Ausgabe 
2.11.1914
 
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1 l,immer 257

Montag, den 2. November 1914.

7. Jahrgang

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?' ä,^ Cmt Regelmafftge BeilagenSer Sauer aus Kessen".Di. Spinnssub.". s.,ug-prei.: Bei den Postanstalten vienefführt.chH^

" * tntm "°n°"'ch M Psg. Hinzu iriLt Postgebühr -der Träger, ohn. Am-igen- Srundjeil. 20 Ps,.. lokal. 15 Psg, Anzeigen von auswärts werden durch Potnachnaim- erhob-', ___ ttrluuungsorl Fnedberg. Sck,r,ftle,tung und Verla, Friedberg (Hessen,, v-n-neritrasie 12. Fernlprecher 4«. Posischeck-Coni. Nr. 485», Amt Fennffnrt - M

Der neue TurKenKrieg,

Zähes Ringen in Flandern.

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Der dentsche Generalstab <1- ...... = meldet: __

WTB. «»rosscs Hauptquartier, 31. Okt. vormittags.

Unsere Armee in Belgien nahm gestern Ramscapellc und Byxschotc. Ter Angriff aus Apres schreitet gleichsallS fort. Zandvourdc, Hollrbekc und Wandele wurden gestürmt. Auch weiter südlich gcluannc» wir Boden. Ocstlich Soissons wurde der Gegner gleichfalls angegrisscn und im Lause des Tages an inchrcrcn stark vcrlchanzten Stellungen nördlich Dailll, vertrieben. Am Nachmittag wurde dann Vajlli, ge- stürmt und der Feind unter schweren Verlusten über die Aienc zurückgeworfrn. Wir machten 1000 Gefangene und erbenteten 2 Maschinengewehre.

Im Argonnenwald sowie westlich von Verdun und nörd- lich von Toul brachen wiederholte scindlichc Angrissc unter schweren Verlusten für die Franzosen zusammen.

Der Kamps aus dem nördlichen Kriegsschauplatz hat noch nicht zu einer Entscheidung geführt.

Westlich von Warschau folgen die Russen langsam unse­ren sich ucngruppirrenden Kräften.

W. T. B. (»rohes Hauptquartier, den 1. November, vormittags. Amtlich.

In Belgien wurden die Operationen durch lieber schwemmungen erschwert, die am User Aprekanal durch Zer- stvrung von Schleusen bei Nicuport hcrbeigesnhrt sind. Bei Npres sind unsere Truppen weiter vorgcdrungeu. Es >uur- dcn mindestens 600 Gefangene gemacht und einige Geschütze der Engländer erbeutet. Auch die westlich Lille kämpfenden Truppen sind vorwärts gekommen. Die Zahl der bei Vaillp gemachten Gefangenc» erhöhte sich aus etwa 1500.

In der Gegend von Verdun und Toul fanden nur kleinere Kämpfe statt.

Im Rordosteu standen unsere Truppen auch gestern in unentschiedenem Kampfe mit den Russell.

Ein englischer Kreuzer geümkc,,.

(SB. T. B. Nichtamtlich.) Aus London wird unter dem 31. Oktober gemeldet:

Ein deutsches Unterseeboot brachte im englischen Kanal den alten KreuzerHermes", der von Dünkirchen zurückkam durch einen Torpcdoscksuff zum Sinken. Beinahe alle Ossi- ziere und Mannschastcu wurden gerettet. Wie uns von amtlicher Stelle mitgcteilt Luird. liegt eine Bestätigung der Nachricht deutscherseits »och nicht vor.

(Notiz des W. T. B.Hermes" ist aus dem Jahre 1x98 bat 5700 Tonnen, legt 20 Seemeilen zurück lind hat -180 Alaun Besatzung.)

üfr Mtnkrimpf hx Bfütlrfjrn in (LüpIir

Tokio, 31. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) AmlUck wird bekanntgegeben, daß der allgemeine Angriff aus Tsiugt:.. von der Land- und Seescite heute vorniittag begonnen !i

Tokio, 31. Oft. Die Festung von Tsingtau ist zee /-t worden. Tie Operationen werden mit allgemeinem Eriolge fortgesetzt.

