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5(tdf Tageszeitung. D»uuer»ta«,, ktn 29. Oktober 1914

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fu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen, ungeheuren Krieg vor allein zu verdanken. Darum, wenn cs jetzt gegen diesen Feind geht, übt Vergeltung für die feindliche Hinterlist und für so viele schwere Opscr. Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind. Zeigt ihnen das durch deutsche Hiebe ganz besonderer A r t. Hier ist der Gegner, der der Wiederherstellung des Frie­dens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.

Bilder ans der LchLacht der Apern Dirmuidctt-Nienport.

Eingreifen der Inder. London. 28. Olt. (SB. B. Nicht­amtlich). Die ^Central News" melden: Die deutschen Trup­pen waren in der vorigen Woche in Nordsrankrcich in der Umgegend von Lille crsolgreich. Die Deutschen sammel­ten ihre Strcitkräste hinter niedrigen Höhenzllgen und stürz­ten Mit hestiger Gewalt gegen die englischen Laufgräben vor. Trog des furchtbaren Feuers der englischen Maschinengewehre vertrieben sie die Engländer aus ihren Laufgräben. Die Deut­schen nützten den Sieg aus und marschierten unter Gesang und Hurra vorwärts, bis sie auf eine 'Abteilung indischer Truppen stictzen, die in Reserve gehalten war. Es entwickelte sich ein wilder Kamps, wobei die Inder vorstürmtcn und die Deutschen unter schweren Verlusten zurückwarsen. Bei La Bassee scheine cs den Deutschen bester zu gehen. Sic hätten dort starke Truppcnmasten zusammcngezogcn, ihr schweres Geschütz habe aber das Vorrücken nicht beunruhigt.

Wir möchten hinter dem Satz, daß die Inder die Deutschen zurückgcworsen hätten, ein dickes Fragezcigcn machen. Ohne Zwcisel haben die Engländer das Bedürfnis, die Tüchtigkeit ihrer indischen Truppen herausznstreichcn.

Hartnäckiger Kamps. Der Anisterdamer ZeitungTele- eraas" wird von der holländischen Grenze gemeldet: Montag chwieg das schwere Geschütz, die deutschen Ossiziere sagten, weit hr Bombardement die englischen Schisse zum Abzug gezwungen babe. Aber am Dienstag früh war die Kanonade von Land und Sec wieder ebenso stark wie in der Woche vorher. Der Kamps wogt noch hartnäckig an der 9)fcr und in Flandern, von Dtrmutdcn bis Bpern. Die Kämpfe übcrircifen an Wildheit und Blutvergießen selbst die an der Maas und an der Reihe. Granaten vom Meere fliegen in feuriger Linie Uber das Kampsgebict, bersten in den Lausgräben unter den Mannschaf- U» und vernichten die Brücken. Die deutsche» Eeschoste von Ostende und Rieuport bringen nicht minder Tod und Vernich­tung. Englische Scidaten ertrinken in Masten. Dast der Kamps an der Küste »och nicht sobald beendet sein wird, beweist die Austtellung von Kanonen, die nach der Sceseite gerichtet sind, zwischen Heust und Duinbergcn, östlich von Blankcnberghe.

Schilderuiigc,, aus Ostende. Rotterdam, 28. Okt. (W. T. B. Nichtamtlich.) TerNienwe Rotterdanische Cou- ,vnt" meldet ans Breda vom 27. Oktober: (Gestern ans Ost­ende cingctrofscne Reisende erzählen, daß die Schlacht bei Dirmniden-Nienport noch an Heftigkeit znnimmt. Man hört fortdauernd Kanonendonner. Fast alle Bewohner Ost­endes sind geflüchtet. Man sicht ans den Straßen nur an die Front ziehende, oder aus der Schlacht kommende, ermat- !itr> deutsche Truppen, die i» Ostende nnsrnhen sollen. Ans diesem Teil der Front kämpfen fast ausschließlich deutsche Sccfoidatcn. Zuweilen taucht ein Kricgsschiss an dem Hori­zont auf, das dann unter Feuer genommen wird. Ostende hat unter dem englischen Geschützsruer sehr gelitten. Das HotelMajestic" ist schwer beschädigt worden. Dagegen ist .nn Königlichen Palais kein Schaden angerichtet worden. Die Bewohner der Dörfer in der Umgegend sind meist ge­flüchtet. Die Lebensniittel werden knapp, da alles für die deutsche Armee mit Beschlag belegt worden ist.

