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Beilage zurNeuen Tageszeitung".

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Aus meiner Dorfkirche.

Di« Burschen und Mädchen am Abeuduiahlstijch

Cuungl. Marius K. 19 V. 2224. Und indem Re atzen, nah.» Jesus das Brot, dantic, drachs und gabs ihnen und jpra.lv nehmet, esset, das ist mein Leib. Und nahm den Kelch und dau.tc und gab ihnen de», und Re tränten alle daraus. Und er sprach zu ihnen, das ist mein Blut des neuen Testa- mente, das fiii viele vergossen wird.

Liebe jungen Freunde!

Tuch ist heute von hier ei» ganz besonderes Wort zu sa­tt!» Dcir-'t zürnet an di« Tage der Mobilmachung, aenlr uu die Abends! or^e neulich »sr dein Auszug der Ncuausgchobc neu, art »er d« enre Kameraden, die mit euch ausgewachsen, ans de Schulbank gesessen, mit euch gespielt, hinausschidten in du heilige» Krieg! Das Abendmahl habe» wir ihnen mitge pcben aus ihren Weg: Als Kraft zum Tieg, als Schwur zur "'öahchcit. zum Recht, zur GoUessachc in unserem ganzen deutsche: Volk, und wenn es nötig sei, als SBciljc zum Tod? so gebei- wir ihnen zum Abschied das Abendmahl IlnS heule nun tretet ihr zum Tisch des Herrn, uud ein Wort, das euch viril, ich während der gauzeii Konsirinandonstundenz:nicht richtig klar geworden ist, das sich! »UN helllcuchlend vor eurer 3ci ii- die zunr Abendmahl gehen sind zusammen ein Leib, ~n ihr spiiri es letzt deutlich: eure Kameraden da drantzen Uiid ihr, ihr gehört zusammen. Ihr könnt gar nicht auseinan­der! A!os ihiien dort draußen weh tut, das tut euch auch weh. mos Re freut, das freut euch auch Und wenn in ihre: Seele der heilige Zorn aufflammt gegen die Hinterlist und rerdor- b.nie Bosheit, die uns in diese» fürchterlichen Krieg -lineinge- b.achi hnbe», dann spürt ihr genau deiisclbei, Zorn auch iii eurem Herzen! ~d) wcitz, cs fällt manchem von euch schwer, dohcin- z:: bleiben, ich habe Mädchen sagcii höre»: ich hätte Lust imc lvnntc mit drausgehcn gegen die Kinder »- Frauen, Mort er aber wir wollen doch auch Gott danken, datz dns n.chl »öiio ist, dutz unsere Burschen und Männer drantzen so tapfere uut glatte Arbeit machen! 3l5ii sind bei ihnen mit

