rändern lauert das Verderben. Die Kriegsfurie hat feine Bäume zersplittert, seinen Rasen aufgewühlt, seine Schonungen zcrsiampst und -sein grünes Nadclklcid versengt. Kein Vogel singt »ich, in den betauten Zweigen, kein flüchtiges Reh kreuzt mehr den vaii den Rädern zerwühlten Weg. Dafür liegen überall gefällte Bäume verbrannte Acste, geleerte Konserven­büchsen französischer Herkunft, zerschlagene Ehampagncrflaschen, schmutziges Pariser Zeitungspapier umher und dann oben auf der tahlcu Hochfläche, die ich NU» überschreite, Hunderte und Aberhunderte von sogenanntenAusbläsern", Granaten- und Bombensplitter, Wagcntcile und Soldatcngräbcr, in Hast ge­graben, in Hast gefüllt und in Hast verlasse». Bald darauf befinde ich mich mitten im Schußfeld der feindlichen Artillerie. Und per Nebel wird dichter und dichter.. Eine anheimlickie Ruhe lagert über dem Ganzen. Zch gehe mit «»hörbarem Schritt, denn der fchlüpferige Krcidebodcn und der lpärliche Moosteppich darüber dämpfen jeden Laut. Wohin werde ich gelangen?

tliischlüsfig gehe ich hin und her, denn der getretrne Weg hat mit einem Male ausgchört, da mitten hinein eine Anzahl Granaten geschlagen war und große Löcher in den harten Bo­den gerissen hatte, so daß ich seitwärts abbicgen mußte. Am besten gehe ich jedenfalls in dem niedrigen Gestrüpp bis 5111 nächsten Schneise. Da zerreißt ein pcitschenähnlicher Knall die Lust, »nd wie ein gewaltiges Echo antworten dem Ger ehr- jchuß aus einer unbcstimmtcii Richtung her drei Kanonen- schläge.

Zch bleibe wieder einen Augenblick stehen, um zu hören, in welcher Richtung die Geschosse einschlagcn, aber es rübrt sich »ichis in meiner Nähe. Der Nebel versperrt denen da drüben so out wie deii Unseren jede Aussicht ins Gelände, und io -st der Tag ei» verlorener für jeden Schuß. Das gibt tim ein gewisses Gefühl der Sicherheit, und so wandere ich in i, hlichcr Sorgtosigkcit weiter.

Zm Geiste sehe ich bereits die »ngeheuerstc Schüheulinie der Welt, die vvii öe^sizrdscc bis zur Schweizer Greu" reicht, vor mir. Zch -"Ak ^r!ikO'unmittelbar in ihrem Zentrum stehen, und niir ttevstbas Herz vor Erwartung. Endlich we-de ich die Unserigen am schwierigsten Abschnitt dieses Krieges in Tu tigkeit sehen, ihre Stimmung an diesem trübseligen ---her­tage erkunden, ihre Wünsche und Hoffnungen verne! - n - ne». Za, ein gütige« Schicksal schickt mich viellcichi 10-- zu ihren Stellungen, und sie werde» de» einsam Fremdling gewiß so freundlich ausnehmen wie die v- - Oberkommando angetündigr.-n Kollegen in den nnb-.-n I. langen

Was habe» wir nicht alles in de» letzten Woben - . >> . ton und Treiben in den Schiitzengräbe» gehört lind > Was liegt für niich hinter diesen Nebetwän 'Ind ich wandere und wandere.

- Plitzlick höre ich rechtcrhand neben , -r Geräusch, wie wen» ein Eßansseearb >:.r t sammcnschauselt. Ton» zweimal Hinteren les! Charles! und daraus ei» haiblci .

Nebel abacdämpstcs: Out vive? Der An-:» ich stehe im Augenblick wie angewurzelt. Sui bin in meinen: verträumten Dahinwandern z-i .abgckomme» und stehe in nächster Nähe e