Fürchterliche Verluste. Ans Paris wird hierher tele­graphiert: Die Schlacht aus der Linie TirmnidenNien- lort stellt sich als die blutigste dar, die die Weltgeschichte nns- »weisen hat. Ter Kanipf schwankt tagelang hin und her. Einzelne Dörfer und Brücken wurden nicht weniger als acht Mal erobcrt und wieder zurückcrobcrt, jedes Mal unter imchtbaren Verlusten für beide Seiten. Tee Nachts ringt man nur im Nahkampf. Auch gewaltige Artillcriekämpfc verursachen Verluste, wie man sic bisher als undenkbar an- zcsehcn hatte. Tic Deutschen sandten unter äußerster Todes- crachtnng immer neue Abteilungen ins Feuer. Bei Nieu- ort wurde der Teckamps fortgesetzt. Fünf französische Tor. vedojägcr operieren mit den englischen Kriegsschissen und öcmbardieren den rechten Flügel der Deutschen, unterstützen cmit die Operationen der Belgier, die von den schweren beschützen der Deutschen stark gehemmt werden.

Tic Verluste der Belgier. London, 27. Ltt. (W. T. st. Nichtamtlich.) DieDaily Mail" meldet aus Havre: 'in belgisches amtliches Connnunique, sagt, daß die Lage am Sonntag abend besser war als am Samstag, wo die Belgier stc Stellungen am Bser-Jluß ausgeben mußten und 2sh Meilen zurückgeworsen wurden. Seitdem kamen die Belgier verstärkt durch Verbündete, wieder an verschiedenen Punkten des Flusses in Berishrung mit dem Feinde. Tie Verluste oer Belgier betragen in den v.eiiiiTv - 0 st, (y.-.

biete gekämpft wird. 10,000 Tote n.:

Der ttren;erN^..

Rotterdam. 28. Okt. Lloyds Agent in Teneriffa n.eldct, daß die drei englischen DampferIndrani",Farn" undEondor" von den, deutschen Kreuzer ...Karlsruhe" nicht versenkt, sondern erbeutet wurden.Judiaui" und ..Farn" hatten beide eine Koblcnladung »nd ivalmch.ünlich hatte auch derEondor" eine größere Menge Kohlen an Bo-d. TieKarlsruhe" wird joinit ihre Kvhlcnvorräle ergänzt haben, umsomehr, weil auch die von ihr versenkten Schisse Cornish City" undRio Jgiiassu" größere Me.,.'?:, -vaste , «xladen halten.

Aas Urtfil im Dodttirrrateproifff j« Karnjkioo.

Sarajewo, 28. Okt. (SB. B. Nichtamtlich). Im Hoch- vcrratsprozeß ist folgendes Urteil gssöllt worden: Die Ange- Ilagtcn Ilitsch, Vcljko Tschubrilowitsch, Nedo Kcrowitsch, Jo- wouowitsch und Mi'owitjch wurden zum Tode durch den Strang

verurteilt. Mitar Kcrowitjch wurde zu lebenslänglichem schwe­rem Kerker, Princip, Tschcbrinowitich und Erabesch zu 20 Jah­ren, Vaso Tschubrilowitsch zu 16 Jahren, Popowiisch zu 13 Jah­ren, Kranjewitjch und Gjukitsch zu 16 Jahren, Stjepanowitsch zu 7 Jahren, Zagoratz und Pcrin zu 3 Jahren schwerem Keiler verurteilt. Tic übrigen Augclkagtcn vnrdcn sicigesprochc».

Ausbrtitiiiia Sc-, Lurtnaufkaudts.

A ni st e r d a m . 28. Olt. DerTclegraas" berichtet aus London: Die letzten Meldungen aus Südasrika lauten sehr ungünstig Es scheint, daß auch General de Wet gegen Bot ha Partei genommen hat, während man sich über die Haltung vieler anderen einflußreichen Mitglieder der H c r tz o g - P a r t c i in London sehr beunruhigt. Ge­

rüchten zusolge sollen hohe englische Beamte durch ausständische Buren gesangcn genommen sein.

