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ftoirfcre Flottenabteilung vor die Bucht von Valona und die albanische Küste senden. Die Regierung will solange keine besonderen Ereignisse sie dazu zwingen, Valona nicht besetzen, sondern die Lösung der gesamten Adriafrage im grossen eirropäischen Friedensschluß abwarten. Unterdes beeilt sich die griechische Gesandtschaft zu erklären, daß ^ iechcnland weder Absichten ans Valona hat noch die cpi- retiiche» Absichten darauf unterstützt. Es ist interessant, daß Italien anfängt gegen seinen bisherigen Freund Essad Pascha inißtrauisch zu werden. Ter Grund liegt darin, daß Essad am 6. Oktober eiaen Aufruf erlassen hat. in dem als das- Ziel seiner Bewegung die Angliederung an die Türkei oder die Thronbesteigung eines ottonianischen Für­ste,, bezeichnet war. Seit jeher haben aber die Italiener die Jungtürken bekämpfk, oie der Hörnen drlla Sers" als Instrument der deutschen Politik bezeichnet/ Merk- iviirdig ist, daß der Abgeordnete Terre. der Leiter der ans- wärtigen Politik de? ..Eorriere", der feit Beainn des euro­päischen Krieges Italien zum Angriff a»f Deutschland und Oesterreich verleiten will, sich niil wenig Konseauen; von seinem Standpunkte ans, darüber beklagt, daß Deutschland eine wenig frciindliche Politik gegen Italien treibe, indem cs in Albanien und Libyen durch Begünstigung der isla- milischcn Interessen Italien Schwierigkeiten bereite.

Portugal.

Wien, 21. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) In der ,N Fr. Pr." erklärt Herzog Miguel von Braganza, die einzig vcrniinsligc Haltung Portugals wäre die strikteste Neutra- lität. Seine Ileberzcugnng sei, daß Portugal, wenn es sich in diesem Wcltlonslikt als teilnehmende Partei erklären st-lltc, eine Partie spülen würde, bei der es nur alles ver- errn, aber nichts gewinnen könnie. Er halte den Kr-eg Oesterrcich-IIngarns und seines Verbündeten für außer­ordentlich gerecht. Es würde ihm daher doppelt schmerz- lich sein, wenn ei» großer Teil seiner Landsleute, geführt von unverantwortlichen Persönlichkeiten, sich für die Sache der Gegner erklärte.

Ans Frankreich.

Maulheldentum. Straßburg, 21. Olt. In Thann ließ am 8. Ottober der franziisijche Generalissimus Jofsre nach­stehende unsinnige von derStraßburger Post" heute veröffent­lichte Prollamation anschlageiu

Eine große Schlacht ist im Gang zwischen Maubeuge und Dieuze. Von ihr hangt das Schicksal Franlreichs und das Elsaß ab. Dort setzt der Generalissimus alle Kräfte der mili­tärischen Nation zum Anguss ein. Wir mästen vorläufig das Elsaß zu eurer Befreiung verlasse», so groß euer Kummer auch sein mag, daß wir es noch nicht der deutschen Vorbarei entrei­ßen tonnte». Es ist ein grausames Geschick, dem wir uns im letzte» Augenblick »nterworsen haben. Der General Fossre ist zum Mgrschall von Frankreich ernannt worden. Das Heer des Generals v. Kluck ist triegsgcsange». 80 00» Mann! General Galle,, hat die deutsche Nordarmcc gefangen genommen. Die französischen Truppen marschieren zun, Entsatz von Antwerpen heran Sie haben die Forts von Stenay und Meziercs an der belgilchcn Grenze nahe Seda» genommen. Die Deutschen ha­ben die Belagerung der Forts bei Verdun allsheben mästen. Die Franzosen sind in Zabcrn und schlagen sich im Hochwald. Tic Deutschen haben am Sonnlag 22 Zusuhrlolonncn verloren und Eernay gcräuuit. Man behauptet, daß der deutsche Kron­prinz gesangcn sei. Die Deutschen sind bei Sedan geschlagen wolden. 40 MO Mann sind getütet und vcro.ui.det. Zu glei­cher Zeit haben sie sich vor Toul in großer Panik zurückgezogen und gehen auf Metz zurück." Höher geht's nimmer!