Schiitzengrubenr. Was tun, Zeder unvorsichtige Schritt, über­haupt jede Bewegung kann den Unsichtbaren da drüben zu ei­nem Schuß ln den Nebel hinein veranlassen und mich damit zu einer kurzen Zeitungsnotiz zusammenschießen. Also Vor­sicht »nd kaltes Blut. Ich steh« noch einen Augenblick, versuche dis Wand vor mir mit den Blicken zu durchbohren ind horche angestrengt, ob irgend ein Schritt, eine Bewegung, ein Ge­räusch mich über meine »»bekannten Gegenüber näher unter­richtet. Aber vergebens. Kein Wort und kein Laut mehr. Nur das Arbeite» ber Schaufel dauert fort, und so trete ich unhör­bar einen Schritt zurück und dann noch einen und noch einen. Darauf drehe ich mich mit gutgespieltcr Gleichmütigkeit um, denn auch hinter mir kann ja inzwischen jemand aufgctaucht sein. Doch nichts rührt und regt sich mehr. Langsam gehe ich weiter zurück, halte mich scharf rechts und fühle weichen Acker­boden unter mir. Noch einige Hundert Meter we.ter, und ich stehe plötzlich vor einem Drahtzaun. Einem fel'iamen Draht­zaun, den gewiß kein französischer Bauer zum Schutzs feiner Grenze erlichtet hat. Gleich dahinter steht ein zweiter und noch einer und noch einer. Und alle sind sie durch schönen neuen Stachcldraht Miteinander verbunden. Kein Zweifel ich sitze Mitten in deni Stacheldrahtverhau der Unfern, und dahinter liegen die Feldgrauen im Anschlag. Also heißt es fetzt für niich, an dein Verhau cntlanggehsn, bis ja bis ich an die Schützengräben der Sachsen komme und in dem Zwielicht der Nebclschroaden für einen Gegner, zumindest aber für einen Spion geholten werde. Verwünscht! Was tun?

Die retiende Ehausice, auf der ich mit leichter Mühe den Weg nach Obcrbärcnburg zurückfinde» würde, habe ich längst im rcrträumten Dahinschreiten verloren. Zch finde sie nicht wieder und muß doch rückwärts, um nicht abermals an die nnn beiderseits gefahrdrohenden Schützengräben zu geraten. Zetzt erst wird nur das Ungemütliche meiner Lage ganz klar, und mit gemischten Gefühlen denke ich an die Kollegen zurück, die nicht auf mich gewartet haben und jetzt womöglich noch den­ken. ich sei wohl gar mit Absicht abgeschwenkt. Da plötzl-ch, dicht vor mir wieder, eine menschliche Stimme. Und noch eine. Zch verstehe auch deutlich die Worte:Nu, Korlc, ch gloobs, mir gehst: Widder!" Gott fei Dank, also brave Sachsen.,, Hallo", rufe ich,wo geht'? denn zu eure» Schützengräben?" Aber Korle" blickr Gustaven an, und der Gustav den Karle, und dann spricht Korle:Nanu, wo gommeu Sic dahek, -ne! Gu- tcstcr?! Des geht doch gar nich, daß Sic da umherhubben!" Ich zeige den beiden schleunigst meineLcgidimazjon", und nachdem sie ein paar schwere Wellblcchwände, die sie für einen Augenblick an eine» Baum gelehnt, wieder aus ihren breiten Rücken geladen hatten, marschierten wir los. Merkwürdiger­weise komme ich immer in die Mitte zwischen den beiden, 'Mol ist der eine rechts und der andere links, und mal geht der eine vor mir und der andere hinter mir, Zch freue mich, wie dis­kret sic ihre Beute bewachen, indes sie harmlos mit mir zu plaudern suchen, Sic sind ein paar fröhliche Gesellen Und ba­de» heute bei dem Nebel Zeit, zur Verstärlung der Eindeckung des Schützcngrabens allerlei Material heranzuschleppe-!. Sie erzählen mir, wie schwer der Krcidebodcn z» bearbeiten war und wie arniselig das umliegende Land infolge des steinigen Ackers ist. Nur für die Champagnerivcinrcben bietet er das richtige Feld. Aber die werden erst südlich Reims hin-er der Desle gepflanzt, und diese wohlhabende Gegend ist noch im Besitz der Franzosen, die dort dauernd requirieren und sich zu Gusiavens großem Zorn einen guten Tag machen.Ru des­wegen", sagt Korlc,das macht doch uns gornifchte nich. Mir war n da ooch schon noch hingomm. Mir lähm Soch hier ooch nich schlecht. Un wenn se UNS von derhccmc dichtig Licbes- gahnl schicken, denn halten mir's ooch schon noch 'ne Weile aus. Derweilc loofen sich die da driehm hier bei uns die Eeppe in. Wissen Se, immer so in den Drahtverhau nein und so. Und denn "Pst!" mahnt Gustav.Du wecßt sc gornich, ob des der Herr da alle hccrn will. Der wecß doch mehr wie mir hier." Ich freue Mich innerlich über die beiden Diplomaten, die nnn Irampfhaft von Dresden und der Türkei sprechen, bis wir schließlich an einer Zägerhütte landen, die am Eingang zu einen kleinen Wäldchen liegt und aus der sofort mehrere Offiziere hernnstreten. Nachdem ich auch ihnen meine Legiti­mation rwrgclegt habe, werde ich durch die kleine Stadt ge­führt, die ein Dresdener Regiment inmitten des Wäldchens er­richtet hat iino an dessen Rändern sich die Schützengräben der Unsere» binuchcn, kaum -tilg Meter von denen des Gegners entfernt. Zch bin am Ziel!

