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Donnerstag, den 22. Oktober 1!M4.
7. Jahrgang
Uene Tageszeitung
..^'ciic f r.cfoititunfl" u djetnt leben Weittag. Regelmäßige Beilagen „Der tlniier a»» riellcn", „?ie Hp:n»lt»i>e ", ürgigsprei»: Bei den Postanstalten viercellcilnlich Ml. 1,0!
!c> reit Slrcnten monaiiich 50 Pjg. Hinzu tritt Postgebühr oder Träge,lohn. Anzeigen: Grund eile 20 Big.. lokale ,5 Plg, sin,eigen von auswärts werde» Sur» Po tnuhn-rhms erhoben Erstlllnngsori Friedberg. Sckzriftieitung und Verlag Friedberg (Hessen), Hanauer trage 12. Fern precher 48. Pssiicheck-Liutta Sir. 18.-0. 'Amt Feanlturt a. M.
Fortschritte im Nordwesten.
2000 Engländer gefangen. — Ein englifches Torpedoboot kampfunfähig gemacht. —
Japans Ränbcrpolitik.
Die Kriegslage.
(LS. T. B.) (SrosteS .Hauptquartier, 2t. Oktober, vormittags. Amtlich.
Am Bserkanal stellen unsere Truppen noch im heftigen Kampfe. Der Feind unterstützte seine Artillerie vom Meere nord- mcsttich Nicnwpoort aus. (rin englisches Torpedoboot wurde dabei von unserer Artillerie kampfunfähig gemacht. Die Kämpfe westlich Lille dauern an. Unsere Truppen gingen auch hier zur Offensive über und warfen den Feind an mehreren Ltcllcn zurück, wurden etwa 2000
Engländer. zu Gefangenen gemacht und mehrere Maschinengewehre erbeutet.
Ans dem östlichen Kriegsschauplatz ist keicn Entscheidung gefallen.
Pom österrcichilliitn tfjrim'fllftßli.
SSitn, 20. Olt. (W. 35. Nichtamtlich). Amtlich wird ocr- lautiar: 20. Oktober, mittags: Die Schlacht in Mittelgali- zlen, namentlich nördlich des Strwiazslusies, hat noch an Hestig- klit zogenommcn. Unser Angriss gewinnt stetig Raum nach Ostep Um einzelne besonders wichtige Höhe wird von beiden Seilen mit äußerster Hestigleit gekämpft. 3llle Versuche des Feinde», uns die Magiern wieder z» entreißen, scheiterten, da- gegrn eroberten unsere Truppen die vielumstrittcnc Baumhohe nordöstlich von Tnskowiee. Südlich der Magiern wU'de der Oegner aus mehreren Ortschaften geworfen. In diesen Kamp, sc» wurden wieder viele Russen, darunter ein General, gefangen genommen. 'Auch Maschinengewehre wurden erbeutet. Die ({•■ snngcnen berichten von der surchtbarcn Wirkung unseres ?trtillericscncrs südlich des Cirwiaz. Wo unser« Front über Starv-Snnibor verläuft, steht die Schlacht. Stryj, Koeroes- ineiös und Sercth lind von unseren Truppen nach Verteidigung durch den Feind in Besitz genommen worden.
Ueber die Ereignisse an der SIdria wurde dem Armeeobcr- koi.nnando bcrickstet: 3lm Morgen des 17. Oktober fand fee- wä Is von der Spitze von Ostro ein Scharmützel statt zwischen einzelnen Torpedo- und Unterseebooten nebst einem Lustsahr- zeug und dem französischen Kreuzer „Waldcil-Rousicau". Trotz- deui l.er Kreuzer unsere Einheiten heftig beschoß, rückten . ese unversehrt ein. Auch das Leuchtfeuer an der Spitze v » Ostro ,pur>- von dem französischen Kreuzer beschosien, jedoch rvr der Galerie unbedeutend beschädigt. Das weiter feewä-ts be- abachtele französische Gras verließ vack, Sichtung unserer Tsr- pcdebovlr schleunigst unsere Gewässer. Die eigenen Torpodo- fahrzeugc unternahmen in den frühen Morge-isti-n^en d'S 18. Oll- her einen Angrisi aus de» Hafen von Antivar! und z.rftär- «cn aus nächster Rahe einige Magazine und beladene Magoans Änrä. E.L'ci'k'lsfeuer.