Tie Japaner hatten bereits vor längerer Zeit ana -kün­digt. daff sie ain Namenstage ihres Mikado, den 31 Or'ober, ihm als Ehrengeschenk die eroberte Festung Tsingt.n dac- bietcn wollten. Tie Harasmclduna erscheint aber gem tcrmaffen gelogen, denn wenir die Festung Tsingtau zer­stört ist, so ist die Stadt von selbst gefallen. Im Wider­spruch damit steht auch die Meldung, das; eiire Abteilung indischer Offiziere zu dcu englisch-japanischen Truppen ab- gegnngcn lei, die vor Tsingtau stehen. Zweiselsohne baben die gelben Affen, den Festungswerken Schaden znge- "ff, aber die beldcnniiitige Besatzung halt sich weiter. Ehre den Tapferen I

Mitwirkung von 0)öbrr. und Kreslan?

Mailand. 1. Nov. TicAgence Havos" meldet über Dordeaur aus Petersburg: Es wird bestätigt, das; der drei­fache Angriff im Schwarzen Meer von den deutschen Kreu­zernGäben" undBreslau" ausgcht. In ibrer Bcgleit-

Ein österreichischer Lieg. Di verlafien Konstantinopcl.

ung befand sich der KreuzerHamidic". Alle drei wurden von vier Torpcdojägern begleitet, die deutsche Offiziere an Bord hatten.

j Der österreichische Generalstab ====== meldet:

SB icn, 1. Nov. (SB. B Slichtamtlich). Amtlich wird ocrlautbart: 1. Slovcmdcr, mittags. In Russisch-Pole» ent­wickeln sich neue Kämpfe. Angriffe ans unsere Stellungen winde» zurückgeschlagen nnd ein seindliches Detachement zer­sprengt.

Die mehrtägige, erbitterte Schlacht im Raume nordöstlich Tnrta und südlich Stary Sambor sührte gestern zn einem voll- Iländigrn Sieg unserer Waffen. Der hier vorgebrochene Feind zwei Insanlericdioisionen und eine Schügenbrignde, wurde aus alle» >eincn Stellungen geworfen.

Ezcrnowitz wird von unseren Truppen behauptet. Das »amcnllich gegen die Residenz des griechisch-orientalischen Erz- bischoss gerichtete Sirtillerieseucr der Russen blieb ohne nc«. nrnLwcrte Wirkung.

Wien, 1. Roo. (W. B. Nichtamtlich). Slmtlich wird oertaulbart: 3t. Oktober. Die Erfolge unserer Truppe», die bei rhiem seinerzciligen Einbruch in die Macoa dort aus starke, mit Drahthindernissen geschützte Vefestigungen stsetzcn und in diese erst vor zwei Tagen nach langen schwierigen Kämpfen bei Nurinj« Bresche schlagen konnten, erfuhren heute eine benier keas.occtc Fortsetzung. Trotz verzweifelter Gegenwehr der Selben und ungeachtet der schwierigen Paffierbarteit der teil- weise sumpfigen Macva drangen heute unsere sämtlichen über die Suve und die Drina vorgegangenen Truppen in breiter Front weiter vor und nahmen dort die Orte Crnabara, Bano- oopolje, Nadculovic, Elusci, Tabanuvic

P o t i o r e k, Fcldzeugmeister.

Budapest, 31. Okt. lleber die noch immer andauer» de» Kämpfe zwischen der Drina und Save im sogenannten M a c s p a wird berichtet, das; die Serben vor Radeulove neuerlich eine Niederlage erlitten. Es wurde» über Ivvst Gefangene und viel Kriegsbeute gemacht. Mehrere hundert Seiden sind in cei: Sümpsen zu Grunde geaongen.