(Fortsetzung folgt).

Paul Sch weder, Kriegsberichterstatter.

Einnelaildt.

Wir gewährten dem ! Eingesandt" eines angesehenen Landwirts der hiesigen Gegend darum Aufnahme, weil wir es gerade unter den jetzigen Zeitnmftänden für verwerflich lullten. wenn Kartoffeln um deßwillen znrückgehalten wer- weil man auf spätere höhere Preise hofft. Im übrigen den wir ans dcm Standpunkt, daß in den weitaus hau- 1- - :n Füllen andere Ursache dcm mangelnden Angebot de liegen. Wir verweisen in dieser Beziehung auf !!?Iciiiu»ßen des Landwirtschastskammennitglieder er c l - Dortelweil an der Spitze dieses Blattes.

'' u.ine» habe ich in letzter Zeit die vielen Klagen d e über meine Berussgenossen laut wurden icc- igels an sozialem und patriotischem Empfinden, i > kann ich cs nicht nennen, wenn die Landwirte I ' - ' Silit lg peilen und ihre Kartoffeln nicht verkaufen

I .-.st in den Städten nachweislich Mangel herrscht.

> ..! an-.önglichen niedrigen Höchstpreisen die Kar'os- wU'deii, so ist das zu verstehen, aber jetzt sollte» Landwirte sagen, daß ein weiteres Einbehalte» Nicht recht ist. Wir bllrsen von den Stadtbe- 1 uviel verlangen, denn das alles schon teurer e , auch wir. Zn vielen Fällen ist der Verdienst : -.»per geworden und ebenso oft der Ernährer im Kriege An­

gesichts dieser Tatsache ist cs wohl kaum berechtigt, daß man das VoUsnahrungsmittel, die Kartoffeln, dem Verbraucher verenthält. Durch diese» Mangel au patriotischem Empfinden und Opscrsinn werden wohl die Gegner dcr Landwirtschaft nie­der eine» leider nur gute» Grund haben, über uns herzufallen und Stadt und Land verfeinden sich wieder mehr. Zch glaube kauni, daß die Regierung vor dcm Zwangsverkans der Karisi- seln zurückschreckt, wenn nicht bald mehr verkauft wird. Ehe es soweit kommt, sollten sich diejenigen, die noch Kartoffeln zu verlaus,'» haben, auf ihre patriotische Pflicht besinnen und iibcr- legen, ob sic die Schande des Zwaiigsvcrkauscs aus sich ,-estmeN '"vbeu. Ein Vernssq-iwise.

Täuschender Schein.

Original-Roman von Ludwig B l ü m ck c. lFortsetzungj.

Gerade als sie ihr lleii:es, iin Giebel des Hauses gelegenes Stübchen betrat, fuhr wieder ein Blitz von blendender Helle hernieder, dem ein das ganze Gebäude erschütternder Donnerschlag auf der Stelle folgte.

Herr Gott, das musi eingeschlagen haben!" lief sie erbleichend aus, und für ein paar Minuten war der schöne East, vor dem sie sich eben noch genierte, ganz und gar vergessen. Sie schaute nur voll banger Erwartung zum Fenster hinaus, denn cs war ihr, als müßten irgendwo im Augenblick die hellen Flamm.m auflodern. Und abermals ein Blitz und ein diöhnen-

der Schlag!--Wie eigentümlich leuchtete das Laub

der Eichen und Eschen! Ein ganz ungewöhnliches Grün schien das zu sein, wie von zauberhaftem Licht beschienen. Und nun fegte ein Wirbelwind über den Platz, nahm Strohhalme, Reisig und Sand mit sich hoch in die Lust, zerzauste wie ein ungebärdiger Gesell die Aeste der starken Bäume, bog die schwanken Wip ei der dunklen Tannen tief hinab und heulte schaurig um das Dach des Hauses. Dicke Regentropfen klatschten an die Fensterscheiben, erst einzeln, dann inimer häufiger werdend, schließlich in gießendem Strom.