Mißstimmung i» Paris. Basel, 21. Olt. kW. B. Nicht­amtlich). DieNat.-Ztg." veröffentlicht einen Pariser Brief, in dem es heißt: Die fortwährenden amtlich.,, Siegesnachrich-

werden durch Erzählungen Verwundeter und durch Briefs

Felde Stehender beträchtlich abgcschwächt. Was Wunder, wenn anstelle der Augnstbegeisterung Enttäuschung und Mißmut getreten und. Bei de» Parisern kommen noch t! o. h I u II g s so r g c II und die ungeheure Ardcit-Iosigleit hin­zu. Eine amtliche Mitteilung behauptet zwar, daß die Ge­treideernte genüge, ltreist aber doch am Schluß die Möglichkeit, rmeritaikischcs Getreide cinjiihrcn zu müssen: Hungersnotpreise eien jedoch nicht zu bejürchten. Beruhigt hat dies das ohnehin nißtiaiiijch gewordenen Pariser keineswegs

Aus

Eine Stimme der Vernunft. London, 21. Okt. (Nicht- mtn/ >. DieDaily News" schreibt in ihremPogrom- l-uitcltcn Leitartikel: Der Schaden, den die Opser '' a>lichc» Ausschreitungen erlitten haben, ist groß, aber : l hl klein verglichen mit dem Schaden, welcher die Ehre ad der gute Rom-.- Englands in den Auge» der Außenwelt A'tie:: hat. Es be-ieht kein Zweifel darüber, aus wem die :crontwortu»g zur diese der Station angetane Schmack, ruht, licht avi der unwissend«!, Metrtzr, sonder,, auf den, Teil der -reste, der unanjhörlich geschäftig war, alle rohen Lcidcnschas- n gegen die unglücklichen Ausländer aufzustachcln. Wir wis- :ii nicht, wie lange das Staatsjekretariat de» Innern cs dul- >e wird, daß diese» Epstein brutaler Anshctziing der Menge ortdaucrt. Die Folgen dieser Bewegung siuo jetzt klar. Nie­mand lüi'.n dainit einverstanden sein, daß die mißleiteten Opfer ich iür da» unverantwortliche Auftreten zu verantworten Ha­ren.

Das Fiasko »o» Antwerpen. Der militärische Mitarbei­ter des berüchtigten HetzblattesTimes" beschäftigt sich noch­mal» mit dem Fall Antwerpens, und meint, daß ein Ersatz mcxUch gewesen wäre, wenn 4050 000 Verbündete den Deut schen bei Mccheln in die Flanke geraten waren. England sei bereit gewrsen, aber dieanderen" (die Franzosen) hätten nich^ gekonnt. Alan solle aber darüber schweige,,. Wen» Kit-

Reue TageszeitSdig. Donnerstag, den 22. Oktober 1844

chener oder Churchill im Parlament oder anderwärts ausgesor-

dcrt werden, das Fiasko von Antwerpen zu erklären, jo können sie mit vollem Recht jede weitere Erklärung verweigern.

Spionenfurcht. London, 21. Okt. (SB- B. Nichtamtlich). Der Befehl, daß alle ausländischen Flüchtlinge binnen einer Woche die Stadt Dover zu verlosten haben, ist, wie angenom­men wird, durch die Bermuiung veranlaßt worden, daß mit der großen Zahl von Flüchtlingen auch Spione nach Dover übe,gesetzt worden sind.

Shcerneß in Flamme». London, 21. Okt. (W. B. Nicht- arnll ch). Zn Sheerncß brach vorgestern Feuer aus, welches eine Anzahl Gebäun», dannirer die Heilanstalt für Seeleute, vcrnichlctc. Shccrn g i fl voll größter Bedeutung, weil sich dort große Arsenale und Wasscnlager sür die Flofte befinden.

London wird beseitig«. Aus amerikanischen Nach'ichten geht hervor, daß z. Z. eifrig a» der Vesestigung Londons ge- arbelicl. wird. Es werden Gräben ausgehoben und Schanzen und Erdwcrke errichtet. Alles deutet, darauf hin. daß man deutschen Besuch nicht für ausgcschlostcn hält.

