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spräche, in der er u. a. tagte: Meine HcrrenI Wir sind nicht so undankbare Schüler, daß wir uns nicht dessen erinnern, was wir Deutschland zu verdanken haben. Wir sind an Eure Seite getreten, tim diejenigen Rechte zn erringen, die zum Glück der gesamten Menschheit sühren können. (Zuruf: Es lebe der Sultan!) Wir Türken, die wir nichts als Ungerechtigkeiten am eigenen Leibe zu spüren Gelegen- heit hatten, treten heute hervor nach 200jähriger Knechtschaft durch das Moskowitertnm und diese verdammten Engländer (Brausende Zustimmung), um menschliche Lebensbedingungen zu erringen. Ich möchte wünschen, daß noch unsere Enkel diese Verwirklichung einer deutsch-türkischen Freund- schaft auf ihre Fahnen schreiben und sie stets brüderlich aufrecht erhalten. Ter Sieg sei den deutschen Waffen hold. Wir wollen an ihrer Seite bis znin äußersten kämpfen. 2ä Millionen Türken, 300 Millionen Mohamedaner, der ganze Islam wird sich erheben wie ein Mann, um an der Seite Deutschlands zn streiten. Hoch Kaiser Wilhelm II., hoch Kaiser Franz Josef, hoch Sultan Mchmed Rcschad 1 ., hoch Die deutsch-österreichisch-türklschen Waffen!
Begeistert stimmte die Menge in die Hochrufe ein und formierte sich dann zu einem Zuge, der sich nach der türkischen Botschaft wandte. Hier riefen erneute Hochruf- den Botschafter Mukthar Pascha ans Fenster. Nachdem sich die Begeisterung etwas gelegt und ein Begleiter Jvio Bcys mit einigen Worten den Zweck der Kundgebung auseinandergesetzt hatte, nahm der Botschafter selbst zu folgender Ansprache das Wort:
Ich danke Ihnen sehr, meine Herren, für die Kundgebung der Freundsck>aft, die mich ehrt und von der es mich eesonders freuen würde, wenn sie auch in meinem Vaterland- bekannt würde. Die engen Bande der Freundschaft, der gegenseitigen Sympathie und der Hochachtung, die uns verbinden, werden durch die gegenwärtige» Ereignisse eine ganz besondere Wichtigkeit erlangen. Das ist der beste Beweis dafür, daß unsere Interessen eng verbunden sind mit denen Ihrer schönen Heimat. Derer« Herrscher rufe ich zu: Heil Dir -.nt Siegerkranz!
Die Menge sang die Nationalhymne und brachte wieder und wieder Hochrufe auf die drei Monarchen und den Bot- schafter sctvst aus.
Tic Aufnahme in Oesterreich-Ungaru. Wien, 31. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Die Nachricht von dem Ausbruch der türkisch-russischen Feindseligkeiten hat in weiten Kreisen der Bevölkerung einen nachhaltigen Eindruck gemacht und Anlaß zu lebhaften für die Türkei sympathischen Erörterungen über die weittragende Bedeutung des Ereignisses gegeben. Die Blätter betone» einmütig, daß die Türkei um die Aufrechterhaltung der Neutralität gegenüber den andauernden unerhörten Herausforderungen und Drohungen der Mächte des Dreiverbandes, insbesondere Rußlands, bis zur Grenze der äußersten Geduld bemüht war. Die russische Flotte sei es gewesen, die jetzt durch den völkerrechtswidrigen Ilebcrfall auf die türkische Flotte die Türkei in die Notwehr .'ersetzte und ihr den Eristenzkamps auszwang. — Das „Fremdenblatt" schreibt: Es kann keinem Zweifel unter-
liegeri, daß von russischer Seite der Anlaß zürn Kampfe ge- geberr wurde. Die Türkei hat alles anfgcboten, um ihre Neutralität zu bewahren. Tic vielhundertjährige Geschichte hat gelehrt, wer ihr uncrbitterlicher Feind und wessen Ziel die Zerstörung der Türkei ist. Es ist ein Eristenzkanipf, den die Osmancn gegen die Russen führen, urrd wenn die sehr ernsten Zwischenfälle tut Schwarzen Meere den Ausbruch des Krieges zwischen dem Jarcnreick>e und der» Ottomani- ichc.i Kaiserreiche nach sich ziehen sollten, wird die Ursache dieses Kampfes in der herausfordernden Haltung Rußlands >u sucherr sein. In dem großen Drang, welches die Welt jetzt erlebt, ist ein äußerst spannendes Moment eingctrcten. Der Kanonendonner im Schwarzen Meer kann die Ouvertüre zn einem neuen Akt des Weltkrieges werden.