Jetzt wird's bald vorüber sein!" atmete Agnes erleichtert auf und trat in dem säst dunklen Zimmer vor den Spiegel, um ihr Haar zu ordnen und sich r» aller Geschwindigkeit umzukleiden.

Was wollte dcr Leutnant denn nur? Ach Golk, er dürfte sicher nicht lediglich aus dem Grunde gekom­men sein, um dem Baker seines toten Freundes einen Besuch zu machen.

Sollte er nun etwa doch an eine Schuld mahnen wollen, die er Heinz vor dessen Tode als getilgt be­zeichnet hatte?

Wer könnte es ihm schliehlich verdenken?" spann sie diesen recht unangenehmen Gedanken fort.Was sagte dir Heinz doch noch von ihm kurz vor seinem Tode? Erwin Rudorp wird Vater nietnals mahnen. Ich schulde ihm tausend Mark. Aber er zerris; den Schuldschein, der Edle. Wenn nur die andern Schul­den nicht alle wären, dann würde mir das Sterben leichter! Der arme Vater!Ja, tausend Mark. Soviel war's. Ach nun wird die ganze tram ge Ge­schichte sicher noch einmal aufgerollt."

Schweren Herzens betrat sie wieder dcir Saloi^ nachdem sie der Küchenmagd wegen des Kaffees An­weisung gegeben. Und bald erfuhr sie zu ihrer ange­nehmen Ueberraschung, daß der Leutnant, der ihr einen Blick voll unverhohlener Bewunderung zuwars sie sah in ihrer rosafarbenen Bluse ganz allerliebst aus rein zufällig ins Haus gekommen, dag er aller­dings Heinzens Freund war, aber nicht inchr aktiv diente, sondern eine Stellung als Verwalter aus Schloff Hcinrichswalde angenommen harre. Bon irgendwelchen Absichten, um eine unbezahlte Schuld zu mahnen, schielt sich also kein Gedanke in ihm zu regen. Ehe nun das Gespräch recht in Flutz kam, polterte der Kuhhirt aus ungeschickten Holzpantinen an die Tür und ries: Herr, es muff aus dem Katzeuberg beim Einsiedler brennen! Man sieht einen hellen roten Schein. Da hat es sicher eingeschlagen."

Sosort eilten alle drei hinaus, lieber den Tannen war in der Tat eine rote Wolke, die zusehends größer und heller wurde, sichtbar.

Da muff ich hin!" sagte Roiano kurz und bestimmt und griff zu seinem Hut und dem graugrünen Loden- umhang, den er zu tragen pflegte.

Ich begleite Sie", damit schloff Erwin Rudorp sich ihm, trotz des gießenden Regens, ohne weiteres an.

In einer Viertelstunde war jene öde Anhöhe, die man den Katzenberg nannte, erreicht. Ter Kuhjtall de» armseligen Gehöftes, das daraus tag. brannte lichterloh; das ganze Strohdach hatten die Flammen bereits ver­zehrt. Ein altes, stummes Weiblein mit wirrem grauen Haar und von Angst und Ausregung schrecklich ver­zerrtem, schier unmenschlichem Angesicht stand hände­ringend mitten auf dem Hof, stieff unheimliche, gur­gelnde Töne aus und suchte den Ankommenden, zu denen sich jetzt auch noch Knechte von Waldwiese, die auf dem Felde gewesen, und Leute voin nächsten Dorf gesellten, klar zu machen, daß drinnen im Stall etwas Gräßliches passiere.

Roland drang, obwohl den Raum ein erstickender Qualm erfüllte und Junten durch alle Löcher der schav- hasten Decke stoben, sosort beherzt hinein. Die vier Kühe brüllten sürchterlich und die Schweine, die sich auch hier drinnen besanden, quietschten, als steckten sie aus dem Spieß. DcrEinsiedler" aber, wie man den Besitzer des Katzenhofes nur zu nennen pflegte, lag ohnmächtig am Boden, um die blutende Hand einen Strick ge» wunden, den die stärkste der Kühe, die er daran hatte hinauszerrcn wollen, zerrissen haben muffte (Fortsetzung jvtgl).