As>s litt JUflt dkb iülnniü.-

England weicht zurück. Aus dein Haag wird derVoss. Ztg." gemeldet: Ter englische Batschasier in.Konstantinopel teilte den englischen Konsuln in der Türkei in einem Rund­schreiben mit, daß die Schließung der Dardanellen die eng­lischen Interessen nicht berühre, da der englische Handel mit der Türkei schon seit Wochen anfgehört habe.

Ein Zeichen der Zeit. (W. T. B. Nichtamtlich.) Ta? BlattSiambiil" i Konstantinopel, das als Organ der sia,höfischen Botschift gilt, und eine» heftigen Feldzug gegen Oesterreich-IIngaru und Deutschland sür die Tripel- Entente führt, wurde von der Militärbehörde aus unbe­stimmte Zeit suspendiert. Tic Mitteilung der Militärbe- börde wurde damit begründet, daß das genannte Blatt Arti­kel veröffentlicht habe, wodurch die Gefühle der Bekenner des Islams beleidigt würden.

Kritische Lage in Aserbcidschan. Konstantinopel, 20. Okt. Tgs RegierungsblattTanin" erhält Tcle- granime aus Wan. wonach russische Truppen gegen den mächtigen persischen Stamm Kcridar marschiere». Die Ortschaft Koni wurde von russischer Artillerie eingeäschert. Mehrere andere Stämme sind jetzt in die Kämpfe hinein- gczogen worden. Bei Mnwana mußten die Russen unter großen Verlusten zurückweichc»: während eines anderen Scharmützels bei Tcrkuvar wurden die Russen zur aufge­lösten Flucht gezwungen.

Die Kriegslage im Westen.

Berlin, 20. Okt. lieber die gegenwärtige Kriegslage im Weste» schreibt General v. Blume:

Da sich sür beide Parteien die Ausgabe ergibt, den Gegner unter Verdrängung aus seiner Stellung zu besiegen, so ist cs nur natürlich, daß dort auf beiden Seiten von der Fcldbesestig- uuzskuust der ausgiebigste Gebrauch gemacht wird, und zwar nicht nur zu Bcrteidigungszwecken, sondern auch zu dem Zweck, den Augrifs mit möglichst geringen Deilusten näher an den Feind heranzusührc». Die Folge davon ist, daß sich jetzt die Gegner auf der ganzen laugen Front lies verschanzt nahe, viel­fach a»i kurze Ecwehrschußweite, gcgenüberftchen, die vorderen Schützengräben und Stützpunkte Tag und Nacht von schußberei­ten Schützen dicht b":etzt haltend, und daß das Geschütz- und Ge- wchlscuer. hier und da durch Angrifssunternehmungen zu gro­ßer Heftigkeit gesteigert, trotz der Echutzwchren aus der ganzen Front beständig namhafte Opfer fordert. Bei dieser Sachlage kann, wenn nicht doch noch die Durchführung eines umjasienden Flügelangrisfs gelingt, die Entscheidung nur davon abhängen, welche Partei Strapazen, Entbehrungen und Verluste am läng­sten nushält und hierdurch oder durch Zuführung tüchtiger fri­sche: Truppen einen Ueberschuß an Kraft gewinnt, der aus- rcicht, um die Front des ermatteten Gegners zu durchbrechen und dadurch das Ganze in Fluß zu bringen. An Ausdauer aber dürfen wir hasten, uns unseren Gegnern überlegen zu er­weisen und auch am längsten über frische Truppen zu verfügen. Hilfe, die die Gegner von den Hottentotten, Azteken und Eski­mos vielleicht auch noch erbeten haben, wird wohl zu spät kom­men.

Völlig unberechtigt wäre sicherlich auch die Erwartung der Gegner, daß die Deutschen daheim die Geduld oder den Mut verlieren könnten. Sie stehen fest zu ihrem Kaiser und wanken nicht.

NutzlandsMilionenheere".

