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Nr. 268

Seite L

dieses Zahres soll euch werden zum Schwur der Treue! Daß ihr die Treue Halter Lolli allem Guten und Frommen und Götttichcn, daß ihr wert sein wollt, der Liebe und Treue» die sur euch gestorben, dost ihr euer Leben nicht ucrgeffeN wollt, was ihr schuldig seid den Brüdern, die für euch geblutet, dem Heiland, der sür euch gestorben, dem Herrgott, der euch seine Gnade gezeigt hat. Amen.

Kriegsandacht.

Text: Ev. Matth. 5,45:

Er läßt feine Sonne aufgehen über die Bösest und über die Guten, und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte.

Jesaias 43,1:

Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöset! ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein.

Hier in der Heimat wie draußen in Feindesland geht die Sonne morgens auf und abends unter. Hier wie dort, in Frankreich wie in Rußland, wechselt Sturm mit Regen. Der die Naturgewalten in seiner Hand hat, ist Gott der Allmächtige. Er sendet die erwärmenden Sonnenstrahlen den Guten und den Bösen und spendet Regen den Gerechten und den Ungerechten.

Es ist manchem auffallend, daß der gerechte und heilige Gott seine Licbeshand nicht nur denen reicht, die seine ge- borsamen Kinder sind, sondern auch solchen in Liebe nach- giht, die von ihm nichts wissen wollen, ja sogar seine Gnade mutwillig verachten. Wäre es offenkundig, so sagt man, daß der Herr die Seinen schützt und schirmt, ihnen nur Glück und Segen spendet, die Gottlosen aber leer auszehen ließe, sic erbarmungslos dem Verderben Preisgabe, dann würden die Frommen viel fröhlicher Gott anbetcn, und mancher Gottloser kehrte erschüttert von seinem bösen Wege um und gäbe Gott die Ehre.

Wer so urteilt, versteht Gottes Wege nicht; der mißt alles mit dem Maßstab dessen, was vor Augen ist. Unsere Rechnung ist jedesmal falsch, wen wir dabei die Ewigkeit ousschalten und meinen, wir könnten in die Tiefe der Weisheit Gottes schauen. Gottes Weltcnplan geht dahin, zu retten und selig zu machen. Wie er an den Einzelnen iowie an den Völkern arbeitet, ist für uns oft ein Geheim­nis, das zu enthüllen wir uns nicht aninaßen wollen. Wer olcrflächlich die Wege Gottes beurteilt, kann leicht in Ver­suchung konnnen, an Gottes Liebe irre zu werden und sein Lhr gegen die Stimmen aus der Ewigkeit zu verschließen.

Aber das ist gewiß. Wenn Gott der Herr leine Sonne aufgehen läßt über die Bösen und Guten und regnen läßt über Gcrechlc und Ungerechte, dann wird er auch auf dem Schlachtfeld verwunden und sterben lassen Gute und Böse, Gerechte und Ungerechte. In ihrem großen Schmer.zc

Neue Tageszeitung. Samstag, den II. November 181«

sagte kürzlich eine Mutter, deren Sohn gefallen ist:Ach! die Guten müssen sterben.und die Gottlosen kommen durch." Ob das wahr ist! Eine Witwe, deren Mann gefallen ist, sagte im Blick aus die nun vaterlosen Kinder:Wie

glücklich' haben wir zusammen gelebt! Liebe und Friede waren unseres Hauses gute Engel. Nun ist dieses Band zerschnitten. Warum hat Gott das zugelassen? In vielen Ehen ist täglich Streit. Da wäre eine Lösung durch einen Todesfall ein Glück. Aber sie bleiben beisammen, und unser Glück ist jäh vernichtet."