Im Einllang mit dieser Meldung sicht eine Erklärung der südafrikanischen Regierung. Es heißt da:

Die Regierung muß zu ihrem großen Bedauern ankündi- gcn, daß aus Anstistung cinzcincr im Vordergründe stehender Personen eine große Anzahl von Leuten im Norden des Oran­je Freistaates und im Westen von Transvaal sich dazu haben verleiten lassen, einen Sl n s ch l a g gegen unsere Verwaltung ins Werk zu setzen und gegen unsere Regierung einen bewaff­neten Sl u j st a n d und Rebellion vorzuberciten. Ob­gleich die Regierung schon seit einiger Zeit von den Vorberei­tungen zu diesem Aufstand Kenntnis hatte, so hat die Regie­rung doch noch alle ihre möglichen Maßnahmen getroffen, um Blutvergießen zu vermeiden und den Frieden zu bewahren. Inzwischen kam jedoch der Regierung zur Kenntnis, daß Bür­ger »nd Soldaten des Oranje-Freistaates von Christian de Sb c l zu den Masten gerufen worden sind und solche In West- Transvaal durch General Beyer. Es bestehen bereits be­waffnete Kommandos von Slufständischen. Die Stadt Heil- bronn wurde besetzt und die Vertreter der Regierung, die sich in dieser Stadt befanden, wurden gesangcn genommen: in Reitz wurde ein Zug angehaltcn und wurden bewasfnctc Bürger der Landwehr entwaffnet."

Diese Sätze beweisen, daß die besten Helden der Bu­ren. darunter der wackere Christian de Wet, sich nicht den Plänen des schurkischen Botha und des nicht minder schof­len Smuts unterordnen. Die Erklärung fährt dann fort, daß die Regierung mit starker Hand eingreifen werde. Daß sic sich aber durchaus nicht ihrer Cache sicher suhlt, geht daraus hervor, daß am Schlüße des Aufrufes, denen Verzeihung zuge­sagt wird, die sich bereits des Ungehorsams schuldig gemacht hätten. Wie brenzlich die Lage der Engländer und der Botho- schurlen bereits geworden ist, geht aus dem Umstand hervor, daß die englische Zensur diese für sie üblen Nachrichten über­haupt durchgehen ließ.

(<tit Aufruf der Rumäuier.

Wien, 28. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) DasAcht- uhrblntt" meldet aus Bukarest: Ein hiesiges Komitee hat nn zahllose Rumänen, die im Deutschen Reiche ihre Studien vollendet haben, folgenden Aufruf gerichtet: Kollegen! Alle, die Ihr in Deutschland eure Bildung fortgesetzt, auf deut­schem Boden deutsches Wesen, deutsche Kultur und Tüchtig­keit kennen gelernt habt, versäumt nicht, gemeinsam Deutsch- land in dieser entscheidenden Stunde im Kampfe um die Kultur zu zeigen, daß wir die unversiegbare moralische Kraft des deutschen Volkes hochschntzen. Das Gebot der Dankbar­keit den gastfreundlicheu deutschen Landen gegenüber, die Anerkennung »iid der Tank für die Erziehung zur wissen­schaftliche» Disziplin und Kultnr, vor allem aber die Ehr- fnrcht vor der deutsch-ethischen Weltanschauung, vor der deutschen Mannhaftigkeit, Vaterlandsliebe und Entschlossen­heit, für die höchsten Kulturgüter der Welt selbstlos zu küni- pfcn, diese Gefühle, die uns alle bewegen, sind der Anlaß zu diesem gemeinsame» Schritt.

stimme ans der Schweiz.

In den katholisch-konscrvativenN. Züricher Nachrich- ie»", deren deutschfreundliche Haltung wir schon oft hervor­gehoben hatte», siilden wir folgende Betrachtung: Man

nehme ei» Brispiel!