Budapest, 31. Okt. (Ai. B. Richtamtlich). Eine große Aollsincnge zog gestern Abend, patriotische Lieder singend vor ’f.s Kasino und hieraus vor das tiirlische Konsulat, wo Hochrufe >us die Türlei und Abzugruse auf Rußland ausgebracht wurden. Die Menge zerstreute sich ohiic Zwischenfall.
Diidapest, 31. Okt. (Nichtamtlich). Sämtliche Blätter espicchc» mit großer Genugtuung das Eingreifen der Türkei. Der „Bester Lloyd" stellt fest, daß die militärische Aktion der üurtci mit der panstamitifche» Bewegung nichts zu tun habe. Der Panislamismus ist ein vorwurssvollesSchlagwort der Triple-Entente: so ost sie daran geht, die türkischen Interessen zu verletzen, wird für diese Verletzung ein Vorwand gebraucht und auch ftestgestcllt, daß die Türlei der angreifende Teil ist. — Der „Budapest Hirlap" sagt. Wenn die Türkei das Schwert licht, wirst sic den zündenden Funke» in die mohamedanische Wett, Frankreich wird in Algier, England in Aegypten und Fndieu und Rußland in Persien die Stöße des Erdbebens zu jiihlc» bekommen, das die islamitische Welt erschüttert. — Das ..Reue Bester Journal" schreibt: Die Türkei steht nicht allein; sie wird nicht vergebens an den Patriotismus der Aezyptec appellieren. Sie hat nicht umsonst einen Bund init Persien imto Afghanistan geschlossen und Boten nach Indien geschickt. Die Türkei hat eine» heißen Kamps vor sich, aber sic hat auch Freunde in der Rot.
Was jagt der Dreiverband da;n?
Rußland. Der russische Votschastcr in Rom, Krupenski, sagte, wie dem „Bert. Lol.-Anz." aus Rom gemeldet wird, daß die Türkei wahnsinnig geworden sei. weil ihr Eingreifen in den Krieg ihren sicheren Ruin bedeute. Vom Standpunkt Deutschland sei es freilich ein Ersolg. Deutschland riskier,: nichts, und die Osmanen trüge» ihre Haut zu Markte. Rußland aber furchte sich nicht vor diesem neuen Gegner. — Abwarten!
Frankreich. Aus Genf berichte! bas „Verl Tagcbl.": Französische Bkätter gebe, ihrer Besorgnis über bas Vorgehen der
Neue Tageszeitung. Montag, den 2- piovember 1911
Türkei Ausdruck. Sie fragen, ob dadurch den kriegerischen Er-
cignisien nicht eine andere Gestaltung gegeben werden könne. Im ersten Augenblick erscheine dies zwar unmöglich, da dem russischen Koloß genügend Kräfte zur Verfügung ständen, um dem neuen Feind die Stirn zu bieten. Eine andere Frage sei aber, ob Rußland auch genügend Kriegsmaterial besitze. Mit Ausbruch des Krieges werde es gezwungen fein, die östliche Front eines Teils seiner Artillerie zu entblößen. Es komme hinzu, daß der Kricgspla» der Türkei viel weiter geht. Er erstrecke sich aus Asien und Afrika. Besonnene sranzüsische Stimmen verhehlen nicht, daß das türkische Heer Deutschland und Oesterreich eure mächtige Stütze bieten könne. Die türlische Aruice sei gegenwärtig vollständig bereit, die ganze Flotrc kampffähig, eine Hilfsslotte stehe bereit, Tausende von Mann- schastcu nach irgend einem Orte eiuzuschifsen. Seit 2 Monaten seien unter der Leitung deutscher Ossizicre die strategischen Punkt« am Bosporus und an den Dardanellen in Verteidigungszustand gcsetztworden. Sie hätten schwere Artillerie erhalten, auch seien Kasematten und Derschanzungen errichtet worden. Das türkische Heer, das um Konstantinopel und im Kaukasus zusammcngezogcn sei, dürste nicht weniger als GM) 000 Mann betragen. Die türkischen Häsen seien minicrt.