<?cr Stellvertreter des Chefs des Gencralslabes- von H ö s c r, Genr' ctmajcr.
vtk im auf de«, öülidjni Krie>js<chanp!ah.
Wien, 21. Olt. (W. 23. Nichtamtlich). Z» den letzten Ereignissen ans dem gal izifchen Kriegsschauplätze schreibt der militärifchc Mitarbeiter des ..Plenen Wiener Tageblatts': Das feindliche Oberkommando wollte Przcmysl offenbar mit allen Mitteln nehmen, um vom südlichen Kriens schauplatz möglichst viele Kräfte nordwärts in das von de» ->»- rückenden Arnceen der Slerbündeten bedrohte Gebiet von W.-.r- sche.» ziehen zu können. Sven,, man einmal im Besitze des ktärl- fte-, Zcntrulpunktes Galiziens war. so war man überzeugt. dic- scs Land auch mit einer geringen Truppenzahl gegen alle cl!ie- tercrebcinngsverfuche ans dem Westen halten zu können, denn ha! der Sieger von Kirktilisse. Grncral Radio Dun'.tr-ew, Pr-c.nhsl nicht nur nick'! cingenomnie». sonder» dort eine gc- rudee» furchtbare 'Niederlage erlitten, deren kZolger sich bereits nicht allein >!» Gebiet der Fe'iUNg ("Tl'it, 'der» vielmehr auch schon an wichtigen entlegenen Punkten -o.nre SlcNungc» sühlbar mache», llnaushalisam dringe» uusec: ! 0 g- rcichrn Kolonnen säst überall vorwärts. Nachdem End: der vorigen Woche außer den« Angrifs gegen den russischen >»dl-.hcn Flügel der Etarasol von unseren über Ehgrov angrci;:»de» Truppen auch die meisten beseitigten Höhe» im Zentrum der feindlichen Stellungen gestürmt waren, wurde am Tv-u'eg auch deren Schlüsielpunlt Myzinicc nach vorheriger Bcschi 'ßm g m-t schwerer Artillerie durcb Daionettangrisse acnomin-n. pm
. ganzen Raum südöstlich der Festung, sowie östlich und Nordist- lich bei Mcdyla und am rechte» San Ufer brich« die Her! »schling der feindlichen Feldbcscstigungen an immer mehr S'esten zusammen. Gleichzeitig sind unsere über die Karpathen l>-ru inaischicrtcn CLdkolonnc» im Slrns und Swiccttal konze »lristi gegen Norden vorgerückt, wobei sic den Feind unter anhalten den Kümpsen aus einer Deckung nach der anderen warfen. Slns den bisherigen Einzelgosechten hat sich jetzt allmählich eia: zusammenhängende äußerst erbitterte Hauptschlacht vf einer über 150 Kilometer breiten Front entwickelt, die all-- vui sischen Kräfte in Galizien festhält.
Wien. 21. Olt. (So. B. Nichtamtlich). Die „Reichspast" meldet aus Bukarest: „Journal des Balkans", das sonst ausschließlich die Fuicrcssen des Dreiverbandes vertritt, stellt fest, daß die Lage der russischen Sl r m c e » einigermaßen Zweifel ha st fei. Es sei wahr, daß die Ruhen Ungar» verlassen und sich auf die Hauplmacht ihrer Armee zurückziehe» mußte». Ebenso sei wahr, daß ihre Truppen die Stellung zwischen Przeniysl und Krakau verlassen und sich auf de» San zurückziche» mußten. Die Russen Hallen angclündig!. daß sie einige Zeit hindurch Stillschweigen über die Bewegungen ihrer Truppe» beobachte» werden. Die Deutschen und Ocsterrcicher haben dagegen Siege und den Marsch gegen Zuangorod und Warschau angelündigt. Es scheine, daß die Telegramme der Deutschen und Oesterrcichcr die Wahr'-ui ansdrückten.
Ein englischer Dampfer versenkt.