Vorgestern traf ans der Rückkehr von einer längeren Deiitschlandreise, die ihn in die Rheinland«: und Westfalen iiiid aiis der Rückrci'i über Bayer» führte, einer u»s:rer angesehensten M'n.ne! in den eidgenössischen Parlamenten in Züri-.: ein, d.iii zu begegnen wir die Freude halten. Thenia. Einkrin.-i in Deutschland. Er sagte ». a.:

Sie wissen, daß mein Geschäft mich mit bedeutenden Persönlilickeiieii aller Völker, vor allein aiich mit Englän­der» »iid Fraiizosen, in enge »nd freundschaftliche Bezieh- nngen bringt und daß id> schon deshalb keine Borei.ige- nonlnienheit gegenüber Nationen - weder in Sympathien noch in Antipatliien kenne. Was ich aber in die!:» vierzehn Tagen tu Deutschland gesehen »nd erlebt gleichviel, ob im Rordeiy oder im Süden - das übertrisit alles. Das sind Eindrücke, die ich nici» Leben lang "ie vergesie. In cmcr solchen sittlichen Größe, in diesem e »sie» Kniftbewiißlfein, in dieser füllen nno koch iir.'.nr. rückbaren Siegeszuversicht, in der gleichen einigen Gc- schlosienheit des Denkens »»d des Handelns habe ich »och nie eia Volk gesehen. So groß, jo gclvaltig und doll,». big Das ist einfach überwältigend. Wo uian hinein- fiiiaut, da klappt es bis aufs letzte Tüpfelchen, klappt überall in der staatlichen Verwaltung, in der inilitürilchen aeianitcn östcntlichen Leben. TnS letztere hat beinahe

sein alltägliches Aussehen. Jeder geht ruhig feinen Ta v's pflichten nach. Man fühlt nur gelegentlich die gewaltige: Schwingungen, i» denen das Innere der Volksseele via ricrt. Keine Prahlerei, cs ist auch darin eine Läutern.' cii,getreten, nnr ein nicht zu crschütterndcS Vertrauen Wo man lsinblickt, sieht man Reserven, enorme wilit.;: ifeTje, wirtschaftliche soziale. Daneben eine LiehestäiivF'ii. iie ergreifend ist. Alles spendet, spendet, spendet ni lenchtendeni Singe wie für eine heilige und geheiligte Egchc: arm und reich. Jndustrielke stiften und unt.-: halten ganze Krankenhäuser, Mnsterhäufer, wie iiian s«e bisher kaum kannte. Nebelall eine peinlichste Ordnung, peinlichste Gewissenhaftigkeit. Jetzt habe auch ich den Eindruck, ein Volk von solcher Kraft und Seelengröße. ist nicht zu besiegen, und würde cs besiegt, wäre es eine Kata- strophe für die Welt."

DieN. Züricher Nachrichten" knüpfen an diese Ans führungen die Mahnung, nian möge sich in der Schweiz, wo oft der Zilg ins Große, die Großzügigkeit, fehle, wo nun, immer über tausend Fornialitäten stolpere, cm Beispiel nchmen.

Ein Feldpostbrief.

LiebeReue Tageszeitung"!

Ruhetag heute. Wie wohl tut die Ruhe beu ermüdete,. .Kriegern! Wohl donnern die Kanonen weiter, wohl bluten »nlcre Kameraden in der vordersten Linie. Aber wer hört noch auf Kanone,idonner? Wer ist nicht an die Bilder ge­wöhnt, die ein Schlachtfeld Mit sich bringt Blut, Tod und Verderben? Ich schrieb schon neulich: Es ist eigenllich eine einzige Schlacht von einzelnen Marschtagen unterbrochen. Herrlich scheint die Sonne und der schöne Oktobertag ist so recht dazu geeignet, sich auszuruhen in Gottes freier Natur kein Appell, ganz wenig Kommando. Ruht Euch aus, ihr müden Krieger: Eure Glieder sind steif geworden beim Liegen in den Schützengräben, bei Tag und Nacht, Eure Nerven bedürfen der Ruhe, um weiter in diesem gewaltigen Kanoncngcbrüll aushalten zu können. Und die Liebesgaben aus der trauten Heimat, Tabak, Zigarren, Zigaretten, Speck und Schinken, ober- hessische Cervelatwurst ersreuen doppelt an einem Ruhetag. So selten gönnt uns dieser unerbittliche Krieg Ruhe. Immer ran an de» Feind! Ihr habt ja kräftige Glieder und dauerhafte Stiefel. Ihr folgt den Franzosen, wenn ihre Flucht auchoch so eilig ist sie sind ja flinker und leichter gekleidet. Denkt mal so recht an ganz andere Sachen heute. Daheim si»d klebe Menschen, die die Licbcsguocn sandten, denkt an sie, denkt an die Heimat und Eure Liebe». Malt Euch die schönstcn Bilder aus von Wiedersehen und Glückseligkeit! Heute dar) Surr Herz weich sein. Morgen geht's wieder in die männcrmordcnde Schlacht da gehört ihr wieder ganz dem Vaterland. Vorwärts heißt wieder die Losung. Es ist eine gewaltige Schlacht, wi> wohl die Welt wenige sah. Besonders gewaltig das anhaltend! Artillericduell der beide» Armeen. Eine Lehre aus diese» Kriege wird wohl die Bildung recht vieler Regimenter schwerer SIrtillcrie sein. Ich sprach gestern mit gesungenen Franzosen und erkundigte mich danach, was sie bei uns Deutschen am mei­ste» fürchteten, woraus viele aus einmal antworteten: Eure