England. In russischen militärischen Kreisen steht man, wie die „Evcning News" aus Petersburg melden, dis Türkei keineswegs als einen zu verachtende» Feind an. .Obwohl die türkische Heeresorganisation Mängel hade,>künne sie doch eine halbe Million Soldaten ins Feld führen und außerdem 300 000 Manu Reservctruppen. Die Russen seien vollständig aus die Verteidigung des kaukasischen Gebietes vorbereitet. — „Poll Mall Gazette" glaubt, das Vorgehen der Türkei werde den ganzen Balkan in Flammen setzen, alle Länder außer der Republik San Marino müßten in den Krieg hineingezogen werden.
Wie stellt sich Italien?
Zusällig kam mit der Meldung über das türkische Eingreifen gleichzeitig die Kunde vom Rücktritt des italienischen Ministeriums:
Rom, 31. Ott. (Agenzia Stcsani). Der Schatzmeister Rubin, gab heute den Entschluß kund, von seinem Amte zurück- zutrcten. Infolgedessen entschied sich das ganze Kabinett dahin. glcichsalls aus dem Ante zu scheiden. Ministerpräsident Satandra teilte dem König diesen Entschluß mit. Der König behielt sich seine Entscheidung vor.
Voraussichtlich wird der König Salandra wieder mit der Rcnbilbung des Ministeriums beaustragen. Mit der zukünftigen Haltung Italiens hat der Rücktritt des Ministeriums gar nichts zu tun Auch aus dem Umstand, daß Rußland feine Untertanen in der Türkei dem Schutze Italiens unterstellt hat, Schlüge ziehen zu wollen, wäre falsch. Dieser Schritt Rußlands findet seine einfache Erklärung darin, daß der amerikanische Botschafter in Konstantinopel, Morgentin, dem England und Frankreich ihre Staatsangehörigen anvertraut haben, Jude ist. Im übrigen betrachtet man die Lage kühl und verlangt nur, daß di« Interessen Italiens in tziordafrika nicht benachteiligt werben. Wie cs heißt, hat die türkische Regierung dahingehend beruhigende Versicherungen abgegeben. — Alle Blätter erörtern die Möglichkeit eines Angriffes der Türkei auf den Kaukasus, die Schwarze Meer-Küste, Aegypten und berühren schließlich den für Italien wichtigsten Punkt: den Einfluß des von der Türkei geführten Kreiges auf die libyschen Stämme. Das „Eiornale d'Italia" meint, die italienischen Jnteresien könnten nur aus der Balkan-Halbinsel oder in Nordafrika berührt werden, rät aber zu Besonnenheit und ruhigem Blut.
Frankreich verstärkt seine Grenze» nach Italien. Aus Genf wird gemeldet: Das Blatt „Courier" berichtet: Die französische» Earnisouc» an der italienischen Grenze sind in den letzten drei Wochen wieder neu belegt worden, nachdem fast sämtliche Truppenstandpunkte gegen Italien Ende September zur Berstärkung der französischen Front an der Marne geräumt worden waren.
Die Haltung der Balkanstaaten.
Bulgarien bleibt neutral. Sofia, l. Rov. Ein offizielles Commnniguc sagt: Der Eintritt der Türkei in den Riescnlampf wird bei allen kriegführenden Mächten eine Neuorientierung der Lage bewirken. Sie wird in Regierungskreisen nicht als eine Tatsache angesehen, welche das Kabinett Nadosiawow veranlassen könnte, von der gewissenhaft bisher bcsotgtcn Haltung abzugehcn, das Heißt. von der streng beobachteten Neutralität und der wachsamen Haltung gegenüber jedem Ereignis, das selbst von weitem die bulgarischen Interessen berühren könnte. — „Rarodni Praoa" verüsscntlicht neuerdings eine lange Liste serbischer Ercueltaten an Bulgaren in Mazedonien. Das Blatt fügt hinzu: Angesichts dieser Schreckenstaten lönncn wir uns nicht vorstellen, wie deren Folgen mit den Bemühungen der bulgarischen Regierung, Verwicklungen zwischen Serbien und Bulgarien zu verhüten, in Einklang zu bringen wären.