Unter der UeberschristKann Rußland noch ein Fünfmilio- nciihecr ausstcllcn?" schreibt dieNorddeutsche Allgemeine Zei­tung":

Die komischste Seite dieses Krieges besteht darin.daß »ns unsere Feinde fortwährend mit MitteilungengrausigstcrArt" schrecken wollen. Zi.rist versprichi Kitchener den Franzosen Millionen von Soldaten nach dem Festlande zu Wersen. Nach­dem, dieser Schlag mißglückt war. bringt das Rcutersche Büro die eiilsetzlichc Mitleilung, daß Rußland nicht weniger als fünf Millionen neuer Soldaten und noch dazu unter dem Obcibejehl des Zaren nach Deutschland weisen wolle. Dabei vertrauen die Verbundcic» einmal darauf, daß Rußland märchcnhast viele Mensche» besitze und anderseits darauf, daß hier genügend Offi­ziere vorhanden seien.

Wie jtehcu nun die Dinge? Wieviel wehrsühigc Leute be­sitzt Rußland? Nach der letzten großen Vottszählung oerjügt das russische Reich augenblicklich über 10 Millionen Mann in wehriäyigem Alter bis zu 4b Zähren. Es sind i» dieser Zahl nur diejenigen Mannschaften inbegristen, die bereits nach dem Stande der Aushebungslisten in den letzte» 2b Zahre» eine m, lilürische Ausbildung genossen haben. Wenn man den Abgang durch Tod und Znvaliditüt berücksichtigt, dann wird mit einer wehrsäbiac» Mannschaft von vielleicht 7,5 Millionen gerechnet

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werden rönnen, da die Sterblichkeit in Rußland ungeheuer

groß ist.

Nun kommt noch ein Umstand dazu, der nicht zu übersehen ist. nümlich die große Auswanderung. Sie soll nach der stati­stischen Berechnung allein in den schweren Revoliitionsjahren mehr als 1 Million Mann betragen haben. Die Gesamtzahl der Auswanderer in den letzte,I 2b Zähren läßt sich gar nicht übersehennd auch nicht im entferntesten mit Zahlen angeben. Wescnllich ist aber die Tatsache, daß i> russisch-japanischen Krieg nur 1 Prozent der einbcrusencn Mannschaften aus dem Aus­lände, meist aus Amerika zurückkehrke. Die anderen dachten gar nicht daran, sich für Väterchen zu schlagen und blieben, wo sie waren. Der rusiisch-jnpanische Krieg hat auch eine unge­heure Menge von Desertionen gebracht, die mit Hilfe des Ru­bels trotz Paßzwanges sehr leicht zu ermöglichen sind.

Run weiß man, daß die Aushebung in Rußland, besonders in Polen, nur mit den allergrößte» Schwierigkeiten vorgeuom men werden konnte und daß ein großer Teil der Hccrespslichti gen Sem Ruse zur Fahne überhaupt nicht gefolgt ist.

Man wird unter Berücksichtigung aller dieser Umstände nicht schlgche». wenn man heute die gesamte russische Sircit- uiacht mit Einschluß aller Reserven und des ganzen Landsturms auf höchstens 5K Millionen Mannschaften berechnet. Das dürfte aber nach den Schätzungen von Fachleuten die äußerste Grenze sein.

Run stehe» augenblicklich schon fast sämtliche Armeekorps und Refervedivifionen im Felde gegen Deutschland und Oester reich. Sind doch allein gegen Deutschland nicht weniger als 1 l aktive Armeekorps ausgetreten und zum Teil vernichtet worden Davon gehörten zur Narewarmee das 1., 8., 1b. und 23. Ar

meckorps »nd eine groß- Anzahl von Reserve-Divisionen. Do, diesen sind rund 100 000 gesangcn genommen und fast der ge­samte Rest getötet oder verwundet worden. Zur Njemcnarmee gehörten sechs Armeekorps, nämlich das 2., 3., 4., 20., 22. und 3. sibirische Armeekorps. Außerdem gehörten zur Njeinenarmce seü's Reserve Divisionen und zwei Schützenbrigadcn. Ferner wurden von Hindenburg noch das 12. Armeekorps und weiter« Diviiionen vor vier Wochen bei Suwalki geschlagen. Diesr Truppen scheiden bereits zum großen Teil aus. Gegen Ocstcr- rcich-llngarn marschierte säst der gesamte Rest des russischen Heeres und verlor hier an Toten und Gefangenen rund 200 000 Mann. Nur wenige Truppen besinden sich noch in 2i- Iu-i;» und im europäischen Rußland, gleichsam als Besatzungs- trnxpc» gegen auftührerischc Elemente. Angenommen, das dir:- Truppen durch Lanasturmmänner ersetzt werden können, so bandelt es sich doch nur noch um einen geringen Rest.