schwere Artillerie. Ja unser Brandenburger Regiment Rr. 3. die haben schon ost Luft gemacht! Die Stellungen des Feindes sind stark befestigt. Mit Zement und Beton haben sic gearbei­tet. Da muß die Artillerie die Vorarbeit schaffen, die Jnsan, tcrie liegt nur in Schützengräben, untätig meist bei Tage, gleich sam als Artillcrieschutz. Auch schöne Kampftage gibt's, wie vorgestern einer für uns Hessen war. Wenig Verluste und nie' Erfolg. Der Feind war reis geworden zum Sturm. Heran- aus den Schützengräben, vorwärts! Wohl schießen die galli­schen Hunde, doch meist über die Köpfe weg, liegen in ihren Schutzengräbe», ducken den Kops, lege» das Gewehr an und knallen, knallen. Es gibt höchstens einige Zufallstresjer. Wci ter! Niemand kann die Unseren hatten, so stürmen sic vor, bis sie vor dem feindlichen Schützengraben stehen. Der Jn- santcric-Angrisf wird wirksam von uiiserer Artillerie unter stützt, die feindliche Artillerie schweigt, scheint nichts zu merken, oder will die eigenen Leute nicht in den Grund schießen. Aus Ausreißer wird stehend freihändig geschossen keiner von. ihnen sieht seine Heimat wieder. Da halten cs die Herren mit den roten Hosen für das beste, sich oen Deutschen liebevoll anzuver­trauen, um auch mal das Land sehen zu können, das ihre Be­sieger geboren. Die Gewehre strecken sic in die Lust und stecken ihre Käppis oben drauf. Jubelnd zogen sie unsere Leute aus dem Schützengraben. So wurden von uns zirka 306 Mann ge­fangen genommen. Wir Hessen sind aber auch überall dabei: i» Belgien, am Marnekanal, bei Reims und hier an der Soininc. Alles zu Fuß! Alle Regimenter haben mutig ge­kämpft und stark geblutet. Slbcr der SBiderstand des Feinde», so hartnäckig er auch hier ist, kann nicht mehr lange dauern hoffentlich fällt bald die letzte Entscheidung. Verwünschter Flieger! Stört unsere Ruhe mit Bombeiuoürsen: Um ein Haar mitten in der sechsten Konipagnie. Verwünschtes Geschoß, das einem Kameraden den Arm abriß und der sich verblutet hat! Ruhe sanft, tu Wackerer! Wohl wird der Flieger von »»seren Ballonabwehrtaiioiien beschossen, aber tz Aimmrrt sich nicht darum, ein frecher Geselle, fliegt er ruhig unsere Stel­lungen atz Jetzt gibt's noch Slbcndesien aus der Feldküche, bcinn gcht's wohl in der Nacht wieder in die Schutzengräbe».

Untcrostiz. r. R. Brauii. 5.-I16., Lehrer in Holzhaus-»

Lri ieys Allerlei.

Wackere Taten De»! Oberjäger Meckiug i» der I. Kai: pagnie des 2. Jäger-Bataillons in Sljchajjenburg. der im »« jecht bei Lagarde e.»> 1l. August ein in einer Scheune anfgc stclltcs jranzöjischcs Majchiiiengewehr, das noch mit Franzoici. besitz war, erobert hat, indem er a» der Spitze einiger Iegc- in die Scheune eindrang, das Maschinengewehr wegnahm 2 > Gesängen« machte, wurde eine von einem Privatmann aus aesctzie Spende von 1000 Marksin dar erste eroberte feint» iiche Maschincnoeivebr im B-reich des 2. bayerischen Armer-