Eine rumäntsch-bulgarische Aktion? Berlin, 1. Rovbr. Rach einer rümi>chcn Meldung des „Bert. Tagebl." schweben zwischen Rumänien und Bulgarien Verhandlungen für eine etwaige spätere gemeinsame Aktien. Diese werde sich nicht gegen Oesterreich richten.
Was tut Griechenland? Ueber die glicchifchen Absichten wird der „Vosi. Ztg." aus Athen gemeldet: Die Meldung von dem Handstreich türtifcher Schiffe gegen Odcsia und andere russische Städte hat hier großes Aufsehen erregt. Die Haltung Griechenlands wird, solange der Krieg nicht aus den Balkan Lbergreift, sicherlich weiter neuttal bleiben. Die Ausrechterhal- lung des Friedens auf dem Balkan stützt sich auf die nicht sehr große Wahrscheinlichkeit, daß sich Bulgarien nicht gleichfalls zu Abenteuern hinreißcn läßt. Der englische Gesandte hatte mehr- snchc Besprechungen, mit dem Ministerpräsidenten Veniselos.
Die Nachwirkung im Orient.
Aegypten. Der Khedive von Aegypten wohnte dem snliiß- l'ch der Beiramkelt« Kattftndendrn Emprang und der Hand-
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kußzeremonie bei. Der Sultan zeichnet- ihn durch besondere Liebenswürdigkeit aus. — Rach Berichten aus Atciandria. also aus englischer Quelle, marschieren starke türkische Strettkräsle der ägyptischen Grenz« zn. In Al-iandria herrscht große Erregung. — Rach in Athen vorliegenden Meldungen sind 300c Beduinen, angeblich unter Führung deutscher Oisiziere. über den Suezkanal in Aegypten eingefallen. — Der Beduincn- EinfäU wäre leicht möglich, daß aber deutsche Offiziere dabei mitwirkten, ist ausgeschlossen.
Si)r>cn. „Rattonal-Tidende" bringt ein Telegramm a::;. Athen, daß in Damaskus antibritische Kundgebungen 'tätig.- funden haben. Die allgemeine Stimmung sei dort dem Kriege günstig. Abscndung syrischer Truppen nach der ägyptisch-„ Grenze hat aufgehört, aber große Scharen Beduinen werden z:> sannnengezogen.
Kaukasus. Die Korrespondenz „Rundschau" verbreitet lotsende Konstantinopcler Information: Die Lage im Kaukasus habe eine ernste Zuspitzung erfahren. Es bestehe eine Icöhafte Gärung unter den Mohammedanern gegen Rußland. In Tü lts komme cs fortwährend zu Zusammenstößen der Bevölkerung mit dem Militär. Ein verheerender Brand Hobe die schmsten Gebäude der Stadt eingeäschcrt; die Bchördcu behaupten, es sei von Revolutionären gelegt worden. Man habe auch den Plan eines Attentates gegen den Statthalter aufgedeckt, dessen Rücktritt bevorstche. Die russische Prcffe beurteile die Loge a:- sebr ernst. — In Odcsia soll eine geheime Verhandlung gegen siebzig Revolutionäre, Leute von der Schwarz-Meer-Flatt:, er- ösinct worden sein. — Es hat sich ein Ausschuß zur Beüeiung des Kaukasus von den Rusien gebildet, der eifrig nach Mitgliedern fahndet. — Der Ausschuß hat einen Ausruf erlasien, in dein alle Mohammedaner im Kaukasus ausgefordcrt werden, sich für den bedrohten Islam zu erheben.