Wien, l. Sept. (W. B. Nichtamtlich). Nach de» hie­sigen Blättern ist es unseren Truppen trotz der Wachsamkeit der in »ächsier Nähe befindlichen serbische» Truppen gelungen, von dein in der Save gesunkenen PatrouillenbootTeures' sämt­liche Geschütze abzumontieren und samt der Munition in Sicher­heit zu bringen.

Wien, 31. Okt. (W. B. Nichtamtlich). Amtlich wird vcrlautbert: 31. Oktober mittags: Nächst der galizisch-buko- wsiiisch-i- Grenze, nördlich Kuty, wurde gestern eine russische Kolonne aller Wassen geschlagen. I» Mittelgalizici! behaup­te!' unsere Truppen die gewonnenen Stellungen nordöstlich bei Stary Sambor, östlich Przcinnsl und am untere» Sa». Mehrere scindliche Angriffe im Raume von Risiko wurden ab- gcwiczcn. Dort sowohl wie auch bei Skale und Star» Sambor wurde» hlindertc von Russen gefangen. Die Operatione» in

3'ü-Pole» Verliesen auch gestern ohne Kamps.

Tee Stellvertreter des Chess des Eeaeralstabs: v. Hofer, Eencralmaor.

Der Tiirlrenkrieg.

Tic Botschafter des Treivcrbandcs verlassen Konstanti­nopcl.

(W. T. B. Nichtamtlich.) Konstantinopcl. 31. Oktober. Ten Botschaftern Ruffiands, Englands und Frankreichs sind die Pässe zngestcllt worden. Der ruffische nnd eng- Iis.hr Botschastcr reisen heute abend, der sranzosische morgen

ab.

Ter gescheiterte Vermittlungsversuch. Berlin, 1. Ncv. Nach einer Mitteilung desBerliner Tagedlatts"aus Konstantinopcl wurde noch gestern ein Vermittlungsversuch zwischen der Türkei und Nnffland von dem französischen Botschafter Bonipard unternommen. Ter Versuch scheiterte. Er ist aber schon deshalb interessant, weit dabei zugegeben wurde, daff Nuhland sich als angreisender Teil bekannte, i-nd bereit sei, wegen des Vorfalles im Schwarzen Meer Zugeständnisse zii machen. Tic Türkei verlangte daraus die "Demobilisierung der russischen Schwarzemeerslotte. was Rnffland ablchntc.

Slus Aussagen der Gefangenen ergibt sich, das; der

Botschafter des Dreiverbände

russische MinenlegerPrnth" bereis? seit acht Tagen :> Minen von Sewastopol aus unterwegs w>;r. Der komm.in dicrendc Offizier hatte seinerzeit ans den, russisch-,i Staff mir in Konstantinopcl Dienst getan.

Rnsiland als Angrcisrr. Nach Aulls - Matrosen sowie ans der Anwesenheit eines in Eirund . schossenei, Minenlegers bei der rnffisckst-n Flotte vor >. Bosporus geht hervor, das; die russische Flotte beabsi den Eingang zn,» Bosporus durch Mine» zu sperren »i d , türkische Flotte zu zersprengen, indem man die im S. - - zcn Meer befindlicheiitürkischen Schiffe von den Flottenleil.' im Marmara-Meerc abtrcnnte. Gegenüber diesen unerwa tetcn Angriffen, »ach denen anzuiiehmcn war, daß die Raff- die Feindseligkeiten ohne vorhcrgcgangene Kriegserolar,m, eröffnen würden, nahm die türkische Flotte die Verfolgnn der russischen ans und zersprengte sie.

Ncc russische Schisssverlustc. Mailand, 31. Ol Einer Meldung desSccolo" aus Petersburg zufolge toi ein türkischer Kreuzer zwei russische Kanffghrteischisse be Kcrtsch in der Meerenge zwischen dem Schwarzen und den- Asowschen Meer versenkt haben.

Nach rumänischen Berichten sollen die Türken anßei dcni StationärTonetz" auch andcrc Schiffe mit vielen Opfern versenkt haben. Ein türkisckscr Kreuzer beschps Odessa eine Stunde lang unter dem Schutz des Nebels anl fuhr unbehelligt davon.