Es dürften bisher ungesähr 3!-! Millionen Mannschaften im Felde stehen. Mehr hat Rußland nicht mehr auszubieten, de»!, was zu der Gesamtzahl von vcrjügbarcn Mannschaften noch fehlt, ist nur sehr bedingt wehrfähig und dürste zum Teil dem unausgcbildetcn Landsturm «»gehören. Das Wichtigste aber ist, daß selbst für dies« durch Alkohol und Krankheiten ge­schwächten Reste weder Offiziere noch eine genügende Bewaff­nung vorhanden sind. Die Ergänzung der Ariillcric, an de: schon jetzt Rußland Mangel haben soll haben wir doch allein über 1000 Geschütze erobert durch eine neutrale Macht ist durch die Sperrung der Dardanellen verhindert. Zn Rußland selbst kann der große notwendige Ersatz nicht bcschasst werden.

Selbst in besser organisierten Staaten als Rußland würde die Rcuausstelluiig eines so gewaltigen Heeres auf Schwierig­keiten stoßen. Abgesehen davon, daß die Zahl auch nicht im entferntesten vorhanden ist, ist die Neuaufstellung eines so gro­ßen Riesenheeres in Rußland vollkommen unmöglich.

ssin (Ofllfrrddjfr iibrr die Stimmung in Dentlchlünd.

W. T . B. Wien, 18. Okt. DieReichspost" gibt die Eindrücke eines aus Deutschland Kommenden wieder. Es heißt darin: In Deutschland ist kein Mensch anzutresfen, welcher nicht vom endgültigen Sieg der Zcntralmächtc über­zeugt wäre. DaS Siegesbewußtscin stand wie leuchten? Morgenrot schon über dem Eintritt in das Weltringen voi 1914. Die Deutschen poche» dabei nicht auf ihre natürlichen Tugenden und Hilfsmittel, sondern auf ihr gutes Gewissen Weil sie den Krieg nicht als Geschäft betrachten, und nicht Erobererdurst oder Rachegcsühl stillen zu können glauben, sondern weil sie den Krieg als Krcuzzug empfinden, deshalb halten sie sich für unüberwindbar. Aus dieser Uebcrzeug- ung strömt ganz Deutschlands Kraft, Mut und Opsersin». Deshalb opfert die Bauerssran gern ihre Söhne, stellt sich Universitätsprofessor und Hofrat freudig in Reih und Glied zwischen Fuhrknccht und Packträger, werden die Kriegei auf der Bahnfahrt wie Prinzen behandelt, deshalb glauben die Deutschen an den Sieg ihrer Zukunft. Dabei bewahr­ten sich Deutschlands führende Kreise eine Sachlichkeit und Ruhe, welche im Augenblick, wo es sich um Sein oder Nicht­sein des Volkes handelt, höchster Bewunderung wert ist. Alle Hochachtung vor der Kriegskunst des deutschen Gencral- stnbcs, vor den 42-Ztnp-Äiör>crn, der nur Nvölftägigen Belagerung Antwerpens und den Torpedsscheftse« dssU 9". Aber noch erhabener als die deutM Kriegskunst er- scheint die deutfche Seclcnzucht. Der Patriotismus wird nicht zum Selbstbetrug. ' nicht z»m unterschiedslosen Haß gegen den Gegner. Eine gewaltige religiöse Woge durch- flutet Deutschland. Nu- die ganz Großen und ganz Ern­sten, welche Deutschland besaß und besitzt, babcn heute Schüler und Gläubige. Der deutsche Kaiser, welcher in zedcr Ansprache, jedem Telegramm Gott gibt, was Gottes ist, ist heute ein Beispiel sür das ganze völkische Empfinden nicht zuletzt für das des deutschen Heeres. Bismarck, wel- cher l8W seiner Frau schrieb:Es muß doch ein tiefer Fond? von Gottesfurcht im gemeinen Mann bei uns fitzen, sonst könnte das alles nicht sein," könnte beute denselben Seelen- zustand seststellen. Auch heute ist die Gottesfurcht dem deutschen Krieger der Hauptguell der Kraft «nd des Opfer­sinn cs.