Was soll man dazu sagen? Ich meine dies. Wie Gott seine Sonne ausgehen läßt über Gute und Böse und regnen läßt über Gerechte und Ungerechte, so läßt er es auch in der Schlacht zu, daß die feindlichen Kugeln Gute und Böse treffen, die Granaten Gerechte und Ungerechte zerreißen. Daß wir hierbei vor manchem Rätsel stehen, darf unfern Glauben an Gottes Gerechtigkeit nicht erschüt­tern. Es kommt vor, daß ein junger Mensch, der noch her­vorragendes hätte leisten können, ans dem Schlachtfelde bleibt, ein anderer dagegen, der seinem Leben keinen rechten Inhalt zu geben weiß, glücklich heifnkehrt. Es geschieht, daß ein Fannlienvatcr, der den Seinen viel gewesen ist und noch hätte sein können, fallt, dagegen ein anderer, der seiner Faniilic eine Last ist, vor feindlichen Geschossen bewahrt bleibt.

Wie suchen wir dieses große Welt- und Lebcnsrätsel zu lösen? Der Wunsch, es gelöst zu sehen, erfüllt unzäh­lige. Man erwartet besonders von den Geistlichen, daß sie in die Wirrnisse des Lebens Ordnung, in das Dunkel Licht bringen. Doch das ist keinem Menschen möglich. Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Es ist uns nicht ge­geben, die Gedanken unseres Gotte? zu ergründen. Aber JcsuS hat uns einen Weg gezeigt, auf dem auch im dunkel- sicn Tal unser Herz getrost und stille wird.

Als das Volk eines Tages einen Blindgeborenen zu ihm brachte, daß er ihn heilte, richteten seine Jünger die Frage an ihn:Wer hat gesündigt, dicser oder seine Eltern, daß er ist blind geboren?" Mit Spannung warteten sic auf die Antwort. Da sprach Jesus:Weder dieser hat gesün- digt, noch seine Eltern, sondern daß die Werke Gottes offen­bar würden an ihm." Halten wir das fest: Die Werke

Gottes sollen offenbar werden. Nicht ist es ein blindes Schicksal, das im Menschenleben waltet und bald hier, bald dort Wunden schlägt und Lücken reißt. Nein, es ist überall der allweise Gott im Himmel, dessen Gedanken und Wege anders sind als unsere Gedanken nnd unsere Wege, der will, daß uns alles znm besten dienen soll.

Diese Gewißheit gibt denen reichen Trost, die in diesem Kriege schon hart betroffen wurden, aber auch eine zuvei- sichilichc Ruhe allen, welche Angehörige in Feindesland haben. Verzehrt euch nicht in steter Sorge und Angst! Bcsebkt gläubig und getrost eure Lieben dem Schutze de?

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Da ich zum Schutze des Baierlandes mit ins Feld gezogen, habe ich wäh end der Kriegszeit meinem Sohn die Ver<ri,(iins übergeben. Derselbe wird ebensnlls bemüht lein meine verehrte Kund chast mit gutleimenden Samen zu bedienen und bitte ich das mir geschenkte Vertrauen auch aus meinen Lohn Heinrich Pemild giftigst zu übertrage»

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Bakers im Himmel und unseres Heilandes Jesu Christi, dann wird eure Seele stille. Habt Vertrauen zu dem Gott, der den Seinen so tröstend zürnst:Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöset; ich habe dich bei deinem Namen gcru- stn, du bist mein!"

Wir sollen uns nicht fürchten. Wir sollen schaffen, daß wir selig werden, mit Furcht und Zittern. Wir sollen wachen und beten, daß wir nicht i» Anfechtung fallen. Wie srllen gewappnet sein gegen die listigen Anläufe des alt' bösen Feindes. Aber wir solle» uns nicht fürchten. Wer sich fürchtet, ist ein verlorener Mann. Das gilt nicht nur den Soldaten im Feindesland, das gilt auch denen, die in der Heimat sind. Ein Kind Gottes fürchtet sich nicht. Nicht die Furcht vor den Feinden, nicht Augst und Sorge um unsere Lieben soll uns zum Gebet treibe», sondern Gehor­sam und Dank gegen unseren Vater im Hiiimiel, die Ge- wißhcit, daß wir lind die Unsrigen unter de»' Schirm des Höchsten sind. Ihn, dürfen wir »ns naheii. Wir haben einen Zugang zu seiner Gnade.