Samstag, den 11. November 191 t. 7 )akrgnng

unserem Gebet, und wir wissen, Gott ist bei ihnen, der gerechte Gott, dessen Mühlen wohl langsam mahlen, aber auch ganz Rchcr! Und das dürfen wir nie vergessen: was da drantzen jetzt geschieht, das ist Gotteswerk! Dieser grotze Krieg ist ge witz herrlich vor aller Welt, wir tonnen gewiß stolz sein ans unsere Soldaten und doch ist er noch mehr: er ist Gottes- wcrk! Vergeht es nie in eurem Leben, und wenn ih: a» 100 Fahre alt werdet: am letzten Tag noch sollt ihr davon crzäh len: mir Habens erlebt und gesehen mit eigenen Augen, wie Gottes gewaltige Hand hier eingegrifsen in das Rad der Zeit' Jo es ist Gottcswert! Datz unsere Heere drantzen setzt Solid und Hinterlist in Stüde schlagen, das ist Gotteswcrk, datz in unserem Vaterland die Liebe ausgewacht ist in Dorf und Stadl, - das ist Eolteswcrk, vergetzt es nie: aber: ver- getzt auch nicht: damit ist Eotteswerk noch nicht zu Ende! mit diejein Krieg hört es noch nicht aus im Gegenteil, nun sängt es erst an! Ihr witzt das alle! Eine Frage zeigt cs auch: Wolli ihr, datz das, was eure Kainerade», eure Bru­der, eure Verlobte» eben auf dem Schlachtfeld mit ihrem Leib und Blut ichasfcn und erwerben, in wenig Fahren oder Fahr- zehnten wieder zusammenjällt? Wollt ihr, datz das heilige Gotleswcrt, das sie schassen, wieder zum elenden, schmutzigen Menschenwcrl wird? Wollt ihr, datz aus ihrem Kamps slir Wahrheit und Recht wieder Unrecht und Sünde hervorwachse» sollen? Rein, nie und nimmer wollt ihr das! °>8as sie er­werben mit ihren, Blut, das soll auch bleiben. Wer aber cr- hälls? Eewitz Gott - ohne ihn geht es nicht aber von Menschen. 'Wer von den Menschen? Sollcns die Alten tun. die eben die Hauptarbeit tragen, und die Gatt gew.tz viel früher ebrujen wird als euch? Nein ihr seids. ihr die Fun gen' Fbr »'erdet die sein, dir noch i» späten Tagen non dieser heiligen Zeit unseres Volkes erzählen können, an euch wird cs hänge», ob das Werk erhalte» bleibt, oder ob unsere Soldaten vergeblich Blut und Leben lassen. Fhr erlebt eben eine Ze-t, so grotz wie sie ui.ser deutsches Voll noch nicht erlebt hat, seit es aus der Welt ist: Denkt nur, in unserem kleinen Dars sind in diesem Fahr schon mehr von der Kugel des Feindes gctrof-

jc» worden, als >m Fahr 1879 überhaupt mit waren! Ur.b der nächste und erste Segen aus dieser großen Zeit kommt aus euch und euer Leben! Für euch ganz besonders blühen »iid sterben unsere Soldaten! Aus euch wird aber auch der Fluch lommeii, wenn ihr zerfallen laßt, was sie eben bauen! Und am jüngsten Tng werden unsere Gesallcncn vor euch stehen und euch siagen: seid ihr- wert gewesen, was wir für euch getan haben? Vergeht das nie! Und haltet euch Leib und Gewissen rein sür das große Werk, das Gott gerade euch ausnägl, damit ihr euch einstinals nicht schämen miitzi! Für euch geschieht cs! Vergeht es nie! Und wenn i» :>0 Fahren eincl oor euch steht, der im Alter des Siechtum spürt, das er sich sür euch im Krieg geholt hat, dann zieht den Hut vor ihm und seid ihm dankbar! Und vor allem eins: es hat »:>r ei­ner, der von draußen kam, gesagt: Wir habe» das Lachen verlernt, ich tan» nicht mehr lachen! Ich will von euch nicht verlangen, daß ihr das Lachen verlernt, im Gegenteil, ihr sollt durch eure Liebe uuch die Heimkehrciidc» wieder vorsichtig zur rechten Fröhlichlcir jühre», aber eins freilich sollt ibr verler­nen: Das Lachen über Nichtsnutzigkeiten, das Freuen Über Wertloses und Schlechtes und Häßliches! Man inutz cs airch bis in euer hohes Alter anmerlen Fhr hobt grotze Zeit er­lebt, ihr habt Gott durch die Welt gehen sehen, und ihr seid auch darum zu gut dazu, um eure Freude an Schlechtigkeiten zu hoben. Fhr habt Großes zu tun auf der Welt, ll»d ihr habt darum einsach keine Zeit zu Dingen, die keinen inneren Wert haben, Che der Soldat in den Krieg zieht, tritt er zur Fahne, Niid auf sie, an der das Blut klebt der Vorfahren, die Re sieg­reich durch die Schlacht getragen haben, legt er die Finger und schwört Treue. So tretet ihr heute zum Abeiidmahiotinh! Das Abendmahl ist die Fahne des Christentums! Auch an ihm hangt Blut! Heiliges Blut! Königs Blut des Königs, der sur uns am Kreuz gestorben, Heldenblul der Vorfahren und Väter, die 1813 und 1879 von ihm sich weihe» ließen zum Sterben und Siegen, Bruderblut, der Bruder, die in diesem Fahr hinausgezogcn sind, sur uns! Und nun sollt ihr -,u die- sein Abendmahlstisch herantrelcn, und der Abcndmahlsgung

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