AuS Kopenhagen meldet die ,.B. Z. a. M": Ein deutsches llnlcrsccboot hat gestern, !) Seemeilen südwestlich von Skuocsnaes in Norwegen. den cnglischeir Dampfer „Gl-, tra" angehaltcn und versenkt .TaS llntepeeboot schleppte die englische Mannschaft in Rettung: booten ans norwegisches Gebiet, wo sic durch Lotscndanipfcr an Land gebracht wurde.
Die gelberr Ränder.
London, 21. Olt. (SB. B. Nichtamtlich.) Das Rcutcrillü? Bureau meldet aus Toiio vom 20. Oktober: Das Marineniivistcriui» gibt bekannt, daß die Marickall-. Mariannen- nna Karoiiuenins, ln aus militärischcit Gründen vcn den Japanesen besetzt worden sind.
Pie isudsfeeljr der (Orbniinrj i« öeisiie».
Rürltehr der Flüchtlinge. in st e r d a m , 21. Okt. (W. B. Nichtanitlith.) „Teiegraas" meldet aus Bergen ov Zoom von gestern: Tie Rsielkchr der Belgier nimmt einen riisigcn Ninfatlg an. Gestern reisten über S000 Flii.lt- linge ab. Die erstrar vier Züge, die heute früh abgingen, nahmen weitere SÜ00 mit.
Tie brutsche Ben-altnirg. Trier. 21. Okt. Lanbrnt Haniel von Mcrzig wurde nach Brüssel in die dentsolzc Verwaltung 'Belgiens brntfen.
Knrdina! Mcrcicr. ?lmsterdam, 2l. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Täs Blatt ..Tisd" veröffentlicht eine llnteo- rednng mit dem Zkardinnl Mercicr in Antwerpen, in der dieser den dringenden Wunsch nnsspricht, dost die belgischen rtziichtlinge heimkel-rrn niöchwn, da keinerlei Gefahr bestehe. Zugleich widersprach der Kardinal den Gerüchten, das; er selbst geflüchtet sei.
Min; Wnr m fjrfTrn in tilyiWr Getannknichast.
Prinz Mar von Hessen, von: 21. Dragc-ti«-Mrguiwn 1 der zweite Tobn des PrinzcnvaareS Friedrich Karl von Hessen, ist. wie wir ersahren. in englische Gesangenica r't geraten. Er war. wie wir schon gestern meldeten, t . r:ncn Schütz in den Oberschenkel verwundete lvorden. Er kam dann in ein Trapptstenklofter bei BaillenI an dc> ' gjschen Grenze und wurde dort von de» Englvndrca :nit-
Ein Bruder (4 rep's gelangt;?.
Die ui.bestiiuuit gemeldete Nachricht, dast der Bruder Grcys, des englische» .Kriegsschürers und Bluthundes griaiigen ' i. bc'-citigt sich. Tic „Voss. Ztg." meldet aus München: Vom >. Baperischtn Armeekorps wird bekannt- gegeben, das; ei» engli'ches Flugzeug erbeutet wurde, welch»- zu.iüisiit der Fli. gerersatz-Slbteisuna >» Oberschleist-
s beiui nbeiwiesen wird. Mit dem Flugzeug ist auch de:
! t.:gliscdc Oberst Grcy. der Führer des englischen Fliegerkorps und ein Unteroffizier in Geiaugenschrst geraten.
3u ü GkliurÄag imlrrrr ßaiicriii.