Er spricht:Ich habe dich erlöset". Wir glauben, daß er uns erlöset hat, nicht mit Gold oder Silber, fonbern mit seinem heiligen teuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben. Wer gläubig das Kreuz »msaßt, ist erlöst von Sünde und Welt, erlöst von aller Furcht imd Augst, von jeglicher Unruhe und Ungewißheit. Er weiß: Es kann mir nichts geschehen, als was er auserschen, and was mir selig ist."

Ich habe dich bei deinem Namen gerufen." Zum erftcii Male in der heiligen Taufe, da er uns aufnah:,, in seinen Gnadenbund. Wie ost hat er uns seitdem Lei unse­rem Naincn gerufen, teils um uns zu warnen, teils um uns zu mahnen: Vergiß nicht, was ich dir Gutes getan habe.

Ich habe dich bei deinem Namen gerufen! Was gaben die Angehörigen der im Feuer zusammengebrechenen oder in de» Lazaretten verschiedenen Krieger darum, hätten iie ihre Lieben »och eininal mit Namen nennen, ihnen noch ein Wort des Trostes, einen Gruß der Liebe zurnfe» tön­en! Behüt' sie Gott, es hat nicht können sein! Aber einer hat sic noch bei ihrem Nainen gernsen, ans dem Schlachtselde oder in den Lazaretten, wo sie lagen. Einer sprach noch sreundlich mit ihnen. Es ist der treue Vater in, Himmel, es ist Jesus Christus, unser Heiland. Und wie tröstlich klingt sein Wort: Fürchte dich nicht, beim ich habe dich erlöset; ich habe dich bei deinem Namen gerufen: du bist mein! Die Ewigkeit wird es offcubarcii, wie viele noch in der letzten Stunde auf ihn hörten.

Sie ruhen in fremder oder heimatlicher Erde. Ihr Lebciiswerk haben sic getan. Sic erreichten jetzt frfxui nach Gottes Ratschluß ihr Ziel. Der Herr hat sic erlöst, m,d denen, die auf die Stimme ihres Herrn hörten, gilt die Zusicherung: du bist mein!

Wir wollen weiter arbeiten, kämpfen, beten und a,if

Holzverkanf

in der fürstlichen Obcrförsterei Lich.

Der Holzoerlaus durch schristliches Aufrebot aus staudes- hcrrlichen und Eemeindeforstcn, welcher alljährlich in, Heibst statt­zufinden pflegt, ist aus Samstag, den 21. November 1. Js., vorm. 10 Uhr im Lrnz'fchen Felfenkrtier zu kiesten anbcraumt. Hierzu werden die Herren Käufer eingeladen. Die Gebote sind »er chloffen mit der AuffchrijtHolzverkaus in Eiesten" sür jede,« Berwaiiungs- bezirk auf einem besonderen Blatt dis zum

Ionncrstag, den 19. Uouemlirr 191-1, aiiends,

an das Fürstlich Stolberg'iche Rentamt zu Ortenberg (Oberbessen) zu senden, bei dem Angebotsformulare zu haben find. Die Bieter bleiben bis zum 5. Dezember 1914 einschließlich an ihre Gebote ge­bunden. Gegen genügende Sicherheit wird Zahlungsfrist bis zum 11. Rovembcr 1915 gewährt. Die Messungen geschehen durchaus mit der Rinde. Es wird die Hinterlegung einer Camion von 20°/, des voraussichtlichen Kaufpreises alsbald nach Abschlus; des Ver­trages verlangt. Von unserer Obersörstcrei find ausgeschrieben: ca 85 fm Eichen-HchroeUeirholr, ca 160 fm Eichen - Gruben- holF. ca Ä4 lm Kairrbircheir-Stammholz, ca 130 Im Kiefern- llturijdl? nnd ca 40 fm Kiefern-E-rndenholt.

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