Persien. Rach Meldungen in Konstantinopel eingetroffe- ner persischer Blatter soll Rußland seine Truppen aus Persien zurüüzichen, um sie nach Polen zu schiffen, aber es verpflichte sich nicht, sie niHt mehr nach Persien z- 'ckzusenden. Die Erregung gegen Rußland hält an. Da die Rusien die Bevölkerung von Targuevar und Marguevar angriffen, so unternahmen die Bevölkerung und persische Reiter einen Gegenangriff. Etwa 100 Kosaken sollten getötet oder verwundet worden sein. Der russische Konsul in Jspahan soll infolge des Wandels de, öffentlichen Meinung der Perser in eine derartige Erregung versetzt worden sein, daß er plötzlich gestorben ist. — Der bekannte persische Führer Ealar ed Dauleh hat ein Abkommen mit dem Bachtiarenchef Emir Mufaham geschloffen. Sie erließen einen Ausruf, in dem die Bevölkerung ihrer Stämme aufgcsor- dert wird, das Vaterland zn retten.
Mobilisiert China?
Berlin, 31. Okt. Das „Berl. Tagcbl." meldet aus Wien. Rach einer Konastntinopeler Meldung steht eine Art allgemeine Mobilisierung Chinas bevor. Ein Ausschuß unter dcui Vorsitz Iuanschikais arbeitet an der Fertigstellung der Mobiltsterungsvorschriften.
Ans Frankreich.
Die „Morning Post" veröffentlicht folgenden bemerkenswerten Brief eines Franzosen, datiert Le Sigan, 22. octobre, unterschrieben „Un sincdre ami":
Die französische Presse zitiert einen Artikel Ihres Blattes, worin es heißt: „England muß Anstrengungen machen, die seiner Sache und der Anstrengungen seiner Verbündeten würdig sind.' Darf ich Ihnen sagen, daß eine große Mehrheit der Franzosen täglich dasselbe sagt? Frankreich lebt nur für den Krieg, sein Volk, sein Geld und seine Derkchcs- mittel stehen alle im Dienste des Krieges. Unsere Fabriken sind geschlossen, unser Handel ist null, wir haben nur einen Gedanken, nämlich, daß lmsere 2,600,000 Mann Deutschland zu Boden schlagen. Was tat England? Es sandte uns 200,000 Mann und erließ einen Appell an seine Söhne. Das auf dem Festlande kämpfende englische Kontingent stellt noch nicht die Hälfte der Franzosen dar, die bereits kampfunfähig sind. Ihr Appell für Rekruten erreichte, daß von der Bevölkerung von 40 Millionen bis jetzt 600,000 kriegstaugliche Männer meinen, das Leben auf dem Schlachtfeld riskieren zu sollen, wo das Schicksal Ihres Landes auf dem Spiele steht. Jeden Tag proklamiert die engliche Presse die absolute Notwendigkeit, Deutschland zu vernichten. Die Zeitungen sagen in glänzenden Artikeln, England werde 1, 2, 3 und wenn nötig 20 Jahre kämpfen und 1, 2, sogar 3 Millionen Soldaten aufbringen. Die Erklärungen verraten die besten Ilbsichten. Aber wenn sie fovi'le Soldaten aufbringen können, so tun Sie es sofort im Interesse. Ihres und unseres Landes.
Der Verfasser des Briefes entwirft sodann ein Bild der Kriegslage und sagt:
Die Niederlagen der Verbündeten hätten für England schwerere Folgen als siir Frankreich. England müsse wissen, daß seine Flotte Deutschland und Oesterreich-Ungarn nicht hindern würden, durch neutrale Nachbarländer Lebensmittel zn erhalten. Es müsse wissen, daß der Krieg nicht länger als ein Jahr dauern könne, da die Staaten nicht die Fonds haben würden, die Lasten zu tragen. England sci^ unfähig, den Krieg allein fortzusetzcn, den cs nicht ohne Frankreich und Rußland führen könnte, und da die Entscheidung zu Lande und nicht zur See fallen werde, was solle also England tun? Es solle also die allgenicinc Wehrpflicht für das Alter von 10 bis 48 Jahren in England und den Kolouie-i cinführen, dann könne England hoffen, Berlin zu erreichen und Deutschland zn vernichten. Aber dazu gehören Lpscr. Sie mögen selbst urteilen, so fahrt der Verfasser des Bri.-se--- sort, ob es recht ist, daß Ihre Handlungsgehilfen an ihren Pulten schreiben. Ihre Landwirte ans den Feldern bleiben, daß Ihre Fabrikanten die Zeft benutzen, sich des deutsch-» Handels zu bemächtigen, daß Ihre Theater und Mufikhalleu offen bleiben, während in Frankreich all« Männer von >-