Berlin, 21. Okt. (SB. T. B. Nichtamtlich.) Tic ^ Kaiserin wünscht ihren heutige» Geburtstag mit Nückstch ^ aus die Kriegszeit in regelmästiger Arbeit ganz i» d- I Siillc zu verleben. Tic „Nordd. Slllg. Zeitung" schreib u. a.: Nicht allcru in Schlagfertigkcit. sondern auch in de- Gestaltung einer hingehenden und opferwilligen Lieber tatigkeit, die heute alle Stände eint, siebt Deutschland a. erster Stelle. Tie Kaiserin Auguste Viktoria hat sei Kriegsbegin» ihr Wirken bis zu einer Höhe gesteigert, di. nicht mehr iibertrosfc» werden kann: keine Frage, der No! oder des Bedarfs, die nicht von der hoehn Fra», zugleich einer erfahrenen Kcnncrin und Beraterin für den großen tlnikrcis dieser Pslichten gefördert wäre. So verbindet sich die höchste Probe des Lcbcnswcrkcs mit seinem schönsten Triumph, wobei die Unzertrennlichkeit und der völlige Einklang zwischen dein in ersten Empfinden und den Wollen bei Fürst und Volk zmn reinen, frohen Ansdru-i kommt. Tie Voss. Ztg." betont, daß die Kaiserin sich gl» wahre Laudcsiiuitter erwiesen hat. Darum bringen ih: alle Kreise des deutschen Volkes dankbare Glückwünsche dar. Die Kreuzzeitung" schreibt u. a.: Diese wahrhast fürstliche Frau begnügt sich nicht mit einer landesnnitterlichcn Ne- preseutatiqn, sie ist voni früheste» Morgen bis zum späteste» Abend unterwegs, sie bringt den Verwundeten Blumen und andere Etaben und fragt sie nach ihren Wünschen, sie seht sich an den Tisch der öffentlichen Speiseanstaltcn neben Mittellose nnd Flüchtlinge und verlassene Kinder, sie nimmt an den Sitzungen der Wohltätigkeitsvereinc teil, sie ist. wo Rat und Tat mangeln, die höchste und erfahrenste Instanz, die das Vertrauen niemals enttäuscht. Ta? deutsche Volk hat es begriffen, was es an seiner Kaiserin besitzt.
Einbernsnng des Reichstags.
Merlin. 21. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Wie vor- lv'ilit wird der Reichstag Anfang Dezember zu einer kurzen Beratung znianmientreten.
Srrrlfs ‘» WWMlr f'iirrmfjft!
Berlin. 21. Oft. (SB. T. B. Nichtamtlich.) Di. Einzahlungen ans die Kriegsanleihen haben beute den SÄ» trag von drei Milliarden überschritten.
Pn* Du'ß.smördkr-Msttk in Sßrßifmo.
Serajcwo. 21. Oft. (SB. B. Nichtamtlich). Hochver r a t^p r-> ze ß. Ans dem weiteren Zcugcnvcrhör ist die pro- tclcll.ni.'che Ac-ecase des seiidem verstorbenen Zeugen Mila- r.ifr, beevrrrnhrben, welcher während seines Aufenthalts in Belgrad die Verschwörer wiederholt beobachtet hat. Ms er
ü seine SNittcilungeN dem österreichisch ungarischen Gene !-1 milteilen wollte, wurde er verhaflct und von Kerker »» ' vifer geschleppt. Schließlich wurde er ,n dem Polizeilom- m-ssar grsühri. wo ihm der Polizcipräsekt triumphierend einen Zestnagr-usschnitt über den Thronsolgermord zeigt« mit den i'Lec.cn: „Du wolltest cs verhindern, aber wir waren pfif- s:g:r a!s D». jetzt lonuni die Reihe an Oesterreich-Ungarn; wir wcrden ts zertrümmern." Sodann wurden mehrere Bro schürin i der die Tätigkeit der Rarodna Odbrana und der So- lvlvcrcine verlese», aus dcuenZich als Ziel der Vcrcinstäiig. feit i.ie Losrettzung der si-dskso-fscha» Länder «»p dpr Mansr- ch-c > nd die Larbersitung eines Krieges gegen die Monarchie crgii! Bei der Verlesung einer Belgrader Broschüre, weiche das "Il'uiiat Zerajitsch aus den srühcrcn Landeschcs Baresa- »I» crrlicht, ries Brincip: „Hoch Zerasttsch!" Auch sonst benäh!»-:» sich die Haupiangellaglen heraussordcrnd. Viele Zeugin, darunter ein serbischer Siaaisbcamter, gaben eingehende 'iuiilütu»: :n über die Tätigkeii der Starodna Odbrana und der Srlo--Ver:inc.
Italien in der Adria.
~ . Franks. Ztg." wird aus Rom gedrahtet: Die Be-
s-.-tzi::::, Jalonas durch die Italiener, die nicht nur durch Erl:. ?d. .ter angekündigt wurde, sondern wovon man auch ans den Redaktionen gonvernenientalcr Zcitnngen, die sich nicht v össentlichten, private Kenntnis haben wollte, ist bisbcr noch nickst vollzogen. Vorläulia wird Italien eine