Berlin, l. Nov. ?lns Kopenhagen meldet dieB. Z. am Mittag: Wie ans Petersburg gemeldet wird, ist in der Nähe des Lcnchttiirmes von Fakil der russische Tamvfer Palta", der von der kaukasischen Küste kam, von dem Tor­pedo eines türkischen Kreuzers getroffen worden und gesun­ken. Passagiere und Besatzung wurden gerettet. Ter DampferKazbek", der derAnita" zu Hilfe gesandt wurde, ist von zwei Torpedos getroffen lvorden und ebenfalls ge­sunken. Mehrere an Bord befindliche Personen ertranken.

Eine Drohnotk an die Pforte. Slmstcrdam, l. Nov. Nciitcr meldet ans London: Gestern ist der Pforte eine Note überreicht worden, worin eine nähere Erklärung über die Angriffe im Schwarzen Meer und die Entlassung der deut­schen Ofsizicrc und Mannschaften gefordert wird, die jetzt auf deu türkischen Kriegsschiffen sich befinden. Ferner loird die Entwaffnung derGoebcn" nnd derBreslan" verlangt. Falls eine befriedigende Antwort nicht gegeben werde, müh teil die Beziehungen der Verbündeten Mächte mit der Türkei abgebrochen werden. Eine Slntwort der Türkei sei noch nick! eingetroffc». Man hoffe aber, daff sic derart sein werde, um eine Aiisdchniing der Feindseligkeiten vermeiden zn können. Diese Nachricht ist inzwischen von den Ereignissen überholt worden. Die Türkei hat sich nicht einschüchtern lassen.

Scbnstspol in Flammen. Konstantinopek, 'ID. Olt Der I u r i i; (I) e KreuzerSultan Fawns Celim" hat Se pa sie pol crsolgrcich beschoffcn und die Stadt in Brand gesetzt.

Odcffa bcschossen. E>» russisches Kanonenboot versenkt.

Anisierdain, 31. Olt. Ein Lloyd-Telegramm aus London meldet, daff verschiedene, jedcnsalls türkische Torpedo­boote, deren Namen unbekannt sind, einen Slngrisf gegen Odessa unlernahmen und das russische KanonenbootDonetz" am Eingang des Hafens zum Sinken brachten. Ein Teil der T-eraannung ertrank, wurde getötet oder verwundet. D-ei rus­sische Dampfboote und ein sranzösischcs Dampsboot wurden be­schädigt und einige Einwohner getötet oder verwundet.

Einzelheiten über »«« Vorgehen der TSrkrn. Berlin. 31. Oll. DasB. T." meldet aus Konstantinopcl:

Die türkische Flotte hat in Dersolgung der zersprengten Rnffciislotte Sewastopol erfolgreich bombardiert. Im Hasen von Noworojsiisk wurden 7,0 Pclrolcumrcservoire In Brand gc- schoffca 11 Militärlransportschisse in Grund gebohrt sowie mch rcrc Gclrcidcspeichcr und die radiotelegraphische Station zer­stört. Die lürlischc Flotte hat ferner Odeffa bombardiert, dort cineu Iitssischcn lircuzcr in den Grund gebohrt und einen ande­ren schwer beschädigt. SBahrscheinlich ist auch dieser Kreuzer gesunlen. 7, andere Transportschiffe sind schwer beschädigt wor­den. Ein Schiss der russischen sreiwilligcn Hilssslotte ist ge sunkcn. Auch >>I Odeffa sind 7, Peiroleumresrevoirc in Brand geschossen worden. Tic Russen haben in Odeffa und Scw-i-iopol ans da- Bombardement der türkischen Schiffe mit Slrtillcr'.-- scurc geantwortet.

5ll ndgebuiigclr in Brrlin. Tie neuesten Ereignis Orient wnren der dlnlatz zu einer stirrmischen Symp ,us kundgebung, die gestern nuf dem Potsdamer Platz statt den. Tort hielt ein Tiirke, Herr Jnssnf Jvio Bcy, eine U»-